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Sauen Sauen Sauen

Geschichten aus dem Leben (3 Einträge)

Erste Duplette bei der Pirsch im harschen Schnee Schlachtfeld So schauts aus...
863 mal angesehen
30.01.2014, 18.18 Uhr

Erste Schneepirsch mit doppeltem Erfolg!

Oder - die vermeintlich schlaueren Sauen endlich! erwischt!
Nicht das keine Sauen da waren, nein, es sind seit Monaten kontinuierlich Sauen da. Vielleicht auch deswegen weil ich dieses Jahr keinen Bock auf Treibjagd hatte... Wenn sollte es was kleines werden, mit 10-15 Schützen. Nicht schon auf Grund der Hundeführer im August nen Termin setzen.
Nicht einfach in einem Inselwaldrevier - man weiß einfach soweit im vorraus nicht wann der richtige Zeitpunkt ist, ob die Sauen überhaupt da sind...
Jedenfalls hatten wir in den letzten 4 Wochen etwas Pech. Ich konnte zwar bereits letzte Woche einen Überläufer erlegen, aber es gab einige verpasste
Gelegenheiten, auch von Jagdgästen, ..., aber es lag ja seit Samstag endlich Schnee, die Sauen waren im Prinzip dingfest gemacht, und doch - sie waren so schlau, und kamen erst immer nach Mitternacht. Kenner wissen: Bei dem ersten Schnee (ich glaube nicht daß sich die Sauen an das bißchen Schnee vom November noch erinnern), sind die extrem vorsichtig - als ob se wissen - naja, Mond is ja nicht, aber hell irgendwie schon, und alles so ungewohnt.
Wir haben es trotzdem am Samstag zu dritt bei dem Abendansitz nach dem Neuschnee probiert. Der Einstand war klar, die Trittsiegel haben den Rest bestätigt.

Korrekterweise hätte man eigentlich drücken müssen. Ich wollte es aber anders, keine Eile, keine Kurzschlußaktion, ich weiß wose kommen, 3 Leute reichen um anzusitzen...

Denskste, die sind im Einstand gewechselt und ham da kurz gebrochen und um da in Ruhe die Zeit abzuwarten bis wir endlich abhauen. Das haben wir dann auch, gehört hamerse, gesehen nicht, Pustekuchen...

Am Sonntag Kontrolle - auf beiden alten Maisäckern gebrochen, aber wie...

