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Munition für Safariwaffen

Teil 1 (8 Einträge)

solids trophies cartridges
671 mal angesehen
10.08.2014, 15.11 Uhr

Geschosse Teil 2 Vollmantel und Solids

Die Vollmantelgeschoße und Solids

Bei den Vollmantelgeschoßen ist der Geschoss-mantel nach vorne geschlossen. Vollmantel-geschoße werden hauptsächlich zur Jagd auf Büffel, Elefant, Flusspferd und Nashorn verwendet. Folglich ist ihr Einsatz nur in Patronen der Großwildklasse. Zur Verwendung kommen sie hauptsächlich dann wenn man Elefanten oder Flusspferd mit Brain Shot erlegen will oder aber wenn besonders hohe Eindringtiefen verlangt sind. Vollmantelgeschoße sollen möglichst richtungsstabil den Wildkörper durchschlagen.
Oftmals raten Berufsjäger auf der Büffeljagd die erste Patrone mit Teilmantelgeschoß zu laden und die folgenden Patronen mit Vollmantel. Das macht insofern Sinn dass beschossene, abgehende Büffel auch noch spitz von hinten beschossen werden können, und man immer noch mit dem Vollmantel die Kammer erreicht. Wenn man allerdings einen Büffel aus einer Herde schießt sollte man keine Vollmantel verwenden, da die Geschoße, in den starken Großwildpatronen, mit Sicherheit einen breit stehenden Büffel durchschlagen und weitere Tiere der Herde verletzen könnten.
Bei Vollmantelgeschoßen gilt das Gleiche wie für Teilmantelgeschoße. Nur solche Typen sind zu verwenden die von allerbester Bauart sind. Vollmantelgeschoße wie die Norma Jagdmatch sind nur Scheibengeschoße und keine Geschoße für die Jagd.
Wichtig bei den Vollmantelgeschoßen ist dass der Mantel im vordersten Bereich sehr stark ist und bei Knochentreffern nicht aufplatzt. Auch sollten die Seiten der Geschoße möglichst parallel verlaufen um ein Überschlagen des Geschoßes im Wildkörper zu verhindern. Das Geschoßheck sollte so weit wie möglich geschlossen sein um ein Heraus-quetschen des Bleikerns bei seitlicher Belastung zu verhindern.
Gute klassische Geschoße sind die Woodleigh Vollmantel und die Hornady DGS. Hervorragend auch das Speer Trophy Bonded Sledgehammer. Diese Geschoße sind in fast allen Kalibern er-hältlich.
Das Vollmantel der .404 Jeffrey von RWS hatte einen guten Ruf, ist aber meines Erachtens nicht mehr erhältlich. Das VM der 10,75x68 des gleichen Herstellers aber galt als nicht besonders stabil.

Die bleifreien Solids
Für Viele verwirrend ist wenn man in der englisch sprachigen Jagdliteratur von Solids liest. Da im Englischen nicht zwischen den Vollmantelgeschossen und den aus homogenen Material hergestellten Massivgeschossen unterscheidet, kommt es oft zu Verwechslungen.

Die Geschichte der homogenen Massivgeschoße beginnt für Großwildwaffen erst richtig mit den ersten Monolithic Solids von A-Square. Ich hatte diese gleich aus der ersten Produktion. Die Durchschlagskraft war zwar beeindruckend, wenn auch festzustellen war dass die Eindringtiefe nicht ganz so hoch war wie bei klassischen Vollmantel.

Da das spezifische Gewicht von Messing, aus denen es gefertigt ist, nicht so hoch ist wie Blei, musste um ein gleich langes Geschoß herzustellen das Geschoßgewicht reduziert werden. Die Wirkung auf Wild war aber erstklassig. In späteren Produktionen wurden die Geschoßgewichte der Monolithic Solid wieder etwas angehoben und Unterschiede zu normalen Vollmantel waren nicht mehr so deutlich.

Eine Serie von „Silver Solids“ von Romey war in ihrer Tötungskraft nicht der A-Square gleich zu setzen. Durch das wesentlich spitzere Geschoß wurde zwar eine große Durchschlagkraft erzielt, aber weniger Schock vermittelt.

Einige Hersteller von Geschoßen gingen auch recht früh zu homogenen Materialien bei der Herstellung von Solids für Großwildpatronen über. So ist die „Banded Solid“ von Barnes eine hervorragende Wahl. Sie ist in manchen Kalibern mit abgeflachter
Spitze zu bekommen. Ansonsten ähnelt die Banded Solid mit der runden Nase doch extrem der nicht mehr erhältlichen A-Square.
Nosler hat ein sehr ähnliches Geschoß auf dem Markt, das in allen Kalibern diese abgeflachte Spitze hat. Diese soll verhindern dass das Geschoß bei Knochentreffern deflektiert wird und soll gleichzeitig die Möglichkeit des Überschlagens im Wildkörper verringern. Durch diese Meplatform des Nosler Geschossen erhält man auch eine extreme Eindringtiefe.
Allen Solids sagt man einen geraden Verlauf des Wundkanals nach. Aus meinen Erfahrungen kann ich dies bestätigen.

Anfangs der Einführung der Messinggeschoße wurde davor gewarnt dass die Geschoße den Lauf schädigen würden. Dies ist aber nicht der Fall. Ich habe aus verschiedenen Waffen eine wirklich erhebliche Zahlen an Massivgeschossen verschossen und keinerlei größeren Verschleiß feststellen können. Einzig dass ich den Lauf nach gewisser Zeit chemisch reinigen muss da das Messing einen Abrieb im Lauf hinterließ.

Gegenüber den klassischen Vollmantelgeschoßen bieten die massiven Solids eine sehr gute Alternative, ohne den großen Nachteil der bleigefüllten Vollmantelgeschoße zu haben. Bei den klassischen (Blei) Versionen kann bei Schrägstellung des Geschoße im Zielmedium ein sogenanntes „Fishtailing“ eintreten. Dabei wird, durch seitliche Krafteinwirkung, der Mantel gequetscht und abgeflacht. Dabei wird ein Teil des Bleis aus dem Geschoßheck gedrückt werden und das Geschoß wird frühzeitig gestoppt. Dadurch resultiert unweigerlich ein Versagen des Geschoßes und kann zu unerfreulichen Situationen führen.



Zusammenfassung
Zusammenfassend möchte ich noch einmal darauf hinweisen wie sehr der Erfolg einer Jagdreise von der richtigen Wahl des Geschoßes abhängen kann. Aus tierschutzrechtlichen und ethischen Gründen sollten alle Geschoße das beschossene Wild schnell am Platz bannen und sicher töten. Eine Forderung die man sich immer wieder vor Augen führen sollte. Experimente wird ein waidgerechter Jäger nicht machen.
Immer wieder sollten wir auch bedenken dass das verwendete Geschoß nicht nur eine Gewebe-zerstörung in der Breite, sondern auch in der Tiefe gestalten muss. Wie Art Alphin richtig beschreibt ist Penetration der Faktor.


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Kommentare

11.08.2014 12:48 Laerchenwald
Moin,

danke Dir für Deine Ausführungen. Für einen Großteil von uns dt. Jägern werden Deine Erkenntnisse zwar nie wirklich gebraucht, aber es macht immer Sinn, mal über den Tellerrand des eigenen Kirchturms hinaus zu schauen.

Vllt. schafft der eine oder andere es doch mal nach Afrika und kann dann auf Deine Erfahrungen und Ausführungen zurückgreifen.

Waidmannsdank aus Nordhessen
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