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Jagerlebnisse

(8 Einträge)

1085 mal angesehen
15.07.2015, 11.04 Uhr

"Kindermund tut Wahrheit kund" oder: Die Welt mit Kinderaugen sehen

Meine Familie und vor allem meine Kinder gehen für mich über alles. Für mich als Einzelkind war das nicht gerade vorhersehbar, aber dennoch ist es so gekommen.

Ganz klar, dass meine jagdlichen Aktivitäten weniger geworden sind, seitdem die Kinder da sind. Aber auch ganz klar, dass sie an die Jagd herangeführt werden sollen, wenn sie dies denn wollen, so wie es mein Vater mit mir getan hat.

Das erste Erlebnis war vor einigen Wochen. Das Erbsenfeld des Trauzeugen und Patenonkels meines ältesten Sohnes galt es von Tauben zu bewahren. Jetzt leben wir hier mitten im Ameisenhaufen, Menschen, Straßen, Häuser, etc. nicht die Jagd so wie ich sie kenne und liebe. Aber am Anfang muss man Abstriche machen. Mit 3 Jahren kann ich den Filius nicht ein ganzes Wochenende in die Jagdhütte entführen. Jetzt werden einige schreien, wie man einen 3 jährigen schon mit zur Jagd nehmen kann. Ganz einfach, indem man ihn fragt. Und das immer wieder, nach jedem weiteren kleinen Schritt.

Also die Locktauben aufgebaut und rein in den Stand, der direkt am Hof des Freundes ist. Mama war keine 200m im Garten beschäftigt, so dass jederzeit der Abbruch hätte erfolgen können.

Erster Schritt: Gehörschutz auf und einen Schuss abgeben, mal sehen wie er regiert. Gar nicht. Kein Schreck, nichts. Ok Schussfest ist er schonmal. Keine 5 Minuten vergehen, da kommt eine Taube und fällt mit dem ersten Schuss. Jetzt kommt Bewegung und Aufregung in den kleinen Mann. Warum hast Du die geschossen? Warum ist die jetzt runtergefallen? Ist die jetzt tot? sind die ersten Fragen, die alle beantwortet werden. Er will die Taube selber holen. Na dann los. Er holt die Taube und trägt sie wie einen Schatz zurück. Voller Begeisterung schaut er sich die Kreatur an, streichelt sie. Nimmt sie buchstäblich mit allen Sinnen war. Faszinierend was in diesem kleinen Menschen und in seinem noch kleinen Verstand sich alles abzuspielen scheint. Und faszinierend wie es weitergeht. Als eine Amsel kommt, soll natürlich auch die geschossen werden. "Aber die können wir nicht essen und sie macht die Erbsen nicht kaputt". Achso! ist die völlig selbstverständliche Antwort. Erste Lektion gelernt. Wie es Diana so will liegen nach 30 Minuten 5 Tauben. Genau richtig um aufzuhören. Kein Fehlschuss, keine Langweile alle Tauben liegen und wurden von Sohnemann eingesammelt.

Jetzt gehts nach Hause. Rupfen und Brüste auslösen. Die nächsten Lektionen folgen. "Die sind ja warm!" Wahnsinn, auch ich lerne noch dazu. Kinder kennen Fleisch natürlich nur gekühlt und fertig für den Verzehr. Dass es mal ein Lebewesen war, das geblutet hat, gestorben ist und warm war, damit wir es essen können, geht dem kleinen Menschen jetzt auf. Irre!

Jetzt marinieren wir die Taubenbrüste zusammen und grillen sie zum Abendbrot. Sie schmecken vorzüglich, gottseidank sieht das Sohnemann genauso. Was für ein Tag, genauso musste es laufen, die ersten Zusammenhänge über Leben, Natur und Nahrungskette sind gemacht und es ist der absolute Hammer dies bei Kindern zu sehen, was mit ihnen dabei passiert.

Einziger Nachteil dieser Geschichte ist, dass seitdem jegliche Taube egal ob im Garten oder Kindergarten geschossen werden muss, weil die lecker schmecken und sonst die Erbsen kaputt machen.


Der nächte Teil folgte dieses Wochenende. Ich fuhr zur Jagd und war über Nacht weg. Von den Kindern ist dies häufig nicht so gern gesehen. Aber ich brachte ein Reh mit. Einen Rückenstrang haben wird gleich Sonntags gegrillt und mit Nudeln und Salat verputzt. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass die sonst so heiß geliebten Nudeln mit Parmesan keine Beachtung fanden und Stück für Stück der Rücken verzehrt wurde. Der Kleinste machte ebenfalls von seinem "MMMMMMM" Gebrauch, das zugegebener Maßen etwas inflationär benutzt wird. Auf die Frage an den Ältesten ob es denn schmecke kam ein überzeugtes "JA". Danach bin ich wieder vom Stuhl gefallen als die Frage kam "Wann fährst Du wieder zur Jagd?" "Warum?" "Das Fleisch ist soooo lecker! Du musst noch mehr mitbringen!"

