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der kranke Schaufler

(1 Eintrag)

der kranke Schaufler
601 mal angesehen
26.11.2014, 18.37 Uhr

der kranke Schaufler


heute, anlässlich eines Fotos von Maxgoetzfried und den Kommentaren zu
„richtig entschieden“?

[jagderleben.landlive.de]

entschloss ich mich doch noch, nach so langer Zeit einen Blog zu verfassen.
Bald 20 Jahre ist es her dass ich meinen ersten Schaufler erlegte. Meinen Pirschbezirk bewirtschaftete ich bereits damals in Form eines entgeltlichen Begehungsscheins. Daher fasste ich den Entschluss einen Schaufler im eigenen Revier zu erlegen. Also habe ich einen Antrag auf Abschuss eines Schaufler der AK 3 gestellt.
Ein Vermögen wollte ich seinerzeit nicht dafür ausgeben, denn „Mecklenburger“ aus meiner Region waren oftmals nicht gerade schwache Schaufler, eher mal „ausgewachsene Paddel“ mit denen man ohne weiteres auch Schnee hätte schüppen können.
Eines Morgens, es war gut kalt und über Nacht hatte es eine Neue gegeben brach ich mit den Hunden auf um abzufährten und dabei gleich die Kirrungen neu zu beschicken.
Irgenwann an „der Suhle“ angekommen stellte ich das Auto ab, ließ die beiden Terroristen aus dem Kofferraum und mit Eimer und Luder bestückt rückten wir vor an das Badeloch.
Die Hunde zogen ihre Kreise und ich begab mich an meine Beschäftigung. Nach einer Weile gab es hinter mir Standlaut, nee dachte ich, nicht jetzt, mit „rohem Popcorn“ kann ich nicht nach den Wutzen werfen. Der Drilling lag ja noch im Auto.
50 Meter hinter mir stand die Kanzel und die Hunde 5 Meter von der Leiter entfernt… Standlaut?, nur was in aller Welt verbellten die verrückten Biester denn da bloß? Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. Plötzlich eine Bewegung direkt am Fuße der Leiter. Eine Damschaufel. Da, wieder bewegte sich die Schaufel. Das kann doch gar nicht wahr sein denke ich so, da steht der Schaufler auf. Hauptschmuck runter und in Richtung Hunde gewehrt.
Der wird gleich abspringen denke ich noch so als ich registrierte dass das Lager sich im hellen Schnee rot abhob. Das konnte doch nicht wahr sein, ich musste träumen. Doch dann bemerkte ich das auch der Schaufler bäuchlings völlig verschweißt war. Auf diese Entfernung konnte ich deutlich den Schweißaustritt an der Brunftrute erkennen.
Eimer fallen lassen und zum Auto gerannt, der Schaufler schaute nur hinter mir her blieb aber unverändert stehen. Merkwürdig das Alles. Endlich den Drilling in der Hand und zurück das Ganze.
Jetzt setzte einer der Terrier um, stellte sich hinter den Schaufler und sprang ihm an die Brunftkugeln. Erst jetzt setzte dieser sich in Bewegung, mühsam und zurück schauend, als wolle er sagen, nun beeil Dich schon ich habe lange genug hier auf dich gewartet…
30 Meter ging er vllt. dann hing ihm der zweite Terrier an der Drossel, so stand er nun dort, nicht mehr weiter wollend mit einem Jäger an der Seite der nicht viel wusste, nur eines war klar, ein ENDE musste her. Der Fangschuss beendete seine Zeit.
Da stand ich kleines Elend nun, hatte ich doch einen Schaufler geschossen und was für einen… so aber hatte ich mir das Ganze nicht vorgestellt.
Einen 3. hatte ich ja beantragt, ein 4. Erntehirsch lag aber nun vor mir. Ich kam in Erklärungsnot denn außer dem Schweiss an der Brunftrute war äußerlich keine Verletzung zu erkennen. Revierleiter und den Nachbarn aus dem Innendienst geordert…bei denen machte sich hämisches Grinsen breit! Dies aber verging ihnen beim Aufbrechen, ein fürchterlicher Gestank machte sich breit, der Schaufler lief innerlich aus. Alter Schweiss, bereits zu einem 2 Finger hohen Polster verdickt saß auf der ganzen Rückenlinie bis hin in den Beckenbereich. Eine Verletzung haben wir alle drei allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht ausmachen können.
Die veterinärmedizinische Untersuchung ergab dann folgendes Ergebnis: Der Schaufler hatte sich, wahrscheinlich in Folge der Brunftkämpfe einen Finger dicken, 15cm langen Ast zwischen die Schulterblätter gerammt. Dieser hatte sich unter die Decke geschoben und war abgebrochen. Äußerlich nicht erkennbar. Langsam aber stetig verrottete der arme Teufel bei lebendigem Leibe. Ich war froh dass ES ein Ende gefunden hatte…
Letztendlich 0,5 Punkte unter Silber ergab die damalige offizielle Auspunktung, ältester Hirsch der TS, auch damit hatte ich nicht wirklich gerechnet und die Erinnerung kann einem niemand nehmen!
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gruenrock

gruenrock

Alter: 62 Jahre,
aus dem Sauerland - von den weitläufigen Ufern des Felsenmeeres

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Kommentare

26.11.2014 20:13 Otterbock
Gut das du zur rechten Zeit am rechten Ort warst und ihn erlösen konntest..
Wei Hei
26.11.2014 21:14 KeilerHeinrich
Weidmannsheil!
26.11.2014 23:04 Bender
Waidmannsheil !
Unverhofft kommt oft !!
27.11.2014 18:34 Remmi
Waidmannsheil!
28.11.2014 18:45 Gangloff
Ja, ja... die Erinnerungen. Ein Jäger und seine Hunde im Revier.
Gut gemacht und meinen Respekt.
Weidmannsheil!
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