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Bogenjagd

Bogenjagd auf Plainsgame in Namibia (1 Eintrag)

plainsgame warthog warthog verwertung
432 mal angesehen
06.08.2014, 21.30 Uhr

Bogenjagd auf Plainsgame in Namibia

Bogenjagd auf Plainsgame

Eigentlich bin ich eher ein Pirschjäger und bedacht darauf meine Kunden auf kürzeste Entfernung an das Wild zu bringen. Doch die Faszination des Bogen-jagens hatte mich schon lange in ihren Bann gezogen. Wobei ich erst in zweiter Linie an das Pirschen mit Bogen dachte. Nach einigen intensiven Versuchen der Bogenjagd, schon vor längerer Zeit in Südafrika noch, bin ich nun wieder bei diesem Thema angekommen. Auslöser waren einige ausländische Kunden die mit dem Bogen waidwerken und die mir noch einmal beeindruckend diese Jagd vor Augen brachten. Nun habe ich den zweiten Compoundbogen erstanden und übe wieder täglich den Umgang mit diesem Hightech Gerät. Eigentlich ging es recht schnell mich wieder mit dem Bogen vertraut zu machen. Das Schießen mit dem Release, Peep Sight und Pinvisier ist doch sehr ähnlich dem Schießen freihändig über die offene Visierung mit der vertrauten Büchse.
Bögen sind heute sehr technisiert und von der Präzision stehen sie einer Kugelwaffe nicht nach, wenn auch die Reichweite jagdlich auf Schrotschußweite begrenzt sein sollte. Mit Pfeilgeschwindig-keiten um 275f/s (real gemessen mit 425grs Pfeil) und Pfeilen mit modernen Broadheads ist das Erlegen selbst stärkeren Plainsgame’s kein Hexenwerk. Man muss sich nur vor Augen führen dass nur bestes Material für diese Art von Jagd Verwendung finden darf.
Heute kommen Carbon oder Carbon/Aluminiumpfeile zur jagdlichen Verwendung deren Geradlinigkeit im tausensten Millimeterbereich liegen und deren Stabilität mich immer wieder beeindruckt. Die Steifigkeit solcher Pfeile wird in Spine-Werten angegeben, die abgestimmt auf die Zugkraft der Bögen, diese besondere Präzision erst wirklich zulässt. Compondbögen sind hochkomplexe Geräte, die bedingt durch ein Flaschzugsystem, erlauben hohe Pfeilgeschwindigkeiten zu erreichen, aber bei Vollauszug nur einen geringen Prozentsatz der Kraft zum Halten der in den Wurfarmen gespeicherten Energie erfordern. Diese „Let-off“-Kräfte sind meist bei nur wenigen Prozent der effektiven Zugkraft, so dass ein 70 Pfund Bogen nur etwa 15 Kilo im ausgezogenen Zustand an Haltekraft verlangt. Dies ist auch notwendig um auch ein längeres Zielen ohne Ermüdungserscheinungen möglich zu machen. Das ganze Bogensystem wird durch eine Pfeilauflage ergänzt, das ähnlich dem Lauf einer Waffe, dem Pfeil im Abschuss die Richtung gibt. Neuere Auflagen bestehen aus einem Bürstensystem das den Pfeil möglichst ungehindert leitet. Die Visierungen bestehen in den meisten Fällen aus 3 bis 5 verschiedenfarbiger sogenannter Pins die, versehen mit bester Fiberoptik, ein sehr einfaches Zielen erlauben. An der Bogensehe ist ein Peep angebracht das entsprechend einem Diopter funktioniert. Der Abzug ist ähnlich eines sehr leichtgängige Flintenabzuges an Büchsen und wird Release genannt. Dieses Release wird mittels Armschlaufe am Handgelenk angebracht und greift wie eine Zange um eine Sehnenverlängerung. Durch das Betätigen des Abzuges wird die gespannte Sehne freigegeben und der Pfeil wird abgeschossen.
