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Aikon´s Jagderlebnisse

Erlebnisse und Erfahrungen mit der Jagd. (25 Einträge)

Damwild Damwild Strecke
1073 mal angesehen
19.11.2007, 16.01 Uhr

Damwild

Mein erstes Stück Damwild

Schon seit Monaten ist der Termin für die überregionale Drückjagd bekannt gewesen. Jährlich schließen sich 10 Reviere zusammen um hauptsächlich Damwild und Schwarzwild zu bejagen. In unserem Revier kommt das Dam- und Schwarzwild nur als Wechselwild vor, 4km weiter sieht es anders aus. In mehreren Waldstücken ist das Damwild sehr stark vertreten, die Sauen halten sich dort in Moor und dichten Tannenschonungen auf. Hier kommen die Sauen selbst tagsüber in Anblick da sich kein Fußgänger oder Auto in die Moorgegend traut. Trotz der ständigen Jagd in den Revieren sind alle Wildarten reichhaltig vertreten und somit kommt es jährlich zur überregionalen Drückjagd. Die einzelnen Reviere werden hauptsächlich durch einheimische Jäger bewirtschaftet oder es handelt sich um Eigenjagden die von den Landwirten selbst bejagt werden, nur eine Gemeindejagd wurde fremd verpachtet.
Ich selber bin in einer Eigenjagd von 160 ha eingeladen gewesen, getroffen haben wir uns um 8:00 Uhr mit ca. 60 Jägern aus den umliegenden Revieren auf einem Bauernhof. Einer der Jagdleiter, denn jeder war für sein Revier selber verantwortlich, hielt die Begrüßungsrede und gab die Freigaben bekannt. Unter die Freigabe viel weibliches Damwild sowie Kälber, Schwarzwild sollte bis 40kg erlegt werden, Keiler waren frei aber mussten übernommen werden. Fuchs und Marderhund waren ebenfalls frei.
Mir wurde ein Stand zwischen zwei Waldstücken zugeteilt, ich konnte über mehrere Wiesen soweit gucken wie das Auge reichte. Mein Stand selber bestand aus liegenden Rundballen in deren Mitte ich gut sitzen bzw. stehen konnte. Schon nach dem Anstellen sah ich die ersten Stücke Damwild ziehen. Keineswegs hoch flüchtig aber im langsamen trab ziehend wechselten sie in einen anderen Bestand. Ich habe sie nicht zählen können aber es waren um die 40 Tiere. Die Entfernung betrug zirka 300 Meter, ich beobachtet das Wild durch mein Fernglas. Kurz vor dem Einstand dann der erste Knall, das Rudel sprang aus einander und flüchtet in zwei Richtungen. Ein Teil kam über die offene Wiese direkt auf mich zu, mein Puls stieg und ich nahm die Waffe in die Hand. Ungefähr 100 Meter vor mir verhofften sie an einer kleinen Hecke und mein Standnachbar erlegte eines der Damkälber. Das Rudel das jetzt noch aus fünf Alttieren, zwei Kälbern und einem beeindruckenden Hirsch bestand flüchtet auf 60m an mir vorbei, an einen Schuss war nicht zu denken. Ich blieb mit der Waffe im Anschlag und zog auf einem Kalb mit, meine Hoffnung das sie vor dem Bestand verhofften wurde erfüllt nur leider stellte sich das Kalb dabei spitz. Meinen Puls konnte ich ohne besondere Mühe optisch am Handgelenk ablesen. Nicht nur das bereits jetzt zwei Kälber lagen, nein aus der gesamten Gegend hörte ich immer wieder Schüsse. Bis 40 Schuss habe ich mitgezählt dann sah ich ein das es keinen Sinn machte weiter zu zählen. Als nächstes knallte es dreimal hinter mir, und es kam an meinem Stand wieder Damwild in Anblick. Diesmal auf ca. 100 Meter, ich entschloss nicht auf die flüchtigen Tiere zu schießen so wie es von der Jagdleitung gewünscht wurde. Ich erschrak ein wenig als ich das Glas absenkte und fünf Meter vor mir Ricke und Bock sah. Dies alles passierte innerhalb 15 Minuten. Das ich so etwas in meiner Heimat kurz hinter der Haustür erleben durfte raubte mir den Atem, unbeschreiblich. Es kehrte erst einmal Ruhe ein und so fing ich an erstmal meinen Sitzplatz herzurichten und meinen Rucksack zu verstauen. Erst jetzt merke ich den kühlen Wind und zog mir eine warme Jacke über. Das Telefon klingelte und ein sehr guter Freund rief mich aus dem Nachbarrevier an um mir zu berichten das er sich in einem Zoo befinde. Er war auch zum erstem mal bei der DJ eingeladen und hatte ähnliches erlebt. Hinter mir verlief ein Feldweg auf dem drei Stücke Damwild auf mich zu kamen, ich konnte den Weg allerdings nicht einsehen. Ein Jagdfreund machte mich auf die Stücke aufmerksam, als sie kurz vor mir waren Pfiff er und die Stücke verhofften. Ich wollte nicht über den Weg schießen da bereits zwei Autos an mir vorbei gefahren waren und somit pirschte ich zügig auf die andere Straßenseite um von dort an einem Baum anzuschlagen. Die Sicherheit war in die Richtung gegeben und meinen Platz durfte ich in dem Radius ebenfalls verlassen. Obwohl ich auf die Stücke zukam blieben sie stehen, ich nahm das erste Alttier ins Visier aber es wechselte sofort in den Bestand. Dann das zweite angenommen, es folgte dem ersten recht schnell, also das dritte. Es zog auch auf den Bestand zu, blieb vorm Holz stehen, ich setzte den Leuchtpunkt auf das Blatt krümmte den Finger bis zum Druckpunkt und sah in aller letzter Millisekunde das es ein geringer Spießer war. Oh man war ich froh das meine Zurückhaltung und Vorsicht immer im Vordergrund stand. Fast hätte mich das Jagdfieber dazu gebracht ein nicht freigegebenes Stück zu erlegen. Ich weiß nicht wie so etwas kommt aber da war für mich sofort klar das ich mich erstmal zusammenreisen muss. Es wechselten mich noch ein paar Stücke Wild an aber alle außerhalb der möglichen Schussbahn. Um 10:55 Uhr klingelte mein Handywecker um mich zu erinnern das jetzt gleich Hahn in Ruh ist. Ich rief meinen Standnachbar an um zu erfahren ob ich zu Fuß kommen sollte, um eventuell beim Aufbrechen zu helfen oder ob er mich abholen würde. Da kommen plötzlich fünf Alttiere, ein kapitaler Schaufler und ein Kalb auf mich zu. Das Handy flog aus der Hand, die Waffe an die Backe. Die langsam ziehenden Stücke kamen bis auf 50 Meter an mir vorbei, als das Kalb auf meiner Höhe war ließ ich fliegen. Das Damkalb fiel auf die Seite und bewegte sich nicht mehr. Waidmannsheil hörte ich es aus dem Telefon rufen und ich antworte dementsprechend. Nun hatte ich doch noch mein Jagdglück und bin froh alles Richtig gemacht zu haben. Insgesamt kamen auf der Jagd 90 Stück Damwild und 20 Sauen zur Strecke. Nach einem gemütlichen Schüsseltreiben mit Erbsensuppe ging es um 15:00 Uhr zu mir ins Kaminzimmer. Meine anderen Jagdkameraden waren noch ein wenig beim Schüsseltreiben sitzen geblieben und kamen später in Begleitung der Bläser feucht fröhlich bei mir an. Es wurde noch einmal mein erstes Stück Damwild verblassen und dann ging es fröhlich so weiter. Den Rest kann man sich denken…
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Aikon

