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Nachgehakt!

Fakten, denen sich die Presse verweigert (5 Einträge)

Kind & Hund Fasanenhenne Vorstehen
395 mal angesehen
24.04.2014, 16.52 Uhr

Jagd medial: Einführung

Diskussionen in Foren, facebook, andere Blogs, Berichterstattung in den Mainstreammedien, die Online-Petition zu der berühmt berüchtigten ZDF-Sendung und neulich eine "niedliche" E-mail eines bekennenden Jagdgegners und Lesers meines Blogs haben mich veranlasst, mich in den vergangenen Wochen mal etwas umfangreicher mit dem Thema Jagd & Medien zu beschäftigen, worunter ich explizit auch die Gesamtheit aller Foren, die sich damit befassen, und jede Form des social-networkings einschließe, weil es nicht minder Öffentlichkeit hat.

Eigentlich sollte das Ganze zunächst mal mein Blog bereichern, jetzt fange ich aber aus gegebenen Anlass in dieser Öffentlichkeit hier an. Gibt auch mehr Klicks! Den Gesamttext werde ich in kürzere Passagen unterteilen und in den kommenden Tage nach und nach einstellen. Kritik, sachliche und fachliche Hinweise und Kommentare sind ausdrücklich erwünscht.

So denn, vorweggenommen und auch erst einmal die gute Nachrichten:
Die Regulation der Natur durch den Menschen und die Jagd als Teil davon hat ganz sicher kein Legitimationsproblem und ist legal. Schlimmstenfalls interessiert das Thema die Menschen nicht für fünf Pfennige, weil sie andere Sorgen haben.
Das Internetzeitalter bietet die große Möglichkeit unabhängig von den Mainstreammedien, Menschen zu erreichen und zu gewinnen, Argumente zu bringen, aufzuklären u.s.w., auch wenn die Gegner es natürlich auch nutzen und, den Troll zu geben, irgendwie für den einen oder anderen ausgesprochen reizvoll zu sein scheint.

Die weitaus schlechtere Nachricht: Ausser für die, die sie ohnehin befürworten, ist die Jagd medial betrachtet sicher eines der Themen, wie es weniger sexy nicht sein könnten: Real existierende tote Tiere, real existierende Kanonen, mehr Männer als Frauen, dann auch noch höheren Semesters. Und daran ändert auch der Jägerinnen-Kalender wenig.
Und damit ist umzugehen: Wie mit der Realität, von der die Menschen lieber nichts wissen wollen? Wie mit den puscheligen Tierbabyfotos der Jagdgegner, die das Herz erreichen in Kindchenschema- und Bambyeffekt-Dimension? Wie mit dem (unberechtigten) Neid-Schüren mancher politischer Kräfte? Wie mit den Naturschutzaktionen von Jägerseite? Aber auch wie mit dem unsäglichen und skandalösen Verhalten mancher Jäger, die es dann tatsächlich schaffen wirklich Presse zu kriegen (Burladingen)?
Um aber an dieser Stelle ganz generell und pauschaliert die Lanze für die dt. Jägerschaft zu brechen: Tatsächlich wird es sich bei allen knapp 350.000 Jagdscheininhabern nicht anders mit der Gaußschen Normalverteilung verhalten als in jeder anderen Gesellschaftsgruppe oder der Gesamtbevölkerung auch. Es gibt ganz, ganz viele, ganz ganz normale und nette Typen und einige Ausnahmen vom Idioten, über das ausgemachte A... bis zum Profilneurotiker, was aber ausgesprochen wenig mit der Jagd zu tun hat oder jedenfalls in den seltensten Fällen und bei anderen auch vorkommt, wie die Aussage von "meinem" Jagdgegner "Ich brauch keine Grundlage für eine fundierte Meinung" oder die angebliche Aussage eines Düsseldorfer Ministerialbeamten "Es handle sich doch überwiegend um "Blaublüter", die sich nur noch an ihrer Waffe festhielten und im Grunde keine Lobby mehr hätten", wo man sich nur fragen kann, ob da jemand einen Komplex hat. Es ist aber eben auch nicht besser, wenn ein Jäger in aller Öffentlichkeit von facebook 99% der Jägerschaft als Idioten beschimpft. Hier toped der Begriff "Freundschaftsnazi" eindeutig die von "Nestbeschmutzer" und "Kameradenschwein". Das ist sicher keine gekonnte PR - auch nicht für einen selber -, aber vielleicht bekommt man ja für solche Aktionen die Ehrenmitgliedschaft im jägerfreien Jagdgegnerforum angetragen, was ja auch ne Ehre ist, wenn auch eine etwas zweifelhafte.

Tatsächlich wird wohl überwiegend davon auszugehen sein, dass - wie bei allem, da ist die Jagd keine Ausnahme - jeder Skandal Presse bekommt, positive Aktionen nur schwer ihren Weg in die reaktionelle Berichterstattung finden und allenfalls im Regionalteil landen. Überdies genießt die Jagd, der DJV, die Jägerschaft eben nicht den sonst vorhandenen NGO-Bonus, der offenbar reflexhaft bei manchem Journalisten die Kritikfähigkeit ausschaltet und ihn fachlich schlechtes Handwerk abliefern lässt, nämlich nichts anderes als selbstbeweihräuchernde Lobbytexte unhinterfragt zu übernehmen.

