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Hunting Stories

Meine Jagderlebnisse (13 Einträge)

Südafrika Südafrika Südafrika
305 mal angesehen
06.08.2014, 09.39 Uhr

Südafrika, Game Lodge Bolayi/ Jung und unerfahren

In meinen Jahren als Jungjäger konnte ich nichts mit dem Thema Auslandsjagd geschweige denn mit einer Jagd auf dem afrikanischen Kontinent anfangen. Vielleicht interessierte das Thema mich nicht, da ich mir eine solche Reise eh nicht leisten konnte. Doch dann entdeckte ich im Kiosk eine Ausgabe von Jagen Weltweit und plötzlich wuchs das Interesse in mir meinen jagdlichen Horizont zu erweitern.

2004 war es dann so weit. Von Luxemburg über Amsterdam ging es nach Südafrika. Im Gepäck eine niegelnagelneue .375 H&H sowie meine .338 Lapua Magnum. Ein Pauschalangebot beinhaltend 1 Kudu, Oryx oder Streifengnu - 1 Impala sowie 1 Warzenschwein auf der Klein Bolayi Game Lodge hatte mir zugesagt. Außerdem konnte ich noch anderes Wild nach Listenpreis erlegen.

Am Flughafen wurden ich seitens meinem Jagdführer André S. in Empfang genommen. André war ein netter sympatischer Mensch, von stattlicher Körperstatur. Von der Gestallt her hätte Bud Spencer sein Zwillingsbruder sein können. Leider stellte sich im Nachhinein heraus, dass André bedingt durch besagtes Aussehen etwas oder besser gesagt sehr lauffaul war und die meiste Zeit war nur Gummipirsch angesagt. Derselbe war aber ein guter Unterhalter und dies gefiel immerhin meiner Freundin, welche mich auf der Reise begleitete.

Klein Bolayi Game Lodge liegt inmitten einer einzigartigen Landschaft in der nördlichsten Region des Limpopo Buschfelds, umgeben von prächtigen uralten Baobabs (Affenbrotbäumen) und beeindruckenden Granitfelsen. Dieselbe wurde zu dem Zeitpunkt vom Ehepaar Ingeborg und Dirk L. betrieben.

Aufgeregt brach der erste Jagdtag an. Auf der ersten Gummipirsch sahen wir zwei Blessböcke, jung und unerfahren wie ich war, ließ ich mich vom PH dazu überreden vom Wagen aus zu schießen. Zuerst gab er mir das rechte Stück frei, bei welchem es sich um ein männliches Stück handelte. Da ich dieses Stück aber nicht ins Glas bekam, sagte André ich solle den links stehenden Blessbock schießen. Nach dem Schuss lag ein weiblicher (!) Blessbock auf der Strecke. Naja trotzdem freute ich mich über mein erstes afrikanische Stück Wild. Nach dem Aufladen unserer Beute ging es weiter, als nach kurzer Zeit ein Warzenschweinkeiler vor uns weg flüchtete. Wieder kam das Shoot, shoot shoot von André und wieder ließ ich mich dazu verleiten vom Wagen aus zu schießen. Ein alter und reifer Keiler war zur Strecke gekommen.

Am zweiten Jagdtag, fuhren wir zur Nachbarsfarm um auf Kudu zu jagen. Wieder starteten wir die Gummipirsch. Als ein Rudel Kudus in Anblick kam, gingen wir dieselben an. Als ein Bulle frei stand, kam das Shoot von André. Auf den Schuss aus meiner .338 Lapua Mag. hin, zeichnete der Bulle, ging aber flüchtig. Ich konnte noch 3 Schüsse loswerden, ohne jedoch den Bullen zu stoppen. Wir folgten der deutlich sichtbaren Wundfährte. Nach etwa 200 Metern sass der Bulle im Wundbett, kam aber gleich wieder hoch. Drei weitere Schüsse waren Notwendig bis ich endlich an meine Beute herantreten konnte. Vor mir lag ein viel zu junger Kudubulle mit gebrochenem und total entzündetem Vorderlauf, ein Hegeabschuss. Von meinen 7 abgegebenen Schüssen sassen 6 (!) im Leben. Wieso die .338 L.M. so wenig Wirkung zeigte, konnte ich nicht verstehen. Egal die Beute wurde aufgeladen und zur Wildkammer verbracht. Am Nachmittag des besagten Tages jagten wir auf einer Orangenplantage auf Pavian. Es gelang mir einen dieser Räuber zu erlegen, ganz zur Freude der Plantagenarbeiter!!

