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Munition für Safariwaffen

Teil 1 (8 Einträge)

hippo geschosse 2 schnitte
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08.08.2014, 20.03 Uhr

Geschosse Teil 1

Das richtige Geschoß : Die Qual der Wahl

Manch eine Patrone bekam einen guten, oder auch schlechten, Ruf durch die in ihr verwendeten Geschoße. In alter und auch recht neuer Literatur liest man oft von unbrauchbaren Geschoßen, meist diverse Teilmantel-konstruktionen, die nicht geeignet waren. Dies führte, zumindest in den alten Tagen, dazu dass für Safari-Waffen oft große Geschoßdurchmesser benutzt wurden und man not-gedrungener Weise dann Vollmantel Geschoße benutzte. Neben unzureichenden Geschoßen war auch oft das Zündhütchen der Patronen Grund zur Klage. So beschreibt „Karamojo“ Bell, dass er aufgrund nicht recht funktionierender Büchsen-Patronen, diese zu Übungszwecken auf fliegende Kormorane verschossen hat. Heute sind Fehler bei Zündhütchen eher selten und die Treibladungs-pulver haben eine hohe Qualitätsstufe erreicht. Die, wie zu Zeiten des Cordite Pulvers oft vorkommende Zersetzung des Treibladungsmittels ist kaum noch erwähnenswert.
Die meisten Safaris dauern heutzutage nur noch zwischen 7-14 Tagen. Man muss nicht mehr, wie zu vergangenen Tagen, monatelange Anreisen und Aufenthalte in feuchtem oder heißem Klima ertragen und die Munition muss auch nicht mehr in verlöteten Kisten feuchtigkeitsdicht transportiert werden. Allerdings können Druckspitzen bei auch nur relativ kurz in der Sonne gelagerter Munition noch auftreten.
In unserer schnelllebigen Zeit ist kaum noch ein Kunde bereit längere Safaris zu machen und der Zeitdruck sitzt sowohl dem Kunden, wie auch dem Veranstalter, im Nacken wenn es um die Erlegung einer gebuchten Trophäe geht. Schon alleine aus diesem Grunde wird heute anders gejagt. Sich ergebende Chancen müssen gleich genutzt werden um nicht ohne die begehrte Trophäe nach Hause zu fahren.
Auf Büffel-Kurzsafaris haben die Kunden oft nur wenige Gelegenheiten um zu Schuss zu kommen. Nicht dass aus diesem Grunde leichtsinniger gejagt würde, so ist doch der Zeitdruck nicht zu vernachlässigen. Schon alleine deshalb sollte der Auslandsjäger die Zeitdauer seiner Jagdreise überdenken und ausreichend lange einplanen. Wenn die Grundvoraussetzungen, wie das gewissenhafte Schieß-Training und Vorbereitung eingehalten wurden, so sind noch die waffen-seitigen Schwachpunkte auszumerzen. Die Jagd-waffe muss auf die zu verwendende Munition eingerichtet und präzise eingeschossen werden. Einer der Hauptaugenmerke ist dabei auf das passende Geschoß zu richten, denn eine verwendete Patrone kann noch so gut sein, mit un-passenden Geschoßen wird sie aber kläglich versagen.

Ich möchte zuerst, um den Begriff zu definieren, eine Unterteilung in die verschiedenen Geschoß-arten machen.

