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Füchse, Füchse, Füchse

Fuchsjagd (10 Einträge)

Fäh Im rauhen Hagel verendet... Fuchsnacht beim letzten Vollmond
798 mal angesehen
05.02.2013, 21.57 Uhr

Im Reich der roten Freibeuter

Schnee, Ranz, Mond, Kälte, reife Bälge und die Kombinierte… das sind für mich Attribute, die zu einer guten Fuchsjagd vom Ansitz gehören. Schon seid frühen Tagen lag mir der rote Freibeuter sehr am Herzen, erfreute ich mich stets an der reifen, oft so unterschiedlich gefärbten Beute; der Rotfuchs und ich – eine besondere Beziehung, die von Nichtjägern und auch so manchem Waidgenossen oft nicht nachvollzogen werden kann.

Wie heute aber nicht wenige Beziehungen im Internet beginnen, so fand auch ich hier einen Bruder im Geiste, der diese Jagd so liebt wie ich. Als unseren gemeinsamen Nenner kann man sicher die unvergesslichen Bücher des jagenden Barons von Cramer-Klett nennen, und hier vor allem der erste Teil „Füchse“ seines Meisterwerks „Glückselige Einsamkeit“.

Von Erzählungen und Bildern hatte ich erfahren, dass das Revier des Vaters meines Freundes im Winter ideale Bedingungen bot, um Reineke nachzustellen. Aufgrund der Höhe von über die 700m über Null herrscht hier ein raues Klima vor, das im Winter fast immer ein Garant für reichlich Schnee ist. Nachdem man sich endlich kennen gelernt hatte, war ich in der Ranz 2012 zum ersten Mal Gast in dieser tollen Gegend und konnte mich – neben der Erlegung eine Fuchsfähe unter sagenhaften Umständen – vom Reiz dieses schönen Reviers überzeugen. Kein Wunder also, dass ich mich sehr freute, die Gastfreundschaft der Familie auch in 2013 in Anspruch nehmen zu dürfen.

Nachdem das Treffen wegen unerwartet schlechtem Wetter verschoben werden musste, reiste ich endlich am Freitag des Jänner-Vollmondwochenendes zu meinem Freund – voll der großen Erwartungen. Denn neben Temperaturen unter Null war wenig Wind und Schnee angesagt, neben dem Mond also die idealen Verhältnisse für die Jagd auf den roten Räuber der Nacht.

Spät erst trafen wir Vorort ein und schauten schnell, dass wir raus kamen in die kalte Nacht. Viele Schichten Wollunterwäsche und dicke Jacken würden uns schon ein paar Stunden aushalten lassen. Dabei war ich mit meinem Dreilauf ausgerüstet, und mein Freund führte die schlanke Fuchsjäger-Büchsflinte. Mit knirschendem Schnee unter den Sohlen hatte ich die Ehre, die sogenannte Fuchskanzel zu besetzen. Noch in Sichtweite ging ein weiterer Fuchsbegeisterter in Lauerstellung. Dabei waren wir nicht wenig überrascht, dass zunächst im Wald bereits ein lautes Keckern zu hören und dann auch auf der Freifläche bereits das begehrte Wild zu sehen war. Nach dem Aufbaumen war es aber zunächst einmal ruhig. Der Mond spendete Licht durch eine leichte Wolkendecke, was den harten Schlagschatten vermied. Sogleich begann ich, mit meinem lichtstarken 56-er Doppelglas die weit entfernten Waldränder abzuglasen. Füchse konnten von allen Seiten kommen und besonderer Anzugpunkt war ein fünfzig Meter hinter mir gelegener Misthaufen! Es konnte losgehen…

