Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Die Sauen vom Lutzberg

Es ist noch nicht vorbei... (1 Eintrag)

y cwsd ad
725 mal angesehen
13.02.2013, 19.36 Uhr

Die Sauen vom Lutzberg

Die Sauen vom Lutzberg.

Wie eine Oase zieht sich der etwa 20 ha große Wiesenkomplex ,,Lutzberg“ durch einen der malerischen Wälder im Thüringer Werratal. Es war April als ich mit meinem Jagdherrn im Auto sitze und Richtung Lutzberg fahre. Ich weiß nicht genau wie mein Gesichtsausdruck damals ausgesehen haben mag aber vor lauter Staunen werde ich die Kinnlade wohl nicht mehr hochgeklappt haben können. Die Wiese glich einem gesprengten Minenfeld nur vereinzelt noch schoss ein wenig Grün hoch. Das kann ja Lustig werden dachte ich mir und malte mir in Gedanken schon 2 stellige Schwarzwildstrecken hier oben aus. Aber nein so einfach sollten es die Sauen uns nicht machen.....

Der Frühling brach herein und trotz mehrfachem Ansitzen war es niemandem gelungen dort Oben eine Sau in Anblick zu bekommen geschweige denn zu strecken. Das Rehwild trat jeden Abend auf die Wiesen aus und wir konnten einige sehr starke Böcke ausmachen die damit beschäftigt waren Konkurrenten aus ihrem Revier zu vertreiben. Ja heiß begehrt war er, der Lutzberg nicht nur unter den Rehen nein auch jeder aus unserer Jagdgemeinschaft wollte dort ansitzen um einen der starken Böcke strecken zu können. Auch ich beschoß auf dem Lutzberg meinen ersten Bock den ich aber leider Gottes fehlte...

Das Jahr verstrich und langsam zog der Herbst ins Land. Der Wald begann sich zu verfärben die Blätter verlieren an Leben und schillern in den Prächtigsten Farben von den Bäumen, das Rehwild verliert seine Feuerrote Decke und mit ihm färben sich auch die saftig grünen Wiesen in ein kaltes Grau.
Und so langsam begannen sich auch die Schwarzkittel für die Wiesen zu interessieren vereinzelt konnten wir feststellen dass die ein oder andere Steckdose gefallen gefunden hatte an dem was sich unter der Grasnarbe verbarg. Eine Kirrung wurde angelegt und schon nach kurzer Zeit wurde diese, wenn auch in unregelmäßigen Abständen, besucht.
Viele Stunden und Nächte verbrachte ich auf der grauen Kanzel welche wie ein Leuchtturm auf der Wiese stand und Sicht über die komplette Wiese bot, doch nie machte auch nur eine Sau anstalten auf die Wiese oder auf die Kirrung zu kommen bis zu jenem Tage...

++++++++++++++++++ Sie zeigen sich... +++++++++++++++++++

Es war der 22. Dezember der Wind pfiff mir ins Gesicht und Regentropfen wie Bindfäden schnitten mir beim angehen zur Kanzel ins Gesicht und sichtlich angenervt aufgrund des aktuellen Wetters betrat ich die Kanzel, Lud den Dreilauf stellte den Rucksack in die Ecke kroch in den Ansitzsack und öffnete die Fenster. Langsam beruhigte sich meine Stimmung wieder und ich begann die Wiese und den vor mir liegenden Wildacker mitsamt Kirrung abzuglasen. Schwierig würde es heute werden wenn Sauen kommen das Licht war sehr sehr grenzwertig. Die Stunden verstrichen ich lehnte mich zurück und genoß diese herrliche Atmosphäre. ,,Na dann wollen wir doch nochmal die Wiese abglasen“ ging es mir durch den Kopf und als ich das Doppelglas an die Augen setzte traf mich fast der Schlag. Sechs Überläufer schoben sich lautlos an der Kante des Wildackers in Richtung Kirrung entlang. Ich war total Baff und griff sofort intuitiv zum Dreilauf.
Als ich ich Waffe anbackte dann die große Enttäuschung keiner der Kujel war sauber ins Glas zu kriegen, das Licht auf der Kirrung reichte einfach nicht aus um einen sicheren Schuss anzutragen.
Sooft ich es auch probierte es hatte keinen Sinn.
Irgendwann zogen die Schwarzkittel weg und ich brach enttäuscht den Ansitz ab.
Naja nach ein paar Tagen konnte ich schon wieder darüber lachen.

