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Jagerlebnisse

(8 Einträge)

737 mal angesehen
01.12.2014, 10.59 Uhr

Jede Jeck ist anders

Ich kann es wirklich langsam nicht mehr hören. Situationsbedingt habe ich meine Ausrüstung verändert und führe nun für die "Schwerarbeit" und bei schlechtem Wetter einen Savage Repetierer mit guter Optik und Aimpoint für die paar Drückjagden, zu denen ich eingeladen bin. Kaliber 308. Und dann noch bleifrei - um Gotteswillen. Und die Montage! Picatinnyschiene und Recknagel Klemmmontage. Geht ja alles gar nicht.

Was habe ich alles gehört:
1. Die Waffe schießt nicht
2. Der Abzug ist Käse
3. Die Montage ist nicht wiederkehrgenau
4. Das Kaliber ist zu schwach
5. Bleifrei verursacht nur Nachsuchen und liefert keine Pirschzeichen

soweit die Theorie.

Als alles fertig montiert war, ab zum Stand, mal schauen ob ich vielleicht doch bis 20m die Scheibe treffe.... Die Barnes zeigt 5 Löcher im Abstand von 24mm, hintereinander weg. Der - zugegebenermaßen nochmals feiner eingestellte - Abzug ist ein Traum. Glas runter und wieder drauf. Ist ja nicht wiederholgenau die Montage. Die nächsten zwei Schuss setzen sich genau in die 5er Gruppe - passt. Punkt 1-3 also erledigt

Vom Schießstand zum Abendansitz, mal schauen was geht. Es kommen Ricke, Rickenkitz und Jährlingsspießer. Alles passt, alles frei. Dem Bock soll es gelten, er geht bald zu (zumindest in diesem Revier ist noch der 15.10. das Ende der Bockjagd). Der Bock springt ab in den Senf, bin mir aber des Schusses absolut sicher. Ricke springt ab, das Kitz will ich nicht erlegen, wenn ich die Ricke nicht auch bekomme. Ein Bock ist auch schon toll und wird die Familie wieder ein bisserl ernähren. Plötzlich kommt die Ricke zurück, sie stand wohl für mich nicht sichtbar hinter der kleinen Fichtengruppe. Nun stehen beide wieder passend. Das Kitz verschwindet im Knall. Die Ricke springt ab und bleibt noch kurz vor dem Bestand einmal stehen - in höchster Alarmbereitschaft. Zwei Anschüsse habe ich produziert, es ist schon düster, aber ich habe blindes Vertrauen in meine Ausrüstung und in mich. Also los. Im Knall sehe ich nichts mehr. Ich warte eine lange Zeit bis sich alles beruhigt, dann vorsichtig - man weiß ja nie - zum Anschuss gehen.

Anschuss 1 zeigt sehr viel Lungenschweiß, die Fährte kann ich locker im schein der Kopflampe halten, brauche noch nichtmal eine Taschenlampe. Soviel zu den Pirschzeichen. Der Bock liegt nach 30m. Nun zum Kitz, bereits auf einige Entfernung sehe ich vor mir den Spiegel, es ist im Knall gefallen. Nun zur Ricke, natürlich kommen dann einige Zweifel auf, ob zu dunkel o.ä. Aber auch die Ricke hat nur down gemacht und liegt dort wo sie gestanden hatte.

Respekt vor den Kreaturen aber auch eine enorme Zufriedenheit macht sich breit. Ein Ansitz und drei Stück Wild aus einem Verband - maximales Ergebnis bei minimaler Beunruhigung. So soll es sein. Auch die Zufriedenheit über das gerade erprobte Handwerk fühlt sich gut an. Alle drei Stücke haben den Schuss da wo er immer sein soll, handbreit hinter Blatt. Die Wirkungen im Wildkörper sehr gut - wenig Entwertung. Und die Schusswirkung nicht besser oder schlechter als mit bleihaltigen Geschossen. "Jede Jeck is anders" - soll jeder selber entscheiden ob bleifrei oder nicht. Ich habe drei Stück Wild mit der geringst möglichen Belastung für meine Familie erlegt, die ich besten Gewissens zum Geburtstag meiner Frau und meines Sohnes verarbeiten kann.

Punkt 5 also auch abgehakt, wobei die Zukunft noch weitere Beweise liefern muss.

Diesen Samstag die zweite und leider letzte Drückjagd für dieses Jahr. Auch hier sind eigentlich selten Sauen im Treiben, aber die Atmosphäre einer Drückjagd lassen mich auch diese 150km gerne fahren.