Diese Dinge zeigen mir, wie Kinder in meinen Augen aufwachsen sollten, um die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen. Bei vielen Erwachsenen ist dies leider abhanden gekommen. Aber ich bin mir sicher, dass auf diese Weise auch die meisten Erwachsenen Stück für Stück wieder "eingenordet" werden können.

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Kommentare

15.07.2015 16:33 Laerchenwald
Moin,

genau SO soll es sein - super!

Gruß aus Nordhessen
15.07.2015 17:57 vierfuessler
Hab ich gerade wieder gemacht! Aber bei Erwachsenen! angekirrt mit Rehschinken frisch aus dem Rauch!
Ergebnis ?:
Mmmmmmh, Lecker! Haben will! Wann machst Du die Nächsten?
15.07.2015 18:24 sau_hund
.........pass nur gut auf das die alternativen verschiedenst gefärbten Lehramtsterroristen die Prägung nicht ganz schnell in eine andere Richtung lenken, dazu noch ein paar von der Stadt auf´s Land geflüchtete Spät68er als aktive Großeltern der Klassenkameraden..........
15.07.2015 22:41 Flip81
Ich hatte unsere 3 jährige Tochter auch mit auf Jagd. Sie hat mich immer durchlöchert wenn ich raus bin . ,, Papa darf ich mit ? ''
Das Wetter hat dann mal gepasst und ich hab sie mitgenommen und wir haben einen Jungfuchs erlegt !
16.07.2015 12:18 Schuelerlotse
sau_hund schrieb:
.........pass nur gut auf das die alternativen verschiedenst gefärbten Lehramtsterroristen die Prägung nicht ganz schnell in eine andere Richtung lenken, dazu noch ein paar von der Stadt auf´s Land geflüchtete Spät68er als aktive Großeltern der Klassenkameraden..........


da liegst Du verdammt richtig.
[www.tierheim-duesseldorf.de]
16.07.2015 12:20 Schuelerlotse
Deine Geschichte erinnert mich an die erste Taubenjagd mit meinem Sohn.
Jedes mal wenn eine im Anflug war ist er aufgestanden hat er wild mit den Händen und Armen drauf gezeigt.
Was hab ich gelacht.
16.07.2015 17:06 BD880
Super;; genau so, aber wenn auch wir bereit sind dazu zu lernen !!
Danke für den Beitrag, ich bin auch Vater von 3 Söhnen, 2 sind Jäger und Einer ist normal, der ißt aber gerne Wild
16.07.2015 19:40 murmelbaer
sau_hund schrieb:
.........pass nur gut auf das die alternativen verschiedenst gefärbten Lehramtsterroristen die Prägung nicht ganz schnell in eine andere Richtung lenken, dazu noch ein paar von der Stadt auf´s Land geflüchtete Spät68er als aktive Großeltern der Klassenkameraden..........



Genau so ist es mit meinem Sohn passiert. er war immer, so oft es ging mit zur Jagd, war begeistert und konnte nach ein paar nicht so gelungenen Versuchen, alleine ein Reh aufbrechen.
Dann kam er in's Gymnasium..........?!?
Heute findet er Jagd nicht gut, akzeptiert aber dass ich sie aus übe.
Gegrillte Hirschlendensteaks oder Hirschgulasch werden aber ohne Rücksicht auf hungrige Eltern weg geputzt.
16.07.2015 20:31 Dachs13
Sehr gut, wenn es nur noch mehr Menschen wie dich geben würde.
Die Kinder richtig zu erziehen, das der Tot dazu gehört ist wichtig und wo das Fleisch her kommt wo gegessen wird.
16.07.2015 22:41 rotebaron
Meine Tochter sagte als ich einen Kormoran mit der kleinen Kugel geschossen hab war das erste gestreckte Wild mit ihr zusammen, sie sagte nur soviel: Papa den hast !ich hab mich so gefreud,,,
16.07.2015 23:17 Ruedemann2012
Klasse!

