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01.01.2015, 16.24 Uhr

Mein besonderer Silvesterabend

Mein Silvester war dieses Jahr etwas ganz Besonderes.
Frau Holle hatte ihr Bestes gegeben und ab dem 2. Weihnachtsfeiertag einen halben Meter Schnee hergeschüttelt, doch erst Tage später war es aufgrund der anhaltenden Schneefälle möglich die Fährten der „Schwarzen“ auszuspähen.

An den bekannten Stellen war ständig Sauenbetrieb und der Erfolg blieb nicht aus, fast täglich Waidmannsheil das spornt natürlich an. Einen Tag vor Silvester saß ich an den Maisresten direkt am Waldrand und war mir fast sicher es müsste wieder klappen. Die Kanzel steht an der Feldecke außerhalb des Waldes um ja keine Beunruhigung in den Einständen zu verursachen.

Stunde um Stunde verging, der eisige Wind blies durch die Ritzen, draußen herrschte dichtes Schneetreiben, gemütlich ist etwas anderes……. Erst nach 23 Uhr die erste Bewegung am Waldrand, drei Stücke Rehwild sprangen in weiten Sätzen auf den Acker und begannen am Boden zu scharren. Es war eine Geiß mit zwei starken Kitzen die bis zum Bauch im Schnee standen, eigentlich hatte ich kein Rehwild erwartet weil im Bestand die Fütterung gut beschickt mit Hafer, Apfeltrester und Zuckerrüben angenommen war. Nach einer halben Stunde war es den Rehen wohl zu müßig und sie mühten sich wieder zurück in den Wald. Als die Uhr 2 zeigte war die frische Luft genug und es ging heim an den Ofen.

Am Morgen hatte der Schneefall aufgehört und nichts hielt mich in den Federn, Fährten schauen war angesagt. Zuerst an die Stelle der letzten Nacht, außer den Fährtenresten der Rehe Richtung Acker und zurück nichts, keine Sau in Sicht, also langsam auf dem Weg Richtung Suhle in den Bestand gegangen und siehe da bereits nach 20 Metern die Fährte eines einzelnen Überläufers, er war die ganze Wald- Feldkante entlang gewandert ohne Erbarmen mit dem wartenden Jägersmann. Es ging weiter Richtung Suhle vorbei am Ansitzwagen, schon von Weitem konnte man die Wühltätigkeit der vergangenen Nacht sehen. Noch kurz den Wind geprüft, der würde passen und eine Wetteränderung war nicht zu erwarten DOCH heute Abend war Silvester UND wir waren eingeladen………..

Auf der anderen Seite meine Frau und auch mein Umfeld kanten den „Verrückten“ seit Jahrzehnten und man kann ja mal ein wenig bei der besseren Hälfte anfühlen. Kaum hatte ich begonnen die Situation zu schildern kam schon von der Gegenseite: „sag doch gleich du gehst raus, von mir aus…….“. Meine zusätzlichen Argumente das die Sauen wohl direkt neben dem Einstand früh kommen und ich spätestens um 21 Uhr abbreche wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen jedoch in dem Bewußtsein wenn es die Situation erfordert sitzt ER zum Jahreswechsel im Wald.

Bereits vor 18 Uhr fuhr ich also in die Nähe des Einstandes und stapfte im tiefen Schnee langsam Richtung Ansitzwagen, Türe und Klappen hatte ich schon am Tag geöffnet um keine unnötigen Geräusche zu verursachen. Nun saß ich in einer traumhaften Winterlandschaft umgeben von Fichtendickungen am Rande einer Schwarzerlenholzung die zwischen den unzähligen Tümpeln vor ca. 20 Jahren aufgeforstet wurde. Die beliebte Suhle lag vor mir am Dickungsrand gut einsehbar höchstens 25 Meter entfernt, eine weitere Distanz war nicht möglich wegen den unzähligen Erlenruten die das Schussfeld beeinflussen.

