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Jagderlebnisse

(6 Einträge)

Juni Bock Juni Bock 2 Junibock UK
675 mal angesehen
04.06.2015, 15.30 Uhr

Gut Ding will Weile haben ...

Seit dem 2. Mai habe ich mich auf diesen äußerst vorsichtigen Bock immer wieder versucht. Relativ spät erst trat er aus und äugte stets in Richtung der Ansitzeinrichtungen (überdachte DJ Böcke), die er mehrfach umschlug, um sich Wind zu holen und dann abzuspringen oder er eräugte doch eine Bewegung, die ihm nicht passte und sprang dann - Mal schreckend Mal stumm - in die nächste Dickung ab.

Ich hatte es eigentlich schon aufgegeben, da ich nicht fortwährend diese Revierecke beunruhigen wollte. Doch gestern, dem ersten halbwegs schönen Abend nach mehreren sehr stürmischen und verregneten Tagen, wollte ich es nochmals wissen.

Immer noch windig, aber aus guter Richtung kommend, bezog ich gegen 19:30 den Sitz. Diesmal in voller Krähen- Jagd-Montur (Volltarn).

Bis 21:30 tat sich nichts. Selbst die mir zwischenzeitlich gut bekannten Spechte in dieser Ecke waren nicht auszumachen. Auch der mir schon wohl bekannte Fuchs und die Marder ließen sich heute nicht blicken.

Infolge eines Schusses aus der mehr oder weniger näheren Nachbarschaft schrieb ich eine fragende Waidmannsheil SMS an den Verdächtigen und war kurz abgelenkt.

Als ich wieder aufwarf stand der Bock sichernd auf dem grasgrünen Forstweg, der sich von der Reviergrenze in Richtung meines Sitzes zieht, auf etwa 80 m. Aus der links angrenzenden Buchenkultur muss er getreten sein. Der Hund hatte bereits mehrfach in die Richtung gewittert.

Wie immer äugte der Bock direkt in den Sitz.

Keine Bewegung. Kein Glas, kein Gewehr.

Als er nach einer gefühlten Ewigkeit den Träger senkt um ein wenig vom üppigen Grün zu äsen, nehme ich vorsichtig die Büchse in Anschlag, die schon vor mir über dem Querbalken liegt. Der Wind weht mir spürbar ins Gesicht; er wird mich heute nicht verraten.

Ich hab den Bock im Absehen, aber er zieht spitz auf mich zu. Immer wieder in meine Richtung sichernd. Auf vielleicht 40 m kommt er heran. Immer noch spitz.

Er äugt mir mitten ins ZF. Ich bin völlig ruhig.

Keine Bewegung.

Nicht die feinste menschliche Kontur dürfte zu erkennen sein. Ich bin völlig vermummt.

Der Hund liegt unter dem Sitz vom hohen Graß sicher verborgen. Er wird mich nicht verraten auch wenn der Bock auf wenigen Metern neben uns vorbeiziehen sollte, der Hund bleibt ruhig.

Der Bock senkt wieder das Haupt und zieht nun nach rechts weg ins Fichtenaltholz. Endlich breit zu mir. ABER Äste, gefallene Bäume, Sträucher, Verjüngung an einen sichern Schuss ist nicht zu denken.

Wenn er noch 10 m weiter zieht kommt eine gute Gelegenheit. Ich muss aber den Auflageholm wechseln. Vorsichtig das Gewehr eingezogen und auf die andere Seite gewechselt. Hier habe ich keine Unterlage vorbereitet. Der Riemen liegt auf dem BW Tarnnetz auf, das um den Sitz gewunden ist. Es raschelt. Ich ziehe den Schaft fest an die Schulter. Es kommt wieder zu Geräuschen. Der Bock ist jetzt gleich da, wo ich ihn erwarte aber er hat die Geräusche vernommen. Er wirft auf; sichert zu mir; zieht aber sichernd langsam weiter. Das Blatt steht frei. Ich bin gut drauf.

Es reißt ihn auf der Stelle um, den Schuss auf vielleicht 50 m hat er nicht mehr vernommen. Tiefer Dank!

Die Böcke, die man sich ersitzen muss, haben in der Erinnerung immer einen besonderen Platz. Auf diesen habe ich etliche Abende und auch Morgenstunden gesessen. Morgens kam er nie. Abends stets spät und hatte mich immer raus. Heute hat meine List gesiegt.

Statistik:
.308 WIN RWS HIT
50 m
Blatt ein; hinter Blatt aus.
Lag im Feuer.
Ausschuss einen Finger lang und zwei Finger breit. Gut Schweiß.

Nachtrag:
Da die Frage nach dem Alter aufkam, hab ich den UK Mal beigefügt. Zwar bin ich im Wald nicht besonders wählerisch, aber ich denke der passt grundsätzlich. Schwächerer ungerader 6'er um die 5 Jahre.
offline

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Kommentare

05.06.2015 18:09 swinging_elvis
Waidmannsheil zum Bock und dem tollen Erlebnis.... selten heute sowas.. el
06.06.2015 11:40 Rapsjaeger
Weidmanns Heil zum finalen Erlebnis nach den vielen erfolglosen Versuchen...

Da ist am Ende die Stärke der Trophäe wurst. Mit ihr verbindet sich ein für dich einmaliges Erlebnis...
06.06.2015 13:27 Rebhenne2
Rapsjaeger schrieb:
Weidmanns Heil zum finalen Erlebnis nach den vielen erfolglosen Versuchen...

Da ist am Ende die Stärke der Trophäe wurst. Mit ihr verbindet sich ein für dich einmaliges Erlebnis...


So ist es. In diesem Waldrevier ist es auch so, dass starke Rehwildkronen eher untypisch sind. Es mag daran liegen, dass auch RW seine Fährte zieht.
Waidmannsdank!
06.06.2015 14:29 Sebaho
!!! Weidmannsheil !!!
schön erzählt
gerne mehr !

07.06.2015 06:59 Schwatter
Weidmannsheil zum "ewig Mittelmäßigen"! Schön geschrieben!
20.06.2015 14:34 vonfleming
Hi ,Wmh.,schön geschrieben.
Frage : Les ich die größe des Ausschusses richtig ? Dann wär mir das zu heftig und Grund ,mich von dem Zeugs zu verabschieden.Das da Schweiß richtig rausläuft,ist doch wohl klar. Oder wars ein Ausreißer mit der Muni ?
20.06.2015 17:40 Rebhenne2
vonfleming schrieb:
Hi ,Wmh.,schön geschrieben.
Frage : Les ich die größe des Ausschusses richtig ? Dann wär mir das zu heftig und Grund ,mich von dem Zeugs zu verabschieden.Das da Schweiß richtig rausläuft,ist doch wohl klar. Oder wars ein Ausreißer mit der Muni ?


Also, ich hab recht kurze Finger. Hört sich schlimmer an als es ist. Der Ausschuss mit RWS DK ist i.d.R. deutlich größer. Wildbretentwertung, bei den zwei bisher mit der HIT geschossenen Stücken ist sehr gering.
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