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Nachgehakt!

Fakten, denen sich die Presse verweigert (5 Einträge)

Ente Gänseküken noch im schützenden Stall Schüsseltreiben nach der Drückjagd
567 mal angesehen
25.04.2014, 06.50 Uhr

Jagd medial Teil 1: Die Illusion von der sich selbst regulierenden Natur

Neulich erhielt ich eine E-mail: Man sei auf meine Seite gestoßen und ich möge doch mit der Lüge vom Jäger als Naturschützer aufhören. Auf meine bescheidene Frage, ob die Bekanntschaft mit geschlagen zwei Jägern nicht ein bisschen dünne sei und ob man sich nicht etwas umfassender informieren wolle, erhielt ich die Antwort: "Ich brauch keine Grundlage für eine fundierte Meinung."
Das fand ich hübsch! Denn Charakteristikum der fundierten Meinung ist ja bekanntermaßen die Grundlage, auf der diese Meinung beruht.

Tatsächlich ist das Ganze richtig unhübsch: Zum einen ist es vollkommen unmöglich, einer derartige komplexen Angelegenheit wie den Belangen des Umwelt- und Naturschutzes im Zusammenleben von Mensch und Tier in der Kulturlandschaft ohne Kenntnis der Grundlagen und Wechselwirkungen gerecht zu werden. Zum anderen ist die zur Schau getragene Geisteshaltung symptomatisch und Teil einer Totalverweigerung gegenüber jedem Sachargument und der Kommunikation mit der menschlichen Umwelt. Es ist das Rüstzeug der Fanatiker jeder Couleur.

Gut zu meinen reicht meistens nicht


Wenn jährlich 500 Wildschweine von Menschenhand "erledigt" werden, gibt es nichts daran zu fackeln, dass das ein Eingriff des Menschen in die Natur ist, vollkommen einerlei welchen Namen das Ding trägt.
Wenn Gänse in mobilen Vergasungsstationen um die Ecke gebracht werden, ist das zweifellos hoch effizient.
Und es bleibt ein Eingriff des Menschen, wenn Tiere elendig aufgrund zu hoher Dichte bei unzureichendem Äsungsangebot eingehen, weil Mensch verhindert, dass die Tiere ausweichen können.
Im Positionspapier des BUND zur Jagd in NRW aus dem März 2012 heißt es u.a. (S.4): "Wir wissen zudem sehr wenig über die in Mitteleuropa natürliche Populationsdichte von Tierarten. Insofern gibt es keine bekannte natürliche Zielgröße für eine Population, die bei einer Begrenzung durch die Jagd als
Messlatte dienen könnte. Vor diesem Hintergrund ist die Jagd als Mittel der Regulation unbrauchbar."
Bereits die logische Verknüpfung ist unzutreffend: Ist die Bezugsgröße nicht bekannt, auf die menschliches Tun einwirkt, lässt sich keine Aussage über die Intensität der Einwirkung treffen. Ferner stellt sich das Problem, dass faktisch keine verallgemeinerbare Aussage über "angemessene", "natürliche" oder "was -auch-immer" Populationsdichten getroffen werden kann.

Vor allem aber - und das zeigen die vermeintlich "jagdfreien" Zonen in Europa hinlänglich - ist ein gedeihliches Miteinander von Mensch und Wildtieren ohne menschliche Regulation und Einflussnahme nicht (mehr) möglich.
Es ist eine weldfremde Utopie, mithin eine Wahnvorstellung, anzunehmen, dass Mensch und Tier irgendwie miteinander zurande kämen.
Dies gilt um so mehr als die menschliche Toleranz der der meisten Wildtiere deutlich unterlegen sein dürfte.