… und das ging schneller als gedacht. Nicht einmal zehn Minuten später entdeckte ich am über vierhundert Meter entfernten Waldrand im Nachbarrevier einen schwarzen Punkt, der sich alsbald als Fuchs entpuppte. Immer wieder hie und da den Fang in den Schnee steckend, schnürte er über den Grenzweg und langsam heran. Für die Büchse meines Freundes, an dem es vorbei ging, musste die Entfernung wohl zu weit sein, denn kein scharfer Knall ertönte aus dieser Richtung. So ließ ich Reineke nicht mehr aus dem Glas, nur um auch beobachten zu können, dass diese meine erste erhoffte Beute sich nach dem lauten Bellen eines nahen Hofhundes wieder mit wehender Lunte dahin machte, woher sie gekommen war. Schade! Aber die Nacht hatte ja soeben erst angefangen…

Durch diesen Anblick in weiter Ferne gebannt, nahm ich nun das Glas kaum mehr von den Augen, nur ab und an ließ ich schnell den Blick in die Runde und vor allem nach hinten zum Misthaufen gehen – ein Fehler, wie sich bald herausstellen sollte… denn, als ich einmal wieder das Fernglas herunter nahm, schnürte da doch so ein frecher Rotrock direkt vor meinem Hochsitz quer. Wo war der denn nur so schnell hergekommen? So leise aber auch so schnell wie es ging, nahm ich den Drilling hoch und hatte auch schon den Roten im Absehen. Jetzt noch schnell ein Pfiff – und ab ging es mit wehender Lunte, um dann dem nicht allzu fernen Wald zuzuschnüren… Hoffte ich zuerst auf den rauen Schuss, so ging der Daumen bald hinter das vordere Züngel und stach die kleine .22-Hornet ein… eine Chance gab mir der Gerissene aber nicht mehr. Jetzt ärgerte ich mich aber doch, denn genau so eine 100%-Chance hatte ich vor einem Jahr auch schon einmal vergeben… „Aber naja“, beruhigte ich mich, „was sind schon 100% beim Fuchs!“ Brechen, entstechen, kurzer Blick über den Rücken zum Misthaufen: Nächster Fehler! Vielleicht vierzig Meter vom Hochsitz entfernt stand dort ein weiterer Reineke, machte jedoch schon einen schlangenartig nach rechts und links gehenden Hals… hatte er schon Wind? Kopf runter, langsam und leise links herum drehen, Kopf hoch – Bühne leer!

Jetzt hätte ich mich doch bald in den Schaft des Dreilaufs verbissen. Das war aber auch ein Pech heute. Sollte es denn so gar nicht klappen? Kaum zu glauben! Aber zum Glück kühlt die Hitze des Ärgers in so einer frostigen Nacht schnell ab. Ruhig blieb es nun auf den weiten weißen Flächen. Einige Male schien der fast volle Mond durch die Wolken, die Sicht war nach wie vor ausgezeichnet.

Sicher viertel vor zehn war es, als ich endlich wieder Bewegung in Schussweite gewahr. Sowieso hatte ich meine Strategie vom Abglasen der Weiten auf die Überwachung mit den bloßen Augen verlegt, so dass ich sogleich den schwarzen Schatten am Waldrand in vielleicht hundert Meter Entfernung bemerkte. Noch beim Hochnehmen der Waffe stockte die Bewegung des Roten. War er auf meine Angehspur gekommen? Das Wechseln der Richtung um hundertachtzig Grad ließen da wenig Zweifel aufkommen… aber Kummer war ich in dieser Nacht ja schon gewohnt…

Wenigstens hatten die Klamotten der Kälte Stand gehalten. Dies verdankte ich nicht zuletzt meiner dicken Fuchsmütze, einem Kleidungsstück, welches ich in solch kalten Nächten nicht mehr missen möchte! Wenn es aber auch warm war, heute würde ich wohl beutelos den Heimweg antreten müssen. Aber warte, war da nicht wieder ein Schleichen fast an gleicher Stelle wie soeben? Tatsächlich schnürte da wieder ein Fuchs auf die Fläche und zum x-ten Mal nahm ich den Schaft ins Gesicht, klemmte mich in die rechte Hochsitzecke und konzentrierte mich. Es musste einfach klappen. Erneut verhoffte der Räuber, nahm Witterung, schien unentschlossen und zeigte kurz das Blatt… PETSCH war die kleine Kugel raus! Dem Fuchs versagten schlagartig alle vier Läufe und er sackte in den Schnee… lag! Wie immer jedoch in solchen Fällen blieb ich noch eine Weile im Ziel um gegebenenfalls die dicke 7x57R nachzusenden. Aber nein, nicht notwendig. Freudig brach ich den Dreilauf. Da war ich doch noch eine Kugel losgeworden aus Opas gutem, altem Schießprügel, der nach all den Jahren schoss wie Gift!