Teilmantelgeschoße
Das meist verwendete Geschoß heutzutage ist das Teilmantelgeschoß. Hier gibt es eine schier unübersichtliche Menge an Konstruktionen. Die in alten Zeiten verwendeten reinen Bleigeschoße sind heutzutage nicht mehr einsetzbar, da alleine schon bedingt durch die hohe Geschwindigkeit der Ge-schoße im Lauf eine Bleiverschmierung einsetzen würde. Aus diesem Grunde sind um, den meist aus Blei bestehenden Kern der Geschoße, Mäntel aus den verschiedensten Materialien. Verwendet werden dabei Kupfer, Tombak oder Flussstahl. Gelegentlich auch noch platiniert oder mit Gleit-lacken oder ähnlichem überzogen. Der Mantel der Geschoße hat hier nun zwei Aufgaben, zum einen eine ausreichende Führung im Lauf zu geben und zum andern um im Zielmedium eine schnellere oder langsamere Aufpilzung zu bewirken. Die Mantel-konstruktionen sind dabei, je nach Hersteller oder Verwendungsart, mehr oder weniger dick oder beherbergen gar zwei Bleikerne.
Schenkt man den Herstellern Glauben so sind alle produzierten Geschoße unfehlbar. Doch in der Realität schreibt ein anderes Kapitel. Einfache und billige Mantelkonstruktionen können dem Vergleich zu hochwertigen Produkten einfach nicht Stand halten. So mögen, auf die Zielscheibe geschossen, keine Unterschiede bestehen, denn das Papier werden alle durchschlagen, auf Wild sieht es doch ganz abweichend aus. Dünne spröde Mäntel wie in Target Patronen werden sich schon beim Auftreffen auf das Zielmedium zerlegen und keine oder unzureichende Tiefenwirkung erbringen.
Stellen wir uns einmal die Gewebemasse vor die erforderlich zu durchdringen ist um bei einem Eland die vitalen Zonen der Kammer zu erreichen. Hier haben wir Decke, Muskelmasse, möglicherweise auch Knochen, Lungengewebe und Herzmuskel zumindest zu durchdringen. Und dies auf eine Strecke von mindestens 60 cm. Bei einem, doch sehr erstrebenswerten, Ausschuss sind es dann noch mehr. Das zeigt sehr deutlich dass unpassende Geschoße, erst einmal unabhängig vom verwendeten Kaliber, unweigerlich zum Miss-erfolg führen. Dem Leser wird es einleuchten, dass Geschoße die auf europäische kleinere Wildarten wie Rehwild gebraucht werden, nicht unbedingt auf größeres afrikanisches Wild verwendet werden können. Einzig auf Kleinwild wie Steinböckchen, Ducker und eventuell Springbock wären Geschoße, wie für Rehwild gebraucht, einsetzbar. Der Rest der großen Masse des afrikanischen Plainsgame und Big Game bedarf anderer Projektile.
Der weitaus größte Fehlerfaktor bei Teilmantel-geschoßen sind Trennungen von Mantel und Kern im Zielmedium. Dies ist oft der Fall bei solchen Kugeln die keinen verlöteten, in neuem Sprachgebrauch gebondeten genannt, Geschoße besitzen. In diesem Bonder-Verfahren werden Blei-Kern und Mantel durch chemischen Prozess oder Temperatur fest miteinander verlötet. Ein Herstellungsprozess eines Geschoßherstellers gibt sogar den galvanischen Auftrag des Mantel Materials auf den Geschoßkern an. Diese relativ neue Art stellt sicher dass es zu keiner Trennung von Mantel und Kern kommt und ein recht hohes Restgewicht des Geschoßes erreicht wird. In Anbetracht der Tatsache dass wir möglichst einen Ausschuss erhalten möchten ist das hohe Restgewicht sehr erstrebenswert. Die Klasse dieser verlöteten Geschoße sind reine Deformations-geschoße bei denen eine Splitterabgabe nicht erwünscht ist. Die bekanntesten Vertreter in dieser Geschoßklasse sind von den Herstellern Nosler, Hornady, Norma, Federal, Woodleigh, Sako, Speer und Swift, um nur einige davon zu benennen.
Der deutsche Hersteller RWS bietet mit der Evo-lution zum ersten Mal ein gebondetes Geschoß an. Die mäßige Leistung aber lässt mich an der Konstruktion doch sehr zweifeln.
Im Gegensatz dazu haben sich das Swift Scirocco sowie das Nosler Accubond, nach meinen Erfahrungen, bestens auf Plainsgame bewährt. Die von mir früher eingesetzten A-Square Dead Tough Geschoße waren nach gleicher Bauart hergestellt und waren in ihrer Wirkung unübertroffen auf Big Game.
Eine weitere Art um ein recht hohes Restgewicht des Geschoßes zu erhalten sind Zweikammergeschoße. Dabei ist, wie beim Nosler Partition und Swift A-Frame, der vordere und hintere Bleikern durch einen, fest im Mantel bestehenden Steg getrennt. Dadurch kann, selbst bei einer Trennung des vorderen Bleikerns vom Mantel, eine große Tiefenwirkung erzielt werden. Diese Geschoße sind für eine Vielzahl von Patronen sowohl im Plainsgame als auch im Big Game Bereich erhältlich.
Nicht zu verwechseln sind diese Geschoße mit den deutschen H-Mantel und Brenneke Konstruktionen TIG und TUG. Das H-Mantelgeschoß hat nur eine eingefalzte Rille die die Zerlegung des vorderen Bleikerns stoppen soll und einen zylindrischen Restkörper bewirken soll. Das Geschoß sehe ich als weniger brauchbar auf hartes und großes Wild an, zeigt doch die Praxis dass oft schon im Einschuss Bereich eine Zerlegung stattfindet. Das TIG sowohl wie das TUG zeigen sehr oft Trennungen von Mantel und Kern und haben unter Kennern der Materie einen nicht besonders guten Ruf.
Manche Hersteller von Großwildmunition setzen auf besonders starke Geschoßmäntel. Das von mir getestete DGX Geschoß von Hornady ist solch ein Vertreter. Man muss den Konstrukteuren zugestehen dass sie dabei eine sehr gute Wahl trafen. Geschoßtrennungen sind mir weder in der .375er Klasse noch in der .458er Klasse unter-gekommen.
Die dicken Kupfer- bzw. Stahlmäntel der Woodleigh Geschoße haben sich auf Großwild bestens bewährt. Nicht umsonst verlädt die schwedische Firma Norma diese Geschoße in einer Serie von Großwildpatronen unter dem Namen „African PH“. Ein Großteil dieser Geschoße sind Verbund-kerngeschoße, also zwischen Mantel und Kern verlötet.

