Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Der Ruf der Wölfin

(1 Eintrag)

Was man alles im Revier finden kann? "Da prügeln sich Zwei"
1300 mal angesehen
19.05.2014, 16.33 Uhr

Der Ruf der Wölfin

Letzten Sonntag stand der Besitzer eines Einzelgehöftes am Zaun, als ich vorbei fahren wollte. Ich nutze jede Gelegenheit um mit ihn ins Gespräch zu kommen und bin auf einen guten Kontakt aus, weil ich schon mehrfach Hilfe, über Winter eine Tasse heißen Tee und viele brauchbare Hinweise über das Wild erhalten habe. Dieses Mal berichtete er mir, dass das Rotwild ihm förmlich den Gartenzaun eindrückt. Das wollte ich mir ansehen, weil ich erst vor wenigen Tagen einen laufkranken Rothirsch gesehen hatte, welcher der Wildbahn entnommen werden soll. Aber wie das so ist, krankes Wild ist immer sehr heimlich. Hinter dem Gehöft befindet sich eine etwa 300 m lange und 50 m breite. geschlossene Fichtendickung und davor liegt eine ehemalige, nicht mehr bewirtschaftete Forstwiese. Auf dem Weg zur Kanzel mache ich ein schlankes Schmalreh hoch, welches in die Fichtendickung abspringt. Mit dabei ist natürlich meine DJT-Hündin, die es sich zwischen meinen Füßen bequem
macht.
Diesen Revierteil habe ich eigentlich in diesem Jahr vernachlässigt, weil ich an anderer Stelle erfolgreich den Sauen nachstellte. Sauen sehe ich jetzt jeden Abend aber vielleicht kommt mir der Hirsch vor die Büchse, so waren jedenfalls meine Gedanken. Im Laufe des Abends leistete mir ein hoffnungsvoller Damspiesser auf der Wiese Gesellschaft, bis mir der Wind den Geruch von Sauen in die Nase trieb. Sie mussten also in der Dickung stecken. Vielleicht kommt mir hier die große Rotte mit den Überläufern, aus der ich vorige Woche ein Stück erlegen konnte? Bald konnte ich auch das Abstreifen der Fichtenzweige an Wildkörpern und spielende oder balgende Frischlinge hören. Spannung pur. Ich nahm schon einmal die Büchse in die Hand, weil die Überläufer recht flott die führenden Bachen umkreisen können und dann sollte es schnell gehen. Doch nichts geschah- bis zwei graue, altfuchsgroße Wildkörper über die Wiese sausten. Es waren Jungwölfe, die in spielerischer Art
ihren Trieb austobten. Schon griff ich zum Rucksack und wollte die Kamera heraus holen, da ertönten zwei kurze, energische Rufe, die wie "kau-ii" klangen aus der Dickung. Gleichzeitig konnte ich zwischen den Pflanzreihen
kurzzeitig eine graue Hinterhand erkennen. Die Wölflein riss es herum und sie verschwanden schnurstracks in den Fichten. Spannung pur - doch nichts geschah in den nächsten Minuten. Erst viel später war das heftige Blasen einer Sau zu hören und nach Minuten zog ein starker Keiler nebst Adjutanten am Ende der Dickung über die Wiese. Beide verhofften noch einmal kurz und sicherten zur Dickung hin.
Ich habe den Wolf in Russland und Estland kennen gelernt und bin im letzten Jagdjahr vier mal mit einem Wolf im Revier zusammen getroffen. Seit dem arbeite ich mit unserem Wolfsbeauftragten zusammen. Nach dessen Auskunft befindet sich die nächste Wolfshöhle in einer Entfernung von 20 km.
Fragen über Fragen! Sind diese Jungwölfe doch in unmittelbarer Nähe geworfen wurden? Das haben wir immer befürchtet oder sind sie bereits mit ihrer Mutter auf Beutezug?
An die beiden Keiler haben sich die Wölfe nicht heran getraut. Wer schon einmal kämpfende Keiler in der Rauschzeit, wie ein getriebenen Keiler durch einen Gatterzaun geht oder was er mit einer gefüllten Kirrtrommel macht, gesehen hat, weiss von der enormen, geballten Kraft. Ich denke mal, dass selbst ein stärkerer Überläuferkeiler dem Wolf einiges entgegen zu setzen hat.
Obwohl die Wölfe in der Dickung gelegen haben müssen, lag in unmittelbarer Nähe ein Schmalreh und äste über einen längeren Zeitraum der Damspiesser.
Jagen die Wölfe an dem kranken Rothirsch? Sicherlich doch.
Auf jedem Fall ist abzuwarten wie die Wildbestände jetzt reagieren.