Aikon

Alter: 40 Jahre,
aus Niedersachsen
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Kommentare

19.11.2007 17:52 Keiler
Hei Aikon!

Habe deinen Bericht wie immer gern gelesen. Deine Zurückhaltung und Vorsicht wurde ja doch noch in aller letzter Minute belohnt!
Freut mich für dich - und ein dickes Waidmannsheil!

So wird sich im Laufe deines Jägerdaseins hoffentlich noch manches unvergessliche Jagderlebnis mit anfügen. Du glücklicher stehst am Anfang und ich schon (fast) am Ende!
Auf ein neues......

Grüße vom Keiler
20.11.2007 08:48 platzi
Weidmannsheil auch von mir.
Schöner Bericht.
Wird sicher in Erinnerung bleiben.
Wünsch Dir noch viele solche und ähnliche Erlebnisse
Weidmannsheil

Diether
20.11.2007 13:31 fp1jagd
WeiHei von mir,
ein spannender Bericht.
Gruß Frank
20.11.2007 21:09 heiled47
Weidmannsheil zu diesen spannendenErlebnis und noch viele solche DJ und dem vielen Wild, das es bei uns leider nicht vorkommt!
WeiHei
Heinz
20.11.2007 22:49 Trughirsch
waidmannsheil!
klingt ja wirklich nach einer traum-dj.
sowas erleben mit sicherheit nicht viele menschen!
toller bericht, hat spaß gemacht ihn zu lesen =)
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