Schon sah ich meinen Freund mit der Taschenlampe das vereinbarte Zeichen geben, wenig später stand er am Hochsitz und wir freuten uns gemeinsam über das wenn auch späte Waidmannsheil. Dass dieses anschließend noch im Kreise der Familie gebührend gefeiert wurde, stand außer Frage und so gab es Speis und Trank bis in den frühen Morgen hinein.

Was aber ein echter Fuchsjäger ist, der liebt vor allem den frühen Morgen, die blaue oft klirrend kalte Stunde, wenn Reineke vom Feld zu Holze schnürt und man ihn gut abpassen kann. Gerade bei Schnee und Ranz eine wunderbare Sache. So quälten wir uns also trotz der nur wenigen Stunden Schlaf aus den Federn und machten uns auf in die Kälte des Reviers. Aber so gut es am Abend auch lief, der Morgen blieb trotz wunderbaren Wetters und bestem Fernblick über weite weiße Flächen ohne jeden Anblick. Wir beide konnten es nicht so recht fassen, waren aber nicht enttäuscht und nach einem stärkenden Frühstück schon wieder mit Plänen für den Abend befasst. Denn nur selten kommen so viele positive Faktoren für die Fuchsjagd zusammen.

Nach einem kleinen Drückerchen am Nachmittag machten wir uns am Abend besonders früh auf. Der Fuchsvater und Oberjäger des Hauses hattet orakelt, dass heute die Füchse besonders früh auf den Läufen sein würden. Na das wollten wir beiden „Jungjäger“ doch mal sehen und schon stapfte ich wieder zum Ort der gestrigen Geschehnisse. Heute stand der Mond in voller Pracht am ungetrübten Himmel. Welch ein Anblick die Natur bot mit all den im bleichen Licht funkelnden Schneekristallen, den überzuckerten Fichten, dem etliche hundert Meter weit gehenden Blick… faszinierend!

Sogleich war ich verleitet, noch schnell ein Foto der ganzen Pracht zu machen, gedachte aber dann doch der gehörten Worte, stopfte den Drilling und nahm das Doppelglas an die Augen… und mich traf fast der Schlag. In zwar weiter Entfernung bot sich mir ein dafür umso schöneres Bild: Gleich drei Füchse sah ich auf recht kleiner Fläche zusammen stehen. Offenbar gehörten zwei zusammen und der Dritte schaute sich das Spiel interessiert aus kurzer Entfernung an. So was war mir noch nicht vorgekommen! Donnerkeil! Wenn doch Rüd‘ und Fähe nur in meine Nähe kämen… denn ich hatte den Traum, einmal ein solches Pärchen in einer Frostnacht zu strecken. Es blieb jedoch beim Anblick, denn alle drei verschwanden in weiter Ferne… trotzdem ein Beginn nach Maß. Heute musste es einfach eine Traumnacht werden.

