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murmelbaers Jagdblog

(9 Einträge)

443 mal angesehen
11.01.2014, 21.50 Uhr

Zefix, oder auch mir passiert sowas

Die letzte Drückjagd dieser Saison - die vorvorletzte ist wegen Sturmschäden und die vorletzte, die von 03.01. wegen übelstem Hexenschuß ausgefallen.
Also war eine gewisse Vorfreude, trotz Abgeklärtheit meinerseits, nicht ungewöhnlich.
Anfahrt ohne Stress, Ansprache des Jagdleiters, das Übliche, Notwendige.
Abmarsch zu den Ständen, auch das verlief noch normal.
Als Vorletzter bezog mein Beifahrer seinen Stand und dann, um's Eck gefahren hätte ich das Auto am Zugang zu meinem Stand abstellen sollen. Aber da war auch ein Stand und der war schon besetzt. Auto dort stehen lassen ging nicht, also rein mit dem Pseudo Offroader in die Rückegasse, so daß für diesen Schützen freies Schußfeld gegeben war.
Aufgerödelt und zum Stand marschiert. Je näher ich kam, umso heftiger wurde die Erinnerung - Jessas na, net der, da kriegt auch ein sehr schneller Schütze nichts gebacken.
Dieses "Jessas na" war mein erster, vielleicht der entscheidende Fehler.
Hilft ja nichts, da muß ich durch, und ausserdem, schlechte Stände gibt's nicht.
Also den Stand bezogen und eingerichtet.
Der Stand war auf eine Rückegasse, etwa 6m breit, auf jeder Seite mit undurchsichtiger Dickung gesäumt, gestellt.
Als Linksschütze hab ich mich ganz eng in die rechte Ecke gedrängt, um im Zweifelsfall auch mal nach links schiessen zu können.
Gut, irgendwann Hundelaut hinter mir, kommt auf mich zu. Ich dreh mich um und seh ganz kurz auch schon das Rehlein in meine Richtung ziehen.
Schußfertig hab ich die Stelle,an der das Reh über die Gasse ziehen müßte im Auge behalten.
Auf "hinter mir" hab ich leider zu wenig Augenmerk gelegt und das Geräusch der Minirotte - Bache mit zwei Frischlingen etwas spät, aber nicht zu spät, bemerkt.
Reh Reh sein lassen, umgedreht und den ersten Frischling ins Fadenkreuz genommen und dann.....klick.
?????
Repetiert, die Schweinderl tun mir den Gefallen und überqueren die Rückegasse an der breitesten Stelle. wieder Ziel aufgenommen, der erste Frischling und wieder .....klick.
?????????
Aus einer anderen Laborierung hatte ich noch Ersatzpatronen dabei und mit diesen sofort die Funktion des Gewehres überprüft.
Wummmm - okay, der Schlagbolzen ist nicht hin.
Gestunken hat er mir gewaltig. Nur was war schuld?
In dem Fall die Wiederladerei. Die Patronen waren mit Hülsen zum Feuerformen gefertigt und bei diesen Zweien war die Hilfsschulter nicht ausgeprägt genug und deshalb hat die Patrone dem Schlagbolzen zu wenig Widerstand geboten. 35 mal vorher hat es aber problemlos gepasst!
Okay, das war es mit den Sauen.
Ich wollte dann runter von Drückjagdbock und die erste rausrepetierte Patrone suchen.
Das Runter wäre beinahe schneller gegangen als geplant - die oberste Sprosse reißt ab?!?!!.
Sauen fort, Drückjagdbock zweifelhaft, das fängt ja schon gut an.
Jedenfalls war ich gefrustet und das war bestimmt mit ein Grund, warum ich das eigentlich sichere Reh glatt vorbeigeschossen hab.
Nein, es ist noch nicht zu Ende.
Entgegen meiner Gewohnheit, eisern bis zum Schluß aufmerksam auf dem Stand zu bleiben, hab ich diesmal so fünf Minuten vor Ende meinen Kruscht zusammengepackt. Bei einem mehr zufälligen Blick auf die Rückgasse denk ich, mich trifft der Schlag. Ganz gemütlich bummelt ein Reh auf den Stand zu, genau so,wie ich mir das zum Ende hin erträumt hab und wie es ja gar nicht selten vorkommt.
Das Gewehr, zwar nicht ausser Reichweite, aber die Ergreifung doch mächtig Bewegung erfordernd, konnte ich zwar noch in Anschlag bringen, dann hatte das Reh aber genug und zeigte mir sein Hinterteil.
Himmelkreizkruzifix, Rindvieh damisch (ich darf das zu mir sagen - du nicht).
Am Auto dann mein Zeugs verstaut, bittet mich der Schütze vom Strassenstand um Hilfe beim aufbrechen.
Warum nicht?
Ich geh da hin und seh da ein Kitz liegen. Warum braucht der da Hilfe?
Sei's drum.
Gehen hätt ich aber doch sollen, als ich gesehen habe, daß aufbrechen nicht zum Hobby dieses Jägers gehört. Aber man ist ja nicht so.
Jedenfalls, nach einiger unkoordinierter Schnippelei war nur noch der letzte Knochen zum Träger hin zu durchtrennen.
Da hat der gute Mann mit einer Vehemenz das Messer durch das Brustbein gerissen, daß er, das Messer nicht nach vorne, sondern nach oben gerichtet, selbiges mir in den Finger gejagt hat. Wohlgemerkt, ich hab das Kitzerl am ausgestreckten Vorderlauf in der Balance gehalten - also ist da schon ordentlich Schwung draufgewesen.
Himmelarsch und Zwirn - geht's noch.
Sein "tut mir leid" hat meine Stimmung auch nimmer verbessern können.
Rindviech damisch.
Zu Hause dann wartete noch Arbeit auf uns. Ein Stück Rotwild wartete darauf entkleidet zu werden um dem menschlichen Genuß zugeführt werden zu können.
Und da war sie wieder, die Hexe, die mich schon eine Woche vorher lahmgelegt hatte.
Mit Ach und Krach bin ich heimgekommen, hab mich aus den Jagdklamotten rausgequält um dann mit Voltarensalbe im Kreuz und Ibofubrem im Bauch auf der Couch das abklingen der Schmerzen abgewartet.
Ja, gar lustig ist da Jägerleben - aber was beschwer ich mich, hätt ich doch lieber was G'scheits g'lernt.
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murmelbaer