Sonntag Abend wieder probiert - gleiches Spiel. LMAA. Mein Mitjager war die Woche auch zufällig durchgehend daheim und hats am Montag auch noch mal probiert.
Ergebnis = 0. Erkenntnis = Sie kommen einfach zu spät, da am nächsten Tag schon wieder das Resultat war: Ja, sie waren nach mir da...
Tja, da ist guter Rat teuer, vor allem weil die Stellen mehr wurden, aber kein Schnee mehr nachkam. Die Fährten wurden im Revier mehr und mehr, aber
eingrenzen wurde trotzdem schwerer. Das schreib ich vor dem Hintergrund- da ich bereits einen Tag vorher von der Arbeit heim konnte, und auf der Heimfahrt bevors dunkel wurde noch mal alles akribisch durchleuchtet hab. Und in der Tat, eine Stelle hat denen ganz besonders gut gefallen, wo immer mal wieder gebrochen war, aber so stark das es einem fast gegraust hat....
Ja, dann setz ich mich heut Abend, da mal an, so der Plan...
Normalerweise setz ich mir 19 Uhr als Ziel, aber diesmal wußte ich, ich halt länger durch wenn ich erst später rauß gehe. Ursprünglich wollte ich erst um 22Uhr rauß, da aber langeweile aufkam, und ich mir gedacht hab, ja der Schnee liegt ja jetzt schon 4 Tage, hop geh gleich rauß, die Sauen kennen den jetzt bestimmt auch.... Um 21Uhr saß ich auf der offenen Leiter.
Der Wind ging echt perfekt! Leider so perfekt und stark, daß ich 10°C kälter gefühlt hab, meine Backen waren glaub ich um 23 Uhr eingefroren, es war nicht wirklich schön. Das konnten auch die 5 Rehe und der eine Hase nicht heilen.
Aber ein herzhaftes Sauengeräusch - ich kann es nicht beschreiben, es war kein Quieck, es war kein Blasen und es war auch kein Grunz: es war einfach zu hören daß die Sauen nicht weit waren.
Ich wußte eigentlich im vorraus, dass die Stelle wo die so gebrochen hatten, gar nicht in meinem Sichtbereich liegt, aber da hatte ich halt grad auf die Schnelle keinen Sitz, und hab auf Grund der Wechsel mich da angesetzt, auch aus dem Hintergrund weil am FR nen Jagdgast kommt, und wenn ich eine auf dem Wechsel erwisch, daß die dann vll. doch noch mal an dem "Schadfleck" kommen. Wie auch immer - ich glas ab und seh in der linken Ecke auf 200m mehrere dunkle Flecken, schau ins Glas, ja, jetzt hab ich se auch schon wieder gehört, aber - nein - das waren Rehe, 7 Stück. Blöderweise hab ich erst 2 Minuten später gesehen, daß knapp 100m weiter rechts 3-4 Sauen stehen... Die waren aber so nah an der Hecke (welche abgetaut war, dunkler Hintergrund) daß an einen Schuß auch auf diese Entfernung nicht zu denken war. Ich habe gehofft, die kommen weiter aufs Feld (aber warum auch, da is doch "nur Raps"). Weiter unten am "Brechplatz" waren Wurzeln, Hühnermist und was weiß ich alles was denen da so geschmeckt hat. Ich hab zwar meine Augen offen gehalten so gut es ging, aber sie kamen nicht näher. Im Gegenteil: Um 23:20 war die Bühne sowohl von Rehwild als auch Schwarzwild leer.
Einzig einen Hasen konnte ich sehen...
Gehört habe ich die Sauen auch nicht mehr.

Da es mich aber zu dem Zeitpunkt und dem starken Wind (der glücklicherweise mir total ins Gesicht stand, zu meinem Vorteil) gefroren hat wie einen Schloßhund, und mein ursprünglicher Plan sowieso war, alle letzten "Schadstellen" die man eben im Schnee so gut sehen konnte abzupirschen, ging ich runter.
Man muß dazu sagen, wir haben zwar Schnee am 29.1, und das auf nur knapp 400m, aber es hat tagsüber getaut, und das auch schon die letzten Tage. Die Schuhe, die guten Kamik, verbergen das auch nicht. Getaut, geforeren, getaut, gefroren, krach, kratsch, rsctsch, das ist nicht gut, mir kam zwischenzeitlich wirklich die Idee auf Strümfen zu laufen (Max läßt Grüßen und auch biganimal hat damit schon gute Erfahrung bei mir machen können), hatte zwei paar Dicke an, aber ne, des muß anders gehen, ich will doch 2km locker pirschen im Zweifel wenn die da doch nicht sind, da kann ich nicht schon am Anfang die Schuhe ausziehen...
Ich habs probiert, nicht wirklich geschafft, in den dicken Kamik auf "Vorderzehen" zu laufen, das war "etwas" leise wie auf der ganzen Sohle. Und so ging es zum Schadfleck, der zwar nur 300m entfernt war, aber auf Grund der Sorgfalt jeden Schrittes, sage und Schreibe 10 Minuten gedauert hat.
Und in der Tat wie ich um die Ecke biege, höre ich "Sauengeräusche", nichts spezielles, ich wußte nur, da sind Sauen.
Nichts dramatisches, einfach nur mal nen "Laut" - gesehen? Ich? Nix!!
Weiter, weiter, meter für meter, immer wieder nach jedem Meter das Fernglas genommen, schließlich konnte ich auch mit jedem Meter einen anderen Winkel einsehen. Die Atmung von der Pirsch und der Aufregung jederzeit Sauen vor sich zu haben, taten meiner Herzfrequenz keinen Gefallen... Bei jedem Blick durch das Fernglas beschlug es nach 3-4 Sekunden... Und da - ... - ! endlich! Ja - da steht was schwarzes und bewegt sich! Die Waffe war schon lange nicht mehr geschultert, sie lag in der Hand und ging in Anschlag. Der Leuchtpunkt war bereits vor der Pirsch aktiviert worden, auch die 5-fach Vergrößerung eingestellt.