Zunächst aber blieb es eine Zeit ruhig auf den weißen Flächen. Da leuchtete es plötzlich auf an einem Bauernhof in nicht weiter Ferne und ein grelles Licht kam näher, gefolgt von einem langsam ansteigenden Motorgeräusch. Erst mit der Zeit realisierte ich, dass dort der Bauer frei über’s Feld kam, um weiteren Mist anzufahren. Dies passte nun so gar nicht in mein Bild einer romantischen Fuchs- und Vollmondnacht… Beim Wenden leuchtete der Bauer dann auch noch einmal grell in die Kanzel und hatte mich sicher entdeckt. Meine Euphorie für den Abend hatte erst einmal einen Dämpfer erhalten. Wie würden die Roten auf die Störung reagieren? Würden sie den frischen Dung annehmen? Hin und her gingen die Gedanken, als ein peitschender Knall aus bekannter Richtung mir sagte, dass mein Freund bereits einen Schuss losgeworden war. Kurz wurde sich per SMS ausgetauscht, dann hieß es, weiter die Augen offen zu halten, denn ich hatte mich entschlossen, auszuharren.

In sicher hundertfünfzig Meter Entfernung stand mitten im Feld ein einzelner Busch, an dem auch eine kleine Leiter platziert war. Dort hatten die Bauern die Feldsteine auf einen Haufen geworfen und eben jener diente den Rotröcken als eine Art Poststelle, so dass dieser Ort immer wieder gerne angelaufen wurde. Nach einiger Zeit wieder einmal dort hinüber spekulierend hatte ich sogleich den länglich geschmeidigen Körper eines Fuchses im Glas, der dem Busch einen Besuch abstattete. Bis dorthin schießen wollte ich sicher nicht mit meiner kleinen Kugel, aber vielleicht würde der rote Freibeuter ja näher schnüren. Gespannt sah ich, wie er seinen Pass unter der Leiter und just zum Feldsteinhügel nahm, den er erklomm, um von dieser Warte aus die Umgebung und vor allem meine Richtung in Augenschein zu nehmen. Dazu setzte er sich in aller Ruhe auf die Keulen… Offensichtlich stand der Wind gut, denn nun nahm er seinen Pass direkt auf meine Kanzel zu. Einfach grandios, wie einen die Spannung ergreift, wenn das begehrte Wild in Reichweite heran schnürt. Und wie schnell Reineke dabei Strecke macht… schon juckte es mich, nicht einzustechen und mich auf den 3er Hagel zu verlassen, als mir der Fuchs weitere Überlegungen abnahm und im rechten Winkel abbog… und sich im weiten Bogen dem Misthaufen näherte.

Neugierig traf er auf die frische Traktorspur, die erst einmal untersucht wurde. Ich hatte mich gerichtet, lag wie zementiert im Hochsitzeck und hatte den Balgträger im Absehen 1. Da, jetzt hatte er einen Brocken gefunden, der offensichtlich von der Schaufel gefallen war. Er verhoffte, zeigte kurz Blatt und lag im nächsten Moment verendet in der Traktorspur. Wieder einmal war ich von der Augenblickswirkung überrascht und blieb im Ziel, aber auch dieser Rotrock tat keinen Muckser mehr. Das ist Jagd, das ist sauberes Waidwerk!

Freudig entspannend lehnte ich mich zurück und lud nach. Die Nacht war noch jung und einfach zu perfekt, um sie so früh abzubrechen! Glückselige Einsamkeit!