Zwischenbericht:

Nach der Wolfssichtung war ich jeden Tag im Revier und konnte feststellen, dass es absolut wildleer ist. Während ich vorher jeden Abend Rotwild und Sauen in Anblick hatte, ist jetzt absolute Leere. Kein Wild zeigt sich mehr.
Mal sehen wie lange dieser Zustand noch anhält.
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

Gangloff

Gangloff

Alter: 70 Jahre,
aus Oranienburg
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

19.05.2014 18:07 Remmi
.........was willst du machen? es werden immer mehr! Ein Bekannter aus dem südlichen BRB hat mir erst kürzlich bestätigt. dass praktisch kein Reviergang vergeht, ohne dass er auf Anzeichen der Anwesenheit der Grauen stösst.
19.05.2014 18:50 Gangloff
Bolchower schrieb:
.........was willst du machen? es werden immer mehr! Ein Bekannter aus dem südlichen BRB hat mir erst kürzlich bestätigt. dass praktisch kein Reviergang vergeht, ohne dass er auf Anzeichen der Anwesenheit der Grauen stösst.


Ich will überhaupt nichts machen. Der Wolf jagt gnadenlos, hart und gerecht. Er ist mir lieber als mancher Nachbar.
19.05.2014 19:35 birkos
so ähnlich hab ich es vor 3 Wochen erlebt , ein einzelner Wolf schlief mittags in einer Kieferndickung.....ca 300m weiter lagen 3 Bachen mit Ihrem Nachwuchs.....
19.05.2014 19:47 dikay1
endlich wieder ein toller bericht,ohne gesülze..
19.05.2014 19:51 Gento
Bei uns sind sie auch. Ich habe schon Losung,die mir verdächtig vorkam, mit nen Stöckchen seziert. Hoffendlich hat mich keiner dabei gesehen.
Ob das mal alles gut geht ...
20.05.2014 07:55 Jungdachs
Hallo Rüdiger,

war der Widder ein Riss ?

Gruß Jungdachs
20.05.2014 09:13 Razorback
Prima Bericht, abwarten Tee trinken. Nich mehr alle Füxe schiessen ;o)

Gruss aus Süd-BB
20.05.2014 12:00 Gangloff
Jungdachs schrieb:
Hallo Rüdiger,

war der Widder ein Riss ?

Gruß Jungdachs


Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen.

Gruß
20.05.2014 14:01 NOL
Wir müssen alle mit den Wölfen leben ...... das einzige was mich stört ist der Fakt das Eigentümer (Waldflächen) keine Schäden welche durch die Wölfe entstehen ersetzt bekommen. Zb. Panikrudel die ohne Unterlass die Rinde von Fichten Douglasien etc. schälen. Vor 10 Jahren hatten wir gar keine Schäden seit zwei/drei Jahren nehmen sie sukzessive zu. Ich habe selber ein Panikrudel mit ca. 130 Stück filmen können die in einer Wagenburg die Dickung für eine Woche nicht verlassen haben. Danke an das Büro Lupos für die tolle Marketingarbeit bzw. danke an die Politik die uns Eigentümer nicht schützen kann/will !!!
20.05.2014 21:56 Gangloff
NOL schrieb:
Wir müssen alle mit den Wölfen leben ...... das einzige was mich stört ist der Fakt das Eigentümer (Waldflächen) keine Schäden welche durch die Wölfe entstehen ersetzt bekommen. Zb. Panikrudel die ohne Unterlass die Rinde von Fichten Douglasien etc. schälen. Vor 10 Jahren hatten wir gar keine Schäden seit zwei/drei Jahren nehmen sie sukzessive zu. Ich habe selber ein Panikrudel mit ca. 130 Stück filmen können die in einer Wagenburg die Dickung für eine Woche nicht verlassen haben. Danke an das Büro Lupos für die tolle Marketingarbeit bzw. danke an die Politik die uns Eigentümer nicht schützen kann/will !!!


So unterschiedlich sind die Meinungen. In einer Broschüre des BUND konnte ich lesen, dass der Wolf der Freund des Försters ist, weil er das Wild aus den Dickungen treibt. Wir müssen wohl alle noch lernen - was den Wolf betrifft.
21.05.2014 10:32 Wildkraut83
NOL schrieb:
Wir müssen alle mit den Wölfen leben ...... das einzige was mich stört ist der Fakt das Eigentümer (Waldflächen) keine Schäden welche durch die Wölfe entstehen ersetzt bekommen. Zb. Panikrudel die ohne Unterlass die Rinde von Fichten Douglasien etc. schälen. Vor 10 Jahren hatten wir gar keine Schäden seit zwei/drei Jahren nehmen sie sukzessive zu. Ich habe selber ein Panikrudel mit ca. 130 Stück filmen können die in einer Wagenburg die Dickung für eine Woche nicht verlassen haben. Danke an das Büro Lupos für die tolle Marketingarbeit bzw. danke an die Politik die uns Eigentümer nicht schützen kann/will !!!

