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Wie der Wolf jagt

(2 Einträge)

Wolfsbeauftragter sagt:" Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit"
781 mal angesehen
13.07.2013, 17.06 Uhr

Wie der Wolf jagt

Kurz vor Weihnachten des letzten Jahres lief mich ein Wolf in einem brandenburger Revier an. Die Spur wurde von unserem Wolfsbeauftragten eindeutig zugeordnet. Seitdem gehört dem Wolf meine Aufmerksamkeit bei Ansitz und Pirsch.
Vor dem Revier stehen an der Feldkante große Mais-, Roggen - und Haferschläge. Dort stehen die Feisthirsche und die Sauen gehen zu Schaden.
Entlang der Feldkante zieht sich ein nasses Luch, mit Erlen und Schilfbewuchs. An einem größeren Wasserloch steht meine Sommerkanzel, von der ich manche Sau beim "Baden" erwischen konnte. Irgendwie hatte ich diesen Forstort in diesem Jahr vernachlässigt, weil ich die Sauen immer anderswo erwartete und abfaßte.
Während der Morgenpirsch konnte ich feststellen, dass die Sauen das Luch regelmäßig aufsuchen mußten, denn die Wasserlilien waren stark umgegrubbert und um das Wasserloch waren reichlich Sauenfährten.
Da ich mein Handwerkszeug immer im Auto habe, putzte ich kurz entschlossen mit dem Standhauer die störenden Äste und Zweige aus, die mir die Sicht versperrten, machte den Malbaum wieder schwarz und streute
meine Spezialmischung aus.
Gestern Abend gegen 18.20 Uhr konnte ich feststellen, dass meine schnelle Kirrung bereits angenommen war. Mich zog es aber noch an eine andere Stelle und auf einen anderen Sitz, wo ich das Rotwild erwartete. Gegen
20.30 Uhr schreckte sehr lange und anhaltend ein Bock und dann fegte eine Ricke panisch durch den Bestand. Vorsichtig pirschte ich zum Wasserloch und baumte auf. Mit dabei war, wie immer, meine kleine DJT-Hündin. Kaum hatten wir es uns so richtig bequem gemacht, wechselten die Sauen im Luch an. Durch die Erlen konnte ich auch zwei schwarze Klumpen erkennen, die ich als mehrjährige Bachen ansprach. Doch da waren
im Schilf auch noch mehrere Stücken anderer Altersklassen und natürlich Frischlinge. Sie zogen hin und her - und kamen sich streitig ins Gehege.
Gelegentlich blies eine Sau oder eine Bache lockte ihre Frischlinge. Mein Jägerherz frohlockte und ich hoffte bald auf eine Sau zu Schuss zu kommen.
In der Dämmerung fing plötzlich meine Hündin, die am Einstieg lag, leise an zu grollen und ich wollte gerade auf sie Einfluß nehme, da hörte ich die trabenden Schritte im Altbuchenholz. Das war kein Schalenwild, noch Fuchs oder Dachs. Deutlich war dann auch dieses hecheln zu hören, welches ich vor Weihnachten beim ersten Wolfsanblick gehört hatte. Tatsache!
Zwei Wölfe spürten flott um das Luch herum und kamen mir spitz. Ohne zu stoppen überfielen sie meine noch frische Spur und zogen in ein angenzendes Kiefernaltholz. Dort schob sich ein Wolf in die Blaubeeren und machte förmlich "down". Der zweite Wolf schlug sich in einem Bogen um das Luch herum. Der erste Wolf, in den Blaubeeren, sicherte immer zu den Sauen hin und bereitete sich möglicherweise auf eine Fangposition vor.
Ganz deutlich konnte ich sehen wie er windete und mit seinen Gehören spielte. Was war das für eine Spannung!
Auf der anderen Seite schreckten zwei Böcke heftig. Möglicherweise hatten sie Witterung von dem zweiten Wolf erhalten. Doch es lief alles ganz anders. Erst blies die eine Bache und dann noch eine. Eine Sau mußte eine Attacke
vorgenommen haben, denn es prasselte als ob ein LKW durch das Erlenunterholz fuhr und dann hörte ich nur noch ein Rauschen - die Sauen waren in den Roggen ausgewechselt. In einem Moment der Unaufmerksamkeit hatte ich den liegenden Wolf verpaßt und nicht weiter verfolgen können. Nur die Böcke konnten sich nicht wieder beruhigen und schreckten noch lange im Felde..
Ja, auch bei den Wölfen ist nicht jede Jagd erfolgreich.
Nachdenklich stimmt mich, dass die Wölfe meine Spur nicht beachtet haben.
Auf dem Heimweg zeigte meine Hündin doch Interesse an der Wolfsspur.
Ich konnte nicht erkennen, dass sie ängstlich wurde und sich zwischen meine Läufe drängte.
Schade, schade war, dass die Kamera wieder mal zu hause lag.