Gerade hatte ich den Dreilauf wieder zugeklappt und ließ meinen Blick dabei über die weiten weißen Flächen gleiten, als ich meinen Augen kaum traute: In vielleicht zweihundert Meter Entfernung schnürte ein Rotfuchs über das offene Feld auf eben jenen Busch zu, von dem der vorherige Reineke heran gekommen war. Sollte dieser eine Rüde auf der Fährte einer Fähe sein, vielleicht die soeben erlegte, die ich auf diesem Pass nicht hatte kommen sehen? Es sah fast so aus und der vermeintliche Rüd‘ war ein Starker mit dicker, walzenförmiger Lunte! Trotz der schon beim Misthaufen liegenden Beute war mein Begehren sogleich geweckt. Den wollte ich haben und ließ ihn nicht mehr aus dem Doppelglas. Zügig trugen ihn seine Läufe immer weiter über das makellose Weiß… bis er plötzlich verhoffte… Sicherte er in meine Richtung oder war das fahle Mondlicht trügerisch? Unstet war der Wind. Hatte dieser ihm ein Lüftchen zugetragen? In aller Ruhe drehte sich der Rote um und schnürte auf dem Pass, den er gekommen war, zurück in Richtung Wald. So etwas sahen meine Augen nicht gerne, aber eine Hoffnung gab es noch. Oft war die Anziehungskraft des nahen Dunghaufens so groß, dass die Familie Reineke auch ein zweiter Versuch nicht schreckte, in seine Nähe zu kommen… und so geschah es: Nicht sogleich in den Wald hinein ging es sondern er wechselte auf den in seinem Schlagschatten verlaufenden Weg und kam in meine Richtung… näher und näher… Jetzt wusste ich, worauf ich mich einzurichten hatte. Hinter ein paar am Wegrand stehenden Bäumen verschwindend war es nur eine Frage von Minuten… doch er spannte mich auf die Folter. Fast zehn Minuten später erst schnürte aus dem Waldeck, an dem die Sulze stand, genau auf den Hochsitz zu. Ganz langsam drehte ich mich in seine Richtung, versetzte dabei den rechten Fuß ein wenig und… hörte das leise Knarzen von Schneekristallen unter der Sohle. Erneut das gleiche Spiel des Schlaumeiers: Kurzes Verhoffen, wenden und ohne große Eile zurück… das war mir dann aber doch zu viel. Erneut war meine Begierde entfacht und zügig ging ich in Anschlag, um ihn vielleicht doch noch bei einem Haberl auf vielleicht hundert Meter zu erwischen. Der Vos hatte es aber auch überhaupt nicht eilig, wendete sein schlaues Köpfen nach links, dann mal nach rechts, und als er dabei auch einmal halbspitz das Blatt zeigte, verließ die kleine Hornet den Einstecklauf: PETSCH und den Roten warf’s in den Schnee. Ich rührte mich nicht, war bereit, hatte mit Schüssen spitz von hinten so meine Erfahrungen gemacht. Da – plötzlich warf er sich keckernd herum, kam aber nicht recht hoch und begann, langsam in Richtung Waldeck zu kriechen… Jetzt musste es die 7x57 richten. Schieber nach vorne, eingestochen und das nun sehr kleine Ziel ins Absehen genommen: BAUTZ! donnerte die 11,5g TIG auf ihre Reise. Der Fuchs tat keinen Muckser mehr. Puuuuuh…, das schien gutgegangen zu sein. In solchem Falle gab es kein Zögern, kein Zaudern, nur entschlossenes Handeln. Gut. Waidmannsheil! Da lag er: Rotrock Nummer zwei!

Was war das eine Nacht. Einfach perfekt. So etwas erlebt man nicht alle Tage... also: alle Nächte! Sollte ich schon das Signal zum Rückzug geben? Doch es war erst kurz nach neun. Per SMS wünschte mir mein Freund Waidmannsheil. Ein wenig wollten wir noch ausharren!

Schon immer – auch ohne Jagdschein – hatten mich helle Frostnächte fasziniert. Hier konnte man erleben, das sich nachtaktives Wild zeigte und beobachten ließ… wie zum Beispiel borstige Sauen… oder der Fuchs, der dort hinten bei der Kanzel stand… ein Fuchs? Ja, tatsächlich. Am soeben vom Vorgänger genommenen Pass ins Feld stand erneut einer der Sippe von und zu Malepartus. Was ihn umtrieb war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Sollte es ein zweiter Rüde sein? Aber schon verschwand er wieder im Wald, nicht ohne mir die Hoffnung zu lassen, dass er in selber Richtung schnürte wie soeben erlebt… und tatsächlich: nur wenige Minuten später nahm er einen gut belaufenen und damit deutlich im Schnee sichtbaren Pass direkt auf meinen Hochsitz zu. War denn das zu fassen? Saß von Cramer-Klett heute mit auf meiner hohen Warte und lockte diese von ihm so geliebte Wildart? Das Laufbündel lag bereits auf der Brüstung, klar zeichnete sich das kluge Gesicht des Räubers beim Annähern im Mondlicht ab. Gleichzeitig wuchs die Spannung! Dieses Mal wollte ich des Balgträgers mit der 16-er Schrotgarbe habhaft werden. Immer näher schnürte er und plötzlich, vielleicht auf vierzig Meter, weckte etwas sein Interesse abseits des Passes… Brante für Brante setzte er vorsichtig voreinander, dabei im rechten Winkel abbiegend und mir die volle Breitseite zeigend… es war wie im Traum. Groß und deutlich sah ich die graue, grannige Silhouette, den spitz gesenkten Fang, langsam wanderte das dicke, schwarze Absehen eins in Richtung Blatt und dann etwas davor, langsam und gleichmäßig verstärkte ich den Druck auf den hinteren harten Abzug: RUMMS!

