Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Jagd allgemein

..und darum jage ich (14 Einträge)

kudu birdlife landscape
515 mal angesehen
22.08.2014, 17.12 Uhr

Alles nur Routine... !!??


Die Nervosität hatte sich gelegt. Langsam ging die Jagd in Routine über. Zwei der Gäste hatten schon zwei starke Sable-Antilopen erlegen können.

„Hast Du schon das Bait kontrolliert?“ fragte Andy
„Ja ist angenommen. Du meinst doch das an der Pumpe“ kam meine Antwort knapp.
Andy hatte sich genau so erwiesen wie ich es mir vorgestellt hatte. Etwas zu großspurig und nicht gerade die Hilfe die ich erwartet hatte.
„Wer geht heute Abend mit dem B. raus, Andy?“
„Das übernehme ich. Ist doch klar oder?“ kam Andys Antwort
„Na dann hoffe ich dass Du das hinbekommst mit dem Leoparden!“ Ich war wütend.
Ich stand vom Tisch auf, griff meine 416 und ging zur Unterkunft der Gäste.
„Hallo, bist du schon fertig?“ rief ich dem jungen Gast zu.
„Ok. Bin soweit!“ kam die Antwort unverzüglich.

Der Motor des Defender nagelte laut als wir das Camp verließen. Ich überquerte die alte Straße nach Victoria Falls. Damals hat man doch Fahrgleise gebaut. Ich versuche mich in diese Zeit hineinzuversetzen. Nein eigentlich lebe ich in dieser Zeit, denn was hier und heute ist das ist mir fremd. Manche Plätze lassen mich erschaudern, denn ich bin mir sicher diese schon einmal gesehen zu haben. In jener Zeit.
„Sag mir Eines bitte,“ fing Klaus an „warum bist du hier? Und warum bist du nicht dort wohin du gehörst. Ich meine schon den Busch aber das hier ist zu klein für dich…“
„Klaus, nicht jetzt und nicht hier!“ sagte ich. Ich fühlte mich wie aus einem Traum gerissen.
Cosmos klopfte an die Seitenwand des Geländewagens. Ich drehte vorsichtig den Kopf zu ihm. „Kudu, big male!“ flüstere mir der Tracker ins Ohr.
Ich hielt den Wagen an und machte dem Gast ein Zeichen zum Aussteigen. Gewohnheitsgemäß rammte ich die Stiefelspitze in den Boden. Die kleine Staubwolke zeigte mir dass der Wind gut war.
„Halt dich dicht hinter mir und Cosmos!“ sagte ich dem Gast. Tief gebückt versuchten wir und näher ranzuschaffen an den Bullen.
„Wie groß ?“
„Denke so um die 56 Inch!“ raunte ich zurück.
„OK“ kam die Antwort
Der Kudu Bulle stand auf einem kleinen Hügel. Im trockenen Gras war sein Körper halb verdeckt. Eigentlich eine perfekte Tarnung die Streifen des Kudus. Dieser Gedanken kam mir immer wieder wenn ich Kudus sah.
Der Kudu wurde nervös. Wir waren nicht im Wind und eräugt hatte er uns auch nicht. Dann warf der den Kopf vor, legte die Hörner in den Nacken, machte einen langen Hals und sprang in einem riesigen Satz ab.
„Mist!“ fuhr es aus mir. „Der wäre genau richtig gewesen. Hatte schon nen blauen Träger!“
Klaus zuckte mit den Schultern.
Cosmos tippt mich an.
„Painted dog!“ Er deutet auf eine Bewegung im Gras.
Gleich neben den dürrgrauen Mopanebüschen mache ich sie jetzt auch aus.
„Nicht schon wieder die Viecher!“ sage ich laut. Der erste Wildhund hebt den Kopf und schaut mich an. Langsam dreht er ab und wir verlieren die beiden Wildhunde bald aus den Augen.
„Die sind die wahre Pest. Im letzten Monat hatten wir 2 Rudel hier und kein Wild mehr!“ Ich winkte ab und drehte mich um zum Wagen. Im gleichen Moment sah ich den Kudu. Ich erstarrte. Da keine 30 Meter vor mir stand er. Ich gehe langsam in die Knie und mache Klaus und Cosmos ein Zeichen. Ich lege mich flach auf den Boden. Unendlich langsam kriecht Klaus neben mich. Wir verständigen uns in Zeichensprache. Ja hochblatt schießen! Und weit vorne. Ich nicke. Ich beobachte die Mündung der Waffe. Langsam kommt sie hoch. Kleine kreisförmige Bewegungen kann ich wahrnehmen. Jetzt werden sie weniger. Ich schaue aus den Augenwinkeln nach links zum Kudu. Mit einem gewaltigen Knall entlädt sich die 375 neben mir. Der Kudu zuckt kurz zusammen und bricht dann vorne ein. Jetzt ist er im hohen Gras nicht mehr zu sehen.
Langsam nähern wir uns dem gestreckten Kudu. Ich schaue nicht nach dem Tier das da verendet vor uns liegt. Ich starre die Schweißspritzer an. Hellrot und glitzernd sind sie auf dem Gras zu sehen.
Es ist Zeichen von Leben und von Tod zugleich. Ich stutze selbst vor dieser Einsicht. War es mir vorher nie in den Sinn gekommen?

Cosmos stellt sich neben mich: „Ja Boss, weiß was du meinst…du lernst immer noch dazu…“ Der Buschmann in ihm scheint ohne Worte meine Gedanken zu lesen. Sie fühlen bei der Jagd noch mit dem gejagten Tier, geht es mir durch den Sinn, und das macht die San als Jäger so unvergleichlich.

Nicht alles ist Routine, wie die eigentliche Erlegung eines Stückes. Manchmal sieht und fühlt man Dinge nur vereint mit dem Augenblick. Und dies sagt einem dann dass man den Respekt vor dem Geschöpf nicht verloren hat.

offline

Geschrieben von

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Zum Seitenanfang