Gangloff
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Gangloff

Gangloff

Alter: 71 Jahre,
aus Oranienburg

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Kommentare

13.07.2013 18:11 flotthund
Ich wäre wahrscheinlich erst am nächsten Morgen abgebaumt. Anders als früher baume ich jetzt nur, bei noch brauchbarem Licht auf und ab. Der Lichtkegel der Taschenlampe ist mir zu wenig als Orientierung.
13.07.2013 19:06 Kleiner_Bauer
Sehr schöner Betrag klasse. Vielleicht erlebe ich dass auch mal. Gruß Markus
13.07.2013 19:07 jana91
Ich war ja schon bei Lesen aufgeregt, wie wäre das erst gewesen, wäre ich in der Situation gewesen.
Haben die Wölfe bei euch auch Nachwuchs?
13.07.2013 20:02 Gangloff
jana91 schrieb:
Ich war ja schon bei Lesen aufgeregt, wie wäre das erst gewesen, wäre ich in der Situation gewesen.
Haben die Wölfe bei euch auch Nachwuchs?


Hallo Jana,
das kann ich nicht sagen. Ich habe nur die Beiden gesehen und weiss von keiner Wurfhöhle im Revier.
Der eine Wolf lag etwa 50 - 60m entfernt.
ich konnte deutlich sehen wie er zu den Sauen windete und mit seinen Gehören spielte. Das war schon imposant.
An eine Gefahr habe ich nicht gedacht. Die beiden hatten wohl ganz anderes Wild in den Nasen.
Ich habe früher immer nach dem Ansitz meinen Hund noch etwas zum Auto hin laufen lassen.
das wird künftig unterbleiben.

Beste Grüße
Gangloff
13.07.2013 20:16 jana91
Ehrlich gesagt, davor hab ich am meisten Bammel, ich denke schon, dass die Wölfe um Menschen einen Bogen machen, aber um meinen Hund vielleicht nicht und was ist wenn man am nächsten Morgen ein Stück Wild nachsucht und am Ende der fährte steht ein Wolf am Stück, ob der dann nicht doch unfreundlich wird. Ganz traue ich dem Braten nicht. Ich hab mal einen Wolf über eine Straße laufen sehen, aber nur im Rückspiegel, deshalb bin ich mir nicht 100%ig sicher, aber was soll es sonst gewesen sein.
13.07.2013 21:24 Gangloff
jana91 schrieb:
Ehrlich gesagt, davor hab ich am meisten Bammel, ich denke schon, dass die Wölfe um Menschen einen Bogen machen, aber um meinen Hund vielleicht nicht und was ist wenn man am nächsten Morgen ein Stück Wild nachsucht und am Ende der fährte steht ein Wolf am Stück, ob der dann nicht doch unfreundlich wird. Ganz traue ich dem Braten nicht. Ich hab mal einen Wolf über eine Straße laufen sehen, aber nur im Rückspiegel, deshalb bin ich mir nicht 100%ig sicher, aber was soll es sonst gewesen sein.


