Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Kaliber-Bestimmung

In die Zange genommen (10 Einträge)

L81 T2 T3
443 mal angesehen
20.09.2015, 17.48 Uhr

Die leichte 8

Die leichte „8“

Sie wurde schon öfter als antiquiert belächelt und als vorgestrig abgestempelt, dessen ungeachtet erfreut sich die 8 x 57 als Mutter aller Standardpatronen nach wie vor großer und in letzter Zeit sogar zunehmender Beliebtheit. Speziell trifft das auf die 8 x 57 JS zu, die nahezu alle Munitionshersteller in ihrem Fertigungsprogramm haben. Mit der Randversion 8 x 57 JRS befassen sich nur europäische Firmen. Beide Sorten haben sich, neben ihrer randlosen militärischen Laufbahn, auf allen Kontinenten auf nahezu jedes Wild bewährt.

Kaliberverwirrung
Was in Europa, vor allem aber Deutschland, zum waffentechnischen Verständnis gehört, ist das Nebeneinander des engen 8 mm „J“- und des weiten 8 mm „S“-Kalibers. Während für ersteres noch überwiegend kombinierte Waffen aus den 30er und vierziger Jahren geführt werden, ist das seit 1905 mit einem Geschoss-Durchmesser von 8,2 mm eingeführte „S“-Kaliber auch für Jagdpatronen übernommen worden. Patronen im 8 mm S-Kaliber werden mit 57, 60, 64, 75 und 68 mm langer Hülse, z.T. auch mit Rand, angeboten.

Muss Hochwildgeschoss Masse haben?
Bei der Einführung der aus der Militärpatrone abgeleiteten Jagdpatrone wurde Rehwild noch mit Schrot oder den alten konischen Patronen aus der Schwarzpulverzeit bejagt. Die 8 x 57 JS wurde denn auch als Hochwildpatrone geführt, zumal mit dem 98er System die passende Jagdbüchse zu moderaten Preisen erhältlich war. Abweichend vom 10 g schweren militärischen Vollmantel-Geschoss weisen die allermeisten Jagdgeschosse ein Standardgewicht von 12,7 g auf, das bei einer V° um die 800 m/s auf 100 m immerhin eine Energie um die 3000 Joule generiert. Geht man von der durchschnittlichen GEE von 150 Metern aus, liegt es nahe, sich auf die Energie von ca. 2500 zu beziehen, wenn eine Wirkung im Fokus steht, die für Rehwild nicht zu stark und für Hochwild nicht zu schwach ist.
Unter 10g ist das Angebot äußerst dürftig. Ein besonders leichtes Geschoss ist das 8g VM von Norma, das für die „Wipfeljagd“ auf Waldhühner und „running target“ gedacht ist. Das nächste unter 10 g ist das 9,72 g TM von Sako. Dabei ist zu bedenken, dass das VM-Norma mit Rand die Schalenwild-Norm nicht erfüllt und auch randlos für Schalenwild generell ungeeignet ist.
Für das „enge“ J-Kaliber standen leider keine 9,7g-Geschosse zur Verfügung, was Jäger, die eine 8x57 JR führen, sicher begrüßen würden.

Ursache und Wirkung
Es leuchtet ein, dass ein Geschoss das ein 100 kg schweres Stück Schwarz- oder Rotwild an den Anschuss bannt, für Rehwild reichlich überdimensioniert ist. Je kleiner eine zu bejagende Wildart ist, umso mehr rückt die Flugbahn und weniger ein hohes Geschossgewicht in den Vordergrund, ohne für größeres Wild auf ausreichende Energie zu verzichten.
Nach einer längeren Versuchsreihe mit Geschossen unter 10 g habe ich eine Laborierung im Kaliber 8x57JS mit verbesserter Rasanz für den Schwerpunkt Rehwild erarbeitet. Ziel war es dabei, das Geschoss so zu konzipieren, dass es auf die mittleren Schussweiten nicht zu weich ist, aber auf größere Distanz durch den stärkeren Durchmesser zuverlässige Wirkung hat. Mit einer V° von 900 m/s aus einem 60 cm langen Lauf startend, verläuft die Flugbahn sehr flach und lässt bei einer Visierhöhe von 5 cm Schüsse bis 190 m ohne Haltepunktkorrektur zu.
Versuche mit bleifreien Geschossen wurden nicht unternommen

