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Mein erster Bock 2012

Bockjagd im Mai (1 Eintrag)

Abnormer Bock mit einer Stange Ich mit meinem ersten Bock
710 mal angesehen
30.04.2013, 10.29 Uhr

Kurz vorm Aufgang der Bockjagd...mein erster Bock 2012

Hallo erstmal!
Ich bin ab heute neu bei jagderleben.de

In den letzten Tagen habe ich unzählige Blogs gelesen und das hat mir die Wartezeit auf morgen den 1. Mai schon sehr versüßt.

Ich kann es nämlich kaum abwarten wieder auf den Hochsitz zu gehen und die wundeschönen Augenblicke in der Natur zu genießen. Der unausweichliche Adrenalistoß, wenn ein passendes Tier auftaucht ist ja auch nicht zu verachten.

Ich möchte euch nun von meinem ersten Bock berichten.

Ich jage im Revier vom Vater meiner Freundin in NRW. Es ist ein kleines Niederwildrevier mit einem ordentlichen Rehbestand.
Ich habe dort schon einigemale bei Treibjagden teilgenommen und bereits eine Ricke im Januar 2012 gestreckt.

Am 21.5. 2012 war es dann nach unzähligen Ansitzen endlich so weit und der passende Bock kam.

Kurz vor Aufgang der Morgenröte verabredete ich mich mit einem Jadgkollegen zum morgendlichen Ansitz. Pünktlich wie immer wurde ich abgeholt und ca. 300 m von meinem Stand abgesetzt. Nach dem Gang über den Pirschweg habe ich auf der festinstallierten Kanzel aufgebaumt. Die obligatorische SMS, dass alles OK ist und man bereit ist, wurde ausgetauscht. Jedoch tauchte in den ersten beiden Stunden nur ein Hase und ein paar Krähen auf. Die Büchse im Kaliber .308 Win lag aufmunitioniert neben mir. Mein Handy vibrierte. "Nix los heute. Hast du was im Anblick?" las ich in der SMS. Leider konnte ich nicht viel berichten. Doch auf einmal hörte ich ein leises knacken im Wald. Sofort habe ich mein Fernglas gezückt und erkannte auf ca. 150 Meter eine rote Decke. Jedoch zeigte mir das Tier nur seinen rechten Schinken, der Rest wurde vom dichten Baumbestand verdeckt. Es machte mindestens 10 Minuten keinerlei Anstalten sich vom Fleck, geschweigedenn auf ich zu zubewegen. Zu diesem Augenblick war mir noch nicht klar, dass es mein erster Bock sein wird, denn an ein ordentliches Ansprechen oder einen Schuß war noch nicht zu denken. Die Hauptschussrichtung von meiner Kanzel aus lag zu einer kleinen Lichtung umgeben von einem recht dichten Buchenbestand. Solange das Stück sich dort nicht hineinbegab war ihm kein sauberer Schuss anzutragen. Trotzdem war ich sehr aufgeregt, denn irgendwohin musste das Tier ja gehen. Endlich kam Bewegung ins Spiel. Ich erkannte ein Gehörn! Juchhuu ein Bock!!! Da ich keinerlei Einschränkungen bekommen hatte was den Abschuss betraf war ich guter Dinge. Ich hatte zwar mit einem Knopfbock als ersten Bock gerechnet aber dieser war mir auch recht.

Aber irgendetwas war komisch. Egal wie oft ich mir den Kopf anschaute... ich konnte beim besten Willen nur eine Stange erkennen. Recht ungläubig, dachte ich mir es läge am Hintergrund und der ständigen Bewegung.

Dann aus heiterem Himmel tauchte direkt unter meinem Hochsitz eine Ricke auf. Sie sprang geradewegs auf den Bock zu. Kurz darauf waren beide verschwunden. Ein bisschen enttäuscht nach 3 Stunden ansitz baumte ich ab.

Zuhause angekommen erzählte ich natürlich von dem Bock mit nur einer Stange. Jedoch hatte laut Aussage des Vaters meiner Freundin noch niemand so einen Bock gesehen und auch meine Freundin schaute mich recht ungläubig an. Aber je mehr ich darüber nachdachte, desto sicherer wurde ich mir, dass er wirklich nur eine Stange gehabt haben konnte...

Es wurde der Entschluß gefasst am Abend nocheinmal an selber Stelle anzusitzen. Rehe sind ja sehr standorttreu.
Ich rechnete mir trotzdem keine großen Chancen aus, denn bei den letzten 6 Ansitzen hatte ich immer nur Anblick von weiblichen Stücken.
Meine Freundin wollte am Abend auch mit auf die Kanzel, was ja bei einer so großen kein Problem darstellte, aber meine Chancen auf einen Abschuß auch nicht unbedingt steigern würden. Aber ich wollte nicht so sein und schließlich möchte Sie auch bald ihren Jagdschein machen.

Gesagt getan und um 18:00 Uhr saßen wir wieder auf der Kanzel. Nach ca. 30 Minuten tauchte genauso gespenstisch wie beim ersten Mal die Ricke auf. Genau auf der Lichtung ca. 80 m entfernt. Sie zog ganz langsam Richtung Waldrand um dann auf der angrenzenden Wiese zu äsen.
Anhand des noch teilweise vorhandenen Winterhaars und der Statur, handelte es sich höchstwahrscheinlich um das gleiche Stück wie am morgen.

Da konnte der abnorme Bock auch nicht weit sein, dachte ich mir.