Den Fuchs – warf es in den Schnee, die Lunte stand kerzengrade nach oben… um sich dann langsam abzusenken… verendend… der Dritte im Bunde!

Vollkommen. Nur so konnte ich das Glück beschreiben, welches mich überkam… und ich war dessen übervoll! Ende. Satis! Jetzt war es wirklich genug. Schnell war sich mit meinem Freund ausgetauscht, der abbaumte, einen herrlich starken Kohlfuchs zu bergen und dann zu mir zu kommen. So war es an diesem Abend die schönste Freude, die wir hatten, nämlich die geteilte! Mit schwerem Rucksack, den treuen Drilling in der Achsel, baumte ich ab… und machte mich auf… zu meinem ersten Fuchs.

Epilog

Immer wieder kann man es nur betonen, was für ein wunderbares, vor allem aber zähes Wild unsere Füchse sind. Erleben konnte ich dies zu meinem, aber vor allem zum Leidwesen der von mir bejagten Rotröcke. Trotz guter Schüsse gehen sie oft noch, ganz zu schweigen von den unter der Erde auszutragenden Kämpfen mit Erdhunden.

Auch heute Abend musste ich wieder Zeuge dieser Tatsache werden. Als mein Freund am Hochsitz ankam, hatte ich den Fuchs Nummer eins – es war tatsächlich eine kleine, feine Fähe – bereits geholt. Gemeinsam schritten wir nun zum Schrotfuchs, ein Rüde, wie sich zeigte. Als wir nun, jeder einen Räuber in der Hand, auf Beute Nummer drei zuschritten und mein Freund mit der Taschenlampe voraus leuchtete, erstarrten wir plötzlich. Die Augen reflektierten und zeigten noch deutlich Leben. Konnte denn das sein? Ehe ich mich versah, hatte der erfahrene Fuchsjäger alles von sich geworfen und eine Schrotpatrone in den oberen Lauf seiner Büchsflinte geschoben. Und schon ließ der raue Knall das Leben für immer aus Reineke weichen. Ich konnte es immer noch nicht glauben. Eine Untersuchung zeigte, dass die dicke TIG anscheinend nur den Rücken gestreift hatte, vermutlich einschließlich einiger Dornfortsätze, so das eine Lähmung eintrat…

Zum Abschluss möchte ich meinem Freund ein herzliches Waidmannsdank aussprechen. Dass es vielversprechend werden würde, ließ sich erhoffen und gar erahnen, so reiche Beute ließ sich aber nur … erträumen… im Reich der Füchse.