Beim Schaden hört der Spaß auf: Fuchs Du hast die Gans gestohlen

Auch, wenn man es kaum glauben mag, findet "die Waldwirtschaft", dass deutsche Jäger zu wenig Rehe und Rotwild erlegen, auch wenn es ausgesprochen schwer fällt, den Wildschaden im Wald zu beziffern. Dass Wildschweine, von der Natur mit einer ausgesprochen gesunden Reproduktionsrate ausgestattet und wehrhaftes Wild ohne natürliche Feinde, in der Landwirtschaft erheblichen Schaden anrichten, ist eine Binsenweisheit und die ersten Reaktionen auf die Gefahr einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest(ASP) lassen nichts Gutes ahnen. Die stark gestiegenen Komoran-Bestände gehören zum stetigen Klagelied der Fischereiwirtschaft und einfallende Wildgänse-Scharen und von klugen Krähen zu dem der Landwirtschaft. Jahrzehnte lang ging es dem Fuchs der Tollwut wegen an den Kragen, der Fuchsbandwurm ist nichts, was Mensch sich einfangen will und die Räude sollen Fiffi und Katzi lieber auch nicht bekommen;der Gänsebauer findet es auch nicht so witzig, wenn der Fuchs die Gans holt oder gleich die aufgescheuchte Gänseschar in Panik im Zaun en masse verendet.
WaschbärenWaschbären in Kassel und Berlin Reinickendorf, Wildschweine in Berlin-Schmargendorf auf der Clayallee und umgegrabene Vorgärten, vom Mader zerfressene Gummischläuche im Auto, gesperrte Gewässer und Naherholungsgebiete im befriedeten Bezirk sind die Spitze des Eisbergs.

Da reicht es nicht so weit mit der menschlichen Toleranz. Und dass nun ausgerechnet der wiederkehrende Wolf, ausgewilderte Luchse oder Füchse, die samt und sonders sicher nicht interessiert, ob sie nun das "überflüssige und die Naturverjüngung schädigende" Reh oder das Schaf von Bauer Kruse reißen bzw. sich die Wildgans oder aber die Weidegans für den Weihnachtsbraten holen, nun in der Lage sein sollen, dieses Problem in den Griff zu bekommen, mag zwar vereinzelt Wunschdenken entsprechen, weist aber wenig Realitätssinn auf.
Es bleibt die von Menschenhand gesteuerte Regulation - die Frage nach dem OB stellt sich schlicht nicht -, um so mehr als die sog. Prädatoren, auch Raubwild genannt, sich in ihrem Beuteverhalten eher wenig selektiv verhalten und so denn auch auf Gelege und Jungtiere bedrohter Tierarten genauso wenig Rücksicht nehmen wie Nachbars Katzi.

Es mag der menschlichen Natur entsprechen, den Wunsch zu hegen, die Natur bekäme sich schon von selber (wieder) in den Griff, ließe man sie nur, wird das nur ganz sicher nicht in der Form möglich sein, dass es ohne Wehgeschrei der Menschen in der Kulturlandschaft geschähe.
Geht es aber alleine um das WIE der menschlichen Naturregulation, findet jedenfalls bezogen auch die in die Öffentlichkeit getragene Debatte eine Scheindiskussion - teilweise in Grabenkämpfen - statt, die mit der eigentlichen und maßgeblichen Fragestellung über das WIE der menschlichen Einflussnahme auf die Natur rein gar nichts zu tun hat.
Es sollte ungemein beruhigen, dass diese Debatte nach repräsentativen Umfragen aus dem Jahre 2011 ganz überwiegend spurlos vorübergegangen zu sein scheint und die Zahl derer, die meint, es wäre mit Fleisch- oder Verzicht auf jegliches tierische Produkt getan sei, offenbar begrenzt ist.


So wende man sich dem WIE der Naturregulation zu:

Holland hatte nun die Jagd weitestgehend abgeschafft. Die Natur sollte sich in Oostvaardersplassen, ein Naturschutzgebiet nordöstlich von Amsterdam im Eigentum der staatlichen Waldbehörden, zu mehr als der Hälfte aus Wasserflächen bestehend, selbst regeln, ohne Jagd. In einem eingezäunten Areal von 5600 ha wurden Rotwild, Heckrinder und Wildpferde gehalten. "Zunächst vermehrten sie sich innerhalb kürzester Zeit prächtig. Im Winter wurde dann recht schnell die Nahrung knapp."
Natürlich kann man Wild einsperren und aushungern. Das regelt sich dann in der Tat recht schnell: Abgemagerte Tiere, unzählige Kadaver und ein kahlgefressenes "Naturschutzgebiet".
Auch für die in Scharen einfallenden Graugänse, die schnell zur Landplage gerierten, hat man eine "jagdfreie" Lösung gefunden, die zweifellos um Welten effizienter ist, als die herkömmliche Bejagung: Gänseküken und in der Mauser flugunfähige Altvögel werden eingesammelt und vergast.
Hier gibt es nichts zu streiten und zu diskutieren: Ein solcher Umgang mit Tieren, mit Lebewesen, mit der Natur ist nicht hinnehmbar. Es ist die Paraldose, mit der Schädlinge bekämpft werden, hat mit Tier-, Natur- und Umweltschutz sicher nichts zu tun und mit der Achtung vor der Kreatur und Gottes Schöpfung schon gleich gar nichts..