Die bereits zahlreich abgeschossenen Raketen und Böller waren hier im verschneiten Winterwald kaum zu hören, - auch ein Teil meiner Überlegung. Es herrschte ein gedämpfte Stille nur manchmal brach ein Ast unter der Schneelast und lies mich jedesmal aufhorchen. Die Gedanken gingen langsam in die Ferne, liesen das fast vergangene Jahr nochmal Revue passieren die guten und auch die schlechten Dinge vor dem geistigen Auge erscheinen ohne jedoch die Aufmerksamkeit zu stören.

Es war wohl so nach 19 Uhr als ich glaubte eine Bewegung am anderen Ende der Erlen zu sehen, JA da nochmal kurz zu sehen: zwischen den zahlreichen Stämmchen zog ein Stück Schwarzwild Richtung Dickung also nicht in meine Richtung. Aus Erfahrung wusste ich dass die Suhle gerne umschlagen wird bevor man sich dort vergnügt. Die R8 war bereit, das Leuchtabsehen am 72er Zeiss eingeschaltet.

Nach 20 Minuten die Waffe wieder vorsichtig abgestellt und das LA aus weil sich nichts tat. Die Gedanken wollten schon wieder auf die Reise gehen als plötzlich ein Stück Schwarzwild aus der Dickung völlig geräuschlos regelrecht in die Suhle sprang. Nun galt es die Waffe unbemerkt in Anschlag zu bringen denn die Sau war offensichtlich sehr nervös, sicherte ständig in meine Richtung begann dann jedoch hektisch im Schnee / Schlamm zu wühlen. Noch war das Schussfeld nicht frei, doch langsam erschien das Haupt in der mir bekannten Schussschneise, ein paar Schritte später brach der Schuss und die .30-06 KS 9,7 g von RWS lies das Stück am Anschuss schlagartig verenden.

Ein Blick auf die Uhr, es war kurz vor 20 Uhr, noch ein paar Minuten inne halten und das erlebte Revue passieren lassen, dann ging es zurück zum Auto. Zuhause angekommen sah ich durch die Terrassentüre die muntere Gesellschaft beim Essen sitzen. Es wurde mir geöffnet und alle schauten mich erwartungsvoll an. Meine Frau fragte endlich: „und?“ , meine Antwort: „die Sau wurde Sieger“ nach einer Weile sagte ich: „jedoch nur zweiter Sieger!“ Schallendes Gelächter………….

Nach einem üppigen Mahl ging es wieder in den Winterwald um die Beute zu holen. Es war nicht so einfach mit dem Auto bis in die Nähe des Stückes zu kommen, doch es gelang und nach kurzer Zeit lag mit Hilfe meiner Frau der Überläuferkeiler auf dem Heckträger. Bereits vor 22 Uhr saßen wir wieder bei Verwandten und Freunden in fröhlicher Runde, es ist halt ein Vorteil wenn man mitten im Revier wohnt.
Bleibt zu hoffen dass das neue Jahr so weitergeht wie das alte aufgehört hat, - nicht nur jagdlich!

ALLEN hier die besten Wünsche für 2015 und Waidmannsheil!
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sau_hund

sau_hund

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Kommentare

01.01.2015 16:37 Kija
Weidmannsheil!
Bei mir war keine Bewegung in dieser Nacht - es hörte sich allerdings auch eher nach Krieg als denn nach Silvester an
03.01.2015 17:54 Galloway
Waidmannsheil !
Ich habe zwar eine verständnisvolle Frau, aber wenn ich Silvester so lange draussen gewesen wäre und anschließend noch eine Sau bergen müßte, und das noch zusammen mit ihr, ...da hätte ich gleich im Wald übernachten dürfen.
08.01.2015 10:25 JaegerSH
WMH!
Sehr schön geschrieben!
08.01.2015 10:34 sau_hund
Waidmannsdank!
13.08.2015 15:11 ZH-7x57
Weidmannsheil ,doch schön das alte Jahr so zu beenden.
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