Soll ja alles passen wenn es soweit ist. Der Blick durchs ZF machte wie vermutet kirre, da war zu viel wackelei drin, ja Saufieber, vielleicht das, aber der Plan war ja sowieso, hinsetzen und auf dem Knie auflegen, so hatte ich mir das die Woche über im Falle einer Pirsch vorgestellt... Theorie und Praxis in der Jagd - jaja - ich weiß ;)

Und so holte mich die Realität ein:
Nur noch Grashalme gesehen, die Fläche war abfallend, die Sicht durch den Schnee gut, aber eben nicht die Sau reinzukriegen. Ich hab sowieso nur die eine gesehen und hab auch nicht erwartet, da jetzt ne größere Rotte vorzufinden.
Aber ich muß ja froh sein, daß die mich überhaupt noch nicht mitbekommen haben bei dem Knirschschnee... Eis... Wind - o.k. der ging immer noch gut zu meinem Vorteil.
Was nun!
Guter Rat teuer? (Hab doch eh scho kei Geld ;))
Also, was machst - no risk no fun - ich muß nur über den Weg (2m entfernt, der befahren war, und deswegen am meisten vereist in der Fahrspur war) zu einer Kiefer wo ich anlegen konnte (5m entfernt). Ich sah aber schon das weitere übel. da is ne Schlehenhecke, nicht einfach dann überhaupt zu Schuß zu kommen wenn ich nicht noch mehr Krach machen will.
Trotzdem! Ne andere Chance hab ich nicht gesehen... Wenn ich meine Schuhe aufgesetzt hätte, dann häts gekracht, aber nicht aus dem Lauf.
Ich geh noch nen Meter über den Graben und rolle mich dann sanft wie nen besoffener über die Fahrspuren - angekommen auf der anderen Seite höre ich die Sau blasen - oh ne - aber ehrlichgesagt nicht so arg als wenn jetzt wirklich Alarmstufe rot wäre, es war ein Seufzer - ich warte auf dem Boden ohne was zu sehen außer dem Himmel ganz ruhig noch ne Minute bis dann doch noch die 2 Meter bis zu dem Kiefernstamm schaffe... Jawoll, geschafft, Sau noch da? Ja, Sau in der Tat noch da, und es wird noch besser, hinter dem Hühnermisthaufen kommt noch ne zweite dazu, die dann aber gleich wieder hintendran verschwindet...
Endlich - ich bin da wo ich will - Respekt hab ich nach wie vor nichts falsch zu machen, die Sauen sind egal wieviel Uhr s läut nicht blöd - da will ich
anstreichen, und sehe im Vorfeld, ich müßte mich so verbiegen, daß kein sicherer Schuß möglich ist - die Knarre kommt einfach nicht in die Schulter - was bleibt mir übrig, ich muß mit dem rechten Fuß "und den fetten Kamikgeräten" wenigstens mit dem rechten Fuß in die Hecke rein um den Oberkörpber so zu biegen daß ich so besser abkommen kann.
Eine Geduldsprobe, erst jeden Schritt seit dem abbaumen bedacht, dann noch langsamer vorgefühlt, und jetzt kann alles schief gehen, dieser letzter Schritt
entscheidet - er macht Geräusche während ich ihn absetze. Obwohl das Gewehr schon längst an der Kiefer anliegt. Es war leider kein Ast in Form einer Auflage der Kiefer auf genau meiner gewünschten Auflagenhöhe gewachsen, aber ich war mir sicher, es trennten uns nur 20m. Ich war kurz stolz daß ich es überhaupt geschafft habe überhaupt so nah heranzupirschen, und noch stolzer, daß die Sau im Absehen stand - es war und kam der Moment - ein herabfallender Stein den man spürt, als sich der klamme Finger krümmt - der Schuß jetzt endlich den Lauf verlassen hat, daß die Sau noch im ZF zusammensackt und dort liegt wo sie war. Ja, das läßt einen durchatmen, die Anspannung fällt.

