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Schweißhundführerlehrgang vom 22. - 26. 08.12
790 mal angesehen
27.11.2013, 11.35 Uhr

Wolf und Hund im Jagdrevier

Meine kleine DJT-Hündin "Asti" ist jetzt 2,5 Jahre alt. Ich habe sie früh auf Rotwild und Schwarzwild geprägt. Mit 11 Monaten legte sie sehr erfolgreich die BP Stöbern ab, nahm anschließend an einen 5 tägigigen Schweißhundeführerlehrgang teil und bestand anschließend die Schweißprüfung. Seit dem wird sie von mir nur noch auf Schweiß geführt.
Sie hat eine enorme Wildschärfe und ausgeprägten Finderwillen.
"Asti" begleitet mich täglich ins Revier und ist bei allen Pirschen und Ansitzen dabei. Sie kennt ihre Aufgabe genau.
Vom Wesen her ist sie sehr schneidig und rangelt gern mal mit anderen Hunden, ohne agressiv zu werden. Sie will immer spielen und testet oft mal
ihre Position aus. So auch mit einem kapitalen DD-Rüden, der sie aber heftig scheuchte und in seiner tapsigen Art etwas grob war. Förmlich kreischend flüchtete "Asti" zu mir und wollte auf den Arm genommen werden. Sie hatte wohl ihren Meister gefunden.
Zum Stöbern wurde sie von mir nicht mehr eingesetzt. Sie kennt unser Wild vom Hochsitz, im Wundbett, bei der Hetze und vom Streckenplatz her.
Am Raubwild war sie noch nie. Den heran schnürenden Fuchs kündigt sie nur mit einem tiefen Grollen an.
Im Dezember vergangenen Jahres wechselte unserem Hochsitz ein starker Wolf an, den sie gesehen hatte und ganz ruhig aufmerksam verfolgte.
Im Juli konnten wir von anderer Stelle zwei Wölfe beobachten, die eine Schwarzwildrotte umschlichen. Auch an diesem Abend verhielt sie sich ganz ruhig beim Anblick der großen Räuber.
Beim letzten Mond saßen wir wieder auf der Kanzel auf der wir die erste Wolfssichtung hatten und warteten auf das Anwechseln der Sauen.
Doch diese hatten wohl einen anderen Wechsel genommen. Da es schon recht kalt war, kroch die Kleine in meinen Rucksack. Nach etwa 3 Stunden brach ich den Ansitz erfolglos ab und begab mich in Richtung Auto. Da die Kleine bibberte, schnallte ich sie damit sie sich auslaufen bzw. warmlaufen konnte. Eigentlich habe ich das, auch mit meinen früheren Hunden, immer so gemacht. Die Kleine läuft in der Regel das Gestell entlang zum Auto und kommt zu mir zurück. Eine durchaus sinnerfüllte Aktion.
Ein Jäger, welcher an meinem Auto auf mich wartete, wurde von ihr dort heftig verbellt.
Anders an diesem Abend. "Asti" schliefte in das nahe Unterholz ein und suchte dort mit flotten Geläuf. Auch das noch! Jetzt wird sie das halbe Revier umkrempeln, wenn sie an das Rotwild oder die Sauen kommt.
Und schon bald darauf hörte ich sie Läuten. Aber das war nicht der trockene, kurze Laut den sie gibt, wenn sie an den Sauen ist und auch nicht der geifernde ,helle Hetzlaut wenn sie schnellen Wild folgt.
Das war etwas ganz anderes, was ich hörte. Sie klagte und schrie förmlich.
Mir wurde ganz mulmig und ich rief ihr ein lautes "Bei Fuß" zu und schaltete meine Taschenlampe an. Ich war froh, dass kurz nach dem Rascheln des Laubes auch meine Hündin erschien und an mir hoch sprang. Ohne Zeifel suchte sie Schutz bei mir und wollte auf den Arm genommen werden.
Sie hatte ihre kleine Rute eingezogen und zitterte förmlich. Nachdem ich sie freudig begrüßte und streichelte, beruhigte sie sich wieder und fing sogar an
zu grollen und zu knurren. Auf dem Weg zum Auto konnte sie sich überhaupt nicht mehr beruhigen, hielt sich aber ganz eng an meiner Seite.
Nachdenklich fuhr ich nachhause.
Es folgte dann eine Konsultation mit unserem Forumsmitglied "Wolfdog". Nun kann man ja denken was man will aber zu dem Verhältnis Wolf und Hund
hat er entsprechende Erfahrungen und Kenntnisse. Heimlich spekulierte ich
auf einen Besuch mit meiner Hündin im oder besser am Wolfsgehege Kunsterspring. Doch in Kunsterspring ist die Mitführung von Hunden nicht gestattet. Aber im Wildpark Groß-Schönebeck /Schorfheide war es möglich.
Letzten Samstag war ich da, weil ich einfach wissen wollte wie sich meine Kleine gegenüber dem Wolf verhalten würde.
Gleich am Damwildgehege und später bei den Sauen stand "Asti" in der Halsung, gab kräftig Laut und wollte jagen. Da kamen wohl frühere Erinnerungen bei ihr wieder hoch. Energisch mußte ich eingreifen.
Auf dem Weg zum Wolfsgehege änderte sich ihr Verhalten sofort. Sie klemmte ihre Stummelrute ein und folgte mir nur widerwillig. Kurz vor dem Zaun kroch sie mir förmlich zwischen die Beine. Ich ließ sie ablegen und wirkte beruhigend auf sie ein. Dabei war im ersten Augenblick noch gar kein Wolf zu sehen. Ihre Nase mußte ihr aber schon gezeigt haben wer dort zuhause war. Als dann sich ein Wolf erhob und ganz langsam, mit tiefen Haupt auf uns zu kam, war es mit ihrer Liegestellung vorbei. Sie sprang mir förmlich auf den Arm und suchte Schutz bei mir. Streichelnd trug ich sie aus dem Wildpark. Ich hatte genug erfahren und weiss, dass "Asti" längst die Gefahr kennt, die für sie vom Wolf ausgeht.

