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Jagderlebnisse

(6 Einträge)

Fuchs Durchschuss
636 mal angesehen
15.02.2015, 14.38 Uhr

Der Fuchs

Mitte der 90er Jahre hatte mich mein Freund Peter zu einer Kahlwildjagd nach Polen überredet. Jagdlich ging zu dieser Zeit kaum etwas bei mir. Wenn man Häusle baut sind die Prioritäten woanders. Es hat ihn also nicht viel Mühe gekostet.

Es war eine Gruppenreise und das Revier lag im ehemaligen Hinterpommern bei Bytow. Früh morgens, am Abfahrtstreffpunkt, waren erstaunlich viele Gesichter dabei, die mir aus meiner Zeit als aktiver jagdlicher Schütze bekannt waren. Wenn also die Strecke etwas "schwach" ausfallen sollte, an den Schützen konnte es nicht liegen.

Die Fahrt mit dem Bus war eine Torture. Erst am späten Abend kamen wir an. Das Hotel war in der ehemaligenBurg Bütow des deutschen Ordens, selbst im dunkeln eine beeindruckende Kulisse. Das reichliche und hervorangende polnische Essen hat mich vieles der unbequemen Anreise sofort vergessen lassen. In einem Seitenteil der Burg war ein kleines Jagdmuseum der örtlichen Jägerschaft untergebracht mit beeindruckenden Trophäen, insbesondere des Rotwildes. Vielleicht war mir Diana in den nächsten Tagen ja hold und belohnte mich mit dem Anblick eines kapitalen Hirsches.

2 Tage später war auf einem Waldweg am Ende des Treibens abgestellt. Vor mir war ein leicht ansteigender Hang, licht, mit Naturverjüngung und einzelnen Büschen. 100m entfernt begann der Wald mit dunklen hohen Fichten.

Es tat sich nicht viel bei mir. Das Geläute der Hunde war mal näher, mal weiter entfernt. Die Rufe der Treiber blieben in der Ferne. Aus dem dunkel der Fichten schnürte dann ein Fuchs. Wenn er die Richtung exakt beibehielt müsste er genau zwischen meinen Beinen hindurch. Ich ging in den Voranschlag und verharrte regungslos. Mal sichtbar, mal nicht sichtbar, zog er weiterhin genau auf mich zu. 40 m vor mir machte er plötzlich einen scharfen Knick nach links und war hinter Büschen verschwunden. Shiete!!! Aber, so meine Überlegung, wenn er jetzt die Richtung nicht mehr ändert, müsste er etwa auf 30m über den Weg kommen. Der Nachbar in dieser Richtung stand weit genug weg hinter einer Kurve. Der Schuss auf den Weg war also möglich. Ich stelle mich um, ging in den Anschlag und wartete und wartete und wartete, nichts. Immer noch nichts. Dann flog der Rote förmlich über den Weg. Mitfahren und bevor seine Vorderläufe den Boden berühren drücke ich ab. Er liegt und meine Anspannung lässt nach.

Den Rest des Treibens tat sich bei mir nichts mehr. Schließlich wird abgeblasen. Zusammen gepakt und noch den Fuchs holen. Die Kugel hat ein beeindruckendes V in den lockeren Waldboden gepflügt. Gewohnheitsgemäss gilt mein erster Blick dem Ausschuss. Doch da ist nichts. Auch einen Einschuss finde ich in dem dichten Pelz nicht. Am Sammelplatz begutachten auch die anderen Schützen den Fuchs, auch sie finden weder Ein- noch Ausschuss. Der ist vor Schreck gestorben wird gemutmaßt. Beim Strecke legen werde ich vom Jagdleiter gefragt: abbalgen? Aber na klar, ist meine Antwort.

Nach dem Abendessen am letzten Tag werden die Trophäen gebracht, der Balg meines Fuchses ist auch dabei. Der Jagdleiter winkt mich zu sich und zeigt mir am Balg unterhalb des Halses Ein- und Ausschuss, jeweils kalibergroß. Grinsend meint er: Erzähl mir blos nicht das hast du absichtlich gemacht. Doch, antworte ich, genauso grinsend, ich schieße meine Füchse alle so.

Von meinen vielen Füchse hängt der Balg noch als einzigster an der Wand und das bleibt auch so.
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Kommentare

15.02.2015 22:48 swinging_elvis
Scheint ein Kapitaler gewesen zu sein, ganz schön langer Balg... Horrido und Waidmannsheil nachträglich! el
17.02.2015 14:42 Laerchenwald
Waidmannsheil! Eine schöne Geschichte zu einem schönen Balg

Gruß aus Nordhessen

18.02.2015 21:31 Hesse
Vor vielen Jahren habe ich einen aehnlichen Schuss gewagt. Nur ein einziges Schrotkorn hatte den Fuchs erreicht. Es war von hinten in seinen Schädel eingedrungen und hatte ihn sofort verenden lassen.
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