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Rehwildkaliber

Gibt es das überhaupt (1 Eintrag)

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05.09.2013, 19.05 Uhr

Rehwildkaliber

Zu den Bildern:
li: DJ-Reh auf ca 60m mit 300 Sav. aus Savage 99.
mt: Ansitz-Dublette mit 30-30 Win. aus Savage BBF mit EL.
re: Weitschuss-Strecke mit 22-250 Rem aus 98e.r

Rehwildkaliber
Die Jagd auf den Rehbock ist eine der Jagdarten, wo es weit weniger auf ein starkes Kaliber ankommt, als beim übrigen Schalenwild. Für Wild von maximal 25 kg Lebendgewicht sind viele Kaliber doch reichlich überzogen. Das geringere Waffengewicht, der mildere Rückstoß und damit im Zusammenhang stehende Führigkeit sind beliebte, weil jagdpraktische Merkmale eines Rehwildgewehrs. Je nach Ausstattung des „Arsenals“ lässt sich in Erwartung der neuen Jagdsaison schon jetzt die Vorauswahl treffen oder an ein Kaliber denken, dessen Anschaffung schon länger „angedacht“ ist.

Soweit nicht mit anderem Schalenwild zu rechnen ist, bzw. sich nur auf Rehwild konzentriert wird, sind die „kleinen“ Kaliber ausreichend und je nach der Schussweite, die man bewältig oder auf die man sich beschränkt, reicht die Auswahl von der .222 Remington bis zur .22-250 Rem. Wer sich damit unterbewaffnet vorkommt, kann mit den 243ern die nächste oder mit den 6,5mm-Kalibern die übernächste Gruppe mit einbeziehen. Was die einzelnen Kaliber leisten, geht aus der Tabelle hervor, wobei die ballistischen Daten Durchschnittswerte sind.

Wem flotte Bienen weniger liegen, weil er sich in der Entfernung beschränkt, der sei auf die .30-30 Win. oder die hierzulande kaum bekannte .300 Savage verwiesen, die in den USA immer noch eine treue Gefolgschaft hat. Letztere empfiehlt sich beim Umbau von Mauser-Systemen in leichte Pirschbüchsen. Sogar die schwach geladenen amerikanischen 8mm-Mauser-Laborierungen lassen sich recht angenehm schießen. Derlei „Hummeln“ ist eine geringe Auftreffgeschwindigkeit auf nahe Entfernung eigen. Ob sie am Ende weniger heftige Blutergüssen liefern, zeigt sich allerdings erst am zerwirkten Stück. Wie man sieht, ist die Auswahl an Kalibern ausreichend, wenngleich immer wieder versucht wird, neue als unverzichtbare Lückenfüller hinzustellen.

Tabelle 1 Übersicht ballistischer Daten
Kaliber Gewicht V° m/s...V 100..... E100J...GEE m *)
.222 Rem.... 3,4.......970 .......800......1037.....180
.223 Rem.... 3,6.......990........835......1250.....190
.22-250 Rem.3,6.....1100.......910..... 1480......200
5,6x50........ 4,1........920.......855......1495.....180
.243 Win..... 6,2........930.......825..... 2100.....190
In AT z.T. auf Hochwild zugelassen
6,5x57........ 7,0........915.......815..... 2315.....185
als Randpatrone 10% schwächere E100
.30-30 Win.. 9,7........730.......615......1835.....130
Neuerdings auch als TMS-Geschoss
.300 Savage 9,7........805.......715......2500.....150
10% unter der .308 Win.
8 mm Mauser 11,0....685......610...... 2090.....150
Maßlich wie die 8x57 JS
*) bei Visierhöhe 5 cm,