Und ein Rudel was mit 130 (in Worten: Hundertdreißig) Stück Rotwild was nicht "in Panik" ist macht gar keine Schälschäden?
21.05.2014 12:01 NOL
@Wildkraut

Nein macht es nicht weil es gar nicht zu der Konzentration kommen würde ohne jagende Wölfe.
Dieses Phänomen gibt es nur wenn man gerade einige jagende Wölfe im Revier hat ansonsten teilt sich das Rotwild in gesunden Maßen auf.
Natürlich gab es früher den einen oder anderen Baum der keine Chance hat (Douglasie war zb immer gefährdet) aber seit die Wölfe als quasi Standwild da sind kommt es zu dieser beschriebenen Entwicklung !
Ich war früher immer pro Wolf das Problem ist die hohen Konzentration in der Niederschlesischen Oberlausitz (ca 240 Wölfe auf 200,000 Hektar).
21.05.2014 12:25 Gangloff
NOL schrieb:
@Wildkraut

Nein macht es nicht weil es gar nicht zu der Konzentration kommen würde ohne jagende Wölfe.
Dieses Phänomen gibt es nur wenn man gerade einige jagende Wölfe im Revier hat ansonsten teilt sich das Rotwild in gesunden Maßen auf.
Natürlich gab es früher den einen oder anderen Baum der keine Chance hat (Douglasie war zb immer gefährdet) aber seit die Wölfe als quasi Standwild da sind kommt es zu dieser beschriebenen Entwicklung !
Ich war früher immer pro Wolf das Problem ist die hohen Konzentration in der Niederschlesischen Oberlausitz (ca 240 Wölfe auf 200,000 Hektar).


Im Wolfsgebiet ist die Bildung von Großrudeln
die einzige Möglich zum Überleben.
Du solltest deshalb deinen Einfluß beim Waldbesitzerverband geltend machen. Gerade dieser zeigt in jüngster Zeit Denkweisen, welche die Jagd künftig in Frage stellen.
22.05.2014 09:48 Wachtelwelpe
NOL schrieb:
Wir müssen alle mit den Wölfen leben ...... das einzige was mich stört ist der Fakt das Eigentümer (Waldflächen) keine Schäden welche durch die Wölfe entstehen ersetzt bekommen. Zb. Panikrudel die ohne Unterlass die Rinde von Fichten Douglasien etc. schälen. Vor 10 Jahren hatten wir gar keine Schäden seit zwei/drei Jahren nehmen sie sukzessive zu. Ich habe selber ein Panikrudel mit ca. 130 Stück filmen können die in einer Wagenburg die Dickung für eine Woche nicht verlassen haben. Danke an das Büro Lupos für die tolle Marketingarbeit bzw. danke an die Politik die uns Eigentümer nicht schützen kann/will !!!


Wäre es nicht möglich über ein Projekt einige Stücke zu besendern und so das Verhalten und den Aufenthaltsort des Rudels zu dokumentieren ? Zumindest könnte man Rückschlüsse auf Wild bzw. Schälschäden zurückführen und diese der Politik auf den Schreibtisch legen.
22.05.2014 11:53 NOL
@Wachtelwelpe

Dies ist längt geschehen und die Ergebnisse zeigen ganz klar, dass es zu einer massiven Konzentration des Rotwildvorkommens kommt wenn der graue Freund jagt.
Das Wölfe das Wild aus Dickungen jagt wir das wohl in gewissen Broschüren steht ist fast lachhaft daher der Wolf ein Steppenjäger ist bzw. seine Beute immer gerne in Sichtweite hat.
Aber genug vom Wolf es ist ja nicht mehr zu ändern und irreversible Schäden sind schon entstanden.
22.05.2014 12:13 flotthund
Wildkraut83 schrieb:
Und ein Rudel was mit 130 (in Worten: Hundertdreißig) Stück Rotwild was nicht "in Panik" ist macht gar keine Schälschäden?


In Wolfsgebieten mit Wölfen als Standwild bildet sogar Rehwild im Wald Sprünge. Das Problem ist eben die vermehrte temporäre Rudel- und Rottenbildung. Wildtiere, die sich sonst auf sehr großer Fläche verteilt haben, stehen dann konzentiert auf kleinen Flächen.
22.05.2014 12:14 flotthund
Gangloff schrieb:
... Waldbesitzerverband geltend machen. Gerade dieser zeigt in jüngster Zeit Denkweisen, welche die Jagd künftig in Frage stellen.


Wie äußert sich das?
22.05.2014 12:20 Wildkraut83
NOL schrieb:
@Wildkraut

Nein macht es nicht weil es gar nicht zu der Konzentration kommen würde ohne jagende Wölfe.
Dieses Phänomen gibt es nur wenn man gerade einige jagende Wölfe im Revier hat ansonsten teilt sich das Rotwild in gesunden Maßen auf.
Natürlich gab es früher den einen oder anderen Baum der keine Chance hat (Douglasie war zb immer gefährdet) aber seit die Wölfe als quasi Standwild da sind kommt es zu dieser beschriebenen Entwicklung !
Ich war früher immer pro Wolf das Problem ist die hohen Konzentration in der Niederschlesischen Oberlausitz (ca 240 Wölfe auf 200,000 Hektar).

Ok. Missverständnis. Dachte es gab vor dem Wolf schon Rudel von 130 Stk.
Nu ists klar!
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang