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Das Bambi-Syndrom

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07.09.2013, 10.53 Uhr

Das Bambi-Syndrom

Zu den Bildern:
Titel aus Wikipedia.
li: Filmwerbung.
mi: Rehkitz unter Hochsitz ruhend. Foto Autor.
re: Brüderchen und Schwesterchen. Foto Autor.


Das Bambi-Syndrom
(HW = Autor)

Kein anderes Phänomen ist so geeignet, die jagdlichen Aktivitäten des Menschen zu diskreditieren, wie Bambi, das als treuherzig dreinblickendes Rehkitz die Herzen der von der Natur entfremdeten und zu übertriebener Sentimentalität neigenden zivilisierten Welt erobert hat. Wie schon häufig in unserer modernen Welt, haben es Leute auf subtile Weise verstanden, zur Verfolgung eigener Ziele eine mehr oder weniger große Gefolgschaft um sich zu scharen. Was solche Gurus anzurichten im Stande sind, mussten wir nicht erst in neuester Zeit erfahren.

Hinsichtlich der durch die Jagd genutzten Wildarten verhalten sich gerade solche Kulturkreise äußerst zwiespältig, die sich selbst für aufgeklärt erachten. Paradebeispiel hierfür ist der amerikanische Zeichentrickfilm „Bambi“, der mehr noch als in den USA, in Deutschland zu einem idealisierten Verhältnis zur Natur beigetragen hat, das fern jeder Realität ist.

Der deutsche Tierfreund hat so völlig unkritisch das amerikanische Klischee auf das ihm bekannte Reh übertragen, wodurch das putzige Bambi zum Rehkitz avancierte, obwohl im Film von Geburt eigentlich ein Kalb des amerikanischen Weißwedelhirsches. Reh und Hirsch unterscheiden sich nicht nur in der Größe, sondern auch insofern, dass Rehwild keinen Schwanz (jagdlich „Wedel“) hat, auf dem sich in einer Szene des Films ein Schmetterling niederlässt. Besonders typisch warb ein deutscher Filmstar für Bambi, weil dort gezeigt würde, „wie aus einem niedlichen Rehkitz ein stattlicher Hirsch“ wird. Rehe sind aber nur in Europa und Asien heimisch. Die Paarungszeit der Rehe ist im Hochsommer, die der Hirsche im Spätherbst, schon dieser Umstand macht die seltsame Verwandlung unmöglich. So viel, bzw. so wenig an Biologie vorab.

Psychologische Analyse
Erstmals befasste sich eingehender mit dieser Thematik David Petersen in „Deer und Deer Hunting“, einer der großen amerikanischen Zeitschriften für die Hirschjagd. Er beleuchtet nicht nur die Entstehung des Films Bambi, sondern mehr noch dessen psychologische Absicht, die bis dato unvoreingenommene Bevölkerung gegen eine Minderheit aufzubringen, die als Jäger auszieht, unschuldige Bambis und deren Mütter (und Väter) zu meucheln. Der Originaltitel „The Bambi syndrom dismembered: WHY BAMBI MUST DIE“ wird mit freundlicher Genehmigung des Krause-Verlags, USA auszugsweise in freier Übersetzung wiedergegeben:

Petersen führt nun aus: „Wenn ich auffordere, dass Bambi sterben muss, spreche ich das in mehrfacher Hinsicht an. Ich rede über den Hollywood-Kitsch, über den biologischen Imperativ und über meine Kindheitserinnerungen“.

