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Hunting Stories

Meine Jagderlebnisse (13 Einträge)

Zululand Zululand Zululand
319 mal angesehen
18.08.2014, 17.36 Uhr

Südafrika/ Zululand

Immer näher gelangen wir kriechend an den alten Buschbock heran. Der Buschbock, der Grund meiner Reise ins südliche Afrika. Dornen dringen tief in die Innenflächen meiner schwitzenden Hände. Komischerweise verspüre ich jedoch keine Schmerzen. Liegt es am Jagdfieber und dem damit verbundenem Adrenalin in meinem Körper? Noch steh der alte Buschbock verdeckt hinter Sträuchern und ahnt nichts von der ihm drohenden Gefahr. Endlich bringt mein Jagdführer das Dreibein in Position. Aufstehen und in Anschlag gehen verläuft in einer fließenden Bewegung und das Fadenkreuz saugt sich am Blatt des alten Recken fest. Ich bin kurz davor den Finger zu krümmen, als der Boden plötzlich zu zittern anfängt. Ein Erdbeben, hier in Südafrika? Ich reiße die Augen auf und schaue ins Gesicht meiner Freundin Denise. War ich doch trotz meiner Flugangst in den Schlaf gefallen und die Vorfreude auf die Jagd hatte mich zu Träumen anfangen lassen. Nach etwa 11 Stunden hat der Airbus der Southafrican Airlines auf der Landebahn des Flughafens in Johannesburg aufgesetzt und mich somit unsanft aus meinen Träumen gerissen. Am Tag zuvor waren wir zu viert am Flughafen Findel in Luxemburg gestartet und über München gelangten wir nach Johannesburg.

Im Februar hatte ich mich mit Mark Dedekind auf der Messe in Dortmund getroffen und unsere Reise für Oktober 2009 festgelegt. Damals lief das Unternehmen von Mark Dedekind noch unter dem Namen Zululandhunters. Um es vorweg zu nehmen, meinen ersehnten Buschbock konnte ich nicht erlegen, trotzdem wurde es eine unvergessliche Jagdreise mit einigen Pleiten, Pesch und Pannen.

Alles fing damit an, dass in Johannesburg am Flughafen, meine Waffe verschollen war. Obwohl die Waffe laut Stewardess sich beim Abflug in München an Bord befand, denn ich hatte es vorsichtshalber überprüfen lassen, blieb sie unauffindbar. Unfreundliche Beamte und Flughafenpersonal konnten oder wollten mir auch nicht behilflich sein und so blieb mir nichts anderes übrig als meine Anschrift sowie die der Lodge zu hinterlassen im Falle dass meine Waffe irgendwann aus dem Orbit auftauchen sollte.

Etwas genervt wollte ich dann nur noch so schnell wie möglich zur Farm. Doch dieser Wunschgedanken wurde ausgebremst, als vorm Flughafengebäude der Fahrer lediglich mit einem Pickup stand, da er laut erhaltenen Information drei Gäste in Empfang nehmen sollte, jedoch waren wir zu viert. Also machte sich der Fahrer Rob erst einmal auf um ein anderes Fahrzeug zu besorgen und so verging eine weitere Stunde bis dass wir endlich in Richtung Jagdfarm starten konnten.

Auf der Fahrt machte mich der mit Wolken behangene Himmel etwas nachdenklich, hatten wir doch Oktober und somit eigentlich keine Regenzeit. Als Rob dann noch sagte, dass sie für die nächsten Tage ausschließlich Regen gemeldet hatten, verzogen sich die bis dahin strahlenden Gesichter unseres weiblichen Anhangs, denn hatten dieselben sich doch auf Sonnenbaden am Pool eingestellt.

Da die Fussballweltmeisterschaft bevor stand, musste die Infrastruktur des Landes optimiert werden und so kamen wir nach etwa 4 Stunden Fahrt mit einigem Aufenthalt an diversen Baustellen auf der Jagdfarm Wagendrift an, wo uns auch schon unser Jagdführer Freddie Robertson erwartete. Freddie hatte bereits Kenntnis über den Verlust meiner Waffe und hatte eine Leihwaffe eines südafrikanischen Herstellers im Kaliber .30-06 dabei. Beim Probeschießen konnte ich mich vergewissern, dass die Waffe einwandfrei schoss und so waren wir doch noch für die anstehende Jagd bestens gerüstet.

