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Zillertaler´s Blog

Nicht geschossen ist auch gejagt........ (3 Einträge)

Gewitter Bock Gewitter Bock 1
753 mal angesehen
16.05.2013, 10.00 Uhr

Der Gewitter Bock

Der Gewitter Bock

Schon seit Anfang Mai hatten wir im Revier einen Gabler beobachtet, der immer wieder sehr heimlich und vorsichtig seinen Einstand verließ, und mit zwei hochbeschlagenen Ricken unterwegs war.

Da wir in diesem Bereich des Revieres keine Ansitzeinrichtungen haben, hatten wir abwechselnd versucht mit Hilfe eines Ansitzstuhls und eines Tarnfächers in der Nähe einer Hecke, den Bock auf offener Fläche zu bekommen. Kugelfang spielte hier in diesem Bereich mit 2 Gehöften und einer Kreisstraße auch eine wichtige Rolle bei der Standortwahl des Schützen.

Nun, einige Male wurde der Bock gesichtet bei der Revierstreife mit Auto, aber jedes Mal wenn einer von uns den Ansitzstuhl bezogen hatte, grüßte der Bock von Ferne und sprang ab. Die Windrichtung spielte uns ebenfalls des Öfteren einen Streich.

Gestern zum Spätnachmittag nun sitze ich im Büro und ein Gewitter zieht auf. Unwetter Warnung im Radio und nach der Wetterkarte mit dem Regenradar für unsere Region bekommen wir nur die Randgebiete des Unwetters ab.
Da ich mittlerweile die Tageszeiten, wann der Bock sich sehen lässt kannte, folgte ich meiner Eingebung. Bei schlechten Wetter raus und wenn die Sonne rauskommt sitzt du auf dem Ansitzstuhl, und erwischt ihn.

Soweit so gut, Waffe und Rucksack geschnappt und raus ins Revier.
Platzregen beim Einfahren ins Revier und starker Wind. Ich näherte mich dem besagten Bereich und hielt kurz hinter einem Bauernhof zum Beobachtungshalt, und glaste in die erwartete Richtung zu einem Graben mit großflächigem Heckenbewuchs. Nichts zu sehen.

Beim Rundumblick in die Gegenrichtung sehe ich den Bock und die beiden Ricken dann an einem ca. 400m entfernten kleinen Waldstück stehen. Untergezogen am Waldrand schützen sich die 3 vor dem Regen.

Offen über die Fläche keine Chance zum Angehen.

Es regnete in Strömen, aber das Ende der nassen Periode war am Himmel abzusehen. Wind war nicht optimal, aber mein Entschluss stand fest. Ich wollte die Gunst der Schlechtwetter Front nutzen um mich anzupirschen und in eine günstige Schussposition zu kommen.

Da ich immer meine Ausrüstung für verschiedene Wetterlagen im Auto habe, bin ich auf dem Bauernhof eingeparkt. Faserpelzjacke aus, Schnürstiefel aus und alles aus den Hosentaschen was nicht notwendig ist. Tarnjacke, BW Tropenhut Tarn, Halstuch Tarn und Gummistiefel an. Die Waffe in ein Regendichtes Futteral mit Rückentrageriemen und das Glas unter die Jacke gesteckt.

Der Bauer kommt aus seinem Stall und grinst breit und lacht. Viel Spaß in den Gräben und mit den Mücken sagt er, denn er wusste wohin es geht, da wir über den Bock in den letzten Tagen schon gesprochen hatten.

Also los und kurz hinter dem Wohnhaus in den Grabenverlauf eingestiegen.
Es regnete aus allen Kesseln und nach 100 m im Graben war ich schon nass wie eine Ratte. Egal und weiter um die Grabenecke zum nächsten Gehöft. Zwischendurch immer mal wieder ein Blick über die Grabenkante zum kleinen Waldstück. Alle drei Stücke waren noch am Platz. Jetzt kam die erste brenzlige Situation. Noch ca. 150 Meter Luftlinie zum Bock, aber ich musste einen Feldweg queren um auf der anderen Seite in den quer zum Bock laufenden Graben zu kommen. Den richtigen Moment abgewartet und im Sprung über den Weg in den nächsten Graben.