Gangloff
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Gangloff

Gangloff

Alter: 70 Jahre,
aus Oranienburg
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Kommentare

27.11.2013 11:53 NOL
Lieber Gangloff,

die Geschichte stimmt mich traurig daher ich ja wie Du weißt einige Jagdbezirke in NOL bejage.
Die meisten Hundeführer kommen gar nicht mehr auf Jagden in der Lausitz aufgrund der Gefahr für die eingesetzten Hunde. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass Dein Hund damals auf ausgewachsene Wölfe gestoßen ist.
Ein ausgewachsener Wolf benötigt lediglich einen gezielten Biss um so einen Hund über den Jordan zu schicken. Insofern hattest Du und Dein Hund unwahrscheinliches Glück. Dieses Glück wünsche ich Dir von ganzem Herzen auch in den kommenden Jahren. Bei meine letzten DJ am Samstag war wieder mal ein großer Wolf im Trieb daher auch wenig anderes Wild
27.11.2013 12:26 Gangloff
NOL schrieb:
Lieber Gangloff,

die Geschichte stimmt mich traurig daher ich ja wie Du weißt einige Jagdbezirke in NOL bejage.
Die meisten Hundeführer kommen gar nicht mehr auf Jagden in der Lausitz aufgrund der Gefahr für die eingesetzten Hunde. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass Dein Hund damals auf ausgewachsene Wölfe gestoßen ist.
Ein ausgewachsener Wolf benötigt lediglich einen gezielten Biss um so einen Hund über den Jordan zu schicken. Insofern hattest Du und Dein Hund unwahrscheinliches Glück. Dieses Glück wünsche ich Dir von ganzem Herzen auch in den kommenden Jahren. Bei meine letzten DJ am Samstag war wieder mal ein großer Wolf im Trieb daher auch wenig anderes Wild


Das war wohl auch das letzte Mal, dass ich die Hündin geschnallt habe. Bei uns waren die Strecken bisher recht gut. Es gab aber auch Reviere mit sehr mäßigen Strecken. Das hängt wohl damit zusammen wo der Wolf gerade jagt.
29.11.2013 13:11 Dackelbiene
Wie gut, dass Asti nicht den Größenwahnsinn für sich gepachtet hat. Möge es so bleiben... auf dass ihr noch ganz viele Jahre miteinander jagen könnt.
Bei uns wurden übrigens 5 Welpen aufgezogen.

Sabine
29.11.2013 14:40 TerrierScotch
Vielleicht kommen jetzt Dogo A. als teutsche Jagdhunde in Mode ... in Wolfsgebieten
29.11.2013 18:50 flotthund
Gangloff schrieb:
Das war wohl auch das letzte Mal, dass ich die Hündin geschnallt habe. Bei uns waren die Strecken bisher recht gut. Es gab aber auch Reviere mit sehr mäßigen Strecken. Das hängt wohl damit zusammen wo der Wolf gerade jagt.


Genau so.