Eine „leichte Acht“
Mit dieser Patrone trägt man der Tatsache Rechnung, dass der Jäger mit einer Vorliebe für Mittelkaliber mit einem leichteren Geschoss für Rehwild und mittleres Hochwild gut versorgt werden kann. Neben der guten Wirkung entwickelt die Laborierung einen deutlich geringeren Rückschlag, was einerseits sensible Schützen entlastet und andererseits leichtere Waffen zulässt, was sich insbesondere bei kombinierten Jagdwaffen im Kaliber 8 x 57 JRS, also Bockbüchs-flinten und Drillingen angenehm bemerkbar macht. Alle Laborierungen Alle Laborierungen wurden mit Rottweil-Pulversorten gestrickt und sind auf Gasdruck geprüft und die V° gemessen.
Als Geschosse kamen das Sierra Game King und das Hornady Interlokt zur Auswahl, wobei letzteres für den langen Übergang der meisten 8 mm–Kaliber eine längere Geschossführung aufweist. Mit diesen leichten Geschossen wurde die Auswahl nach unten erweitert, die bei den 30er-Kalibern mit den 150 grs schweren Geschossen schon immer bestanden hat. Zumindest dem Wiederlader bieten sich hier maßgeschneiderte Laborierungen an, nachdem die Industrie keine diesbezüglichen Anzeichen erkennen lässt.

offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

SirHenry

SirHenry

Alter: 81 Jahre,
aus Fürth

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

20.09.2015 18:10 vonfleming
Danke für die komprimierte Abhandlung,vor allem für den historischen Aspekt !
20.09.2015 18:44 Tannschuetz
ja danke - sehr sachlich und informativ Sir!
Besonders für mich als 8x57IRS-Fan. Ich führe die in meiner KB (K95) mit ungebremster Begeisterung vom Kitz bis zum schweren Hirschen. Seit diesem Jahr auch bleifrei (TTSX)
Auch damit gibt's nix zu meckern!
21.09.2015 13:29 SirHenry
Tannschuetz schrieb:
ja danke - sehr sachlich und informativ Sir!
Besonders für mich als 8x57IRS-Fan. Ich führe die in meiner KB (K95) mit ungebremster Begeisterung vom Kitz bis zum schweren Hirschen. Seit diesem Jahr auch bleifrei (TTSX)
Auch damit gibt's nix zu meckern!



Mit 12,7g bleifrei oder schwerer ist nicht viel drin
21.09.2015 13:31 Tannschuetz
SirHenry schrieb:
Mit 12,7g bleifrei oder schwerer ist nicht viel drin


was meinst Du mit "ist nicht viel drin"?
(ich habe 10,4 Gramm)
21.09.2015 13:52 SirHenry
Tannschuetz schrieb:
was meinst Du mit "ist nicht viel drin"?
(ich habe 10,4 Gramm)



Dass es bleifrei keine schweren 8mm-Geschosse gibt.
21.09.2015 13:57 Tannschuetz
SirHenry schrieb:
Dass es bleifrei keine schweren 8mm-Geschosse gibt.


sorry... aber ich verstehe deine Bemerkung noch immer nicht... naja, lassen wir´s.
21.09.2015 18:20 FarmFritz
Sehr informativ!
Mein Grampa hat mit diesem Kaliber "alles" erlegt und ich bin auch erfolgreich damit.
23.09.2015 21:43 ZH-7x57
Ich jage seit 1973 kaufte mir einen übertragenen Repetierer-Mauser-8x57is , etwas später eine Kombinierte Brünner zh 7x57/16-70.Diese führe ich heute noch, und damit alles bei uns vorkommende Schalenwild erlegt. Die Schussentfernung 80 -200 Meter. Das Kaliber finde ich gut,moderate Wildbretzersörung wenig Hämatome, im Gegensatz zu den rassanten Patronen,habe das oft beim aufbrechen gesehen ! Kommt halt auf die Schussentfernung an. Bei 8x57 schieße ich 12.7g bei 7/57 R 10g. Soviel zu 8x57 ISWeidmannsheil
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Zum Seitenanfang