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Ein Morgen im September ....

Eins meiner tollsten Jagderlebnisse (1 Eintrag)

Septemberbock Avatar
548 mal angesehen
12.02.2014, 14.29 Uhr

Ein Morgen im September ....

Ein Morgen im September ....

Am Tag zuvor hab ich mein neues Nachtsichtgerät geliefert bekommen und wollte es sofort testen. Ein Yukon NV 5x60, ich also gegen 5:30 aus dem Haus. Zum Ansitz habe ich mir eine Kanzel ausgesucht ungefähr 2 km vom Dorf entfernt. Sie steht im Feld, 100 Meter von der Feld - Waldgrenze. Rechts 300 Meter unter mir die Landstraße zum Nachbardorf direkt rechts neben mir eine gezäunte Kultur vor mir ein abgeernteter Weizenschlag, links ein leerer Rapsacker der leicht ansteigt und nach 150 Meter auf die andere Seite hin wieder abfällt. An diesem Platz kommt mit großer Sicherheit Wild. Im ersten Licht kann man da Fuchs, Dachs und mit etwas Glück auch mal ne Sau sehen. Später ist auch Rehwild die Regel. Das einzige Handicap dort, die Feld - Waldgrenze ist auch die Reviergrenze. Deswegen dort eben nur wenig Strecke gemacht wird, da das Wild meist nicht weit ins Feld tritt.

Ich also rausgefahren, im nächsten Feldweg geparkt, Rucksack, Feldstecher und Drilling geschultert und die 300 Meter zur Kanzel geschlendert. Auf der Kanzel angekommen, Waffe abgestellt, Sitzbrett zurechtgerückt Sitzauflage drauf Fensterklappen geöffnet, Schutz von der Zieloptik und Nachtsichtgerät raus.

Es stellte sich sofort heraus dass das Yukon für Brillenträger suboptimal ist. Am besten sieht man ohne Brille. Ok, iss halt so. Nicht lange in die Landschaft gelinst, sehe ich einen Dachs am Waldrand seiner Wege gehen.
Das Bild des Gerätes ist ausreichend klar und scharf für meine Zwecke. Etwas später schnürt noch ein Fuchs über den Acker.
Der Morgen bricht jetzt deutlich an. Die ersten Vögel fangen zu singen an, mich fröstelt und ich ziehe den Reisverschluss meiner Flies Jacke höher. Rechts am Horizont dämmert der Morgen und drei Flugzeuge ziehen ihre Kondensstreifen in die Morgenröte als ob sie in den Himmel schreiben wollten. Ich lehne mich zurück und beobachte. Glase immer wieder in den Wald und am Waldrand entlang. Nach längerem beobachten tritt aus dem Wald vor mir eine Geis mit zwei Kitze aus. Die drei Äsen nahe am Wald, die Kitze tollen ausgelassen und ärgern auch die Geis ein wenig.

Die Sonne wärmt die Kanzel, ich beobachte das Treiben am Waldrand eine Idylle.....

Ich schrecke auf, muss eingeschlafen sein so schaue ich auf die Uhr, 8:30 naja da kommt nix mehr.
Doch was ist das, 20 Meter links im abgeernteten Rapsacker eine Geis und Kitze und etwas weiter weg Richtung Waldrand..... Bock, ein starker Bock ein Sechser.

Vorsichtig langsam gaaaaans langsam den Drilling auf die Kanzelbrüstung, der steht ja schon genau richtig, brettbreit, Spannschieber vor, Puls 180 das Fadenkreuz des 3-12x56 auf´s Blatt, und etwas nach hinten, ja möchten 50 Meter sein das absehen wandert dem Pulsschlag folgend etwas nach oben und unten. Nun den Finger auf den Abzug einatmen halb ausatmen und den Druck am Abzug langsam steigen. Der Abzug meines Krieghoff plus steht trocken und kann ohne Stecher tadellos abgezogen werden.
Der Abzug fällt und die 5.6x50 R Mag. Sollte nun ihren Dienst verrichten und das Rehwild zuverlässig und ohne nennenswerte Wildbreettentwertung sofort verenden lassen. Doch was ist das? anstatt Peng machst klick..........
Der Bock sowie die Geis mit Anhang flüchten links den Hang hoch über den Grat hinweg .......... verschwunden.
Ich entspanne die Waffe öffne sie und leere Rohre...
Das ist mir doch das erste Mal passiert, hatte ich doch vor lauter Nachtsichtgerät das Laden der Waffe vergessen.
So nun ist endgültig leere Bühne und Zeit mit hängenden Mundwinkeln nachhause zu gehen also Packe ich und gehe.
Sicherheitshalber aber noch mal einen Blick in Fluchtrichtung und siehe da in 150 Meter Entfernung taucht die Geis von der anderen Seite her wieder auf, im Schlepptau Kitz und man glaubt es kaum der Bock.
So muss ich mich umsetzen, jetzt hab ich den Waldrand im Rücken und die gezäunte Kultur ist jetzt links. Nun lade ich meine Waffe, ein Klick Solles schließlich nicht mehr geben und mit etwas Glück von Diana.....

Der Bock pendelt jetzt an der Hangkante immer wieder auf und ab. An ein Erlegen ist nicht zu denken da mir der Kugelfang fehlt wenn er nicht wider auf mich zukommt.
Nach einer endlosen viertel Stunde Äst er sich immer am Zaun entlang zu mir her. Ich bleibe mit dem Absehen immer auf dem Stück aber habe keine Schussmöglichkeit. So kommt der Sechser bis auf gut 40 Meter zu mir her, nur um sich umzudrehen und wider von mir weg zu Äsen. Jetzt hab ich ihn von hinten im Zielfernrohr und mich schüttelt es vor Jagdfieber. Auf 80 m wendet er wider und kommt auf mich zu immer spitz von vorn. Inzwischen habe ich meine mögliche Beute schon ne halbe Stunde immer in Visier und keine Möglichkeit einen sauberen Schuss anzutragen. Als er auf ungefähr 60 Meter auf mich zugekommen war schwenkte er endlich sein Hinterteil zu mir und ich lies fliegen. Das 4.8 Gramm schwere Ks- Geschoss erfüllte seine Aufgabe und lässt den Bock noch im Knall verenden. Ich war nassgeschwitzt bis auf die Knochen und vollgepumpt mit Adrenalin die Knie sind weich uns schlottern so dass ich erst nach 15 min die Kanzel verlassen kann um das Stück zu bergen. Ich hielt dann noch eine Weile bei meinem Bock wache eh ich ihm die Letzte Äsung gab. Allein wenn ich noch heute daran denke erhöht sich mein Puls deutlich. Von manchen Erlebnissen zehrst du Jahre. So eine Trophäe erhält einen Ehrenplatz und wurde zu meinem Avatar hier in Landlive.
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GanzJager

GanzJager

Alter: 56 Jahre,
aus dem Ostalbkreis

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Kommentare

12.02.2014 14:43 swinging_elvis
Waidmannsheil zum Bock! Da hat sich einer beherrscht! Schön, wenn es dann am Ende 100% klappt! Von solchen Erlebnissen kann man tatsächlich lange zehren... el
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