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Kommentare

05.02.2013 22:51 Waldlaeufer7x64
Toll geschrieben! Schön, wenn man mit Freunden zusammen jagt und dann auch so tolle Erlebnisse und wmh hat!
05.02.2013 23:58 Stalker
Kann es sein, dass ich Deinen Freund und seine Familie auch kenne? ;)
06.02.2013 06:37 swinging_elvis
Stalker schrieb:
Kann es sein, dass ich Deinen Freund und seine Familie auch kenne? ;)

Das wäre ja ein Albtraum Mir war auch so, als läge hier und da ein Whisky-Duft in der Luft... El
06.02.2013 07:29 Stalker
swinging_elvis schrieb:
Das wäre ja ein Albtraum Mir war auch so, als läge hier und da ein Whisky-Duft in der Luft... El

Die Füchse laufen noch!! Schnee lieget auch. Wenn Du und Dein Freund mal wieder bei dessen Familie seid, mal melden Fuchsansitz und Whisky sind immer drinn. Würde mich freuen. Waihei.
06.02.2013 09:28 platzi
Die Erzählung ist wohl eine der Besten die ich hier je gelesen habe.

Weidmannsheil zum Erlebten!

Diether
06.02.2013 09:46 Ammerlaender
Grandios! Ein donnerndes WMH!!!!!So eine Nacht hatte ich diesen Januar auch. Leider trieben sich die Freibeuter alle auf 250m+ herum. So blieb ich in Ermangelung einer passenden Ansitzeinrichtung auf dem Fuchsacker in meiner Sauenkanzel und beobachtete das Schauspiel und ärgerte mich doch sehr den Pirschstock zu Hause vergessen zu haben. Beim nächsten Schnee bin ich wieder da und dann können die Sauen bleiben wo Sie wollen dann heißt es Fuchsjagd.
06.02.2013 10:01 Renevolution81
Jagd ist Schauen, Jagd ist Sinnen, Jagd ist Ausruhen, Jagd ist Erwarten, Jagd ist Dankbarsein... !!!

Wie platzi schon sagt - "... eine der Besten!"

Es war mir eine Freude und zugleich Ehre den Erzähler begleiten zu dürfen

Horrido



06.02.2013 10:14 alex128
Waidmannsheil

Das "Erlebte" ist wirklich grandios niedergeschrieben

Ich hatte auch schon die Ehre in dem Revier zu waidwerken und auch die herzliche Gastfreundschaft des Beständers zu genießen . Die Kanzel mit dem dahinter liegenden Misthaufen ist schon wirklich ein Fuchsmagnet

Waidmannsheil an die Fuchsjaga
06.02.2013 11:40 GlannaMuensterlaender
Erstmal Waidmannsheil
Toll jetzt hab ich Heimweh nach meim Hochsitz nach Schnee und den Füchsen
Echt klasse geschrieben
06.02.2013 12:44 tomhaus
a kräftigs Waidmannsheil den Fuchsjagan!!!

super gschrieben
06.02.2013 15:50 Lakai
Den Steinhaufen kenn ich doch ;) Waidmannsheil, zur Geschichte muss man ja nichts mehr sagen!
06.02.2013 16:02 swinging_elvis
platzi schrieb:
Die Erzählung ist wohl eine der Besten die ich hier je gelesen habe.

Weidmannsheil zum Erlebten!

Diether

Gleich werd ich noch rot, dass Du es in Südtirol für Alpenglühen hältst... Waidmannsdank!
06.02.2013 16:05 swinging_elvis
Renevolution81 schrieb:
Jagd ist Schauen, Jagd ist Sinnen, Jagd ist Ausruhen, Jagd ist Erwarten, Jagd ist Dankbarsein... !!!

Wie platzi schon sagt - "... eine der Besten!"
Es war mir eine Freude und zugleich Ehre den Erzähler begleiten zu dürfen
Horrido

Die Ehre ist meinerseits! Hau-Hau-Hau!
Projektstoff!!! El
06.02.2013 16:06 swinging_elvis
alex128 schrieb:
Waidmannsheil

Das "Erlebte" ist wirklich grandios niedergeschrieben

Ich hatte auch schon die Ehre in dem Revier zu waidwerken und auch die herzliche Gastfreundschaft des Beständers zu genießen . Die Kanzel mit dem dahinter liegenden Misthaufen ist schon wirklich ein Fuchsmagnet

Waidmannsheil an die Fuchsjaga

... und Waidmannsdank!!!
06.02.2013 16:07 swinging_elvis
tomhaus schrieb:
a kräftigs Waidmannsheil den Fuchsjagan!!!

super gschrieben

Waidmannsdank, juchuuuu
06.02.2013 16:29 platzi
swinging_elvis schrieb:
Gleich werd ich noch rot, dass Du es in Südtirol für Alpenglühen hältst... Waidmannsdank!