Je leistungsfähiger ein Kaliber ist, umso mehr steigt das Waffengewicht und bei manchen Kalibern auch die Lauflänge, um Knall und Rückschlag, in der Dämmerung auch das Mündungsfeuer, niedrig zu halten. Nachdem sich der Rückschlag durch ein höheres Waffengewicht minimieren lässt, hat das bei den kleinen ohnehin rückstoßschwachen Kalibern eine nur geringe Bedeutung. Zumindest auf der Pirsch werden jede hundert eingesparte Gramm an Waffengewicht als angenehm empfunden. Kipplaufwaffen sind hinsichtlich des möglichst niedrigen Waffengewichtes kaum zu unterbieten, wenngleich ein nur als Ballast vorhandener Schrotlauf das wieder konterkariert. Bockbüchsflinten haben den Nachteil einer hohen Visierlinie, die sich bei Nahschüssen, wie sie bei der Blattjagd vorkommen, durch Tiefschuss auswirken.

Je nach dem, unter welchen Aspekten eine Jagdwaffe gewählt oder geführt wird, überwiegen nüchterne Überlegungen oder gefühlsmäßige Entscheidungen. Wenn man davon ausgehen will, immer die Waffe zu führen, die der betreffenden Jagdart am besten entspricht, dann würde als Kriterium ausschließlich deren Präzision den Ausschlag geben. Nun ist eine für den Ansitz gedachte schwere Büchse letztlich keine Pirschwaffe und ein leichtes Kipplaufgewehrchen in einem starken Kaliber keine Waffe für weite Schüsse auf dem Ansitz. Mit diesem Dilemma sieht sich der Jäger wie die Jägerin schon beim Öffnen des Waffenschrankes konfrontiert.

Je mehr unterschiedliche Waffen zur Auswahl stehen, umso weniger kommt jede einzelne zum Einsatz und die jeweils fehlende Vertrautheit ist dann oftmals Ursache für vermeidbare Misserfolge. Andererseits ist die Vorliebe für eine bestimmte „Braut“ nur zu verständlich, wenn damit viele jagdliche Erlebnisse verbunden sind und sie entsprechend öfter „mit darf“. Im Reviersystem mit seinen sich überschneidenden Jagdzeiten auf unterschiedlichstes Wild auszurüsten, endet das immer mit Kompromissen. Wenn man sich aber nur auf eine Wildart, wie z.B. das Rehwild im allgemeinen und den Bock im besonderen kapriziert, kann Frau oder Mann weit besser die dafür beste Wahl treffen.

Die in der Brunft bejagten „Ernteböcke“ bedürfen schon einmal keines anderen Kalibers, als die „Abschussböcke“ denen zu Beginn der Jagdzeit nachgestellt wird. Eine Patrone zu verschießen, die einen starken Hirsch oder Keiler umwirft, ist für das zarte Rehwild echt nicht erforderlich.
Zudem ist es eher unwahrscheinlich, dass zu bestimmten Jahres- oder gar Tageszeiten mit einer Sau zu rechnen ist. Hinsichtlich der aktuellen Diskussion wird bei Mantelgeschossen umso weniger vom Bleikern abbröseln, je geringer dessen Anteil am Geschossgewicht ist. Von 3 g bleibt schon rein rechnerisch weniger im Wild, als von 10, 12 oder noch mehr Gramm.

Bei jeder Jagdwaffe, in welchem Kaliber auch immer, kommt es auf den Treffer an, denn die Ansicht, dass es eine „dicke Pille“ schon richten wird, hat schon zu oft enttäuscht. Selbst wenn jede Waffe in jedem Kaliber präzise schießen sollte, kommt es letztlich in hohem Maße auf den Schützen an. Rehwild ist auf 100 oder gar auf 200 Meter kein sehr großes Ziel und deshalb sollte schon im Vorfeld alles ausgeklammert werden, was für einen schlechten Treffer infrage kommen könnte. Waffenspezifisch sind das ein zu starkes Kaliber bei zu geringem Waffengewicht, unpassende Schäftung, unpassendes Zielfernrohr samt Montage und nicht zuletzt ein problematischer Abzug.