Wie es häufig so ist, die Treiber sind durch, die Sinne schweifen ab, verpasse ich den Fuchs, der sich an meiner Flanke davonstielt. Wie ich so mit mir hadere auf einmal dieses elektrisierende Prasseln im Laub von schwerem Wild. Jetzt gilt es. Eine einzelne Sau ca. 50-60kg kommt oberhalb im Hang entlang getrabt. Überläufer angesprochen, Kugelfang gegeben, keine weiteren Stücke hinterher, also los. Mitfahren zwischen den Stämmen geht super mit dem Aimpoint, der erste Schuss ist raus - kein Zeichnen nichts. Repetiert und das gleiche Spiel nochmal. Die Sau läuft weiter als wenn ncihts wäre. Gibts das?

Ich will gerade nachladen, da kommen noch 4 Sauen, alle ca. 35kg. Ich fahre mit bin gut drauf, aber die heikle Lage des Kugelfangs lassen mich wieder absetzen. Sicherheit geht noch immer vor. Auch wenn das Adrenalin auch Hochtouren läuft, bin ich zufrieden, die Lage vielleicht etwas zu vorsrichtig, aber in jedem Fall richtig eingeschätzt zu haben.

Jetzt gehts sie los, die Bange Zeit bis der Ansteller kommt. Liegt die Sau? War es nicht vielleicht doch die Bache? Auf die Erzählung hin geht es schon wieder los. Nicht gezeichnet? 308? Oje, wenn das mal gut gegangen ist, das ist viel zu schwach. Wir gehen zum Anschuss 1 - Schweiß. Wir gehen die Fluchtfährte weiter zu Anschuss 2 - wieder Schweiß, diesmal Lunge, ok dann war die Ansage weitergehen. Nach 25 Schritten liegt die Sau mausetot hinter einem Stamm. Ein Schuss auf dem Zwerchfell, der andere genau am Blatt - mühselig welcher zuerst war, die Sau hatte ihre Geschwindigkeit nicht verändert, Abstand zwischen den Schüssen ca. 10cm. Oha das ist ja eine Bache, war der Kommentar. Darauf hin habe ich gebeten, mal in die Zähne zu schauen und siehe da, ca. 18 Monate alt. Bache ja, aber eben Überläufer. Und wie sie so daliegt hat sie "nur" 50kg (die Waage zeigt hinterher 52kg). Also wenn die nicht geschossen werden soll wenn sie alleine kommt, welche dann? Der Ansteller stimmt zu. Die Freigabe war alles außer führende Stücke. Dieses ist definitiv noch nicht laktierend gewesen. Alles ok. Pächter voll zufrieden.

In diesem Treiben war der Teufel drin, in meiner Gruppe sind 8 Schüsse auf die Sauen gefallen, die einzige die lag, war meine "Rotpunktsau" und dann noch mit der 308. Mein Nachbar, der meine Bleifrei Einstellung kennt, schmunzelt mich an und sagt, mit blei hätte sie direkt gelegen. Ach ja, da war ja was, ich ziehe die Hülsen aus der Tasche mit der Restmunition: RWS TUG 11,7gr. mit blei (hatte noch 1 Schachtel über). Tja und jetzt?

Fakt ist doch, jeder stellt sich seine Ausrüstung zusammen, so wie er meint wie es richtig ist. Dann wird nach Vorlieben und auf Budget abgestimmt und irgendwann zugeschlagen. Wichtig ist doch, dass es passt, man vertraut und im Training ist und sich seiner Sache sicher ist und die Situationen richtig einzuschätzen weiß. Alles andere ist zweitrangig. Am Feuer ging es dann schon wieder um bleifrei oder nicht, auch wegen der Abpraller. Und 308 wäre ja schon schwach, etc. Ich habe mich schon wieder hinreißen lassen, und gesagt, dass ich immer Kugelfang habe, wenn ich schieße und da ist egal ob bleifrei oder nicht. Und die Sau hatte zwei Ausschüsse, und.... STOP

Jeder Jeck ist anders - aber wenn wir alle ehrlich sind, diese Klönereien nach der Jagd, am Feuer mit einem Stubbi in der Hand, machen doch allen Spaß auch wenn sie total ziellos sind, oder?

Jagd ist einfach toll.