Das sind Zusammentreffen zu denen es noch , bei uns , keine Beispiele gibt. Es gibt ein Beispiel aus Niedersachsen. Die Wölfin Bärbel hatte ein Reh gerissen und als der Jäger kam, knurrte sie ihn an. der Jäger glaubte einen Schäferhund vor sich zu haben und streckte Bärbel. das Ergebnis ist bekannt.
13.07.2013 21:29 GlannaMuensterlaender
Das wär mal was
Hammer Erlebniss
So sehr viele den Wolf verteufeln ich find se sehr interessant, durfte aber leider noch keinen in freier Wildbahn erleben. Ob ich in der Nacht jedoch noch abgebaumt wär is sehr fraglich
13.07.2013 21:33 Gangloff
GlannaMuensterlaender schrieb:
Das wär mal was
Hammer Erlebniss
So sehr viele den Wolf verteufeln ich find se sehr interessant, durfte aber leider noch keinen in freier Wildbahn erleben. Ob ich in der Nacht jedoch noch abgebaumt wär is sehr fraglich


Nun mal keine Angst vor den Grauhunden.
Wir werden uns schon, auf diese oder jene Art,
mit ihnen arrangieren.
13.07.2013 21:34 jana91
Sorry, ich habs nicht mitbekommen, aber ich kann es mir denken. Er ist seinen Jagdschein los, musste eine Geldstrafe zahlen und arbeitet jetzt ehrenamtlich in einer Wolfsauffangstation. Scheiß egal, ob er Angst um Leib und Leben hatte. Richtig?
Vielleicht würde ich es erstmal mit in die Luft schießen versuchen. Wirkt ja manchmal Wunder
13.07.2013 21:47 Gangloff
jana91 schrieb:
Sorry, ich habs nicht mitbekommen, aber ich kann es mir denken. Er ist seinen Jagdschein los, musste eine Geldstrafe zahlen und arbeitet jetzt ehrenamtlich in einer Wolfsauffangstation. Scheiß egal, ob er Angst um Leib und Leben hatte. Richtig?
Vielleicht würde ich es erstmal mit in die Luft schießen versuchen. Wirkt ja manchmal Wunder


Der Pächter bekam einen Anruf, dass ein großer Hund ein reh gerissen hatte und sich dort und dort aufhält.Er konnte selbst nicht zum Ort des Geschehens und bat einen anderen Jäger (BGS-Inhaber oder Mitpächter)
nach dem Rechten zu sehen. Als dieser vor Ort war, glaubte er einen Schäferhund vor sich zu haben, welcher ihn anknurrte. Die Folgen waren viel schlimmer als von Dir erahnt.
das war die damalige Bärbel, die aus einem sächsischen Gehege entwichen war und sich auf Wanderschaft befand.

gangloff
13.07.2013 21:59 jana91
Und was den Armen dann ereilt?
14.07.2013 02:18 Stephan83
Sehr schön zu lesen, aber ich bin froh das sich der Grauhund noch nicht in unserer Gegend hat sehen lassen.
Wir haben schon genug Verluste durch frei laufende Hunde !

Gruß und Wmh, Stephan
14.07.2013 04:17 GlannaMuensterlaender
Gangloff schrieb:
Nun mal keine Angst vor den Grauhunden.
Wir werden uns schon, auf diese oder jene Art,
mit ihnen arrangieren.

Ja bloß was machstn wenn in so ner unerwarteten Situation da Hund unterm Sitz liegt?
Da hörats bei mir dann auf mit mei sin die schön interessant...
14.07.2013 13:15 Gangloff
GlannaMuensterlaender schrieb:
Ja bloß was machstn wenn in so ner unerwarteten Situation da Hund unterm Sitz liegt?
Da hörats bei mir dann auf mit mei sin die schön interessant...


Dann schützt Du dein Eigentum und deinen besten Freund.
14.07.2013 15:41 GlannaMuensterlaender
Gangloff schrieb:
Dann schützt Du dein Eigentum und deinen besten Freund.

Ja so machad ich des auch
Des darfst dann bloß kam sagen sonst bist der Depp
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