++++++++++++++++ Zum Teufel mit ihnen! ++++++++++++++++

6 Tage später gleicher Ort gleiche Kanzel. Ich habe es mir wieder auf der grauen Kanzel gemütlich gemacht und heute ist es wirklich glockenhell Raureif hat sich auf die Wiese gelegt und der Mond steht hell am Wolkenlosen Himmel. Der Kauz ruft durch den Wald und die Stimmung gleicht einem Märchenfilm. Die vor mir liegende Fichtendickung ist in silbriges Licht gehüllt und Hase tollen auf der Wiese rum. Wieder vergehen die Stunden ohne das vernehmen von Geräuschen und den Anblick von Wild. Zur Geisterstunde beschließe ich Wasser zu lassen doch werfe vorher noch einen Blick zur Kirrung. ,,War der Busch da eben auch schon?“ ,,ist das der Schatten vom Wildacker?“ lautlos gleitet das Doppelglas an die Augen und mich trifft wieder einmal der Schlag als ich zur Kirrung blicke. Da stehen aus dem nichts 10-15 Sauen auf der Kirrung. Wo kamen die denn her? Und was mich noch stutziger macht warum hab ich die nicht gehört? Lautlos gleitet der Suhler an die Wange doch im Absehen 1 sehe ich nichts mehr auf der Kirrung. Ich setzte ab schaue durchs Doppelglas.
,,Wo sind die denn jetzt hin?“ Wieder backe ich an und suche mit dem Zielfernrohr die Kirrung und den Wildacker ab doch die Bühne bleibt leer. Nach bangen 2 Minuten wird der Dreilauf wieder in die Ecke gestellt und im Fichtenbestand höre ich ein Grunz und Quiekkonzert. Nach 15 Minuten dann Stille. Wie zum Teufel haben die mich denn mitgekriegt? Gehört haben können sie mich nicht und der Wind steht eigentlich auch ganz Günstig. Vielleicht ist es den Saubärn auch einfach zu Hell.
Eine Stunde warte ich noch und dann nicke ich so langsam ein. Als ich aufwache ist es bereits heller Tag ich packe meine Sachen zusammen und als ich zur Kirrung laufe fasse ich mir selber an den Kopf. Kein Körnchen Mais liegt mehr dort...
Dies sorgt natürlich bei meinen Mitjägern für großes Gelächter.
Das war eine Kriegserklärung von den Sauen denke ich mir, doch ein paar Tage später kann ich auch darüber Lachen.
Doch jetzt merke ich das ein neues Kapitel meines jagdlichen Lebens begonnen hat: die Sauen vom Lutzberg! Und es sind wahrhaftig keine blöden...