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Kommentare

01.12.2014 14:15 Ammerlaender
WMH!! Und Savage dat passt...bin selber begeistert
guckst du hier

[www.jagdmag.de]


Ammerländer

01.12.2014 18:29 Auwaldfex
WMH und gut beschrieben. Endlich einmal jemand, der sich den Zweifeln stellt und nicht gleich tönt, alles ok oder alles Schei....! Und ob die Überläuferbache mit einem Bleihaltigen im Feuer gelegen wäre...das weiß nur der Himmelvater und der wird es uns nicht verraten! Unterm Strich passt die Ausrüstung für den Verfasser und das is jut so!
02.12.2014 23:34 Stephan83
Ammerlaender schrieb:
WMH!! Und Savage dat passt...bin selber begeistert
guckst du hier

[www.jagdmag.de]


Ammerländer


Die mit Linksverschluss, in 8x57IS, die wäre es!

Gruß und Wmh, Stephan
02.12.2014 23:36 Stephan83
Waidmannsheil, die .308 passt schon.
Lieber die .308 auf'm Blatt als die verrissene 9,3x62 auf der Keule!

Gruß und Wmh, Stephan
03.12.2014 09:03 Ammerlaender
Stephan83 schrieb:
Waidmannsheil, die .308 passt schon.
Lieber die .308 auf'm Blatt als die verrissene 9,3x62 auf der Keule!

Gruß und Wmh, Stephan



Bisher hab ich bzgl. 308 von den beschossenen Stücken keine Beschwerden bekommen. Selbst der dicke ÜLK (74kg aufgebrochen) war auch nicht toter als mit der 9,3x irgendwas, dafür wenig Wildbretverlust und mächtig lecker.
03.12.2014 10:29 schnuggels2000
Auwaldfex schrieb:
WMH und gut beschrieben. Endlich einmal jemand, der sich den Zweifeln stellt und nicht gleich tönt, alles ok oder alles Schei....! Und ob die Überläuferbache mit einem Bleihaltigen im Feuer gelegen wäre...das weiß nur der Himmelvater und der wird es uns nicht verraten! Unterm Strich passt die Ausrüstung für den Verfasser und das is jut so!


Das ist ja der Witz, die Überläuferbache war mit 11,7gr Bleigeschoss geschossen. Ich hatte noch eine Schachtel über und dachte für DJ passt das doch mit dem Aimpoint eingeschossen. Das zeigt, dass es auf der jagd eh alles gibt. Vielleicht hätte sie mit bleifrei direkt gelegen? Keine Ahnung, aber ich habe für mich entschieden, wenn die Schachtel leer ist, wird auch mit dem Aimpoint umgestellt auf bleifrei. Leider wird das bei meinen Möglichkeiten bzw. Einladungen noch ca. 5-10 Jahre dauern
03.12.2014 15:25 Auwaldfex
schnuggels2000 schrieb:
Das ist ja der Witz, die Überläuferbache war mit 11,7gr Bleigeschoss geschossen. Ich hatte noch eine Schachtel über und dachte für DJ passt das doch mit dem Aimpoint eingeschossen. Das zeigt, dass es auf der jagd eh alles gibt. Vielleicht hätte sie mit bleifrei direkt gelegen? Keine Ahnung, aber ich habe für mich entschieden, wenn die Schachtel leer ist, wird auch mit dem Aimpoint umgestellt auf bleifrei. Leider wird das bei meinen Möglichkeiten bzw. Einladungen noch ca. 5-10 Jahre dauern



Ok, das habe ich entweder überlesen oder nicht gecheckt, das du mit dem TUG 11,7 gr. geschossen hast! Da ist natürlich klar, das die schwache Sau nicht im Feuer gelegen ist, denn auf so einen Winzling wirkt die TUG ja wie ein Vollmantelgeschoss! griins
04.12.2014 10:38 schnuggels2000
Auwaldfex schrieb:
Ok, das habe ich entweder überlesen oder nicht gecheckt, das du mit dem TUG 11,7 gr. geschossen hast! Da ist natürlich klar, das die schwache Sau nicht im Feuer gelegen ist, denn auf so einen Winzling wirkt die TUG ja wie ein Vollmantelgeschoss! griins


stimmt da hätte ich selber drauf kommen müssen. Dafür wäre der Vorderlader mit Bleikugel oder Brenecke gut gewesen... Nur gut dass ich keine bösen Abpraller auf dem weichen Waldboden mit einer bleifreien riskiert habe ...
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