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Gelungene Saison

Rotwildjagd im Kanton Bern (1 Eintrag)

Steiles Gelände Alttier Kalb
687 mal angesehen
17.11.2014, 12.54 Uhr

Gelungene Saison

Meine Güte war das unglaublich....
Vorab möchte ich kurz erklären wie das bei uns mit der Rotwildjagd abläuft.

Im Kanton Bern wachsen die Bestände an Rotwild kontinuierlich immer weiter an. Als Jungjäger vor 14 Jahren war bei uns der Abschuss eines Kalbes, einer "Kuh" oder sogar eines "Stieres" ( Ja, die heissen bei uns so...) eine glückliche Ausnahme und nur den wirklich hartgesottenen Ansitzjägern möglich.
Hinzu kommt, dass Rotwild bei uns nur eine kurze Jagdzeit geniesst.(1.9.- 20.9 alles Rotwild 10.10.-15.11. nur Kahlwild)

Wir bejagen das Rotwild auch nach Kontingent, dass heisst wenn die vorgegebene Stückzahl erreicht ist, ist Schluss mit Jagd. Bei den Stieren ist es egal wie viel er auf dem Kopf hat und wie alt er ist.
Wir bejagen das Rotwild vom Ansitz aus, oder in der Jagdgruppe veranstalten wir kleine Drückjagden. Maximale Anzahl Personen pro Gruppe sind 5 Jäger, Gruppen dürfen sich untereinander nicht helfen. Hunde sind verboten.

Nun zur eigentlichen Geschichte...

Da wir ja bekanntlich Patentjagd haben, darf jeder Jäger überall auf diesen 600`000 Hektar seiner jagdlichen Lust nachgehen.
Natürlich wird auf Einheimische so gut es irgendwie geht geachtet..(meistens jedenfalls)
Nun gibt es Jäger welche um ihr Haus herum natürlich kein Rotwild als Standwild haben. (Ich zum Beispiel...)
Diese Jäger müssen sich dann halt irgendwo dazwischenquetschen, und sich so einen Ansitzplatz suchen wo man keinem "Eingeborenen" dazwischenfunkt.
Einen solchen Platz habe ich mir natürlich schon seit 10 Jahren ausgesucht und auch hergerichtet. Das Problem an meinem Ansitzplatz ist jetzt nur, dass da vermutlich noch gar nie ein Hirsch auch nur durchgezogen ist.... egal, ich bin da und bleibe auch da! Die Hoffnung stirbt zuletzt. Irgendwann wird sich auch da ein Hirschlein zeigen....

Die weitaus grössere Chance einen Hirsch zu erlegen, bieten unsere kleinen Drückerchen. Ich hatte schon vor 4 Jahren einmal das Glück eine "Kuh" zu erlegen.

Nun sass ich am 1. September morgens um halb 4 in meinem Erdsitz und hoffte auf Anblick, und tatsächlich es kam.......wie immer nichts!
Ein Stück Rehwild war alles das ich ausmachen konnte...

Da bei uns auch die Fahrzeit (Fahren mit Motorfahrzeugen zur Jagd) nur eingeschränkt erlaubt ist, musste ich vor 8 Uhr bereits losmarschieren um mit meiner Jagdgruppe zusammenzutreffen.
Kurze Besprechung wo und wie wir treiben wollen und schon geht's los....
3 Tage lang ging das so.... Morgens Ansitz, den ganzen Tag kleine Drückerchen, am Abend Ansitz.

NICHTS!!!!

Kein Anblick, keine Beute, Frust, Resignation.
Doch dann am 4. Tag,(Wir hatten von einem gehört der einen kennt, dessen Onkel einen kennt der doch tatsächlich ein Kalb geschossen hat)
haben wir uns frech wie wir sind, am Mittag ganz heimlich in jenem Gebiet postiert wo doch sicherlich noch die zum Kalb gehörende Kuh sein muss.
3 Jäger haben sich so gut wie möglich irgendwo nach einer Dickung auf den Wechseln postiert und 2 Kollegen haben die Dickung durchgedrückt. Ich stand zwischen den anderen 2 Jägern auf einem Stand welcher mir etwa 20 Meter Schussfeld bot an eine dicke Fichte gelehnt und es kam wie immer nichts....
Bis ich mir einen kleinen Ast, welcher mir unangenehm in meinen Rücken stach, nicht gerade geräuscharm entfernte.
Da stand SIE plötzlich vor mir! Keine 15 Meter vor mir steht doch tatsächlich eine Kuh und äugt mich an...
Natürlich habe ich probiert g a n z l a n g s a m meine Waffe in Anschlag zu bringen...
Irgendwie hatte das Alttier aber nicht vor sich von mir einfach so erlegen zu lassen, und ging hochflüchtig Richtung rechtem Standnachbar ab.
Ich rechnete jederzeit mit einem Schuss aus dieser Richtung. Das einzige was aber von da kam war der Wind
Und so schlich sich das Alttier wieder zurück und versuchte etwa 10 Meter vor mir zwischen uns durchzuschlüpfen... Lange Rede kurzer Sinn, ich hab sie gesehen, war im Anschlag und es hat doch tatsächlich geklappt...

