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Jagd allgemein

..und darum jage ich (14 Einträge)

bush open grassland tracks
324 mal angesehen
03.09.2014, 17.57 Uhr

Pirschen im Busch

Gewiss ist Jedem der einmal in Afrika gejagt hat bekannt wie schwierig es ist nahe an eine Gruppe Zebras heranzukommen. Zebras winden nicht nur sehr gut, sondern haben auch einen guten Gesichtssinn und vernehmen auch hervorragend. Es ist somit eine Herausforderung nahe an eine Herde heranzupirschen.
Im offenen Gelände ist dies fast unmöglich. Irgendein Stück aus der Herde wird einen immer wahrnehmen und ganz schnell sind alle Häupter der Zebraherde in die Richtung des Jägers gerichtet.
Steppenzebras haben aber einen Lebensraum der, entgegen der Vorstellung vieler Jäger, meist der Busch und dichtere Hecken darstellt. In dichterem Bewuchs hat man aber auch eine höhere Chance sich mit Vorsicht einer Herde zu nähern. Extrem wichtig allerdings ist der Wind. Oftmals war gerade starker Wind der Vorteil bei der Bejagung dieser Wildart.
Wir waren zu Viert unterwegs auf der Pirsch. Mein Fährtenleser Johannes, zwei Kunden und ich. Recht schnell hatten wir die Fährten einer Zebraherde ausgemacht und folgten nun langsam in der vorgegebenen Richtung. Das Gelände war recht dicht bewachsen und die Zebras waren, wie so oft, mit dem Wind gezogen. Kurz konnte ich einen bellenden Laut vernehmen. Ja dort mussten sie sein.
Wir umschlugen nun die Stelle in einem großen Kreis. Sehr langsam und bedacht wenige Geräusche zu verursachen näherten wir uns einer kleinen Anhöhe. Johannes sah die Gruppe als Erster. Vielmehr sah er eine kleine Bewegung im Busch. Auf ein Handzeichen ließ ich nun meinen Fährtenleser und einen der Kunden zurück. Ganz bedächtig nahmen wir einen Schritt vor den anderen. Nur keine Bewegung nach der Seite machen, denn Querbewegungen fallen mehr auf als zielstrebige Bewegung in Richtung des Wildes. Ja der Wind passte, war stark und gleichmäßig. Ich mahnte Chris an die Arme dicht am Körper zu halten. Ganz langsam kamen wir näher. Nun konnten wir mehr und mehr Zebras um uns ausmachen. 40 bis 50 Meter weg waren sie noch. Aber zu dicht der Busch für einen platzierten Schuss. Nun konnte ich auch den Hengst der Gruppe sehen.
Schritt um Schritt kamen wir heran. Nun waren es sicher keine 30 Meter mehr. Eine Stute wurde unruhig und äugte zu uns herüber. Ruhig stehen bleiben raunte ich Chris zu. 4 oder 5 Minuten standen wir nun unbeweglich. Die schwirrenden Fliegen um uns nervten gewaltig, aber rasche Bewegungen um sie zu vertreiben waren einfach unmöglich. Die Stute beruhigte sich langsam wieder und keine 15 Meter vor uns kam eine jüngere Zebrastute aus den Hecken. Die passt.
Ein Zeichen an Chris mehr mit den Augen als eine Geste und ganz langsam brachte ich den Schießstock in Position. Auf den Schuss explodierten wahrlich die Büsche um uns. Etwa 20 Zebras stoben um uns in wilder Flucht herum, manche so dicht dass wir sie fast berühren konnten. Das beschossene Stück hatten wir dabei aus den Augen verloren. Wir warten. Inzwischen kamen auch Johannes und James zu uns. Die Nachsuche war denkbar einfach. Das Stück lag verendet nach 30 Metern in den Hecken. Chris klopfte mir auf die Schultern. „Es war es alleine wert zu sehen wie du dich im Busch bewegst! Das war phänomenal.“ sagte er lächelnd. James kommentierte es in seiner sehr britischen Art mit einem knappen: „Indeed!“ Ich glaube ich wurde sogar was rot bei dem Lob trotz Sonnenbräune. Es war das vierte Stück Wild das wir auf dieser Jagd aus so naher Entfernung geschossen hatten. Ich liebe es nun einmal ganz dicht an die Beute heranzukommen.
Bei der Pirsch muss man eben alle Sinne beisammen haben. Beachte Kleidung, Wind, Sonnenstand, Bodenbedeckung und Deckung. Verbirg deine Silhouette aber bück dich nicht zu tief, denn das verändert dein Erscheinungsbild nachteilig. Pass dich der Landschaft an. Sei ein Baum oder ein Busch. Verbirg deine Hände. Und schau dem Wild wenn es nahe ist niemals direkt in die Augen, denn das verrät dich.
So die Tipps meiner Lehrmeister. Es waren Khoisan und San. Ihre Fähigkeiten werde ich wohl nie erreichen, aber ich bemühe mich und ich gebe gerne das weiter was ich von ihnen gelernt habe damit das Wissen weitervermittelt wird, denn bald wird diese Jägerkultur der San ausgestorben sein aber ihr Wissen soll in Anderen weiterleben....

2014
offline

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Kommentare

04.09.2014 08:59 Tannschuetz
Klasse Beitrag! ...und so real! .... inzwischen zieren 3 Zebra-Vorleger mein Zuhause,
den Bericht zu meiner Zebrajagd findet ihr nun unter meinem Blog "Namibia"
04.09.2014 09:24 namhunt
Tannschuetz schrieb:


deine Zebrajagd ist eine spannende Geschichte danke hat mich gefreut es zu lesen.
04.09.2014 14:13 swinging_elvis
Mach nur weiter so... Namibia... vielleicht eines Tages ... el
04.09.2014 14:51 namhunt
swinging_elvis schrieb:
Mach nur weiter so... Namibia... vielleicht eines Tages ... el

ja?????
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