Ca. 5 Minuten später, die Ricke war bereits auf der Wiese am äsen, hörte ich ein leises Knacken im Unterholz. Ich nahm sofort das Gewehr und machte mich bereit.
Tatsächlich der Bock schritt ganz langsam auf die Lichtung, perfekter konnter er nicht kommen!
Meine Freundin stieß mich an! "Willst du nun wirklich schießen?" Der mitleidige Blick konnte mich nur kurz erweichen, denn ich war entschlossen das Tier zu strecken.

Ein kurzer Pfiff und der Bock verweilte auf der Stelle, er stand perfekt breit in ca. 80 Meter Entfernung. Mein Absehen wanderte kurz unters Blatt, ich stach ein und lies fliegen.

Der Bock stieg auf wie ein Pferd, galoppierte ins Unterholz und wart nicht mehr gesehen.

Verdammt! Ich war mir sicher gut abgekommen zu sein, aber man weiß ja nie. Nach ca. 10 Minuten baumte ich ab. Meine Freundin war noch aufgeregeter als ich. Nachdem ich die Waffe wieder schussbereit gemacht habe, begann mit der Suche nach Blut am Anschuss.

Nichts, garnichts! Ich konnte es nicht fassen. Gefehlt? Nein nie im Leben, dazu hatte das Tier zu deutlich gezeichnet.

Die Lücke im Gebüsch, wo das Tier sich eingeschoben hat, war noch zu erkennen so begann ich dort entlang zu Pirschen.
Endlich schaumiges, helles Blut... ich habe mich noch nie so gefreut Blut zu sehen ...

Nach ca. 25 Metern lag der stolze Bock vor mir! Mausetot... Blattschuss!

Nun stand die Bergung an. Nach einer mühsamen Tragerei Richtung Straße war es geschafft. Der Vater meiner Freundin wünschte mir ein kräftiges Waidmannsheil und der letzte Bissen wurde dem Bock gewährt.

Er staunte nicht schlecht, dass der Bock tatsächlich nur eine Stange aufwies.

Die rote Arbeit wurde dann zu Hause mit meiner Freundin zusammen erledigt.

Aufgebrochen wog der Bock ohne Haupt ca.13 kg und wir schätzen Ihn auf 2-3 Jahre an hand des Unterkiefers.
Der ungerade 6er war ca. 20 cm lang.
Der Grund für die fehlende Stange lässt sich nur erahnen. An einen Brand (Frostschaden) war bei dem milden Winter 2011/2012 nicht zu denken, deswegen vermute ich einen Unfall oder ein Hängenbleiben in einem Zaun.

Dieser Bock bleibt mir wohl mein ganzes Leben in Erinnerung.

Vielen Dank nochmal, dass ich in diesem Revier so frei jagen darf!

Ich kann es jetzt kaum Abwarten bis es wieder losgeht!

Danke fürs Lesen!

Euch allen Waidmannsheil!



p.s.

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Kommentare

30.04.2013 12:09 Niederrheinjaeger
Waidmannsheil zum Ersten. Da hat ja wirklich alles perfekt gepasst. Freundin dabei, tolle Trophäe... ich glaube der erste Bock bleibt jedem Jäger in besonderer Erinnerung! Kleiner Tipp: wild hat kein Blut, nur Schweiß. Hört sich unter Jägern doof an
30.04.2013 12:56 Hunter123
Weidmannsheil zum ersten. Seh meinen auch noch vor mir wie wenns gestern war

Gut geschrieben.;) Nimm deine freundin mit, wenn sie will ;) Schadet nicht. und sei froh.! Könnte auch anders sein ;)
Und kann mich meinem Vorredner nur anschließen ;) Sobald das Blut aus dem Wildkörper ausgetreten ist, heißt er schweiß ;)
Weidmannsheil für die kommende Saison
Hunter123
30.04.2013 13:32 homiwan
Niederrheinjaeger schrieb:
Waidmannsheil zum Ersten. Da hat ja wirklich alles perfekt gepasst. Freundin dabei, tolle Trophäe... ich glaube der erste Bock bleibt jedem Jäger in besonderer Erinnerung! Kleiner Tipp: wild hat kein Blut, nur Schweiß. Hört sich unter Jägern doof an

Ja gut diese Jägersprache ...als Tierarzt sag ich dann doch eher mal Blut .. aber recht habt ihr!
Ich gelobe Besserung beim nächsten Bericht...welcher hoffentlich bald folgt.
30.04.2013 15:20 Niederbayer
Waidmannsheil zum ersten!
03.05.2013 14:22 swinging_elvis
Auch von mir ein donnerndes Waidmannsheil. Und wo wir bei der Jägersprache sind. Die Schinken sind die Keulen ... wobei ich auch manchmal schon an Schinken und Braten denke, wenn ich das Reh in der Wiese stehen sehe... Alles Gute, el
03.05.2013 14:24 zerberus
homiwan schrieb:
Ja gut diese Jägersprache ...als Tierarzt sag ich dann doch eher mal Blut .. aber recht habt ihr!
Ich gelobe Besserung beim nächsten Bericht...welcher hoffentlich bald folgt.

no dann flüchtet der bock vielleicht auch und gallopiert nicht und hat vielleicht auch ein haupt statt einem kopf

weidmannsheil zum bock
09.05.2013 18:58 BigAnimalCinema
Waidmannsheil
Sieht nach frostgehörn aus.
Mit einer etwas ,,Waidmännerischen" Sprache klänge das ganze noch viel besser
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