+++++++++++++++++++++ Die Erlösung +++++++++++++++++++++

Schnee brach herein und das erfreute mich natürlich sehr das anstehende Wochenende wurde durch 2 Urlaubstage zu einem langen gemacht und froh gestimmt fuhr ich mit einem Jagdfreund Richtung Thüringen. Für den ersten Abend hatte ich mir vorgenommen wieder einmal auf ,,die graue“ zu gehen um den finalen Schachzug vielleicht doch noch setzten zu können. Und so bezog ich gegen 18 Uhr die Kanzel bei herrlichstem Schneewetter und harrte der Dinge die da kommen.
Heute wieder umsonst ?? Die sind unbezwingbar ging es mir durch den Kopf doch wenn man am wenigsten erwartet passiert oft das meiste.
Und das sollte sich bewahrheiten.
Gegen 20:10 hörte ich eine Amsel aufschrecken. Jaa im jagdscheinkurs wurde uns gelehrt dass dies ein Anzeiger für Wild ist genau wie die Häher doch wie oft hab ich die Piepmätzchen schon gehört und nie kam etwas.
Kurz darauf rummste und krachte es gewaltig im Wald und was sich da ankündigte brauch ich den aktiven Jägern unter euch wohl nicht erzählen.
Leise griff ich nach dem Fernglas und schon begannen die Schatten sich aus der Waldkante zu schieben 4-5 Frischlinge wuselten auf der Kirrung herum und die Bache stand noch im Wildacker um die Lage zu überprüfen. Jetzt nur keinen Fehler machen!!! Ich griff zum Dreilauf prüfte ob der Schalter auf der großen Kugel stand entischerte und als ein Frischling sich absonderte und Breit stellte stach ich ein. Das Absehen 1 Stand ruhig hinterm Blatt und ich ließ fliegen.
Im Schuss sah ich wie der Frischling sich noch einmal drehte und dann in die ewigen Jagdgründe einging. Nachladen und draufbleiben war eins doch er zeigte keinerlei Regung mehr.
Puuuuuuh erstmal durchatmen nach einer Weile ging ich zum Anschuss brach einen Fichtenzweig ab und erwies der Sau die letzte Ehre.
Ich setzte mich daneben in den Schnee und dachte nach über die Strapazen der Nächte die ich auf der Kanzel verbracht habe, über Momente des Glücks, des Ärgers über die Sauen, der Freude über den wundervollen Sternenhimmel und der volkommenheit dieser schönheit der Natur.
Und da lag sie nun meine Erste Sau vom Lutzberg

+++++++++++++++++++++ Ende +++++++++++++++++++++
offline

Geschrieben von

Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

13.02.2013 19:59 GlannaMuensterlaender
Waidmannsheil
Klasse geschrieben
So nen "Privatkrieg" mit den Sauen kenn ich auch
13.02.2013 21:01 BigAnimalCinema
GlannaMuensterlaender schrieb:
Waidmannsheil
Klasse geschrieben
So nen "Privatkrieg" mit den Sauen kenn ich auch


Waidmannsdank!!
Ja der hat es immer in sich
14.02.2013 08:12 tatonka
Genau die gleichen Sauen sind auch immer bei mir!!!

Waidmannsheil!
14.02.2013 11:01 BigAnimalCinema
tatonka schrieb:
Genau die gleichen Sauen sind auch immer bei mir!!!

Waidmannsheil!


Neeeeeeeein echt?

Waidmannsdank
14.02.2013 13:15 RhoenerKauz
Sie sind schlau, verdammt schlau, ..., selten sindse aber auch mal sau blöd ;)
Aber eigentlich mehr im Sommer - so meine Erfahrung...
14.02.2013 13:18 BigAnimalCinema
RhoenerKauz schrieb:
Sie sind schlau, verdammt schlau, ..., selten sindse aber auch mal sau blöd ;)
Aber eigentlich mehr im Sommer - so meine Erfahrung...


Ja das stimmt!!
Ja gerade dann da rennen die ab und zu mit Tunnelblick ins Getreide. Da ergeben sich gute möglichkeiten Sauen noch beim besten Licht zu strecken.

Bis bald
14.02.2013 19:47 SauerHunter
WMH . . . weiter so
14.02.2013 20:20 BigAnimalCinema
SauerHunter schrieb:
WMH . . . weiter so


Waidmannsdank
16.02.2013 14:27 swinging_elvis
SAUber
Waidmannsheil!
So eine erarbeitete Beute freut doppelt...
Und sauber geschrieben! Bleib dran, in jeder Hinsicht, el
16.02.2013 14:29 BigAnimalCinema
swinging_elvis schrieb:
SAUber
Waidmannsheil!
So eine erarbeitete Beute freut doppelt...
Und sauber geschrieben! Bleib dran, in jeder Hinsicht, el


Waidmannsdank!
Mehr noch
Auf jeden fall!

Gruß
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang