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Es geht wieder los!

Es geht wieder los! (1 Eintrag)

Meute
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30.10.2014, 20.59 Uhr

Es geht wieder los!

Es ist früh am Morgen, es regnet ein wenig, die Scheinwerfer schneiden eine Schneise aus Licht in die Dunkelheit auf den nassen Asphalt. Mit mir im Auto sind die beste aller Ehefrauen und das Rudel, 3 Wachtel und ein HS.

Ich mag diese Fahrten, dem Tag und der Jagd entgegen und ich habe Zeit meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Im Auto ist alles ruhig, die Mitfahrer schlafen wohl oder dösen in Erwartung der Erlebnisse die der Tag für uns bereithält. Ab und an hört man ein Hecheln oder auch einen verträumten Hetzlaut, manchmal unterbrochen vom großväterlichen Schnarchen des alten Rüden.

Was haben wir gemeinsam schon erlebt! Ich erinnere mich an die Rückreise vom Züchter, an das kleine Bündel Hund, welches da in der Kiste neben mir saß. Und wie schnell der kleine Kerl groß wurde, sich zu einem starken Rüden, einem richtigen Kopfhund entwickelte. Ein bisschen zu scharf und auch unüberlegt in den ersten Jahren, unzählige große und kleine Blessuren zeugen davon. Aber immer hatte er auch die nötige Portion Glück, dass diese Verletzungen nie wirklich lebensbedrohlich waren. Jetzt im Alter lässt die Kondition etwas nach, er mag seine Ruhe und die Quirligkeit des Jungvolkes geht ihm manchmal sichtlich auf den Geist. Aber die Passion ist noch da! Und wenn es darauf ankommt, wenn die Sauen im Schilf oder in den Brombeeren nicht rücken wollen, ist er immer noch eine sichere Bank. Mir geht die Geschichte aus dem letzten Herbst durch den Kopf. Bei der Nachsuche auf einen weidwunden Keiler nahm ich ihn als Beihund der noch unerfahrenen HS-Hündin mit. Es kam, wie es kommen musste! Hetze, und beide Hunde fanden sich danach in der Tierklinik wieder, der Wachtelrüde sehr schwer geschlagen, 83 Tackerklammen haben wir wieder entfernt und die Mikut-Weste hatte ihm wieder mal das Leben gerettet. Ich hätte mich selbst ohrfeigen können! Na klar, in der Meute sind sie noch mutiger als sonst und der Alte wollte die Sau wieder mal Volley nehmen. Aber die Hunde sind hart und heilen Verletzungen schnell aus, nach fast unglaublich kurzen 3 Wochen ging es weiter!

Von hinten meldet sich mit leisem Fiepen die Junghündin. Es wird ihre erste Jagd heute. Noch kein Jahr ist sie alt und eigentlich kann sie noch gar nicht wissen, was heute auf sie zukommt. Aber die seit Tagen spürbare Unruhe der anderen Hunde überträgt sich auf sie. Wir wissen nicht wie aber wir sind der festen Überzeugung, dass die Hunde den Kalender im Kopf haben. Vielleicht ist es aber auch der Geruch des fallenden Laubes, der Stand der Herbstsonne und die Veränderungen in der Natur welche die erfahrenen Hunde spüren lassen, dass es jetzt wieder losgeht. Seit Tagen sind die Hunde unruhig und noch quirliger als sonst und machen Dinge, die sie sonst nicht tun. Vor ein paar Tagen musste auch die mit viel Liebe von Frauchen aus einer Kalbsleber hergestellte Pastete auf der Küchenanrichte dran glauben. Sonst gehen die nie auf die Tische! Wahrscheinlich sind die Hunde einfach etwas unterjagt. Aber das wird sich ja ab heute ändern.

Es wird langsam hell und wir kommen unserem Ziel näher. Jetzt ist auch die 2-jährige Hündin wach. Auch sie ist voller Passion und man merkte schon zum Ende der letzten Drückjagdsaison, dass sie an Erfahrung gewonnen hatte. Zwei Anläufe für das „S“ waren erfolglos, es passte einfach nicht so richtig. Beim dritten Versuch klappte dann alles und wir beide waren stolz wie Bolle. Naja, stolz war eher Herrchen, der Hund nahm das relativ gelassen. Ihr ist es eigentlich egal, was in der Ahnentafel steht, jedenfalls hat sie sich noch nie dafür interessiert. Kurz danach ergab sich die Situation für den Härtestrich…langsam füllt sich die Ahnentafel. Zwar reichen die „Kopfnoten“ nicht für die Zuchttauglichkeit aber die VSchwP und die GP sollten es im letzten Jahr noch sein. Da war mein Ehrgeiz geweckt. Leider machte mir die eigene Gesundheit dann einen deutlichen Strich durch die Rechnung und trotz guter Vorbereitung mussten wir die Prüfungen absagen. Jetzt geht es so leidlich wieder und ich kann mich auf die gemeinsamen Jagden mit den Hunden freuen.

Inzwischen ist es hell und wir erreichen den morgendlichen Sammelplatz. Da sind sie wieder, die Freunde und Bekannten aus der „Wachtelmafia“. Ich mag diesen Begriff irgendwie obwohl er von anderen, nicht Wohlmeinenden eher negativ besetzt ist. Für mich ist es die Inbegriff einer, wenn vielleicht nicht verschworenen Gemeinschaft, aber doch einer Gemeinschaft von Hundeführern die das gleiche Ziel und die Passion für den Wachtelhund eint. Viele von ihnen kennen wir seit Jahren, mit einigen sind echte Freundschaften entstanden die auch weit über das gemeinsame Jagen hinausgehen. Die meisten von ihnen sind Profis der Hundeführung und des Weidwerks in des Wortes bester Bedeutung.

Die Formalitäten der Anmeldung sind schnell erledigt. Man begrüßt sich, steht zusammen, Erlebnisse werden ausgetauscht, man fachsimpelt über Hunde, Waffen, Munition, Weste, Ortungsgeräte und mancher wird auch zur Zielscheibe gutgemeinter und harmloser Ironie.
Obwohl hunderte Male erlebt haben diese Minuten vor der Eröffnung mit der spannenden Erwartung und der Vorfreude auf die Jagd für mich ihren ganz besonderen Reiz.

Dann blasen die Jagdhörner zum Sammeln und die Aufmerksamkeit wendet sich dem Jagdleiter zu.

Es geht wieder los!

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ROS

ROS

Alter: 53 Jahre,
aus MOL

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