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Erlebnisse eines Hundeführers

Drückjagderlebnisse (4 Einträge)

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880 mal angesehen
10.12.2014, 10.40 Uhr

St. Nikolaus ist ein großzügiger Mann

Es war wieder soweit, Drückjagdzeit im Thüringer Wald. Doppeltermine passen immer gut, denn wir Hundeführer mieten uns gemeinsam in einem Bungalowdorf ein und können somit abends gepflegt bei Bier, oder Kaffee über die Jagd fachsimpeln. Sauenschubser, Wachtelwelpe und Steyer 01 waren bereits Freitag zur Jagd, es war eine Nullrunde, bedingt durch Nebel und zu wenig Hunde. Freitagabend schön angesessen und dann gegrillt und ein paar gute Gespräche bis Mitternacht geführt. Morgens hatten wir Zeit, Treffen war gegen 09.30 Uhr 200m von unserer "Sammelstelle" entfernt. Wie immer waren wir spät dran und die Jagdleiterin rief mich an, ob die Kollegen mit dem kürzesten Anfahrtsweg denn noch aufschlagen würden. Ja, sind gleich da sagte ich.

Dann Anmeldung, in den "Lostopf" greifen (in Thüringen wird mittels Losverfahren 20% der Jagdteilnehmer ein Hirsch der Klasse I, oder 2 b freigegeben. IIIer Hirsche sind für jeden Jagdteilnehmer frei. Sauenschubser zieht ein Los (der hat immer so ein Massel) und ich bekomme auch das Glück, einen Hirschabschuss zu ziehen. Das erste Mal, sonst hatte ich nur Pech.

Dann Sicherheitsbelehrung, Einteilung der Gruppen und los ging es. Ich war in einer der letzten Gruppen und wir fuhren ins Revier. Der Ansteller setzte mich auf eine Schneise, 200m Sicht nach oben und 120 nach unten, links und rechts nur Fichten. Eine hohe Kanzel, sodass der Wind die untergeordnete Rolle spielte. 11.00 Uhr war Hundeschnallen angesagt, 10.30 Uhr saß ich und war bereit für die Jagd.
Dann ganz leises Knacken auf der gegenüberliegenden Seite. Ganz verhalten. Rotwild! 10.37 Uhr schiebt sich dann etwa 60m von mir unterhalb ein Hirsch aus der Dickung und peilt die Lage. Breit wie ein Scheunentor, ach was, wie zwei Scheunentore. Massige Gestalt, stark vom Wildpret und einseitige Krone-der passt! Langsam die Waffe hoch, zweifingerbreit neben das Blatt gehalten und fliegen lassen.
Dann kam die Strafzeit! Warten bis Jagdende-da gehen einem Gedanken durch den Kopf-war er alt genug (klar war er das IIb war ja frei für mich), oder liegt er vielleicht doch nicht? (war mir sicher, da ich es brechen hörte und dann Ruhe)
Dann 12.50 Uhr Anruf der Waldarbeiter, die haben meinen kleinen Wachtel im Auto und kommen nach Jagdende sofort zu mir. 12.55 Uhr Anruf von der Jagleiterin, der alte Rüde ist am Pferdehof fest, die Betreiber verlangen langsam Kostgeld. Jagdende, ich hatte bereits entladen und alles zusammengepackt. Lungenschweiß am Anschuss, deutliche Eingriffe, 70 Gänge später lag er. Was für ein Recke-der sollte auf jeden Fall passen.

Aufgebrochen und mit den Waldarbeitern und einer mobilen Winde aus der Dickung bis auf die Schneise gezogen und zu fünft verladen. Dann schnell die Jagdleiterin angerufen, ich hole erst den Hund auf dem Pferdehof und komme dann zum Streckenplatz. Daraufhin meint sie, brauchst du nicht, der Sauenschubser ist schon unterwegs! Jaaa, das ist der Sauenschubser, der denkt mit!!!