Hiernach stellt sich die Situation im "jagdfreien" Kanton Genf geradezu harmlos dar: "Dort erlegen etwa ein Dutzend Umwelthüter pro Jahr rund 500 Wildschweine, vornehmlich zur Vermeidung von Wildschäden. Für die überwiegend nächtlichen Jagdeinsätze kommen Infrarot-Fotofallen, Restlichtverstärker und andere technische Hilfsmittel zum Einsatz, die aus Tierschutzgründen zumindest fragwürdig und in Deutschland zum Teil sogar verboten sind." Wenn auch technisch hochgerüstet, wird ganz klassisch dem Wild nachgestellt und es erlegt, was der langläufigen Definition des Wortes "Jagd" entspricht, wie auch immer man die Ausführenden bezeichnen mag.
Die Organisation - tatsächlich, wie rechtlich - ist eine andere als in Deutschland, wenn ausschließlich Berufsjäger zur Wildschadensbekämpfung die Jagd ausüben, was nichts daran ändert, dass gejagt wird.

Es geht damit gar nicht um die Frage, ob der Mensch regulierend eingreift oder die Jagd ausübt und Tiere getötet werden. Es geht darum, dass es eine Gruppe von Jagdgegnern gibt, deren harter Kern mit 900-1000 Aktivisten beziffert wird und die der illusorischen Ansicht anhängen, es gäbe die Alternative auf den aktiv tötenden Eingriff von Menschen in die Wildtierwelt verzichten zu können. Und es gibt Strömungen in Deutschland, denen die tatsächliche und rechtliche Ausgestaltung der Jagd auf jagdbares Wild in Deutschland, wie es sich derzeit darstellt, offenbar nicht passt.

Anders als man vermuten könnte, ließe sich das "Genfer Modell" durchaus mit dem dt. Bundesjagdgesetz einführen, da dieses im Grundsatz die Option der "jagdlichen Eigenbewirtschaftung" bzw. "Regiejagd" ermöglicht. Hierunter wird die am Grundeigentum haftende jagdliche Nutzung nicht - wie bis bislang üblich - im Ganzen, mit Haut und Haar, an einen "Hobbyjäger" verpachtet, sondern organisiert der Grundeigentümer bzw. die Gemeinschaft derselben die Bejagung selbst, etwa indem man einen Berufsjäger anstellt. Je nach Größe der zu bewirtschaftenden Fläche und deren Eigenheiten, Wildvorkommen und Zielsetzungen ist das auszugestalten, sind "Hobbyjäger" zur Unterstützung in sog. Pirschbezirken heranzuziehen u.ä..
Tatsächlich geht es aber dabei keineswegs darum, ob jetzt ein angestellter Berufsjäger, mit oder ohne Unterstützung von "Hobbyjägern" viel professioneller oder viel besser bewirtschaftet, viel mehr Strecke macht, viel besser jagt oder was auch immer, sondern um das liebe Geld und Aufwand, der bekanntermaßen auch Gold wert ist.

"Mit der Eigenbewirtschaftung lässt sich kein Geld verdienen, sondern lassen sich allenfalls Kosten sparen."

Vollkommen unabhängig von dem gesamten Wirtschaftszweig um Frankonia & Co bezahlt nicht der Grundeigentümer den Jäger, dass dieser seinen zu bejagenden Grund bejagt, sondern der Jäger im Wege der Pacht, dass er auf fremden Grund und Boden die Jagd ausüben darf.
Die Verpachtung eines Jagdrevieres stellt eine Einnahme dar. Gleich und Jahr für Jahr.
Die Eigenbewirtschaftung durch einen Berufsjäger kostet erstmal Geld, mindestens dessen Gehalt. Und die Vorzüge der Regiejagd, Vorgaben zur Bejagung zu machen, die Strecke zu optimieren, weil der "gemeine Hobbyjäger stümperhaft und feudalwirtschaftlich sein kleines Wildgehege" unterhält, beschert den Grundeigentümern allenfalls Jahrzehnte später einen Ausgleich, wenn exakt diese oder jene aufgegangene Buchecker oder Eichel dank der professionellen Bewirtschaftung des Berufsjägers nicht vom Reh oder Rotwild vernichtet wurde und auch in den kommenden Jahrzehnten keine sonstigen Ereignisse das Wertholz daran hinderten ein mächtiger Stamm eines solchen zu werden, was heute niemand absehen kann.