Am anderen Tag brachen wir früh morgens zur Jagd auf. Die 3500 ha große Farm hat einen hervorragenden Wildbestand, wovon wir uns nach kurzer Zeit bereits überzeugen konnten. Besonders der Bestand an Blessböcken und Weisschwanzgnus ist sehr hoch. Auch ziehen auf der Farm Seit geraumer Zeit ein paar Büffel ihre Fährte und so kam es bei meinem 3ten Aufenthalt in Südafrika endlich zu meinem ersten Kontakt mit diesem urigen Wild. Da Reduktionsjagd auf dem Programm stand, konnte ich an diesem ersten Tag ein weibliches Streifengnu sowie einen uralten weiblichen Blessbock erlegen. Freund Christian konnte mit einem guten Blessbock sein erstes afrikanische Stück Wild erlegen. Da Wagendrift nur ein Stopp auf unserer Fahrt zu Marks eigener Farm Mahalela war, blieben wir auch nur einen Tag und nach der Jagd machten wir uns sofort auf den Weg in Richtung Pongola wo wir nach ein paar Stunden Fahrt ankamen und von Mark Dedekind und dessen Frau Telani in Empfang genommen wurden.

Die vorgesehen Pirsch am Morgen des 2ten Jagdtages viel wortwörtlich ins Wasser. Nach dem Mittagessen klärte es jedoch etwas auf und wir konnten eine Pirschfahrt starten. Ohne Jagderfolg aber mit reichlich Anblick, unter anderem einem Breitmaulnashorn welches frisch gekalbt hatte, kehrten wir Abends zur Lodge zurück.

Am 3ten Jagdtag fuhren wir zum etwas weiter entfernten Kwa Zulu Natal Game Reserve. Mark besitzt dort eine Konzession. Mehrere Pirschversuche blieben ergebnislos, das einzig erwähnenswerte war eine Grüne Schlange, welche zwischen meinen Füssen im Gras verschwand. Dies ging so schnell, dass keiner genau sagen konnte um welche Schlange es sich handelte. Vor der Mittagspause gelang es Freund Christian dann doch noch einen guten Impala zu erlegen. Die Mittagspause hielten wir auf einem Felsen, von welchem man eine gute Übersicht über die Farm hatte. Von dort aus konnte Moses der Tracker in einiger Entfernung 3 Löwen ausmachen, welche ihre Siesta in der Sonne hielten. Da ich noch nie Löwen in freier Wildbahn gesehen hatte, sahen wir uns dieselben nach dem Mittagessen etwas genauer an. Es handelte sich um einen alten Mähnenlöwen mit seinen zwei Damen. Einen Monat später wurde besagte Mähnenlöwe von einem Bekannten von mir erlegt. Die Geschichte der Erlegung kann man im Buch Stories of a Hunter von Pol Winandy nachlesen. Die Pirsch am Mittag verlief ohne Erfolg und so kehrten wir nach Mahlalela zurück. Am Abend brach ich noch einmal mit Freddy zum Ansitz an der Kirrung auf, wo ich ein Buschschwein erlegen konnte. Es handelte sich um ein Überläuferkeilerchen, dessen Erlegung mich sehr freute.

Am Morgen des 4ten Tages brachen wir zur White Elefant Lodge auf, welche in schöner Landschaft am Jozini Lake liegt, hierbei handelt es sich um einen großen Staudamm, welcher voller Tigerfische ist. Mark besitzt auch hier eine Konzession. Wir pirschten den ganzen Morgen am Ufer entlang, und kamen unter anderem bis auf 30 Meter an ein Spitzmaulnashorn samt Kalb heran. Nach etwa 1 Stunde konnte Christian einen kapitalen Warzenkeiler erlegen und kurze Zeit später konnte auch ich mit Freddy einen Warzenkeiler angehen und erlegen. Mit unserer Beute gelangen uns später ein paar herrliche Aufnahmen am Ufer des See, wobei mein Keiler wie ein Zwerg neben dem von Christian aussah. Nach unserem erfolgreichen Morgen fuhren wir zurück nach Mahlalela, wo wir unsere Koffer packten.

