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Erlebtes

(1 Eintrag)

267 mal angesehen
10.01.2014, 09.35 Uhr

Mein jagdliches Highlight 2013

November in Schweden…
Eigentlich sind mein Freund Harry und ich bei meinem Vater um eine Hausschlachtung zu machen.
Wie es der Zufall so will können wir auch noch an der Elchjagd teilnehmen.
Ich reise bereits seit 15 Jahren nach Schweden und habe noch nie einen Elch zu Gesicht bekommen.
Das sollte sich ändern…
Um 7:30h kommen wir am Treffpunkt an, man begrüßt sich und stellt sich bei den unbekannten Gesichtern vor.
Geplant ist, dass Harry mit meinem Vater einen Stand besetzt und ich einen der Hundeführer begleite.
Das zu bejagende Gebiet wird nach prüfen des Windes bestimmt, die Pässe ausgelost, und die Freigabe bekannt gegeben.
Geschossen werden Bullen und Kälber.
Im Anschluss fragen mich die Hundeführer, wen ich denn begleiten möchte.
Da ist Tobias mit seinem Jämthund Rüden, welchen ich bei meiner ersten Elchjagd begleitet hatte und Matts mit seiner Jämthund Hündin Blossa.
Ich entschließe mich Matts zu begleiten…die richtige Entscheidung wie sich später herausstellen sollte!
Bei der Fahrt zum Startpunkt sehen wir bereits eine Kuh die vor uns den Weg kreuzt.
Also hatte ich nun endlich meinen ersten Elch gesehen und war schwer beeindruckt.
Wir kommen am Startpunkt an der Hund wird besendert, die Büchse geschulter und nach Rücksprache mit den Schützen setzen wir uns langsam in Bewegung.
Einige Meter vom Auto entfernt wird der Hund freigeben und schlendert über den Weg bis er plötzlich im Wald verschwunden ist.
Wir halten Inne und etwa 10 Minuten später ist der tiefe Standlaut des Hundes zu hören.
Matts checkt den Standort und wir laufen langsam Richtung der Naturverjüngung wo am Morgen der Elch kreuzte.
Dort angekommen können wir sehen wie der Hund etwa 200m entfernt an einer Kuh mit Kalb arbeitet.
Kurze Zeit später kommen die Elche wieder in Bewegung, trollen über den Weg und verschwinden im Wald.
Nach 5min. zeigt Matts Richtung Wald und fragt mich ob ich den Hund hören könne, als ich verneine nimmt er sein Handy zur Hand, wählt und schaltet den Lautsprecher an.
Es klingelt und dann ertönt der Laut von Blossa aus dem Telefon. Matts grinst, nickt und wir setzen uns wieder in Bewegung.
Langsam steigert er sein Tempo bis er erneut stoppt. Der Laut ist nun 160m entfernt und nähert sich langsam.
Plötzlich ist auch der zweite Hund laut, nach Rücksprache berichtet Matts lächelnd, dass er an einem Bullen jagt.
Bei 140m bewegt sich nichts mehr und Matts beschließt den Standlaut anzugehen. Meine Aufregung steigt. Wir pirschen in Zeitlupe und bei jedem Schritt den Untergrund prüfend Richtung des arbeitenden Hundes. Ich bin zum Platzen angespannt, da ich ihm nicht durch eine Ungeschicktheit meinerseits den Erfolg nehmen möchte… Dann ist es so weit, 30m vor uns steht eine mächtige Kuh die ständig ihr Kalb vor dem Hund abschirmt und von Zeit zu Zeit Attacken gegen den Hund fährt welche diese gekonnt pariert. Ich kann nicht in Worte fassen welch gewaltigen Eindruck dieses Szenario auf mich machte. Diese unbändige Gewalt und die Beharrlichkeit des Hundes sind einfach großartig. Dann geschah etwas was ich kaum glauben konnte, der Hund brach ab und kam zu seinem Führer begrüßte ihn und wendete sich im Anschluss wieder seiner Arbeit zu. Es war fast als wollte sie sagen: Schön dass du da bist, jetzt machen wir Beute!
Bei jeder Attacke der Kuh ändert Matts seinen Standpunkt um ein gutes Schussfeld zu bekommen.
Hinter uns fallen Schüsse. Wie ich später erfahre haben diese den Bullen zur Strecke gebracht.
Seit 45 min. kniet Matts nun mal mehr und mal weniger im Anschlag als sich das Kalb einige Schritte von der Kuh entfernt.
Der Schuss bricht und das Kalb verendet im Feuer. Sofort ist Blossa bei ihrer Beute und rupft diese ausgiebig. Noch immer geplättet vom Erlebten gratuliere ich Matts und wir begeben uns zum Stück.
Matts liebelt Blossa ab worauf diese ansetzt der Kuh nachzueilen. Mit einem fast geflüsterten: Blossa schau mich an …nein. Unterbindet er dies.
Nach dem Versorgen und Bergen fuhren wir wieder zum Treffpunkt, wo die Jagd mit Fläsk , Kaffee und Berichten des Erlebten ausklang.
Diese Jagd war für mich das beeindruckendste was ich bisher erlebt habe.
Die Urgewalt der Elche und die tolle Zusammenarbeit von Hund und Führer werden mir für immer in Erinnerung bleiben und ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte!
Ich hoffe Ihr könnt annähernd nachempfinden wie mich diese Art des Jagens in ihren Bann gezogen hat und wünsche jedem, dass er die Gelegenheit hat so Etwas zu erleben!
Wmh,
Ignatz
offline

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IGNATZ

IGNATZ

Alter: 34 Jahre,
aus RLP

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Kommentare

10.01.2014 10:05 Ammerlaender
Toll geschrieben!! Hat Spaß gemacht zu lesen.

Gruß

Ammerländer
10.01.2014 13:12 IGNATZ
Ammerlaender schrieb:
Toll geschrieben!! Hat Spaß gemacht zu lesen.

Gruß

Ammerländer


<Danke!
10.01.2014 15:09 kong
schön geschrieben, man kann Deine Begeisterung spüren beim Lesen
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