Das Thema "Jagdgegner" ist dahingegen schnell abgehakt:
Natürlich müssen die gegen die Jagd sein, hängt doch die Existenz ihrer gesamten Weltanschauung an diesem einzigen Faden, dass das Nutzen und Töten von Tieren böse ist und sie trollen sich durchs gesamte Internet, diejenigen anzuklagen, die arme Tierchen töten.
Der "Tierschutz" der Jagdgegner ist im Wesentlichen aktiv keinen Tierschutz zu leisten, wenn sie nicht gerade Hochsitze ansägen (Sachbeschädigung, ggf. Körperverletzung bis zur Gefahr einer fahrlässigen Tötung), Nerze befreien (Hausfriedensbruch, auch Verletzung fremden Eigentums), die dann das gesamte Biotop drum herum platt machen "Nerze begehen Genozid an streng geschützten Arten" oder "gezähmte" Füchse, die durch Schulklassen gequält werden. Also meine Hündin, die nun meine Tochter wirklich gewöhnt ist, findet es nicht so hübsch von 20 Kindern begrabscht zu werden und wenn sie es 100-fach hinnimmt.
Doch eines ist immer so sicher, wie das Amen in der Kirche: Am Ende von allem kommt immer ein Ergebnis heraus, dass der echte Tierhasser und Naturbanause nicht besser hinbekommt, wenn nicht ohnehin aus Prinzip der Grundsatz "Tier vor Mensch" gefahren wird.

Problematischer stellt sich da dann leider die Situation mit der Politik dar, schon allein, weil hier schon Initiativen durch sind bzw. in den Startlöchern stehen, sodass ohnehin schon nur noch gilt: Retten, was zu retten ist!
Anders als man meinen könnte, dürfte es aber weit weniger um die Jagd, die vermeintliche Grandiosität eines neuen "ökologischen" Landesjagdgesetz gehen, als es schnöde um Wählerstimmen für Europaparlament und die Kommunalwahlen in NRW, um Bauernfängerei unbedarfter Städter bis hin zum politisch gewollten Ablasshandel. Sie wollen Wählerstimmen für die anstehenden Wahlen, weshalb man nun seit zwei Jahren die Wunder der ökologisierten Jagd fleißig als Nebenkriegsschauplatz vor sich hinköcheln lässt, als Zugpferd in einer "unterstellten" Kernkompetenz einer Partei. Wenn man den "Traditionalisten", die einen ohnehin nicht wählen, noch eins auf die Mütze geben kann, um so besser.

Es ist doch ganz einfach: Die "Grünen", das suggeriert ja schon der Name, haben bzw. man unterstellt es ihnen, ihre Kernkompetenzin Themen Umwelt und Naturschutz. Ob das wirklich so ist, ist ne andere Frage. Für die Energiegeschichte ist das Thema weg vom Fenster, in anderen Bereichen gibt es Parteien, denen es unterstellt wird, kompetenter zu sein.
Der Wähler, geht er denn noch zur Wahl, weiß Gott andere Sorgen hat und vielfach nicht mehr weiß, welche gebrochenen Wahlversprechen er denn nun noch glauben soll, will wenigstens das Gefühl haben, mit seiner Wahlentscheidung sich gut fühlen zu können. Selbstverständlich alles vollkommen überspitzt ausgedrückt: Nichts leichter als das! Eine kleine Spende für den NABU und ein Kreuzchen für die Grünen, womit man jedenfalls nichts falsch gemacht haben kann; man hat doch sogar was für Umwelt und Naturschutz gemacht und kann sich wohlfühlen.
(Hierzu in allem wirklich hochinteressant die Stellungnahme von Prof. Beutelmeyer aus Linz bei der Podiumsdiskussion auf der IWA von den romantischen, wenig realitätsnahen Vorstellungen von Natur einer immer mehr naturentfremdeten Gesellschaft: Lederhosen & Dirndel-Optik, Landlust, Landliebe etc., Wildtierbabys zum Anfassen .... Da kann der Jäger keinen Blumentopf gewinnen, sondern nur die Jagdgegner)

Aber: Auch wenn der BUND NRW findet, dass die Jagd zur Regulation nicht taugt, ohne Sinn und Verstand "ökologisiert" wird und der Begriff "Jagd" am besten aus dem Duden zu streichen ist - viel zu traditionell -, finden die Alternativen zur Jagd wie "Gemetzel an der Müritz", "eingepferchtes und ausgehungertes Wild" und "vergaste Gänse" in Holland oder die Kosten für Jagdaufseher aus dem Steuerkässle ganz sicher weniger Akzeptanz beim Bürger als die traditionelle Jagd.
Grüne Umweltpolitik ist dann manchmal doch auch nicht so schlüssig und ein paar andere Themen sind dann eben doch wichtiger als das Landesjagdgesetz.

Da sollte sich bis zum 25.5.2014 - und wenn es auch nur über das Internet geschieht - doch noch ein bisschen was bewerkstelligen lassen, vorausgesetzt es wird nicht gerade einmal wieder die mediale Sau durchs Dorf getrieben, der sprichwörtliche Bock geschossen oder der Gutsherrenmentalität gefrönt, wird jeder Mensch, der halbwegs bei Sinnen ist und sein Herz auf dem richtigen Fleck hat, nur fragen, was manche Leute nur für Probleme haben und was SIE davon haben, wenn über einem Jagdgesetz steht "ökologisch".

In diesem Sinne in den nachfolgenden Blogbeiträgen mein Versuch ein paar kleinere und größere Ideen zurechtzuruckeln und mit Argumenten zu untermalen.

Clas


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clas

clas

Alter: 45 Jahre,
aus Bonn
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Kommentare

24.04.2014 19:20 HH318
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