„Bambi muss sterben“ bezieht sich zunächst auf Walt Disney´s weltberühmten Fantasiefilm, der in meine junge Seele den Samen eines unbegründeten Schuldgefühls pflanzte. Das Celluloid-Bambi ist schwerlich ein Liebling, sondern ein verschlagener kleiner Trickser, schändlich unnatürlich von Natur und schon lange überfällig für die kulturelle Hinrichtung und Bestattung.
Zweitens: Bambi muss auch im wirklichen Leben sterben, nämlich in Wald und Flur. Weil Bambi - hier als Metapher für alles Jungwild beiderlei Geschlechts - geboren wurde um zu sterben. Präziser: Die meisten Bambis, das scheint sicher, sind von der Natur vorgesehene Nahrung für Raubtiere und sterben daher zwangsläufig jung. Diese knallharte Realität wird durch die Tatsache bestätigt, dass viele Bambis schon in den ersten Monaten ihres Lebens umkommen. Diesen Verlust kompensiert jedoch die Natur.
Ob es uns passt oder nicht, wir haben den „tragischen Tod“ genau so als gut und richtig zu akzeptieren, wie die „hoffnungsvolle Geburt“, denn es ist der vorgezeichnete Weg. Auch ich kann mich nicht anfreunden mit all dem Leid und Tod das dem Leben anhaftet, aber ich habe gelernt die natürliche Realität und die Weisheit der Evolution anzuerkennen.

Nun zu Hollywood
Petersen führt weiter aus: Über Jahrzehnte hörte, las und traf ich den Begriff „Bambi Syndrom“, als ob es eine allgemein bekannte Krankheit sei. Der Begriff - in Ergänzung zur emotionalen Tierrechts- und Pseudo-Philosophie - ist gleich zu setzen mit den weitest gehenden uninformierten Ansichten der meisten Amerikaner (HW: und ebenso Deutschen) gegenüber Wildtieren, Raubwild, Jagd und Tierkindern, vornehmlich solchen, wie den Pflanzen fressenden kuscheligen Hirschkälbern (und Rehkitzen).

Die Tragödie von Bambi begann Mitte der 1880er, als ein junger Ungar nach Wien emigrierte. Siegmund Salzmann, der sich durch den angenommenen Namen Felix Salten arisierte, tat sich bis dahin als mittelmäßiger Schriftsteller und Kritiker hervor. Neben seinem bekanntesten Werk „Die Memoiren der Josephine Mutzenbacher“ verfasste er eine Reihe naturbezogener Kinderbücher, die Geld einbrachten.
Der neureiche Felix hatte Kontakte zu aristokratischen Kreisen und zu deren Art das europäische Jagdwesen zu konservieren. Bald jedoch kam es zu einem inneren Widerspruch, was in der Folge zu einer generellen Ablehnung der Jagd führte. 1924 erschien Saltens Buch „Bambi, ein Waldleben“, das beabsichtigte, bei Kindern und Erwachsenen antijagdliche Gefühle zu wecken. Angefüllt mit Tod und Leiden, alle verursacht von einem Feind, den Tieren nur bekannt als „IHM“ (in Großbuchstaben, als biblische Referenz), traf Bambi in eine streng gegliederte Gesellschaft, in der die Jagd seit Jahrhunderten einer reichen und privilegierten Minderheit vorbehalten war.

Inzwischen in Amerika
Walt Disney, der auf einer Farm in Missouri aufwuchs, war seit seiner frühesten Kindheit ein Tierrechtler und deshalb Jägerhasser. Nachdem Saltens Bambi 1928 ins englische übersetzt wurde, kam es auch nach Amerika. Als Disney Bambi las, war es Liebe auf den ersten Blick und weckte wohl auch die Aussicht auf Geld, als Disney ein junger Zeichner und Unternehmer für Trickfilme geworden war. Das Drehbuch für Bambi begann 1937. Wenngleich Disney´s Film netter und hoffnungsfroher sein sollte als Saltens düstere Freudsche Novelle, der Grundkonflikt blieb der gleiche: Natur ist gut, Menschheit ist schlecht.
Jahre später schrieb der Bio-Anthropologe Matt Cartmill in „Natural History“, dass „am 1. September 1939, als deutsche Panzer die polnische Grenze überquerten und Europa in den Zweiten Weltkrieg gestürzt wurde, der Drehbuchautor Perce Pearce bekannt gab, dass alle Raubtiere außer dem Homo sapiens aus dem Text gestrichen werden. Niemand sollte auf irgend jemand herabstoßen oder irgendeinen auffressen. Der simple Konflikt lautete: Der einzige Feind ist der Mensch.
Und so haben wir in Bambi den wohlwollenden Streifen, in dem bevorzugt weise Eulen gelegentlich als etwas mürrische Ratgeber fungieren und neben diesen nur Eichhörnchen, Kaninchen, Stinktiere oder Wachteln als Darsteller auftreten. Nur wenige wilde Trauben oder Kleeblüten werden genascht. Meisten Teils singen, spielen, schlafen oder plappern Disney´s kindliche Gestalten“.