Freude Freude

Natürlich war die Kuh laktierend, und so musste ich eine Busse von 400.- bezahlen. Aber mein Gewissen bleibt rein, weil ich ja das mit dem Kalb gewusst hatte....

Wir waren den ganzen September jeden Samstag mit der Gruppe auf Rotwild aus, nur klappen wollte es nicht mehr.
Bis letzten Samstag (der letzte Jagdtag auf Rotwild) Das Kontingent der Geweiten war bereits ausgeschöpft, trafen wir uns an einem Gebirgsbach in einem wunderschönen Gebirgstal. Das Laub war zum Glück schon etwas weniger geworden, so das man auch ein Bisschen mehr Einsicht in die mit Erlen und Eschen vollgewachsenen Gräben hatte.
Ich hatte einen Stand am Ende des Treibens in halber höhe an einem steilen Hang. Über mir war ein starker Wechsel der wie ich an den Fährten unschwer erkennen konnte in den letzten Tagen von Rotwild benutzt wurde. Mein Stand etwas unterhalb dieses Wechsels war dank einer Wurzel auf welche ich mich an einer dicken Fichte setzen konnte schon fast zu bequem.
Wir hatten den Start des Treibens auf 08:30 festgelegt, bis dahin waren es noch gut 10 Minuten. Waffe laden, Anschlagsübungen, zurechtrücken des Hinterteils in eine Gemütliche Position brauchten etwa noch 5 Minuten....
Ich war bereit.
Kaum eine Minute später hörte ich im Hang vor mir Steine kullern, gespannt wartete ich darauf ob ich nicht was erkennen konnte....
Leider nichts!
Auch hören konnte ich nichts mehr. Plötzlich nahm ich auf dem Wechsel über mir eine Bewegung war. Was dann auf diesem Wechsel in Anblick kam, verursacht mir noch jetzt wo ich diese Zeilen schreibe eine Gänsehaut.
Nicht ein, sondern 3 Hirsche kamen da dem Hang entlanggezogen. 2 Achter und ein Sechser versuchten sich da aus dem Treiben zu stehlen. Es wäre ein leichtes gewesen einen dieser Jünglinge zu erlegen, aber wie schon erwähnt
das Kontingent für Hirsche war erfüllt. Zielübungen habe ich natürlich trotzdem gemacht, wenn man schon einmal in 10 Jahren Gelegenheit dazu hat.
Nachdem die drei in den nächsten Graben gewechselt waren versuchte ich erst einmal mein Geschlottere in den Griff zu bekommen. Ich zündete mir eine Zigarette an und dachte wie ich das ganze meinen Jagdkollegen erzählen sollte ohne dass diese mich als komplett gaga in die Psychiatrie einweisen lassen.... 3 Hirsche miteinander, das hatte vor mir noch keiner meiner Kollegen jemals gesehen.
Ich träumte so vor mich hin, innerlich hatte ich die Jagd bereits abgeschlossen,
hörte ich an der selben Stelle wie beim 1. mal erneut Steine im Graben aufschlagen.
Konnte das schon mein Kollege sein welcher am Durchdrücken war? Ein Blick auf die Uhr....unmöglich.... der hätte in der kurzen Zeit nie eine solche Strecke schaffen können. Also in Anschlag. Das Absehen genau auf den Punkt wo die letzten Hirsche aus dem Graben am Rand erschienen sind....
Plötzlich kracht und rumpelt es am Gegenhang wie wenn mindestens 10 Pferde durchs Unterholz pflügen.... ein gewaltiger Stier (Keine Ahnung wie schwer und wie viele Enden der hatte) brach durch die Erlen und Eschen direkt auf mich zu. Einfach nur gewaltig dieses Bild! Hinter dem Hirsch folgt ein 2. Stück Rotwild. Ich muss gestehen, dass ich beim Schiessen nicht wusste ob es sich um ein Kalb oder um ein Schmaltier handelte. Ich sah nur, dass es nichts auf dem Kopf hat, was einen Schuss verhindert hätte.
Der Riesenstier raste etwa 5 Meter unter mir durch mit dem 2. Stück im Schlepptau.
Natürlich war ich längst im Anschlag, und als das 2. Tier im Absehen erschien, liess ich fliegen.
Das Stück quittierte meinen Schuss mit einem Salto....welch Anblick!!!
Der Stier sprang auf den Schuss in einem Satz gemessene 8 Meter den Hang hinunter bis er das erste mal wieder den Boden berührte....Auch dieses Bild wird sich für die nächsten 120 Jahre in meinem Gehirn eingebrannt haben.