Der Link zu den Anti-Jagd Artikeln auf der Homepage des Tierheim Düsseldorf bestätigt leider mein schlechtes Bild von deutschen Tierheimen. Manachmal habe ich das Gefühl, dass die gar keine Tiere vermitteln wollen. Vorallem Jagdhunde nicht an Jäger zu vermitteln, scheint das höchste aller Ziele für viele Tierheime zu sein.
17.07.2015 07:42 Harheimer
Toller Bericht.
Konnte darin meine Kindheit sehen... war schon mit zwei 1/2 Jahren mit auf Taubenjagd, habe sie damals auch apportiert
17.07.2015 13:57 swinging_elvis
Ja, die Unbefangenheit, mit der Kinder an viele Sachen heran gehen ist schon klasse! Super geschrieben...
17.07.2015 19:04 Falkenauge
Mich erinnert das an meinen Sohn. Unsere Geschichte hat vor mehr als 30 Jahren angefangen. Ich glaube, ich hab ihn gar nicht gefragt. Es hat sich einfach so ergeben, dass er mitgegangen ist. Wir haben viele Dinge zusammen gemacht. Schießen, jagen, angeln, reiten, Tennis spielen, Ski laufen. In allen "Sparten" hat es gefunkt, nur bei den Pferden nicht. Da setze ich nun auf meine Enkeltochter. Sie wird Papa ans Reiten bringen, ganz sicher. Späte Genugtuung für Opa. Kleiner Scherz. Jeder soll das machen, was ihm Spaß macht. Aber die Eltern sollten vorangehen und "anbieten". Die Kinder können dann entscheiden, was sie annehmen und was nicht. Die Prägung im Elternhaus ist wichtig, damit unsere Kinder selbstbewußt und mit einer eigenen Haltung in den Kindergarten und die Schule gehen. Das gilt nicht nur für das Thema der Jagd, sondern ganz allgemein. Die Vorstellung, dass unsere Gesellschaft noch mehr gleichgeschaltete, naturentfremdete Mainstream-Wesen produziert, wäre grauenvoll. Das mag für unsere Kinder anstrengend sein oder werden. Aber "der Weg des geringsten Widerstandes ist nur am Anfang geteert."
18.07.2015 07:55 brb14
Super!

Sei zufrieden, dass Du nicht gefehlt hast!

Ein Jagdfreund hat im Beisein seines kleinen Sohnes bei einem kleinen Drückerchen mal auf ein Wildschwein vorbei geschossen - wir anderen nicht.

Das wusste zwei Tage später der ganze Kindergarten und das halbe Dorf, dass "Mein Pappa als einzigster nicht getroffen hat!"
20.07.2015 10:54 Ammerlaender
Ich find es auch super!! Hab mich beim Lesen gefreut, auch wenn ich keine Kinder habe.
Ich nehme öfters auch den 10jährigen Sohn meines besten Freundes mit. Zuletzt haben wir gemeinsam einen Fuchs erlegt. Er war ganz aufgeregt und nun bekommt er den Fuchsschädel als Erinnerung an den tollen Januar Abend. Er hat es sich übrigens nicht nehmen lassen, den Fuchs zum auto zutragen Er war Stolz wie Oskar!
20.07.2015 15:17 McAlly
Tolle Geschichte, habe ich so ähnlich mit meinem Sohn auch erlebt, inzwischen ist er fast sechs Jahre und fängt an mit dem Fernglas zu selektieren Ricke mit Kitz = schön anzusehen aber passt nicht, Bock mit viel oder wenig Gehörn, usw. Die absolute Krönung war vor ein paar Tagen als wir auf dem Weg zum Pferdestall waren habe ich einen Fuchs auf einer Koppel entdeckt und leise geflucht das ich ausgerechnet jetzt keine Waffe mit habe, sein trockener Kommentar dazu war:" Papa, ein Fuchs kann aber immer kommen!" Also da kannst du dich noch auf viele schöne Erlebnisse gefasst machen!!!
21.07.2015 19:18 sizi
Als ich das erstemal meine Jüngste Schwester mitgenommen habe war ich auf ein älteren Bock aus. Und als wir auf der offenen Kanzel Saßen kommt dort einieges an getier des weges. Jedesmal kam von ihr gleich die Frage "schießt du den jetzt"? Und jedesmal die Antwort nein den können wir nicht essen oder die haben Schonzeit.
Es ist schön so wissen zu vermitteln.
26.07.2015 00:07 NRWwildeSau
Ist eine gute Geschichte , bin kein Jäger ,was nichts aussagt , finde es durchaus wichtig auch kleine Menschen an die Geschichte mit gegessen werden und schmeckt auch noch heran geführt geführt werden . Wir waren doch vom Instinkt her doch alle mal Neandertaler . Manfred Klarowski
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