Angekommen, langsam an der Grabenwand hoch und,………. Der Bock war immer noch da. Jetzt im Graben parallel zum Bock noch ca. 50-60 Meter, dann sollte ich eine günstige Schussposition mit entsprechenden Kugelfang haben. Der Regen lies mittlerweile nach und die beiden Ricken zogen beim nächsten Beobachtungshalt schon auf die Fläche. Dann hatte ich meinen gewünschten Punkt erreicht und richtete mich an der Grabenwand ein. Stiefel im Wasser und auf die Ellenbogen gestützt in der Beobachtung der Stücke. Direkte Entfernung zum Bock noch ca. 60 Meter Luftlinie.

Die Waffe aus dem Futteral genommen und einen ersten Probeanschlag versucht. Es kam nur ein kniender aufgelegter oder schneller stehender Anschlag in Frage. In diesem Moment sicherten die beiden Ricken deutlich in meine Richtung. Kopf runter und abwarten. Die Zeit konnte ich nutzen und versuchen meine Schussposition abzuwägen. Die nächsten 20 Minuten passierte nicht viel. Der Regen lies nach und alle 3 Stücke ästen auf der Fläche vor dem Waldstück. Mittlerweile hatten sich die beiden Ricken und der Bock äsend meiner Position genähert.

An die Grabenwand gepresst lugte ich herüber zur vordersten Ricke. Die schaute sehr interessiert in meine Richtung und begann ein Scheinäsen, das immer wieder unterbrochen wurde durch ein Sichern in meine Richtung. Das Scheinäsen dauerte fast 5 Minuten und ich erstarrte in meinem nassen Element zu Salzsäule.

Dann näherte sich auch von links der Bock breit an. Nun musste ich es wagen. Ich zog meine Büchse zu mir heran, entsicherte und versuchte aus der starren Haltung heraus die Spannung in der Muskulatur aufzubauen, für ein schnelles Aufstehen.

Langsam glitt ich an der Grabenwand nach unten, zog meine Büchse in einen Voranschlag und versuchte mir noch einmal den Standort des Gablers einzuprägen.

Dann zog ich auf und im hoch kommen stieß ich einen Pfiff aus. Der Bock verharrte überrascht und der Moment reicht aus um stehend im Graben die Waffe ins Ziel zu bringen. Ich lies fliegen, Treffer ………… und das Stück ging noch 20 Meter und lag im hohen Gras.

Die beiden Ricken jagten neben mir hochflüchtig über den Graben und ich stand immer noch sichernd auf das liegende Stück im Anschlag. Dann war auch bei mir die Anspannung der letzten 45 Minuten weg und ich setze mich auf den Grabenrand. Klatschnass aber glücklich und unter dem Eindruck des gerade Erlebten.

Diese Nähe herzustellen zum Stück und dann noch erfolgreich zu sein, da spielte sicher auch eine Portion Glück mit, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt.

Das Stück geborgen und dann zurück zum Auto. Am Bauernhof angekommen erst mal das Stück versorgt und dann aus den Klamotten geschält und trockene Sachen an.

Diese Art der Jagd ist ein eindrucksvolles Erlebnis und aus meiner Sicht immer wieder die spannendste Form der Herausforderung zwischen Jäger und Wild.

Waffe: Remington LTR 700 in .308 WIN mit Meopta 3-12x56 R1
Munition: Brennecke TUG 11,7 / 181 grain

Waidmanns Heil


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Zillertaler

Zillertaler

Alter: 52 Jahre,
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Kommentare

16.05.2013 10:19 Hunter123
Dann sag ich einfach mal Weidmannsheil aus Thüringen
Hunter123
16.05.2013 10:58 djtdingo
Auch von mir ein kräftiges Waidmannsheil!!!
Die "erarbeiteten" Stücke machen mir auch die meiste Freude.
Gruß djtdingo
16.05.2013 14:45 IGOR82
WMH
16.05.2013 17:28 Raubwild
WMH, schon geschrieben.

Grusse raubwild
16.05.2013 17:53 Konrad
Waidmannsheil aus der Steiermark.

Gruß Konrad
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