Lieber der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!

So die tendentielle Haltung, um so mehr - gerade wenn auch landwirtschaftliche Flächen zum Jagdrevier gehören - wenn Wildschäden durch das Wildschwein drohen , die prinzipiell vom Grundeigentümer zu tragen sind, aber im Wege der Verpachtung - es wird jedenfalls versucht - auf den Jagdpächter abgewälzt werden; hiervon abgesehen schafft in der Regel der Jagdpächter die notwendige Infrastruktur von jagdlichen Einrichtungen wie Hochsitze bis zur notwendigen Ausstattung, um das Wildfleisch den EG-Hygiene-Auflagen entsprechend verwerten zu können.
Es geht schlicht ums liebe Geld, nicht um 282,44 km² Kanton Genf, sondern um 357.167,94 km² Deutschland mit einem Achtel der Bevölkerungsdichte des kleinen Schweizer Kantons oder etwa 34.097,72 km² Nordrhein-Westfalen und es geht auch nicht um 500 Wildschweine im Jahr, sondern um knapp 650.000 Wildschweine, 1,2 Mio. Rehe und gut 76.000 Stücke Rotwild im Jahr.

Langer Rede, kurzer Sinn: Die Regulation der Wildtierbestände ist vorzunehmen, auch wenn die "Jagd zur Regulation angeblich nichts taugen soll". Dass es eine holländische "Schädlingsbekämpfung" nicht sein kann, steht genauso außer Frage, wie der Umstand, dass der Wolf, egal wie er sich verbreitet, zweifellos nicht die Wildschweine in den Griff bekommt, Luchs und andere Wildkatzen nicht das Rotwild im von der Waldwirtschaft gewünschten Maße und der Fuchs nicht das Rehwild. Es gibt keine Alternative zum menschlichen Eingriff!

Und unter dem moralischen Aspekt und bezogen auf die Achtung der Kreatur scheint doch die traditionelle Jagd - in all ihren teilweise seit Jahrhunderten geübten Riten, an denen teilzuhaben ja kein Mensch gezwungen wird, das zweifellos von außen betrachtet, schwer nachzuvollziehen sein könnte - um Welten besser als Hirsch, Reh und Wildschwein als Schädling zu bekämpfen, statt das (gerade das bekämpfte) Wild und anders als in Feudalzeiten als das zu nehmen und zu ehren, was es ist: Als Geschenk der Natur an die Menschen. Nicht für die Feudalherren bei hungerndem Volk vor die Flinte gehetzt, nicht achtlos nach wildem Gemetzel auf einem Haufen geschmissen, sondern das einzelne Stück und seinen Erleger würdigende Wahrnehmen.
Und wäre da nicht die Totalverweigerung vor der Realität, dass der Zug "die Natur reguliert sich selbst" schon lange abgefahren ist, wäre da nicht dieses - überspitzt ausgedrückt - fatalistische "Nutzung von Tieren, Töten ist immer böse" als Totschlagargument, würden Tier- und Naturschützer nicht die Jagd bekämpfen, sondern als Notwendigkeit und vollkommen adäquate Naturnutzung respektieren können. Es fallen auf den ersten Blick 10.000 unumkehrbare Missbräuche der Natur durch den Menschen ins Auge, bevor die Nutzung von natürlicher Reproduktion von Wildtieren in irgendeiner Weise zum Tragen käme.
offline

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clas

clas

Alter: 45 Jahre,
aus Bonn
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Kommentare

26.04.2014 22:53 dikay1
hoffentlich lesen deinen bericht auch mal die richtigen leute... aber ich glaubs ..nicht...
27.04.2014 19:16 vulpesvenator
Glückwunsch zu dem Versuch, durch diese Exegese(n) einen "Spinn" in Richtung Faktenlage zu bekommen.
Jedoch "widersetzt" sich "die Presse" nicht diesen Fakten: Sie findet vielmehr keine Projektionsflächen bei der Leserschaft dafür. Medien machen heißt, einen nicht zu gewinnenden Kampf um kurze Aufmerksamkeitsspannen zu führen.
Sollte man mal überlegen, wie wir das griffig da raus arbeiten können....

Weiterhin viel Erfolg!,,
29.04.2014 07:24 Opa_Hoppe
Sehr guter Beitrag, der eigentlich und dringend einer Veröffentlichung bedarf...nur wo....

Grüße
Opa Hoppe
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