Die Komplexität eines solchen modernen Bogens ist atemberaubend. Alleine das genaue Einstellen des Bogens erfordert ein solides Grundwissen und ist wesentlich schwieriger als das Einschießen einer Büchse. So muss neben dem exakten Timing der Wurf Arme und des Rollensystems (Cams) auch noch der richtige Spine Wert des Pfeiles passen und nicht zuletzt ist dieser Pfeil noch einmal ein System für sich und muss mit der Jagdspitze zusammen wiederum „getunt“ werden. Hat man alle diese Klippen gemeistert so hat man ein außergewöhnliches Jagdgerät, das aber der dauernden Übung bedarf und dies möglichst oft.
In Deutschland ist die Bogenjagd doch eher verpönt und entspricht nicht den Vorstellungen der Masse der Jägerschaft. Ganz im Gegensatz gibt es aber Länder in denen die Bogenjagd einen hohen Stellenwert besitzt. Nicht zuletzt sind die amerikanischen Jäger von dieser Art Jagd fasziniert. Die Argumentation des nicht wie ein Büchsenschuß tötenden Pfeiles mag man dahingestellt lassen. Nicht zuletzt auch wegen der unterschiedlichen Art der Wirkung von Pfeil zu Büchsengeschoß. Aber wenn man in Fachzeitschriften lesen kann dass alleine in einem Bunddesstaat der USA jährlich eine fünfstellige Summe an Stücken Wild krank geschossen werden und nur ein Bruchteil davon den Bogenjägern angelastet werden kann, so spricht das für eine hohe Besonnenheit der Bogenjäger. (Die Gesamtzahl des mit der Kugel krank geschossenen Wildes in Deutschland pro Jahr ist mir nicht bekannt, liegt aber meines Ermessens ebenfalls in einem fünfstelligen Bereich.)
In der Praxis ergab sich für mich eine leichte und reichliche Verwendung für den Bogen, waren doch in diesem Jahr die Warzenschweine bei uns extrem stark vertreten. Da wir schon eine sehr stattliche Zahl (!!) dieser Schweine mit Gästen erlegt hatten und die Äcker immer noch von schweinischen Heerscharen heimgesucht wurden, waren die ersten Opfer meiner neuerlichen Bogenjagd die Warzenschweine. Da es, mit günstigem Wind und richtigem Sonnenstand sehr leicht ist diese anzupirschen, hatte ich keinerlei Probleme auf Schußnähe an sie heranzukommen. Dass ich das erste Schwein gleich überschossen hatte war wohl eher meiner Ungeduld zuzuschreiben. Bogenjagd ist eben auch reine Geduldssache. Aber nach dem ersten Misserfolg kam der erste Erfolg gleich hinterher. Mit einem etwas hohen Schuß durch die Wirbelsäule lag der Keiler auf der Stelle. Es folgten noch einige andere Stücke und zu meiner Verwunderung blieben die Fluchtstrecken alle unter der 30 Meter Marke. Zur Verwendung kamen auf Schweine nur „cut on contact“-Pfeilspitzen denn hier in Namibia sind sogenannte mechanische Pfeilspitzen, die ihre Schneiden erst beim Auftreffen aufklappen, verboten. Der neue Bogen den ich verwende weist ei Zuggewicht von 65 Pfund auf ist erstaunlich leicht und das Jagen damit bereitet große Freude.
Nicht jedem Jäger wird die Bogenjagd gefallen, aber sie ist doch auch eine Art der Jagd. Ursprünglich eben und sie hat ihre eigenen Gesetze und Reize. Auch wenn ich das meiste Wild doch noch immer mit der Kugel erlege so ist die Bogenjagd für mich doch ein ganz besonderes Erlebnis, das ich auch nicht wieder missen will.




