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Gemeinsames Jagen

(1 Eintrag)

762 mal angesehen
17.04.2013, 00.44 Uhr

Ein Hesse in Brandenburg

Es ist Ende Juli letzten Jahres als ich mal wieder mit dem „Verrücktem“ telefoniere. Der letzte Besuch von ihm war im Frühjahr und wir hatten da schon festgelegt, das wir dieses Jahr auch noch gemeinsam Jagen gehen werden. Anders wie beim ersten Mal aber dann auch mit der Büchse und nicht nur mit der Camera.
Dieses an dem Tag geführte Telefonat nutzte ich dann auch gleich um die Einladung zu erneuern und auf der anderen Seite des Telefons wurde sofort der Wochenplan umgeschmissen und die Ankunft bei mir auf Donnerstag Abend festgesetzt.

Ich organisierte dann in den mir noch verbleibenden 2 Tagen 4 Reviere ( 2 zum Jagen und 2 zum Fotografieren ) in denen wir uns relativ frei bewegen konnten. Ich kenne die jeweiligen Revierinhaber schon sehr lange und genieße bei Ihnen vollstes Vertrauen, so das wir ohne Einschränkungen jagen können. Das das heute nicht mehr selbstverständlich ist, ist mir bewusst und ich bin dankbar das ich in meinem Wirkungskreis so jagen darf. Auch die Mitnahme eines für den Jagdherren unbekannten Gastes ist kein Problem wenn ich mit ihm zusammen jage. Ein ganz kräftiges Waidmanns Dank hierfür noch mal an die entsprechenden Personen 

Donnerstag Abend rollte er dann mit seinem KfZ bei mir zu hause an und nach ein wenig Smalltalk ging es in die Betten, da wir am morgen ja raus wollten. Und es kam wie es kommen musste, gleich am ersten morgen hörte ich meinen Wecker nicht und als ich wach wurde stand die Sonne schon reichlich in der Höhe
Aber egal dachte ich mir, die Blattzeit war bereits im Gange und da spielt die Uhrzeit ja nicht die übergeordnete Rolle. Ich weckte meinen Gast, indem ich meinen Terrier in sein Zimmer lies . In der Zwischenzeit bereitete ich frischen Kaffee zu und gegen kurz nach 7 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Revier.

Für den ersten Morgenansitz habe ich ein reines Waldrevier ausgesucht in dem es mit den Böcken in diesem Jahr gar nicht so richtig klappen wollte. Der Wind lies eine Kanzel zu, auf der ich schon sehr viele Stunden verbracht habe und viele schöne Erlebnisse in meinen persönlichen Archiv gespeichert sind. Als wir die 400m vom Auto bis zum Sitz problemlos hinter uns gebracht hatten bestieg ich als erstes die Leiter und beobachtete vorsichtig die Umgebung vor uns. Der Blick nach vorne zeigte uns eine große Sukzessionsfläche, wo wir bis auf über 500m Einblick hatten. Allerdings war das Gras in diesem Jahr sehr hoch, so dass es viele Stellen gab an denen wir mit Sicherheit nicht mal ein Stück Damwild sehen könnten. Hinter uns gab es einen 50m breiten Kiefernstreifen und da drauf folgend eine viel befahrene Bundesstrasse. An dieser Strasse kommt es auch immer wieder zu etlichen Wildunfällen im Laufe des Jahres und so war hier die Maßgabe jeden Bock zu strecken, der eine saubere Kugel erhalten kann. Da die Erlegung eines Brandenburger Bockes für den „verrückten“ Male für mich auch Hauptaugenmerk war, war dieser Platz perfekt als Einstiegsansitz am ersten morgen.

Ich war noch nicht mal halb auf der Leiter als ich keine 50m vor mir eine Bewegung war nahm. Der Blick durchs Doppelglas bestätigte einen Jährlingsbock. Ich machte Male vorsichtig klar was vor uns steht und wir kamen auch unbemerkt auf rauf und machten es uns erstmal bequem. Da der Bock ganz in Ruhe am Äsen war hatten wir keine Eile und glasten in aller Ruhe die Gegend ab. Male machte dann ein paar Probeanschläge und nachdem er zufrieden war mit allem um sich herum stellte er die Waffe wieder in die Kanzelecke und wir machten beide ein paar Bilder. Als der Bock dann in Richtung Strasse zog entschied sich Male doch dazu die Cam gegen die Waffe zu tauschen und es dauerte bestimmt 5 min bis sich der Bock im hohem Gras nieder tat ohne das Male ein mal die Chance auf einen sauberen Schuss zu haben