(HW: Sexualität wurde in jeder Hinsicht ausgeklammert. So war die Brunft in gleicher Weise tabu, wie Geburt und Aufzucht. Bambi trank als „Kind“ weder an den Zitzen seiner Mutter, noch wurden ihm, außer seinem Geweih, Geschlechtsorgane „hingezeichnet“).

Cartmill notierte weiter:
„Menschenfeindlichkeit und Jägerhass waren nicht die einzigen Beweggründe für Disney, das Buch in einen Trickfilm zu transformieren. Er wusste schon seit „Mickey Mouse“, dass mit den Emotionen der Filmbesucher Geld zu machen war. Der Profit ließ sich durch massive Manipulationen, die zuvor in dieser Form noch nie zur Anwendung kamen, enorm steigern.

Die Zeichner hatten alles zu unternehmen, was auch immer möglich war, um menschliche Eindrücke zu erwecken. Um die Figuren kindlicher zu formen, hatten sie die langen knochigen Hirschgesichter zu verkürzen, große Köpfe auf kleine Körper setzen, die Wimpern zu verlängern oder die Pupillen zu erweitern, „wie bei einer Renaissance-Kurtisane unter dem Einfluss von Belladonna“. Wie auch immer, Disney´s Cartoon-Magier erzielten einen unwiderstehlichen kindlichen Anblick für Bambi. Die Personifizierung wurde gesteigert durch die Synchronisation aller kleinen Darsteller mit den süßen Stimmen echter Kinder“. Soweit Cartmill

Dazu Petersen: „Nach der Überprüfung von Bambi aus der Perspektive eines naturkundigen Erwachsenen, stimme ich mit der Kritik von Roger Ebert überein, der den Film als eine Parabel von Sexismus, Nihilismus und Hoffnungslosigkeit beschreibt, in dem der Vater abwesend und die Mutter passiv ist in einer Welt von Tod und Gewalt. Bambi, so Ebert, ist eine ungeeignete Kost für junge und beeinflussbare Gemüter. Auch für empfängliche Erwachsene trägt Bambi in sich, was Cartmill „als die Wucht eines Schmiedehammers“ bezeichnet.
Bambi - der klassische amerikanische Kinderfilm aller Zeiten, durch Leihkassetten mehr verfügbar als je zuvor - ist ein widerliches, übersüßes, unverfrorenes menschenfeindliches, Emotionen manipulierendes, biologisch bastartisiertes, profitgieriges Stück von Hollywood-Schmonsens - eine dicke fette Lüge.
Und warum?
Wenn die wilden Tiere des Waldes in eigener Sache reden könnten, ich vermute sie wären die lautesten und härtesten Kritiker des Bambi Syndroms. Sie wissen besser als wir, wie verheerend diese Disneyfikation für ihr Wohl und Wehe war und noch immer ist. In beeinflussbaren Seelen erzeugt sie eine offensichtliche und vorher wissende virtuelle Korrektur von universeller Liebe und Frieden in der Natur, was so einfach nicht existiert. Zu versuchen, die Natur nach Bambis Kindergartenmanier zu managen - wie Mitglieder der Tierrechtsbewegung erklärt haben tun zu wollen - würde nur zu bald die ökologische Katastrophe herbei führen.
Ich (Petersen) bin kein schleimiger Sittenwächter. Aber in Verteidigung der Wahrheit, Wirklichkeit und Würde natürlicher Prozesse wiederhole ich: Bambi - dieses monströse unnatürliche Hollywood Ungeheuer - muss sterben, genau so wie auch eine beträchtliche Zahl seiner wirklich lebenden Gegenstücke“.

