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Schießen wie Gift

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554 mal angesehen
06.09.2013, 09.11 Uhr

Schießen wie Gift

Zu den Bildern:
li: mit guter Auflage lässt sich wie auf dem Schießstand schießen.
mi: für stehend angestrichen gibt es nix besseres als einen Baum
re: Wo mit liegend-Schießen zu rechnen ist, die Waffe darauf vorbereiten

Schießen wir wie Gift ?
Die Jägerschaft wird nicht nur in Bayern zunehmend älter. Der frühere Zustrom an Nachwuchs ist schon lange versiegt Bei Kreisgruppen ohne Jungjägerkursen stagnieren die Mitgliederzahlen und das Durchschnittsalter steigt ständig. Damit hängt auch die geringe Neigung zusammen, sich an den Schießen der Kreisgruppen zu beteiligen. Dabei machen sich die Schießreferenten große Mühe, um die Schießen auch für ältere Mitglieder hinsichtlich des jagdlichen Büchsenschusses interessant zu machen. Die Vereins- oder KG-Schießen sind neben der Hauptversammlung und der Hegeschau die wenigen gemeinschaftlichen Veranstaltungen der Mitglieder und trotzdem ist die geringe Beteiligung nicht zu verstehen.

Beim Schießen auf die Ring- oder Wildscheiben kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Kein Wild steht an der Grenze oder springt überraschend ab, es steht breit und muss nicht angesprochen werden, die Entfernung ist bekannt und wenn trotz guter Auflage mal nicht so gut getroffen wird, lässt sich alles mit einem Schusspflaster wieder richten. Aus alledem lässt sich schwerlich behaupten, dass man auf der Jagd viel besser schießen würde als auf dem Stand und man es deshalb als Zumutung findet, wenn man nach Jahrzehnten Jägerei oder gar Jagdperioden vor Kameraden belegen müsste, ob man in der jagdlichen Praxis tatsächlich „wie Gift“ schießt.

Der Schrotschuss büßt immer mehr an Bedeutung zu Gunsten des Kugelschusses ein. Zunehmend wird auf der Jagd mehr mit der Kugel geschossen. So wichtig es ist, sich für die Drück- und Bewegungsjagden auf den „Laufenden Keiler“ fit zu machen, sollte der jagdliche Schuss, der im Reviersystem überwiegend aufgelegt dominiert, auch wirklich sitzen. Immer noch werden die allermeisten Kugelschüsse auf stehendes oder verhoffendes Wild abgegeben und das nicht nur auf dem Ansitz. Niemand muss auf hochflüchtiges Wild hinfunken, auch nicht als Gast auf einer fremden Jagd. Wenn es nicht passt, dann passt es halt nicht, egal wo auch immer. Dabei ist es so, dass sich durch entsprechende Optimierung des Anschlags und des Abziehens manche Situation nutzen lässt ohne das Risiko eines Fehl- oder Schlumpschusses einzugehen.

Die Vereinsführungen und die Schießobleute sollten sich mit den Mitgliedern einmal darüber unterhalten, die Schießen weniger als Preis- oder Wettschießen zu gestalten, sondern mehr als Fortbildung, Hilfestellung und Training für den jagdlichen Alltag zu konzipieren. Man könnte dabei auch an die Einladung eines Gastreferenten denken, um eine Versammlung etwas „aufzulockern. Wenige Schuss, die auch bei etwas teuren Patronen nicht allzu viel ins Geld laufen, bringen mit entsprechender Anleitung mehr Erfolg, als eine ganze Packung ohne jeden Trainingsnutzen nur mal so zu verpulvern. Solange stehende Scheiben aufgelegt nicht zuverlässig getroffen werden, sollte nicht erst versucht werden, auf die laufende Scheibe oder gar auf der Jagd auf flüchtiges Wild zu schießen. Keiner muss freihändig auf 100 Meter hinblitzen. Auch wenn man schon lange auf die Jagd geht, kann man gerade im höheren Alter viel dafür tun, sich hinter den jungen Dachsen nicht verstecken zu müssen, denn in der Ruhe liegt die Kraft.

An den Jägerstammtischen, Trophäenschauen und Hegeringveranstaltungen schießen wir doch alle „wie Gift“. Warum zeigen wir es uns nicht gegenseitig auf dem Schießstand? Was haben wir denn zu verbergen und warum bestehen überhaupt Hemmungen, die auf der Jagd nur zu schnell ablegt und vergessen werden? Mit seinen Kameraden, ob sie nun „alte Hasen“ oder Jungjäger sind, auf die Scheibe zu schießen, macht echt Spaß und man freut sich an guten Treffern, die einem dann größeres Vertrauen auf der Jagd geben. Nutzen Sie jede Gelegenheit selbst ein paar Schuss zu machen, z.B. wenn vom Büchsenmacher ein Gewehr abgeholt wird. Wenn andere Jäger dabei sind macht das nichts und zu Ausreden wie Zeitmangel, Stress oder Kaffeegenuss besteht keinerlei Anlass, denn der Druck ist auf der Jagd bestimmt größer und da wird ja auch geschossen.