IM HOHEN GRAS

Es war inzwischen weit nach 8 Uhr und die Sonne stand schon hoch am Himmel. Ein herrlicher Morgen der auch ohne jagdliche Strecke als erfolgreich eingestuft werden könnte.
Also Waffe wieder in die Ecke und nachdem sich der Bock auch nach einer Stunde Wartezeit nicht entschließen konnte sein Bett zu verlassen, wurde schnell der Beschluss gefasst mit Hilfe des Blatters den Bock auf die Läufe zu bringen.
Male machte sich also fertig und ich began mit den ersten vorsichtigen Tönen. Keine Reaktion auf die ersten 2 Serien  Hmm eigentlich beherrsche ich die Lockjagd auf den brunftigen Bock recht gut, also ging ich in Offensive und lies eine weitere diesmal deutlich aggressivere Serie verklingen. Aber auch diese Serie lies ihn völlig kalt. Ich wollte jetzt 5 min warten und um dann weiter zu blatten, als ich auf der rechten Seite der Kanzel eine Bewegung war nahm. In einem Affenzahn kam ein Stk Rehwild direkt auf uns zu. Im Wildbret deutlich stärker als der vor uns sitzende Bock konnte ich aber vorerst nichts vom Gehörn sehen. Sofort war der Blatter wieder an meinem Mund und eine kleine weitere Aggressive Serie lies das Stück bis auf 50m vor unseren Sitz kommen. Jetzt waren deutlich 2 kleine unterlauscher hohe Spieße zu erkennen.

BÖCKCHEN

Male hatte sich nun auf diesen Bock fertig gemacht und wollte nun nur noch warten bis er völlig breit steht. Was wir dabei beide nicht bedachten war der Wind, denn dieser ging genau zum Bock hin und es kam wie es kommen musste … Äser in den Wind und so schnell wie er kam war er auch wieder verschwunden. Wir schauten uns beide an und mussten grinsen. Das wir was das Jagen betrifft die die gleiche Einstellungen hatten wir schon vorher festgestellt und diese Situation bestätigte das Ganze noch einmal. Das eben gemeinsam Erlebte freute uns und das wir den Abschussbock nicht bekommen haben, war kein Anlass unsere Freude zu mindern.

Der andere Jährling vor uns saß übrigens unberührt von allem nach wie vor in seinem Bett.
Nun wurde Plan C in angriff genommen und Male wollte ihn direkt angehen. Ich wolle die Situation im Bild festhalten und so dokumentieren.
Gesagt getan … Male war auf dem Weg zu ihm und wenn sich die Möglichkeit zu einem sicheren Schuss geben sollte, dann sollte er es auch versuchen.

ANPIRSCHEN
ABSPRINGEN
BLEIB BITTE STEHEN ...

Da Male von unten aber nicht genau wusste wo er saß wies ich per Handzeichen von oben ein. Der Bock war immer noch sehr Dickfällig und erst als die beiden nur noch 5m trennten kam er hoch und gab erstmal Vollgas. Dann kam ein kurzer Ruf von Male und der Bock blieb genau zwischen 2 kleinen Kiefern stehen, so dass Male ihn mit einem sauberen Schuss auf 25m strecken konnte
Der erste Ansitz … super Wetter … guter Anblick … Strecke gemacht … ein tolles Jagderlebnis !

WAIDMANNS HEIL !!!

Der Bock wurde dann versorgt und in die Kühlzelle gebracht und wir ließen uns dann erstmal genüsslich das etwas verspätete Frühstück schmecken.

Nach dem Frühstück ging es ab in das Revier eines guten Freundes. Das Revier hat viele Wiesen und einen sehr guten Rehwildbestand und somit beste Voraussetzungen für eine Fotopirsch. Wir fuhren also in aller Ruhe durch das Revier und suchten nach einer Möglichkeit ein Stück Rehwild oder Raubwild anzupirschen. Es dauerte auch nicht lange als wir einen starken Bock in einer Entfernung von etwa 200m vor uns in der Wiese stehen sahen.
Diesen wollten wir nun anpirschen, um ein paar Bilder machen zu können.
Leider war der Male wieder mal sooooo laut das der Bock uns natürlich mitbekommen (bevor Male mich jetzt steinigt … der Wind hat uns ein Schnäppchen geschlagen ) hat und wir nun Plan B in die Tat umsetzen wollten. Wir mussten den Einstand „Die kleinen Weiden“ umschlagen, um auf der anderen Seite ein paar ungemähte Streifen in der Wiese einsehen zu können. Das gelang zwar nur mit nassen Socken, da die Wiese noch recht stark unter Wasser stand, aber das war nebensächlich und wir erreichten nach ca. 15 min die andere Seite der kleinen Weiden. Gleich auf dem ersten Streifen stand ein Kitz auf ca 40m Entfernung vor uns und da die Kitze ja bekanntermaßen sehr unvorsichtig sind sollte Male es anlaufen und die ersten guten Bilder bei unserer Fototour machen. Ich blieb dann zurück und Male machte sich auf den Weg zum immer noch ruhig äsenden Kitz.