Petersen führt weiter aus:
„Den größeren Zusammenhang sehen.
Wir müssen erkennen, dass wir auf einer bestimmten Fläche nicht nur Hirsche jagen können, weil durch zu viele Kühe und Kälber nicht nur das Geschlechterverhältnis völlig in Schieflage gerät, sondern es zu einer Überweidung und Beeinträchtigung von Flora und Fauna kommt.
Um dieser Falle zu entkommen, muss die Gesamtzahl Tiere reduziert werden, um den Überlebenden bessere Nahrung zu bieten, was wiederum zu stärkeren Kälbern führt. Wird das Aufnahmevermögen eines Gebietes nicht voll ausgeschöpft, erhöht sich die Überlebensrate der Jungtiere im ersten Winter, was ein verlockendes Argument für die Bejagung weiblichen und jungen Wildes anstatt alter Hirsche ist und warum ich selten einen alten reifen Hirsch erlege.
Auch wenn wir jede Jagd einstellen, wie Tierrechtler gerne sähen, das natürliche und gesunde Geschlechterverhältnis würde sich ohne die Erlegung vieler weiblicher Tiere niemals wieder einpendeln. Der Grund hierfür ist, dass in jedem strengen Winter die durch die Brunft gestressten Hirsche als erste eingehen. (HW: In über elf Jahren Jagd auf Maultierwild selbst beobachtet)
Das Optimum an Gleichgewicht wird bei einer Nutzung unterhalb der ökologischen Auslastung erreicht. Mehr als die maximale, sollten wir die optimale Nutzung anstreben. Der einzige Weg, dies zu erreichen, ist die Jagd auf weibliches und junges Wild mit Nachdruck zu betreiben.
Der genetische Imperativ für alles Leben ist, sich selbst zu erneuern. Unter schonungslosem Raubwilddruck favorisiert die Evolution Individuen mit Genlinien die einen zahlenmäßig hohen Nachwuchs haben. Wäre das bei Hirschwild seit zahllosen Jahrtausenden nicht der Fall, die Norm Zwillinge zu bekommen, hätte sich nicht herausgebildet.
Aus all diesen Gründen sollte des Jägers erstes Ziel - aus biologischen, ökologischen und evolutionären Gesichtspunkten und daher aus ethischer Perspektive - weibliches Jungwild sein. Diese Unterscheidung - Kälbchen gegen Alttier - ist nicht schwierig, auch nicht durch ein Zielfernrohr auf eine größere Entfernung“.

Die Gefahr des Trophäen-Managements
Petersen korrespondiert in dieser Angelegenheit mit Dr. Valerius Geist, einem weltweit anerkannten Experten für wildlebende Huftiere. Dr. Geist schreibt Beifall spendend in einem unveröffentlichten Manuskript über das „Qualitäts- und Trophäenmanagement von Rotwild in Europa“ die kürzlich eingeführten Regeln über Hirsch-Management in Nordamerika auszugsweise:
„ .....das Ziel muss sein, die Wilddichte zu senken um das Nahrungsangebot zu verbessern, die Qualität des Habitats und dessen Bewohnern zu verbessern, sowie die jagdliche Erfahrung und die Qualität der Jäger zu steigern. Geist sagt: „der beste Weg die genetische Vielfalt einer eng begrenzten Population zu erhalten, ist auf die Jungen des Jahres den Blick zu richten, um die älteren sich reproduzieren und reifen zu lassen. Ein geringer Abschuss alter Stücke sollte nicht nach Alter, Geschlecht oder Größe selektieren.
Mit anderen Worten: Kinder zuerst, dann was kommt. Aber diese „eng gemanagte“ Klausel macht Qualitätsmanagement in Nordamerika (HW: auch bei uns) mit seinen riesigen staatlichen Flächen und seinen Millionen von Jägern so schwierig.
Im Ganzen wächst die wissenschaftliche Übereinstimmung, dass Jäger Bambis zu zehnten haben zum Nutzen der hirschartigen Wildtiere und deren Nachwelt. Wölfe können das tun, der Winter oder der Jäger kann es tun. Was würden Sie vorziehen?“

