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Saudrücken 6 von 6 Bache, 90kg Treibjagd Sau
573 mal angesehen
01.12.2014, 09.06 Uhr

Ein perfektes Wochenende

Seit nunmehr knapp zwei Wochen waren sie beständig da. Sie, bei denen jedem Jäger, trotz der Probleme die sie verursachen, das Herz schneller schlägt, die Hände feucht und manchmal auch der Finger zu locker wird. Die Rede ist, natürlich, von den geliebten Sauen.

In einem Schlag, ca. 10ha groß, hatte ich an unserem üblichen Platz, einem Weg, der das Holz fast komplett von West nach Ost durchquert, seit Anfang Oktober wieder regelmäßig gekirrt und die Kamera scharf gemacht. Schon bei der Vollmondphase Anfang November waren sie beständig da, nur der Wind machte einem Ansitz an der Kirrung jedes mal einen Stricht durch die Rechnung. Nach einer kurzen Ruhephase, in der sich nur Rehwild zeigte, fing die Kamera so gegen Mitte November wieder einer Rotte ein. Eine Bache, sicherlich nicht die leichteste, in Begleitung ihrer vier Frischlinge aus dem Frühjahr. Den Bildern nach zu urteilen mussten diese so um die 25 Kilo haben. Und nun waren sie fast jeden Tag da, immer schon recht früh in der Nacht, meist irgendwann zwischen halb neun und elf. Dadurch bestätigte sich für uns immer mehr die Annahme, dass diese kleine Rotte ihren Einstand in den Dickungen der 10ha hatte.

Vor einer Woche dann gesellte sich noch ein junger Keiler dazu, die Familie war komplett. Nun wurde jeden zweiten Tag gekirrt und das Kirrgut auch gut angenommen. Am Donnerstagmittag, unterhielt ich mich mit meinem Jagdherrn kurz im Kindergarten, als wir unsere Kurzen abholten. Der Plan war geschmiedet. Er wollte gleich nach Mittag nochmals Kirren, die Kamera kontrollieren und am Freitag Vormittag wieder nachsehen. Sollte sich zeigen, dass die Sauen wieder da waren, wollten wir ein schnelles Drückerchen organisieren.

Gegen Freitagmittag, gerade am Küchentisch und schon den nachmittäglichen Termin mit einem Mandanten im Kopf, klingelte das Handy. "Du, in ner halben Stund, bei mir aufm Hof. Ruaf du no a paar o, dann pack ma de Holzau, Hund hab i scho."

Gesagt getan, der nachmittägliche Termin wurde kurzum aus leider dringenden Gründen von meiner Sekretärin auf Montag verlegt. Noch schnell ein paar Telefonate, ab in die grüne Kluft, Wumme und Munition mit und auf gehts auf den Nachbarhof.

Gegen 14.00 Uhr versammelten sich nun also insgesamt 15 Jäger, davon zwei Hundeführer mit ihren Wachteln, von denen wir wussten, wie effektiv diese GEspanne sind. Der Schlachtplan war gemacht und gegen halb drei hatte ich meine Leute angestellt. Mit 13 Jägern wurden 10ha umstellt. Zwar durchaus sehr weit auseinander, jedoch zeigt die Erfahrung dass dann von allen wesentlich sauberer und aufmerksamer gearbeitet wird.

Die Hunde gingen los, der Ostwind pfiff eiskalt, egal, es war Sauenzeit! Nach ca. einer halben Stunde der erste Schuss und helles jiffen der Hunde. Ein paar Minuten später, der nächste Schuss, dann ruhe. Ich höre vor mir ein knacken und prasseln und sehe ca. 50m vor mir einen Berg an Sau im Wald. Nur nicht bewegen, war die Devise. Die Sau hielt voll auf mich zu und mein Puls schlug nicht mehr, er rannte.Sie war drauf und dran ca. 5m neben mir auszuwechseln, da zerriss ein Knall vom Stand neben mir die Szenerie. Die Sau warf auf und war zurück tiefer im Wald. Ich sah sie noch, doch sie nahm jetzt Richtung meines Nachbarn. Genau zwischen diesem und dem nächsten wechselte Sie aus. Fast zeitgleich fielen von beiden die Schüsse, links und rechts spritzte der Schweiß und der Brocken lag.