NÄHER RAN ...

Es klappte dann auch alles wie gewünscht und die ersten Bilder waren im Kasten

GEHT DOCH ...

Keine 50m weiter kamen wir erneut auf 2 Kitze, wo Male diesmal bis auf ca. 5m heran kam. Ich konnte aufgrund meiner Position hier keine Bilder machen, was aber auch egal war denn ich hatte ja einen „Gast“ zu führen Ob die Bilder was geworden sind auf kürzeste Entfernung soll euch Male selbst sagen.

Nach einer weiteren Stunde „Gummipirsch“ wechselten wir wieder das Revier und wir fuhren in den Einstand meiner weißen Rehe. Ich hatte erst wenige Tage vorher die Information bekommen, das ein weiteres weißes Kitz gesetzt worden ist und das wollten wir natürlich „suchen“. Im dem Revier angekommen zeigte ich Male die Stellen wo ich den mir bereits seit 2 Jahren bekannten Weißen Bock am häufigsten gesehen habe und wir stellten das Auto an einem Schneisenkreuz ab und wollten nun zu Fuß zu einem Wildacker pirschen, wo das weiße Kitz vor 2 Tagen das erste Mal gesehen wurde.
Es kam wie es kommen musste … Wir sind noch keine 20m gelaufen als ich vor uns im Farn ein Rehhaupt entdecke. Leider wurden wir im selben Augenblick wahrgenommen und keine 20m von uns entfernt sprang die Ricke mit dem weißen Kitz und einem normalfarbenen Kitz ab.

UND TSCHÜSS

Nachdem ich meinem Begleiter dann erstmal erklärt habe wie man leise pirscht entschieden wir uns für eine heiße Tasse Kaffee um für den Abendansitz gewappnet zu sein.

Leider gab es einen Wetterumschwung so das wir beim Abendansitz nicht fotografieren konnten. Aber der Ansitz galt ja in ersten Linie wieder den Böcken und die Jagd auf diese.
Wieder wechselten wir das Revier und saßen in einem Feldrevier mit einem breiten Wiesenstreifen der an ein großen Waldkomplex anschließt. Auf dieser Wiese habe ich in den Wochen zuvor schon einen recht guten Bock erlegen können und hatte auch jede Menge Anblick. Auch hier hatten wir keine Einschränkung was die Freigabe betrifft und so saßen wir gemeinsam auf dem offenem Sitz bei starkem Wind und immer wieder eintretenden Regenschauern. Bei dem Sauwetter kam selbst die sonst so zuverlässige große Rotte Sauen (3 Bachen 15 Frischlinge) nicht auf die Wiese und die Hoffnung auf Erfolg schwand von Minute zu Minute. Bis zu dem Zeitpunkt als auf einmal an der Waldkante eine Bewegung zu erkennen war. Bei schon einsetzender Dämmerung kam ein Rudel Damwild auf die Wiese und begann zu Äsen (4 Spießer 1 Knieper und 1 klassischer 2b Schaufler).
Ich merkte deutlich die Aufregung an meiner rechten Seite und da wurde mir mal so ganz nebenbei gesagt das der Male noch Jüngfraulich ist was den Damhirsch angeht. Na das konnte ich ja so nicht im Raum stehen lassen und fragte ob er einen Spießer schießen möchte. Sie waren alle gleichhoch auf (Lauscherhoch) und einer hatte auch schon gefegt. Die großen Augen neben mir deuteten auf Skepsis hin, ob ich das wohl ernst gemeint hätte … Na klar habe ich das ernst gemeint. 15 min später stand der Aufgeregte Male dann an seinen ersten Damspießer und freute sich riesig und ich mit ihm

WAIDMANNS HEIL DIE 2.