Ein uraltes Dilemma
Dr. Petersen: „Dieses Drama in den Dunst der Vergangenheit ausdehnend, besteht kein Zweifel, dass der Mensch schon immer Bambis getötet hat. Amerikanische Indianerstämme praktizierten Zeremonien mit unbefleckten Fellen von Hirschkälbern oder Kitzen der Pronghornantilope (die nicht durch Pfeile, Speere oder Messer verletzt waren) für „heilige Kostüme“. Wenn diese Opfertiere nicht erlegt wurden, frage ich mich, wie die Indianer diese winzigen Felle erbeutet haben. Selbst ein Hirschkalb anpirschend wurde mir klar, dass es leicht gewesen wäre, dieses mit einem Stein oder einer Keule zu erschlagen, oder wie es religiöser Brauch war, zu erwürgen. (HW: die verklärte europäische Meinung über den naturverbundenen Indianer relativiert sich aus unserer Sichtweise dadurch wohl etwas) Lange bevor der Mensch Werkzeuge und jagdliche Fertigkeiten entwickelt hatte, konnte er nur die hilflosen Jungtiere erbeuten. Wir überleben heute, in dem wir im Supermarkt Fleisch von Kälbern und Lämmern kaufen“.

Meine Quintessenz (HW)
Es ist eigentlich erstaunlich, wie unterschiedlich wir reagieren, wenn wir einen „echten“ Naturfilm betrachten, oder ein rührseliges, tendenziös ausgerichtetes Machwerk. In dieser Hinsicht sind wir Deutsche noch weit sentimentaler als Amerikaner. Jagdlich lässt sich feststellen, dass es zumindest der Überlegung wert erscheint, unsere Bejagungsmuster einer kritischen Überprüfung zu unterziehen, selbst in der berechtigten Befürchtung, dann ausschließlich als „Bambi-Mörder“ zu gelten.

Die Selbstregulierung ist im dicht besiedelten Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland, außer Kraft gesetzt. Der Jäger hat zu simulieren, was Bär, Wolf, Luchs, Fuchs, Adler und Uhu naturgemäß erledigten. Deren Wiedereinbürgerung scheitert jedoch daran, dass hierzulande jedes Gebiet eine Problemzone zwischen Großraubwild und Menschen darstellt. Sobald der erste Pilz- oder Beerensucher, Jogger oder Wanderer angegriffen und möglicherweise verletzt oder gar getötet wird, hört dieser Spaß auf. Die Jäger wären die letzten, die was dagegen hätten, denn die Furcht würde den Naturfantasten die Natur verleiden, in der dann mehr Ruhe einkehrte. Gejoggt würde dann eben nicht mehr im Wald, sondern im Stadtpark.

Die von Ökoidealisten und -ideologen gebetsmühlenhaft gepredigte „Trophäensucht“ der Jäger hat erstens nie gestimmt und stimmt heute besonders nicht. Selbst bei wohlwollender Beurteilung lassen sich insbesondere bei Rehböcken allenfalls 5 % der bei Hegeschauen gezeigten Rehgeweihe überhaupt als „Trophäen“ klassifizieren. Das gleiche trifft für die Wilddichte zu, die inzwischen so weit „reguliert“ wurde, dass vorgegebene Abschusszahlen nicht mehr zu erzielen sind. Es gibt bereits Reviere die mangels Wild nicht mehr zu verpachten sind. Über Umwege eine subtile Art die Jagd als solche auszuhebeln, was durch die unbegründete Verkürzung der Jagdzeiten oder Vollschonung auf verschiedene Wildarten zusätzlich angestrebt wird.

Waidgerechtigkeit lässt sich nicht nur in unserem Sinne zu interpretieren, sondern ist je nach Kulturkreis zwangsweise örtlich unterschiedlich. Vielleicht tragen aber diese Anmerkungen in diesem unserem Lande zu der Erkenntnis bei, dass es auch in Nordamerika Wissenschaftler gibt, die als Jäger Ansichten vertreten, die sich mit unseren durchaus in Einklang bringen lassen könnten, nicht zuletzt deshalb, um dem nicht jagenden Teil unserer Bevölkerung die „natürliche Natur“ wieder etwas näher zu bringen. Bambi ist jedenfalls der schlechteste Weg, um dieses zu erreichen

(Weder Geo, noch Jäger-Illus waren bereit dies zu veröffentlichen)
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SirHenry

SirHenry

Alter: 81 Jahre,
aus Fürth

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