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341 mal angesehen
11.11.2007, 00.33 Uhr

Galloways vs. Jäger

Heute war ich zur Treibjagd eingeladen, die zweite, an der ich als Jungjägerin teilnehmen durfte. Der Anteil an weiblichen Jägern war wieder einmal extrem gering, zwei Frauen bei ca. 20 Jagdgästen. Es herrschte ein Wetter wie es schlechter nicht hätte sein können. Ein Regenschauer jagte das nächste. Da dieses Treiben im Moorgebiet stattfand, hatte man nicht nur Wasser von oben sondern auch reichlich von unten. Nichts desto trotz waren wir alle frohen Mutes. Diese Stimmung wurde allerdings gleich beim ersten Treiben mächtig eingeschränkt. Beim Durchqueren einer Weide wurde eine kleine Herde Galloways panisch. Sie rannten wie wild umher und dann passierte das Malheur. Alle vier Tiere landeten in einem Graben. Sie versuchten natürlich mit aller Macht, sich aus ihrer Lage zu befreien, erreichten aber genau das Gegenteil. Sie sackten immer tiefer ein, bis zum Hals. Es war fürchterlich. Das kleinste Tier konnten wir herausziehen, aber bei den anderen war es unmöglich. Es dauerte nicht lange, da hatte der Bauer mitbekommen, was mit seinen Rindern geschehen war. Ich hatte höllische Angst, von ihm beschimpft zu werden, denn wir waren ja schließlich Auslöser dieser ganzen Sache. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Er war zwar verständlicherweise nicht begeistert, aber in keinster Weise unfreundlich. Er organisierte Taue, sodaß wir mit vereinten Kräften die anderen drei Rinder auch herausziehen konnten. Eines dieser Tiere hatte sich aber überlegt, dass man uns doch bestrafen müsse. Zumindest einen der Jäger. Und das war leider ich!!!! Es senkte den Kopf, schnaubte einmal kräftig und rannte auf mich zu. Es traf mich seitlich und mich traf fast der Schlag. Wenn ich behaupte, ich habe Angst gehabt, ist das schwer untertrieben. Mit einem Satz sprang ich über den Graben in Sicherheit bzw. der Vorsatz war jedenfalls da! Ich hatte mich allerdings mit einem Grasbüschel vertan, von dem ich meinte, hier den Absprung starten zu können. Fehlanzeige. Unter diesem Grasbüschel war nichts außer Wasser. Also mit Start war nichts. Ich rutschte genau wie die Galloways mit Macht in das kühle, schlammige Nass. Bis zur Hüfte steckte ich drin und Panik ergriff mich, da ich das Gefühl hatte weiter nach unten zu sacken. Drei Jäger zogen mich wieder heraus (Gott sei Dank ohne Tau!?). Ich triefte vor Nässe und man kann sich vorstellen, dass es bei diesen Temperaturen absolut nicht gerade angenehm war. Ich hatte das Gefühl, meine Beine hätten sich zu Eiszapfen ummutiert. Echt ekelig. Umziehen war nicht möglich. Bei dem einen oder anderen Jagdkollegen erntete ich anschließend schon mal eine spitze Bemerkung, denn wie heißt es noch so schön: wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Aber ich kann sagen, solch ein Erlebnis brauche ich nicht ein zweites Mal.

Anmerkung am Rande: Ich hatte vor einiger Zeit die Diskussion angeregt, ob ein Handy bei der Jagd sinnvoll sei. Dazu brauche ich mir im Moment keine Gedanken machen, da es bei meiner Tauchaktion keine Überlebenschancen hatte. Es befand sich in meiner Hosentasche. Den Rest kann man sich denken!?!
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holsten

holsten

Alter: 60 Jahre,
aus ovelgönne
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Kommentare

11.11.2007 04:36 teddy
So kann es gehen. Wenn dabei gesundheitlich keiner zu schaden kommt halb so schlimm. Mach dir nicht draus und trag es mit Humor.
Ich habe auf Treibjagden schon welche mit Schwung in die Gräben springen sehen. Hatten sich schlicht verschätzt oder überschäzt. Und keine Sorge das ist weder Frauen noch Jungjägerfänomän.

WMH Teddy
12.11.2007 20:57 jannis
Schön und ehrlich geschildert! Das werden die besten Jäger- Bravo!!!
12.11.2007 22:01 Bergkern
Tolle Geschichte auch wen ich zugeben muss das ich schmunzeln musste, aber da hätte mehr passieren können, Glück gehabt!!!!
Aber sowas passiert jeden, mein bisher negativstes Erlebnis war als ich mit einem feinen jaggast auf einen Bock aus war, und plötzlich niesen musste ;)
der hat mich krumm angesehen ;) der Bock kam aber dann doch noch ;)
12.11.2007 22:31 holsten
jannis schrieb:

Schön und ehrlich geschildert! Das werden die besten Jäger- Bravo!!!