murmelbaer

Alter: 70 Jahre,
aus unterm Arber
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Kommentare

11.01.2014 21:56 Bender
Dir wünsche ich gute Besserung !
Es gibt Tage im Jahr da bleibt " MANN " am besten zu Hause !!

Gruß

Bender
12.01.2014 02:54 sau_hund
......schön für die Rehe, da hatten sie ja wirklich Glück.........
12.01.2014 14:15 sbsax
Hab´ mich köstlich amüsiert, danke.
12.01.2014 17:07 Rapsjaeger
Gute Besserung!!! Manchmal ist halt der Wurm drin...
12.01.2014 17:07 Waldemse
Himmelkreizkruzifix, Rindvieh damisch (ich darf das zu mir sagen - du nicht). Kenn ich von mir auch.
Schön erzählte Geschichte und alles gute für deine Hexe.
12.01.2014 21:16 esau
Arme Sau!
Schön ,das Du auch nur ein Mensch bist.
Herrlich schrecklich zu lesen.
Aber es kommen sicher bessere Tage.
Und insgeheim lachst Du doch jetzt schon drüber!?
12.01.2014 21:36 Erdweibchen
Des einen Leid ist der anderen Freud - schön, dass du es mit so viel Galgenhumor nimmst
GUTE BESSERUNG - und eine schöne Geschichte ist es trotzdem
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