Bei wenig Büchsenlicht würde ich garnicht mehr mit einem Hund durchs Revier gehen. Egal ob der Hund frei Fuß geht oder angeleint ist. Für Wölfe wird so ein Gespann erst richtig spannend. Bei der Wolfsdichte in Brandenburg!
30.11.2013 10:37 Gangloff
flotthund schrieb:
Genau so.

Bei wenig Büchsenlicht würde ich garnicht mehr mit einem Hund durchs Revier gehen. Egal ob der Hund frei Fuß geht oder angeleint ist. Für Wölfe wird so ein Gespann erst richtig spannend. Bei der Wolfsdichte in Brandenburg!


Wir dürfen aber auch nicht übertreiben. Der gesunde Wolf ist ein scheues Wildtier.
Spannend wird es erst wenn der Wolf krank ist und nicht mehr jagen kann oder von der Tollwut befallen ist.
30.11.2013 12:28 Hesse
Hallo Rüdiger,
puh, noch mal gut gegangen!
Bei einer DJ hätte ich weniger Sorgen um den Hund, denn da dürften sich die Wölfe sicher schnell verdrücken, wenn´s nach Pulver und Blei riecht. Aber Asti ist dann ja sowieso für andere Aufgaben im Einsatz.
Viele Grüße und Weidmannsheil
Peter
30.11.2013 18:23 Laerchenwald
Moin,

na, dann legen wir unsere Arbeit als Hundeführer zukünftig halt nieder, wenn man meint, den Wolf einbürgern zu müssen.

Es würde mir zwar unendlich leid tun, aber diese Aufgabe ist auch schon so gefährlich genug für Hund und Führer. Da brauche ich nicht auch noch einen Wolf, der im Treiben meinem Hund an die Gurgel geht.
Dann können in Zukunft ja die Wolfsstreichler und Gutmenschen die Dickungen und Brombeeren "aufarbeiten". Ich werde es, sobald der Wolf hier ist, nicht mehr tun!

Ich "freue" mich aber auch schon auf die steigenden Wildschäden, wenn mangels HF keine DJ mehr stattfinden werden. Aber auch da werden die sogenannten Naturschützer sicher eine fadenscheinige Begründung finden, weshalb die Jagd als solche dann daran schuld sind!

Unsere Hündin / Hunde sind Familienmitglieder und stehen nicht für Naturschutz-Experimente zur Verfügung!

Gruß aus Nordhessen
30.11.2013 18:30 Gangloff
Laerchenwald schrieb:
Moin,

na, dann legen wir unsere Arbeit als Hundeführer zukünftig halt nieder, wenn man meint, den Wolf einbürgern zu müssen.

Es würde mir zwar unendlich leid tun, aber diese Aufgabe ist auch schon so gefährlich genug für Hund und Führer. Da brauche ich nicht auch noch einen Wolf, der im Treiben meinem Hund an die Gurgel geht.
Dann können in Zukunft ja die Wolfsstreichler und Gutmenschen die Dickungen und Brombeeren "aufarbeiten". Ich werde es, sobald der Wolf hier ist, nicht mehr tun!

Ich "freue" mich aber auch schon auf die steigenden Wildschäden, wenn mangels HF keine DJ mehr stattfinden werden. Aber auch da werden die sogenannten Naturschützer sicher eine fadenscheinige Begründung finden, weshalb die Jagd als solche dann daran schuld sind!

Unsere Hündin / Hunde sind Familienmitglieder und stehen nicht für Naturschutz-Experimente zur Verfügung!

Gruß aus Nordhessen


Hallo Laerchenwald,
obwohl allen unseren Hundeführern das Wolfsvorkommen bekannt ist, können wir uns bisher noch nicht über mangelnde Bereitschaft
die Hunde einzusetzen beklagen.
Solange die Wölfe "gesund" sind und ihre Sinne beieinander haben, verlassen sie das Treiben ungesehen und ganz schnell.
Es gibt Forumsteilnehmer, die das bestätigen können.
01.12.2013 16:03 Christian1963
Und jetzt ? Wer schnallt dann noch seinen Hund? Was sagen die Verantwortlichen
01.12.2013 18:37 Gangloff
Christian1963 schrieb:
Und jetzt ? Wer schnallt dann noch seinen Hund? Was sagen die Verantwortlichen


Da hat keiner Angst vor dem Wolf. Bereits wenn die vielen Auto's in das Revier fahren und die Hochsitze bestiegen werden - gehen die oder der Wold ganz still und leise über die Reviergrenze.
An den Wolf glaiben doch nur diejenigen Jäger, welche ihn bisher gesehen haben - und das sind wenige.
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