Hallo Jannis,
Danke für das Kompliment. Habe mich so langsam von meiner Tauchaktion wieder erholt. Wie heißt es noch so schön: was uns nicht kaputt macht, macht uns nur noch härter! Mein Lebensmotto.
Ich freue mich auf viele neue Jagderlebnisse, müssen aber nicht alle so heftig sein wie das letzte.
L.G.
Inge
13.11.2007 07:33 zickigeRicke
Hallo Inge, musste schmunzeln bei Deinem Bericht und an meine eigene Jungjägerzeit als Treiber denken. Da ist ein Mitschüler mal in Panik vor einer Sau auf einen Baum gesaust, hätte sich nur dahinter stellen müssen. Solche Erlebnisse sind doch das Salz in der Suppe!
Deine Panik war doch ganz normal und in den Graben gefallen ist doch fast jeder schon irgendwie einmal.
Wh und weiter so
zR
13.11.2007 20:08 Tassilo
Kann Dir nachfühlen wie das ist im Schlamm bis zur Hüfte zu stecken.
Ist mir auch schon mal passiert als ich mit meinem Hund auf Entenjagd war und versumpfte.
Damals schwitzte ich ganz schön.............vor Angst!!!!!!!!!

Gruss Tassilo
14.11.2007 18:10 forstgarten
Ich wär auch gesprungen. Die Galloways sind kraft Masse klar im Vorteil, da soll man es nicht drauf ankommen lassen!

Bisher bin ich noch nicht im Moor versunken (nur einer meiner Stiefel), war nämlich mal in einem Hochmoor pirschen. Bei einsetzender Dunkelheit überkam mich so ein Gefühl, dass ich da nur noch raus wollte!!!

Weidmannsheil, forstgarten
14.11.2007 22:01 holsten
Hallo liebe Jagdkollegen,
ich danke Euch für Eure Kommentare. Ich finde es toll, wenn man solche Erlebnisse schildern kann und dann Reaktionen darauf bekommt. Auch oder gerade wenn es negative Erfahrungen sind.
Heute erfuhr ich, dass ein an der Treibjagd beteiligter Jäger mit einem "Fläschen" zum Bauern gegangen ist, um sich zu erkundigen, ob mit den Tieren alles in Ordnung sei und um sich stellvertretend für uns alle zu entschuldigen. Die Tiere haben Gott sei Dank alles gut überstanden und der Bauer hat die Entschuldigung freundlich angenommen. Ich bin sehr froh darüber. Es hätte wirklich alles viel schlimmer kommen können.
L.G.
Inge
15.11.2007 11:17 justuss
Moin miteinader,

mein schlimmstes jagderlebnis war folgendes: Ich musste nach der einteilung und vorbesprechung der treibjagd noch schnell mal in unserer jagdhütte einem menschlichen bedürfnis nachgehen. Als ich der inzwischen vorgegangenen jäger- und treiberschar folgen wollte, fand ich mich auf dem "Stillen Örtchen" eingesperrt! Mein handy steckte in der jagdjacke, mit schreien und radau war nichts zu machen. Vor der lokustür jammerte mein Teckel, weil er auf mich wartete und meine peinliche lage instinktiv erkannt hatte....
Nun ja, nach dem ersten treiben bemerkte man mein fehlen und befreite mich unter viel schadenfreudigem gelächter und gespött aus meiner misslichen lage.
Weidmannsheil hatte ich an diesem tage nicht mehr, wünsche ich euch allen aber!
justus
15.11.2007 13:43 Jagdteckel
Hallo Inge,

mit Vergnügen habe ich deine Story gelesen. Das sind so Geschichten die prägen einfach. Diesmal war es für dich unangenehm wegem dem "feuchten Höschen", beim nächstenmal wenn du diese Geschichte zum Besten gibst, kannst auch du lachen. Bestimmt sind auch die spitzfindigen Komentare wegen dem eben von mir so genannten gekommen, oder? Ich habe auch schon mal im Winter bei strömenden Regen und 3 Grad bis zum Sa.. im Wasser gestanden und mußte Anke aus dem Fluß heben, weil die Ente größer und schwerer war wie sie, und Ufer zu steil.
MfG
Peter
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