Geben Sie sich einen Ruck und gehen Sie auch unter dem Jahr mal auf den Schießstand. Wenn Sie denken, dass eine Unterstützung hilfreich sein könnte, kann die Bitte an einen Kameraden zum gewünschten Erfolg führen. Wenn in dieser Richtung eher wenig zu erwarten ist, gibt es auch Bücher zu diesem Thema, die weniger kosten als 10 Büchsenpatronen.

Falls vermutet wird, dass hier ein Grünschnabel irgendwelche schlaue Weisheiten von sich gibt, aber von der Jagd keinerlei Ahnung hat, dann sollten die Erkenntnisse und Erfahrungen aus 55 Jagdjahren und 25 Berufsjahren als Grundlage reichen. Auf der Jagd lernt man nie aus und genau das trifft auch für das jagdpraktische Schießen zu. Es wird nur zu oft als Erfahrung bezeichnet, was über Jahrzehnte falsch gemacht wurde. Auf keinem Gebiet besteht eine so geringe Bereitschaft sich weiterzubilden wie bei Jägern. Ob Arzt oder Steuerberater, ob Handwerksmeister oder Ingenieur, ob LKW-Fahrer oder EDV-Spezi, jeder bildet sich auf Seminaren, Kursen und Workshops weiter, nur Jäger für die Jagd und vor allem im Schießen und Treffen nicht. Wenn das Schießen, verglichen mit dem sonstigen jagdlichen Aufwand weiter so ein Schattendasein führt, wird sich das durch ein verordnetes Pflichtschießen ändern können. Waidgerecht zu sein, hängt auch mit „sauberem“ Schießen zusammen.
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SirHenry

SirHenry

Alter: 80 Jahre,
aus Fürth
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Kommentare

06.09.2013 12:07 Oceans
Generell bin ich dafür - üben üben üben.
Hierzu gehört aber auch die nötige Ruhe und kein Besserwissergequatsche.
Insofern sollten die Herren / Damen Mentoren schon ausgewählt sein und der Rest seine Klappe halten.
06.09.2013 15:02 forest8x57
Heißes Eisen, aber ich bin auch/sogar für ein Pflichtschießen nach der Jägerprüfung. Meiner Meinung nach reicht ein Pflichttermin auf dem Schießstand mit einem Nachweis(ohne Punktesystem, ähnlich wie im Schießkino) zum Beispiel bei der Verlängerung des Jagdscheines aus. Es sollte gar nicht um die zu erzielenden Punkte gehen, sondern viel mehr um ein realistisches Einschätzen der eigenen Schießleistung. Ich bin nach dem ersten Besuch eines Schießkinos erschrocken, wie weit man doch bei einem bummelnden Wutzchen vor halten muß. Seit dem gehe ich einmal jährlich ins Kino um es mir selber zu beweisen, nicht weil ich auf einer DJ den Nachweis vorweisen muß(ist bisher noch nicht vorgekommen). Wer erkennt dass er Nachholbedarf hat, wird es hoffentlich von selber tun und üben. Bei den derzeitigen Entwicklungen würde es mich nicht wundern, wenn wir Jäger bald zu einem solchen Vorgehen/Pflichtschießen vom Gesetzgeber gezwungen werden.
06.09.2013 15:13 SirHenry
Oceans schrieb:
Generell bin ich dafür - üben üben üben.
Hierzu gehört aber auch die nötige Ruhe und kein Besserwissergequatsche.
Insofern sollten die Herren / Damen Mentoren schon ausgewählt sein und der Rest seine Klappe halten.

Servus,
was meinst du mit Mentoren.?
Mit üben-üben-üben (ohne kompetente Unterstützung) ist das nur eine Muni-Verballerei
An einem Abend "gecoachte" 20 Schuss können besser sein und mehr bewirken, als 50 "geübte". Was wird denn da geübt.??
Wenn es um "Klappe halten", könnte man sogar hier damit beginnen.
06.09.2013 15:47 Oceans
Mentoren sind Praxisanleiter.
Was wird denn da geübt? Na das was der Lehrherr vermittelt hat.
06.09.2013 17:24 SirHenry
Oceans schrieb:
Mentoren sind Praxisanleiter.
Was wird denn da geübt? Na das was der Lehrherr vermittelt hat.

Lehrer oder Lehr-Herr. Es kann nur gelernt werden, was gelehrt wird. Für die JP lernen ist was anderes als für die Jagd.
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