Nach der Bergung ging es dann zum Pächter nach hause und es wurde dort noch ein Mitternächtliches Bier geköpft. Den Morgenansitz haben wir dann ausfallen lassen, da Male bereits am folgenden Tag wieder nach hause musste.
Wir haben die beiden erbeuteten Trophäen dann am folgenden Tag noch gemeinsam abgekocht und Male machte sich auf den weiten Rückweg.

Ich habe mich wirklich doll über den Jagderfolg gefreut und daher wollte ich Euch auch daran teilhaben lassen. Wir haben das gemeinsame Jagen natürlich mittlerweile fortgesetzt und werden dies auch in Zukunft tun. In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen auch mal zu einer gemeinsamen Pirsch mit der Camera zu Male zu fahren.

W.H. allen und danke das ihr bis hier durchgehalten habt
offline

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branco

branco

Alter: 41 Jahre,
aus Neuruppin

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Kommentare

17.04.2013 01:01 Malepartus
Da werden Erinnerungen wach.
Das waren ein paar tolle Tage mit euch im wilden Brandenburg. Jagen bei Freunden ist durch nichts zu ersetzen. Freue mich schon auf Teil III
Dir, deiner Familie und den Pächtern nochmals ein herzlichen Danke und Waidmannsdank.
Wir sehen uns 2013 in Hessen
Gruß A.
17.04.2013 06:17 PShunter
da muss man nicht viel sagen......top
17.04.2013 09:12 RhoenerKauz
Top geschrieben, die Bilder untermalen es wie in einem Jagdtagebuch
Waidmannsheil - so macht jagern Spaß
17.04.2013 09:52 Schuelerlotse
Eure Sachen sind wie immer top.
Lese ich immer sehr gerne.

Gruß Lotse
17.04.2013 09:54 tatonka
Das ist Jagd!
Waidmannsheil!
17.04.2013 15:32 Rapsjaeger
Sehr schön, Weidmanns Heil Euch beiden...!!! Sowohl zur Strecke als auch zum Bericht - und zum gemeinsamen Jagderlebnis als solches...
17.04.2013 16:59 Remmi
Waidmannsheil euch Beiden!
super geschrieben
17.04.2013 18:32 BigAnimalCinema
Malepartus schrieb:
Da werden Erinnerungen wach.
Das waren ein paar tolle Tage mit euch im wilden Brandenburg. Jagen bei Freunden ist durch nichts zu ersetzen. Freue mich schon auf Teil III
Dir, deiner Familie und den Pächtern nochmals ein herzlichen Danke und Waidmannsdank.
Wir sehen uns 2013 in Hessen
Gruß A.


Wenn alles abhaut wenn du durch den Busch gehst, dann musst du ende November als Treiber gehen dann brauchen wir keine Hundemeute mehr .

Waidmannsheil zu Bock und Hirsch !!!!

gruß
17.04.2013 20:49 Malepartus
BigAnimalCinema schrieb:
Wenn alles abhaut wenn du durch den Busch gehst, dann musst du ende November als Treiber gehen dann brauchen wir keine Hundemeute mehr .

Waidmannsheil zu Bock und Hirsch !!!!

gruß

Von wegen alles abhaut
18.04.2013 10:26 Hunter123
Dickes Weidmannsheil zum Bock und Hirsch aus Thüringen

Super geschrieben und durch die Bilder kriegt man auch noch extra Einblicke, dass es doch ganz anders ist, als man es sich vorstellt
Weiter so. Hoffe, wir können in Zukunft noch weitere Anekdoten lesen
wmh und lg Hunter123
18.04.2013 12:35 Alpiae
Und dieses Jahr holste dir gleich 2 Irre ins Haus
Haste toll geschrieben !!!!!
18.04.2013 15:25 GlannaMuensterlaender
Einfach nur
18.04.2013 17:00 swinging_elvis
Sauber! So soll es sein. Geteilte Waidmannsfreude ist doppelte Freude! Waidmannsheil! Super! Mehr davon! El
18.04.2013 18:12 Otterbock
Gaaaaaanz Klasse

Um es einfach zu sagen..
Das ist Jagd
Freude,Jagen ,Gemütlichkeit,Stressfrei,ohne Missgunst..
Was will man mehr??
Donnerndes WeiHei
Und ..super geschrieben
13.08.2013 19:50 JaegerMV
Weidmannsheil... Die Hessen sind schon dufte Typen....
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