Es war halb vier und alles war vorbei. 6 Sauen steckten, 6 Sauen lagen. Es vielen insgesamt 8 Schüsse, zwei hatte der Keiler, zwei die Bache, die vor mir im Wald war. Der Erste Schuss war von einem der Hundeführer, der auf einmal in der Dickung mitten unter den Sauen war. Er streckte gleich einen Frischling was für den Rest die Initialzündung war auszubrechen.

Die Bache war ein Berg, hatte satte 90 kg aufgebrochen, der Keiler ca. 70. Welch herrliches Jagen sind doch so schnelle Sausprengen. Und das schönste: es ist egal wer die Sauen erlegt hat, wir alle haben 6 erwischt!

Am Samstag dann Treibjagd in Oberbayern. Wie liebe ich das doch, an einem Tag sprengst du Sauen und am nächsten bist du 5km weiter auf NIederwild. Gleich der erste Trieb brachte mir einen Hasen, den ich genial fehlte. Top Start in den Tag!

Der zweite Trieb brachte wieder einen Hasen zu mir. Der machte sich aber spitz weg von mir aus dem Staub, gefolgt von einem KLM. Zu riskant ein Schuss hier, könnte doch der Hund in die Garbe laufen. So ging der Vormittag vorbei ohne einen weiteren Schuss abzugeben.

Der dritte Trieb des Nachmittags führte uns an eine Aufforstung von ca. 5ha. Dies war eine ehemalige Tagebaugrube und nun mit jungen Eichen und Birken bepflanzt, dazwischen unheimlich viel Graß und Spuren von Sauen ohne Ende. Ein Holz am Rande dieser Fläche wurde getrieben. Es war klar, hier können immer Sauen vorkommen. Ich wurde direkt an einem Wechsel vom Wald in diese Fläche abgestellt. Die Treiber marschierten los und als sie knapp auf meiner Höhe waren schallte der Ruf "SAU! SAU! SAU nach links!". Da stand ich. Irgendwie hatte ich es im Gefühl es passiert was. Ich brach die Flinte und hörte etwas auf mich zu kommen. Ich warf die Patronen raus und kramte nach den FLG, da sah ich am Wechsel die Sau auf mich zukommen. Ich weiß nicht wie, aber auf einmal waren die FLG in den Läufen, die Sau ca. 3m neben mir. Waffe zu, auffahren, mit und überholen BUMM BUMM, beide Schuss draussen und zumindest beim zweiten Schuss ruckte die Sau. Ich sah sie noch ca. 40m weiter gehen und war mir fast sicher sie liegt oder hat sich niedergetan.

Adrenalin pur durchschoss mich. Noch nie hatte ich auf einer Niederwildtreibjagd Saudusel! Nach ca. 10 min kam der Führer des KLM. Ich sprach mit ihm und der Hund suchte frei umher. Er nahm sofort die Fährte der Sau an, war ungefähr am Anschuss und ging weiter. Plötzlich tiefer verhaltener Laut, Standlaut! Der Führer eilte hin und gab der Sau den erlösenden Schuss.

So lag dann ein 39 Kilo Ü-Keiler vor mir. Der Tag war für mich beendet. Egal was noch kam, ich war glücklich!

Der Abend verlief entsprechen. Welch herrliches Jagen doch, denn wir alle haben an diesem Tag eine Sau, 20 Hasen, fünf Gigggal und ein paar Eichelhäher erwischt.

Welch herrliches Jagen!
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Niederbayer

Niederbayer

Alter: 34 Jahre,
aus gesprochen gesetzesaffin

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Kommentare

01.12.2014 11:42 JaegerSH
WMH!
So sieht wohl ein perfektes WE aus!
Mehr geht nicht!
Am besten hat mir an der Story gefallen, dass Du den nachmittäglichen Termin mit einem Mandanten auf die kommende Woche verschoben hast!
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