Erstmal ausatmen. YUHUU geschrien!
Ich war überrascht daß ich nur 2-3 Sauen gehört habe die überhaupt ab sind nach dem Schuss, dachte es wären mehr.
Da ich aber ja vom Wechsel angepirscht kam, galt es diesen nach dieser Gelegenheit auf jeden Fall zu ereilen. Ja ereilen, naja, erennen wäre besser gesagt - ich renne mit den "Moonboots" 40m hangaufwärts, und sehe in der Tat eine flüchtende Sau aus der Hecke rennen die Richtung eines Einstandes ziehen will - nachgeladen war sowieso nach dem ersten Schuß, auch wenn der gut gesessen hat, eine Kiefer hatte ich diesmmal nicht, aber dieses mal das Gelände leicht hangaufwärts zum Vorteil - ich hab mich auf den Arsch gesetzt in den Schnee und bin mitgezogen. Zu meinem Vorteil zog sie zwar recht schnell, aber "hüpfte nicht" so stark wie bei vollem Tempo - und wie sie die Mitte des Rapsfeldes erreichte (wo ich auch vorher ursprünglich gesessen habe) ereilte auch sie die Geco 7x64 TM und lag ebenfalls im Knall.
Ganz ehrlich, dieses Jahr 2 dutzend Sauen erlegt, freu mich auch über jede Einzelne, aber dieses mal wars was besonderes - das dritte mal in meinem
Jägerleben wo ich eine Dublette erlegt habe, aber das erste Mal, wo es gleichzeitig gepirscht war und das auch noch bei knirschendem Schnee und Eis.

Da die 2 Sauen nicht auf den Heckpack gepasst haben, mußte ich extra noch mal heim und den Hänger holen - bis dann die Sauen am Haken hingen, wars 1 Uhr, beide aufbrechen, sauber machen, eingefrorenen Schlauch usw. austauschen usw. 2 Uhr. Totsaufen? Das passt auf keine Schwarte...

In diesem Sinne,
danke an die Jagdgöttin

Waidmannsheil und fette Beute
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RhoenerKauz

RhoenerKauz

Alter: 36 Jahre,
aus Mellerscht
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Kommentare

30.01.2014 18:58 Waldemse
Klasse erzählt und ein donnerndes Whm zu den beiden Sauen.
30.01.2014 23:46 Saustalker
WOW WOW WOW...kräftiges Waidmannsheil zum Doppelschlag. Gut erzählt.
31.01.2014 07:24 Rapsjaeger
Weidmanns Heil zum Doppelpack!!! Die beeindruckenste Art Saujagd, die ich kenne. Still sitzen ist recht langweilig...

Bei mir ist´s dieses Jahr nicht so mit Pirschen. Bei dem Barfrost und dem bisschen Schnee ist Pirschen auf dem Feld nicht drin, weil mir ein Schuss über den flachen Acker zu gefährlich ist...
31.01.2014 09:29 Ammerlaender
EIn dickes WMH!!!!
31.01.2014 13:36 JaegerSH
WMH!
Sehr schön beschriebenes Jagderlebnis!!
31.01.2014 15:50 doschdi
tolle Sache, congrats!
01.02.2014 02:05 steinkauz
Da wär man selbst am liebsten mitgerollt, klasse erzählt.
Ein kräftiges WMH
01.02.2014 13:50 Alpiae
Waidmannsheil !!!!!!!!
Hast du packend erzählt !!!!!
Ich war irgendwie dabei
02.02.2014 09:01 BigAnimalCinema
Na waidmannsheil!!!!!
02.02.2014 11:51 RhoenerKauz
Waidmannsdank an alle - die Sauen haben 65kg und 68kg gewogen!
02.02.2014 19:09 hewesch
WMH
Das sind die schönen Momente im Jägerleben so überlistet machts doppelt Spaß.
Gruß
Hewesch
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