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Kommentare

07.08.2014 06:05 THIERRY

genau meine Einstellung zur Bogenjagd
07.08.2014 12:03 Dergerl
Dann mal von mir ein kräftiges Waidmannsheil
07.08.2014 14:29 Thomas2867
65 Pfund ist aber garnicht so viel, oder? Wenn andere mit vom Langbogen mit 70 Kg Zuggewicht vorschwärmen
07.08.2014 16:40 katzenfutter
toller Bericht.
Aber mit Compundbogen auf Kirrentfernung am Wasserloch,sehe ich nicht viel Unterschied zur Büchse,die Compund-Technik scheint mir fast "moderner" als unser altes Pulver und Blei.
Langbogen finde ich herausfordernder.
KF
07.08.2014 16:40 katzenfutter
Thomas2867 schrieb:
65 Pfund ist aber garnicht so viel, oder? Wenn andere mit vom Langbogen mit 70 Kg Zuggewicht vorschwärmen


Langbogen mit 70KG ??????
07.08.2014 19:27 namhunt
Thomas2867 schrieb:
65 Pfund ist aber garnicht so viel, oder? Wenn andere mit vom Langbogen mit 70 Kg Zuggewicht vorschwärmen


65lbs (ganz genau sind es 66bei 29“ Auszug) sind schon nicht wenig für einen Compoundbogen. Heutige Bögen bringen einen IBO-speed von 310-330f/s. Gemessen wird dies bei 30“ Auszug mit 70lbs Zugkraft und einem speziellen IBO-Pfeil mit 350grs. Die spezifische kinetische Energie eines Bogens wird nach Auszug, Zuggewicht und Pfeilgewicht berechnet. [www.backcountrybowhunting.com] Je nach der Einordnung in die verschiedenen ft-lbs Klassen sind diese dann für Kleinwild, mittleres Wild, Großwild oder aber auch in der Klasse ab 68ft-lbs für Big Five zugelassen. (nicht verwechseln mit Auszugsgewicht in lbs) Langbögen waren primär für anderen Einsatz konzipiert als für die Jagd und Bögen in der von dir genannten Gewichtsklasse mit 70 Kilo, sprich etwa 150lbs, sind für 99% der Menschheit nicht händelbar. Geht es doch in erster Linie beim Bogenschießen nicht darum was abschießbar ist, sondern ob man auch damit was treffen kann. Speed kills, not weight! Einfach mal den Schieber des Pfeilgewichtes beim Rechner verschieben auf geringes, mittleres und höheres Pfeilgewicht. Dann sieht man was ich sage … setup Bogen : IBO 310, Auszug 29“, Pfeil 403grs ICS Hunter Pro, Broadhead 100grs G5,
07.08.2014 22:32 sbsax
Die Bogenjäger unter uns wissen, wovon du sprichst. Waidmannsheil
07.08.2014 22:35 sbsax
Thomas2867 schrieb:
65 Pfund ist aber garnicht so viel, oder? Wenn andere mit vom Langbogen mit 70 Kg Zuggewicht vorschwärmen

Die Energieausbeute eines Compound ist wesentlich höher als beim Langbogen. Mein LB 78#, bringt den 500grain Pfeil auf 190fps, der Compound 90# auf knapp 300
08.08.2014 07:09 Thomas2867
sbsax schrieb:
Die Energieausbeute eines Compound ist wesentlich höher als beim Langbogen. Mein LB 78#, bringt den 500grain Pfeil auf 190fps, der Compound 90# auf knapp 300


Ah! Das ist nicht schlecht. Mir hat das so ein Mittelalter Schaukämpfer erzählt mit den 70 Kg. Wobei meine Armbrust mit 160 ibs schon ein Plack ist
08.08.2014 07:29 sbsax
Thomas2867 schrieb:
Ah! Das ist nicht schlecht. Mir hat das so ein Mittelalter Schaukämpfer erzählt mit den 70 Kg. Wobei meine Armbrust mit 160 ibs schon ein Plack ist

70 kg wären rund 140 pfund, dass ist mehr als das errechnete Zuggewicht der LB auf der Mary Rose und dwin Kumpel wäre damit weitab von jedem normalen Bogenschützer. 160 pfund ist bei Armbrüsten eher das untere Ende der Skala, die richtig schnellen (380fps) haben Zuggewichte von 220 pounds. Die Dinger werden von Manchen in Texas in Combo mit Nachtzieltechnik zur Sauenreduktion genutzt.
08.08.2014 19:00 esau
Thomas2867 schrieb:
65 Pfund ist aber garnicht so viel, oder? Wenn andere mit vom Langbogen mit 70 Kg Zuggewicht vorschwärmen

Der Langbogen bringt mit dem Zuggewicht aber deutlich weniger Energie ins Ziel als das "Fahrrad".Zwischen diesen Systemen liegen in der Effizienz/im Umsatz Welten.Schon der Recurve leisten bei gleichen Zuggewicht deutlich mehr.
Beim Langbogen macht die Trägheit der Wurfarme viel wieder futsch ,was oft der Handschock schon verdeutlicht.
Wäre ich nicht mit der "Knalljagd" schon komplett ausgelastet ,würde ich's mit dem Bogen schon gern versuchen.
Doch man muß Prioritäten setzen.
08.08.2014 19:04 esau
katzenfutter schrieb:
Langbogen mit 70KG ??????

Pfund meint er mit Scherheit.
Kriegsbögen gab es gelegnentlich bis um die 80#.
10.08.2014 19:06 sbsax
esau schrieb:
Pfund meint er mit Scherheit.
Kriegsbögen gab es gelegnentlich bis um die 80#.

Bedeutend mehr mein Guter, die kriegen wir nicht gespannt.
[www.toxophilus.org]
10.08.2014 19:51 Yumitori
Moin namhunt,
ein herrlicher Beitrag, auch meine Einstellung, letztlich würde ich a l l e s, was schießt, trifft und einen "clean kill" zu liefern imstande ist, nutzen, auch eine "cap and ball" .54 Hawken (z.B.).
Und wer weiß, was "Yumitori" bedeutet, der versteht mich auch.
Ein ganz herzliches Waidmannsheil aus der Bankenstadt
T
11.08.2014 19:26 esau
sbsax schrieb:
Bedeutend mehr mein Guter, die kriegen wir nicht gespannt.
[www.toxophilus.org]

Ich hatte nr die 80...100 Pfünder auf dem Schirm.
Nun gut, die Jungs haben das aber gelegentlich auch mit erheblichen Skelettdeformationen bezahlt.
Dann sind die aber Angaben vom Thomas gar nicht so abwegig.
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