Der dritte Jagdtag verlief Anfangs sehr ruhig. Als jedoch ein Rudel Impalas vor uns flüchtete, fragte mich André ob ich auch flüchtig schießen könne, wenn ja, dann solle ich ein Stück für die Küche erlegen, es wären nur weibliche Stücke im Rudel, ich solle deshalb einfach eins aus dem Rudel schießen. Als einige der Tiere eine Schneise überfielen, zog ich mit und drückte ab. Das beschossene Impala überschlug sich und blieb am Anschuss liegen. Als wir an das Stück herantraten lag der einzige junge Bock des Rudels auf der Strecke. Ich ärgerte mich, hatte André doch behauptet es sei kein Bock im Rudel. Mein Pauschalangebot beinhaltete ein männliches Impala. Eigentlich hatte ich dabei nicht an so einen jungen Bock gedacht. André war sein Fehler aber bewusst und so wurde den Farmbesitzern der Abschuss eines weiblichen Impala für die Küche gemeldet.
Nachmittags kamen wir wieder an ein Rudel Impalas heran. Im Rudel stand ein kapitaler Bock. Da dieser uns aber schon bemerkt hatte, blieb mir nur der Schuss auf den Stich. Nach dem Schuss ein Durcheinander im Rudel, den Bock konnte ich nicht sehen. André klopfte mir auf die Schulter, er war sich sicher dass der Schuss gut platziert war. 5 Meter vom Anschuss lag dann auch mein kapitaler Bock. Das erste Mal freute ich mich so richtig auf dieser Afrikareise, denn dieses Mal war alles richtig.

Am vierten Tag legten wir einen Ruhetag ein und fuhren in den Krüger Nationalpark. Hier zeigte sich André als guter Reiseführer. Wenn man Südafrika bereist, sollte man schon den Krüger Nationalpark besuchen, es lohnt sich.

Am fünften Tag der Reise, dem vierten Jagdtag also, jagte ich mit dem schwarzen Jagdführer Roger, dies da André familiäre Verpflichtungen hatte. Endlich war mal ein Tag lang keine Gummipirsch angesagt. Roger brachte mich an einen Oryx heran, welchen ich mit meiner .375 H&H an den Anschuss bannen konnte. Am erlegten Stück mussten wir feststellen, dass der linke Vorderlauf des Bullen ab dem Kniegelenk fehlte also wieder ein Hegeabschuss.

Am sechsten und letzten Jagdtag, jagte ich zusammen mit André auf Flugwild. Ich hatte mir hierfür eine Flinte sowie Schrotmunition geliehen. Ich schoss auf Perlhühner, ich schoss auf Tauben doch irgendwie wollte ich einfach nicht treffen. Als ich dann mal die Munition begutachtete sah ich dass man mir Trap Munition gegeben hatte. Nachdem mir André von seinen Schrot gab, gelang es mir auch Strecke zu machen. Auf der Rückfahrt zur Lodge gelang es mir noch einen weiteren Pavian zu schießen.

André verbrachte uns am letzten Tag nach Johannesburg wo wir den Flieger nach Hause nahmen.

Fazit: Es war meine erste Reise und an sich ein Sprung ins kalte Wasser. Unerfahren wie ich war, entstanden viele Fehler. Der grösste Fehler war, dass ich mich zu oft zum Schuss verleiten ließ. Aber wie sagt man so schön: kein Meister ist bisher vom Himmel gefallen und aus Fehlern lernt man(!) und das habe ich getan.
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THIERRY

THIERRY

Alter: 42 Jahre,
aus Elvange
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