Die Spezialisten (ich bekenne, dass ich einen Hirsch nicht genau auf das Alter schätzen mag) schätzten ihn auf 10-12 Jahre-einstimmig. Ich würde ihn eher als 2b und etwa 8 einstufen.

Aber egal, alles hat gepasst am Nikolaustag 2014!

Nachher werde ich ihn mal von einem Bekannten genau untersuchen lassen incl. Zahnabschliff. Habe ihn noch gewässert und den Kiefer noch nicht ausgelöst.


Fazit: Glück gehört bei der Jagd immer dazu!

Nachtrag: aufgebrochen 146 kg
Geweihgewicht: über 6 kg
offline

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Kommentare

10.12.2014 13:04 NOL
@Wachtelschachtel

Zunächst ein herzliches WMH zu diesem Hirschen! Es ist völlig egal wie alt weil dieser Hirsch ein Paradeabschuss ist !
Im übrigen denke ich nicht, dass er uralt ist daher die Masse eher noch nicht unten angesiedelt ist aber man kann sich bei Hirschen immer um 1 bis 2 Jahre verschätzen.
Meine Prognose er ist 8-9 Jahre alt aber Gratulation zu dem Prachtskerle
10.12.2014 13:17 Krico700
dickes Weidmannsheil zum Hirschen
10.12.2014 16:19 Sauenschubser
NOL schrieb:
@Wachtelschachtel

Zunächst ein herzliches WMH zu diesem Hirschen! Es ist völlig egal wie alt weil dieser Hirsch ein Paradeabschuss ist !
Im übrigen denke ich nicht, dass er uralt ist daher die Masse eher noch nicht unten angesiedelt ist aber man kann sich bei Hirschen immer um 1 bis 2 Jahre verschätzen.
Meine Prognose er ist 8-9 Jahre alt aber Gratulation zu dem Prachtskerle


Anhand eines Bild das Alter zu schätzen ist nicht einfach, aber du liegst nah dran. Er ist nicht unter dem 10. Kopf und somit ein reifer Erntehirsch. Aber dazu wird Mario noch etwas schreiben
wmh
10.12.2014 16:29 Susch
Weidmannsheil!
Das Losglück hat den richtigen getroffen.
10.12.2014 17:02 Sucher
Ganz dickes WMH

10.12.2014 18:22 wachtelschachtel
Servus NOL, heute mal bei einem Hirschkenner gewesen und mal den Unterkiefer ausgelöst und das Haupt abgeschlagen. Wir haben mit anderen bewerteten Unterkiefern verglichen und er kam zu dem Fazit: mind.10 Jahre.
Bereits vorher, ohne den Unterkiefer gesehen zu haben, war es für ihn einer von 10-12 Jahren. Er hatte 146 kg aufgebrochen. In Thüringen meinten die Rotwildkenner auch: 10-12. Ich warte mal ab, was die Damen und Herren auf der Hegeschau denken. Länge linke Stange 90 cm, rechte 104 cm. Ich bin da völlig entspannt, da er auch als 2b sicher ein Lebenshirsch (zumindest für mich-als Flachlandtiroler ohne Rotwild) ist. Mal schauen, was er nach dem Abkochen auf die Waage bringt. Geschätzt wurden 5-6 kg. Horrido ins schöne NOL!!
10.12.2014 22:34 KeilerHeinrich
Weidmannsheil!!!
Was hättest du gemacht, wenn auf dem Los
ein Wolf gewesen wäre?
11.12.2014 08:34 wachtelschachtel
KeilerHeinrich schrieb:
Weidmannsheil!!!
Was hättest du gemacht, wenn auf dem Los
ein Wolf gewesen wäre?

Da hätte ich sofort mit dem Kürschner des Vertrauens telefoniert, wegen neuer Mütze.
Wäre vielleicht mal ein Anreiz in der Lausitz und auf den Truppenübungsplätzen für alle Hundeführer: Wölfe frei!
16.12.2014 16:37 Hulzfux
Nochmal ein dickes WH von mir! Einen Teil der Story kannte ich bereits.

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