Nun Lag das beschossene Stück unter mir im Graben und rührte sich nicht mehr....

Freude Freude schlotter schlotter

Ich konnte noch immer nicht erkennen um was genau für eine Kategorie es sich handelte, bis ich glücklich über den doch etwas schnell losgewordenen Schuss zum Stück "herunterrutschte".
Die Freude war riesengross als ich sah, das es sich um ein Stierkalb handelte.
Mit 50 Kilo aufgebrochen mit Abstand das schwerste Kalb das ich bis jetzt gesehen habe.

Ich werde sicher mein ganzes Leben lang an diesen aussergewöhnlichen Jagdtag denken und auch sicherlich noch oft davon träumen so wie letzte und vorletzte Nacht....





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hunterbucki

hunterbucki

Alter: 44 Jahre,
aus Bern / Schweiz
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Kommentare

17.11.2014 14:07 Krico700
WMH.....ja Glück gehört zur Jagd
17.11.2014 18:06 mitgeher
Kräftiges Wmh...unverhofft kommt oft.
mitgeher
17.11.2014 19:06 Gento
Waidmannsheil ! In unserem Revier gibt es kein Rotwild. Letztes Jahr wurde aber ein einzelner Hirsch vom Nachbarn gesichtet und auch bei uns gefährtet. Wir haben angesessen bis zum schwarz werden, leider bekamen wir ihn nicht zu Gesicht.
18.11.2014 21:21 montero
Dickes, fettes Weidmannsheil auch von mir!
Gruß aus der Hauptstadt der Schweine...
montero
19.11.2014 08:14 hunterbucki
Krico700 schrieb:
WMH.....ja Glück gehört zur Jagd

Waidmannsdank
19.11.2014 08:14 hunterbucki
mitgeher schrieb:
Kräftiges Wmh...unverhofft kommt oft.
mitgeher

Waidmannsdank
19.11.2014 08:17 hunterbucki
Gento schrieb:
Waidmannsheil ! In unserem Revier gibt es kein Rotwild. Letztes Jahr wurde aber ein einzelner Hirsch vom Nachbarn gesichtet und auch bei uns gefährtet. Wir haben angesessen bis zum schwarz werden, leider bekamen wir ihn nicht zu Gesicht.


Bloss nicht aufgeben.... Die Hoffnung stirbt zuletzt...
Waidmannsdank
19.11.2014 08:22 hunterbucki
montero schrieb:
Dickes, fettes Weidmannsheil auch von mir!
Gruß aus der Hauptstadt der Schweine...
montero


Waidmannsdank
Au ja, auf die Schweinchen freue ich mich auch schon.......von denen hats noch viel weniger als Hirsche bei uns..
19.11.2014 18:01 sau_hund
hunterbucki schrieb:
Waidmannsdank
Au ja, auf die Schweinchen freue ich mich auch schon.......von denen hats noch viel weniger als Hirsche bei uns..


WMH
.....aber ehrlich: unter diesen Bedingungen würde ich nicht jagen
19.11.2014 23:52 Biobauer
wmh
ich hatte einige zeit einen mitjäger aus graubünden, daher kenn ich das ganze prozedere der patentjagd....
20.11.2014 17:57 swinging_elvis
Waidmannsheil! Unter den Bedingungen ist Deine Freude mehr als verständlich. Gehört schon einiges dazu, so zu jagern. Aber wenn man da aufwächst...
Horrido! El
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