Für die nächsten Tage war Sideseeing angesagt und wir fuhren in Richtung St- Lucia, einer wunderschönen kleinen Stadt am indischen Ozean. Auf dem Weg dorthin sahen wir uns noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten an. Eigentlich stand auch Hochseefischen auf dem Programm, jedoch fiel auch besagtes Vorhaben auf Grund der Wetterverhältnisse ins Wasser.

Zurück im Zululand, wollte ich am zweitletzten Jagdtag mein Glück auf Steppenzebra versuchen. Einige anspruchsvolle Versuche am Morgen zwei Herden anzugehen liefen jedoch schief. Mittags gelang es Christian ein weibliches Streifengnu zu erlegen. Kurz vor Ende des Jagdtages öffnete der Himmel seine Schläusen und ich erlebte ein Gewitter, wie ich es vorher noch nicht kannte.

Am letzten Jagdtag befand ich mich nach dem Frühstück wieder mit Freddie auf der Jagd. Nach einer spannenden und anstrengenden Pirsch kamen wir an eine Herde Steppenzebras heran. Freddie gab mir ein alleinstehendes Stück frei, welches nach dem Schuss noch etwa 70 Meter flüchtete. Leider handelte es sich um eine nichtführende Stute. Bei der Bergung des schweren Wildes zeigte sich wie nützlich eine Seilwinde sein kann. Auf einer letzten Pirsch am Nachmittag konnte Christian einen weiteren Impala erbeuten. Wieder auf der Lodge packten wir wehmütig unsere Koffer und genossen ein letztes Abendmahl mit neu gewonnenen Freunden.

Am Tag darauf ging es von Pongola aus mit einem Minibus zum Flughafen in Johannesburg. Dort angekommen setzte ich noch einmal alles in Bewegung um etwas über meine, immer noch vermisste, Waffe herauszufinden. Nachdem ich einige Büros abgeklappert hatte, führte mich eine freundliche Dame in einem großen Raum. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus, stapelten sich doch hier Waffenkoffer bis unter die Decke. In einer Ecke entdeckte ich dann auch meinen Waffenkoffer, welchen ich vor der Abreise mit einem roten Band gekennzeichnet hatte. Obschon sich auf demselben ein Etikett mit meinen Angaben sowie denjenigen von Zululandhunters befand, wurde keiner von uns informiert. Ich sprach daraufhin die Dame auf die Herkunft der restlichen Waffenkoffer an. Dieselbe antwortete lediglich, ihrer Besitzer hätten sich nicht gemeldet. Da stellt sich die Frage, wie vielen Jäger es so ergangen ist wie mir und immer noch über den Verbleib ihrer Waffen rätseln. Vielleicht vermisst ja einer der Leser noch seine Waffe. Nach dem Erhalt meiner Waffe und dem regeln sämtlicher Formalitäten starteten wir glücklich in Richtung Heimat.

Trotz der diversen Pannen war es eine unvergessliche Reise. Danke auf diesem Weg an Mark Dedekind und sein ganzes Team.

Jedoch sollten die Pleiten, Pesch und Pannen zu Hause noch kein Ende finden, denn wir erkranken alle, bis auf Christian, an Zeckenfieber. Meine Freundin sogar derart schlimm, dass sie ins Krankenhaus musste. Aber auch dies verlief glimpflich und wie pflegt man so schön zu sagen: Ende gut, alles gut.




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THIERRY

THIERRY

Alter: 42 Jahre,
aus Elvange

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Kommentare

18.08.2014 22:42 nightwish74
Très bien. Bonne chasse. Weidmannsheil
19.08.2014 14:06 THIERRY
nightwish74 schrieb:
Très bien. Bonne chasse. Weidmannsheil

Merci. Waidmannsdank
19.08.2014 22:03 namhunt
nightwish74 schrieb:
Très bien. Bonne chasse. Weidmannsheil

eh, bien en français ! Je suis étonné.......
19.08.2014 22:42 nightwish74
namhunt schrieb:
eh, bien en français ! Je suis étonné.......


Merci beaucoup, à l'école
19.08.2014 22:43 namhunt
nightwish74 schrieb:
Merci beaucoup, à l'école


ok , ach so dachte schon.......
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