Reine Zerlegungsgeschoße finden auf Plainsgame und Dickhäuter keinen Einsatz. Für die Jagd auf Großkatzen allerdings sind sie von guter Wirkung. Geschoße wie die von Art Alphin entworfenen Lion-Load zeigen eine gewollte Zerlegung und entfalten auf dem dünnhäutigen Raubwild sehr gute Wirkung.
Gerade bei der Ansitzjagd auf Leopard kann eine schnelle Patrone mit einem Geschoß hoher Zerlegungsbereitschaft sehr gut eingesetzt werden. Eine zur kombinierten Plainsgame und Leoparden-jagd benutzte Waffe, beispielsweise in .300 WM, könnte somit mit einem schnell zerlegenden Nosler „Ballistic Tip“ für Leopard und einem gewichts-gleichen „Accubond“ desselben Herstellers für alles andere Plainsgame verladen werden. Durch die verschiedenfarbige Kunststoffspitze wäre auch eine Verwechslung ausgeschlossen.

Bleifreie Deformations- u. Zerlegungs-Geschoße
Neben den klassischen Teilmantelgeschoßen existieren auch die modernen Geschoße aus Kupfer, Messing oder geschoßmantelähnlichen Legierungen. Durchweg sind diese Geschoße recht neue Erfindungen. Begonnen hatte diese Entwicklung mit den ersten Geschossen von Barnes. Das damalige X-Geschoß war ein aus Kupfer gepresstes Geschoß mit Hohlspitze. Beim Auftreffen auf das Zielmedium deformierte sich die Geschoßspitze und bildete 4 Fahnen, die sich entsprechend einem X aufrollten und so den typischen Geschoßrest ergaben. Im Grundprinzip arbeiten die heute gängigen bleifreien Geschoße, mit einigen wenigen Ausnahmen, alle nach diesem Prinzip. Die anfänglichen Schwierigkeiten mit erhöhter Laufverschmierung durch Kupfer sind heute fast gänzlich beseitigt. Dabei wurden erst Beschichtungen eingesetzt wie Gleitlacke. Später hat man andere Legierungen gewählt und zum Teil sind Führbänder im Schaft des Geschoßes an-gebracht. Heute sind die bleifreien Geschoße meist auf CNC Maschinen gedreht. Der Vorteil dieser Geschoßarten ist je nach Prinzip ein sehr hohes Restgewicht das in jedem Fall über 90% des Ursprungsgewichtes sein sollte.


Es gibt eine Großzahl von Herstellern für diese Ge-schosse. Um nur Einige und die Produkte zu nen-nen : Barnes TSX, TTSX und MRX, Nosler E-Tip, Hornady GMX, Norma Kalahari, Lapua Naturalis, Jaguar, Aero, Sax , HDB, etc.
Am weitesten ausgereift und in der Praxis am besten bewährt erscheinen mir die Produkte von Barnes. Speziell das TTSX zeigte seine besonderen Stärken auf Impala, Oryx, Kudu und anderen. Bei den GMX Geschossen von Hornady hatte ich einige Fahnenabrisse. Bei HDB Universal Geschoßen waren diese häufiger bei Wild zu beobachten das Kunden erlegt hatten.
Beachtung sollte man allerdings, dass man vom herkömmlichen Geschoßgewicht wie man sie von Geschoßen mit Bleikern gewohnt ist, abkommen sollte. So sind in der .300 WM Geschoße mit 165grs ideal. Die bleifreien Geschoße benötigen etwas höhere Anfangsgeschwindigkeiten als bei den her-kömmlichen Vertretern.
Die Tiefenwirkung der Geschoße ist als sehr gut zu bezeichnen. Im Kaliber .300WSM mit 168grs TTSX war bei breit stehendem Wild bis zur Größe von Eland immer ein Ausschuss vorhanden. Auch auf größere Entfernung. Von der Präzision sind alle bleifreien Geschoße sehr zufriedenstellend.
Auf Großwild hatte ich nur einige Barnes XS im Kaliber .423 verschossen. Die Wirkung war auch hier sehr gut.
Die Entwicklung in der Geschoßindustrie scheint weiter in Richtung der bleifreien Geschoße zu gehen. Schon alleine aus dem Grund dass einige Länder ein Blei Verbot erwägen. Hier in Afrika ist diese Blei Hysterie noch nicht angekommen und herkömmliche Teilmantelgeschoße werden immer noch bevorzugt. Mit der Einschränkung allerdings dass auf dem Vollmantel Sektor die Massiv-geschoße immer mehr Boden gewinnen.

Teil 2 Solids...
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