Zu starke Kaliber wirken sich unmittelbar auf den Rückstoß aus und wenn die Lauflänge zu kurz oder das Waffengewicht zu gering ist, verstärkt sich das in einer Weise, die in Form des „Muckens“ einem präzisen Schuss äußerst abträglich ist. Nun ist aber nicht so, dass nicht auch milde Kaliber „vermuckt“ würden, denn dieser Unart liegt das Erschrecken vor Knall, Rückschlag und Mündungsfeuer zugrunde, schon bevor der Schuss bricht. Wenn schon, wie oben erwähnt, selbst potente Kaliber einen guten Treffer erfordern, umso mehr dann die schwächeren Rehwildkaliber.

Der Rückstoß lässt sich für jede Waffen/Patronenkombination mit einer Formel berechnen.
Dennoch spielt das individuelle Empfinden hierbei eine starke Rolle, wie der Rückstoß empfunden wird. Die Reaktion der Waffe im Schuss nach hinten bleibt besonders dann „prägend“, wenn es durch zu kurzen bzw. zu stark gesenktem Schaft oder zu weit nach hinten montiertem Zielfernrohr zu einer schmerzhaften Verletzung gekommen ist. Leider finden diese Aspekte zu wenig Beachtung.

Durch entsprechende Übung, besser noch durch spezielles „Coaching“, lässt sich selbst manifestiertes „Mucken“ abtrainieren. Nur dann lassen sich die aufgrund billigeren und öfteren Schießens erworbenen Fortschritte mit schwächeren Kalibern auch bei starken Kalibern anwenden. Der Autor geht in seinem Buch „Der waidgerechte Büchsenschuss“ auf diese Problematik besonders ein.

Gar nicht so selten kann der Büchsenmacher durch kleine Modifizierungen an der Waffe deren Verwendung optimieren und auch „von der Stange“ gekaufte Neuwaffen passen selten „wie angemessen“. Die körperlichen Unterschiede zwischen und innerhalb der Geschlechter können zudem serienmäßig keine Berücksichtung finden, umso mehr ist der kompetente Fachmann gefragt, um der Jägerin und dem Jäger eine Waffe nach Maß zu liefern, die den jagdlichen Anforderung so gut als nur irgend möglich entspricht. Umso größer ist die Freude, wenn der jagdliche Erfolg nicht vom Zufall abhängt.

PS: die Tabelle ließ sich nicht einstellen
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SirHenry

SirHenry

Alter: 80 Jahre,
aus Fürth
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Kommentare

05.09.2013 20:30 frankietester
Rehwildkaliber
Gibt es das überhaupt?

bestimmt, aber leider nicht für mich.
Muss noch drei Jahre in 12/76 schießen, wenn ich 100% ,weiß das Rehwild anwechselt, dann auch Rubin Sabot
05.09.2013 23:58 Argo
frankietester schrieb:
Rehwildkaliber
Gibt es das überhaupt?

bestimmt, aber leider nicht für mich.
Muss noch drei Jahre in 12/76 schießen, wenn ich 100% ,weiß das Rehwild anwechselt, dann auch Rubin Sabot



Wieso noch 3 Jahre in 12/76? Ist das vom Jagdgesetz in Russland so vorgeschrieben?
06.09.2013 03:32 swinging_elvis
Zeige mittlerweile ebenfalls eher Interesse an kleineren Kalibern als dicken Pillen aus den von Dir genannten Gründen. Da Sauen aber auch bei uns immer häufiger vorkommen, sollte es dann doch hochwildtauglich sein, also ab 6,5 mm. Spätestens wenn dann bei der Blattjagd der "Lebenskeiler" vor einem steht, ist man auch froh, etwas mehr dabei zu haben als .222. Alles den Revierverhältnissen entsprechend (93kg, .30-06, 13 g Oryx, kein Ausschuss). Schöner Artikel, el
06.09.2013 21:40 frankietester
Argo schrieb:
Wieso noch 3 Jahre in 12/76? Ist das vom Jagdgesetz in Russland so vorgeschrieben?


nicht ganz so, meine damit keine Büchse, also nur Flinte.
deshalb 12/76, die passt halt für Alles.
Habe von Ente bis Elch so alles damit erlegt, muss halt nah ran.

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