Kennst ja den Rosengarten. Den seh ich grad nicht, aber er ist nicht weit weg. Da gibts viele Sagen und Anekdoten drüber. Der leuchtet teilweise wriklich rot.
Jetzt weiß ich woher das wirklich kommt.....
Servus

Diether

P.S.: Übrigens hab ich frischen Nusseler gemacht... Der ist gut geworden.
06.02.2013 22:15 Meffi
Fein geschrieben, danke. Waidmannsheil!
07.02.2013 07:14 swinging_elvis
Meffi schrieb:
Fein geschrieben, danke. Waidmannsheil!

Dank und Waidmannsdank zurück!
08.02.2013 10:27 Agrardesigner
Waidmannsheil, schön zu lesen - da will man nicht so gerne auf der Arbeit sitzen grade ;)
08.02.2013 11:02 swinging_elvis
Agrardesigner schrieb:
Waidmannsheil, schön zu lesen - da will man nicht so gerne auf der Arbeit sitzen grade ;)

Hihi... kann man verstehen! Hab heut frei. Mein Beileid. Waidmannsdank! el
PS: Draußen schneit's!
09.02.2013 11:19 Jaegerbursch
Waidmannsheil El

Wie immer super geschrieben, ich glaube das bedarf keines Kommentares mehr

Mit den 100% sicher geglaubten Füchsen ist das immer so eine Sache.

Hatte heute morgen einen auf 15 Meter vor und dann beschlägt mir das ... Okular am 8*56 Kahles auf dem Dreilauf - 10 Minuten konnte ich den Roten beobachten, hätte aber nur eine Schrotladung spitz in den Nacken werfen oder die Hornet auf Verdacht (da das Absehen nicht mehr zu erkennen war) auf die Reise schicken können.

Der Fuchs schnürt weiiter seine Bahnen und ich bin heute Abend wieder an Ort und Stelle
09.02.2013 12:05 swinging_elvis
Jaegerbursch schrieb:
Waidmannsheil El

Wie immer super geschrieben, ich glaube das bedarf keines Kommentares mehr

Mit den 100% sicher geglaubten Füchsen ist das immer so eine Sache.

Hatte heute morgen einen auf 15 Meter vor und dann beschlägt mir das ... Okular am 8*56 Kahles auf dem Dreilauf - 10 Minuten konnte ich den Roten beobachten, hätte aber nur eine Schrotladung spitz in den Nacken werfen oder die Hornet auf Verdacht (da das Absehen nicht mehr zu erkennen war) auf die Reise schicken können.

Der Fuchs schnürt weiiter seine Bahnen und ich bin heute Abend wieder an Ort und Stelle

Ja Sappalot! Der kommt heut Abend wieder! Waidmannsheil sodann und natürlich Waidmannsdank! el
12.02.2013 10:12 schnuggels2000
Toll geschrieben. Ich bin auch ein großer Freund der Nacht/Schnee/Fuchsjagd. Dieses Wild ist so edel und so vorsichtig, dass jede Jagd auf den Fuchs eine echte Herausforderung ist und das ganze Können des Jägers abruft, um Jagderfolg zu haben. Für eine schöne Fuchsjagd würde ich jede andere Einladung sausen lassen.
12.02.2013 10:13 schnuggels2000
Renevolution81 schrieb:
Jagd ist Schauen, Jagd ist Sinnen, Jagd ist Ausruhen, Jagd ist Erwarten, Jagd ist Dankbarsein... !!!

Wie platzi schon sagt - "... eine der Besten!"

Es war mir eine Freude und zugleich Ehre den Erzähler begleiten zu dürfen

Horrido




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