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Aus Jungaltjägers Jagdtagen

Jäger erzählen nur wahre Geschichten (18 Einträge)

811 mal angesehen
20.12.2012, 18.00 Uhr

Stille Nacht

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Es ist Adventszeit. Ich sitze auf der Kanzel im Stangenholz und warte auf Sauen. Es ist dunstig und hat angefangen zu schneien. Langsam rieseln die Flocken und die dünne Decke, die sie auf der Schneise bilden verläuft sich im Dunst in ein weißes Nichts.
Es ist still, so still wie lange nicht im Revier. Kein Fahrzeug auf der Landstraße und auch die Dorfköter, sonst stundenlang bellend, haben sich wohl zur Ruhe begeben.
Ein leichtes Brechen in der angrenzenden Dickung unterbricht eigenartig störend die Stille. Ein Fuchs schnürt heraus und durchquert die himmelragenden Douglasien in Richtung Dorf.
„Gänsebraten zu Weihnachten ?“ denke ich und schon ist er verschwunden. Der Nebel senkt sich und legt sich als Raureif auf die niedrige Naturverjüngung. Es wird kälter und klar und die Stille nimmt eine seltsame Tiefe an. Leise höre ich elf Glockenschläge aus dem Kirchdorf und wundere mich, dass ich die Turmuhr noch nie so wahrgenommen habe. Das Himmelsfenster, das die Rückschneise bildet, leuchtet nun tiefblau und helle Sterne funkeln wie Diamanten zu mir herunter.
Vorsichtig und leise zieht aus den mittelalten Fichten ein Rottier, dem vertraut ein Kalb auf Schussentfernung folgt. Ich greife zur Waffe. Langsam ziehe ich den Rotpunkt ins Ziel……; ein Ruck, noch ehe ich entsichern kann. Der Gewehrriemen ist irgendwo hängen geblieben und reißt den Thermos mit zu Boden. Tier und Kalb sind blitzartig verschwunden.

Ich bin ärgerlich, aber in meinem tiefsten Inneren höre ich mich:
„Ist doch auch gut, diese einzigartige Ruhe in der schneeklaren Nacht soll man nicht mit einem Schuss zerstören. Es ist Advent und bald die Heilige Nacht“
Ich baume ab. Wie im Märchen glitzert der Schnee und der Reif, sich an den kahlen Ästen der Randbirken verästelnd, bildet mit ihnen wunderhafte Gestalten aus einer anderen Welt und über Allem ein tiefblauer Sternenhimmel.
Ein Lied, oft gesungen in Kindertagen kommt mir in den Sinn: „Stille Nacht………..“
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Jungaltjaeger

Jungaltjaeger

Alter: 73 Jahre,
aus der Prignitz
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Kommentare

20.12.2012 18:45 Laraland
Sehr sehr schön ...das Gefühl ist perfekt beschrieben man sitzt fast mit dir auf der Kanzel ... Ich liebe es ebenso bei Schnee im Wald zu sein !!!traumhaftt *
20.12.2012 21:11 IGOR82
20.12.2012 21:16 PShunter
Sehr schön geschrieben ....aber darum nehme ich am stand immer den gewehrriemen ab.... hätte aber dann wohl die zauberhafte stille durchbrochen
20.12.2012 22:23 pedrocazasafari
Hallo Ich mag deine Geschichte, die ich auch warten, bis der große Eber geht ..........
21.12.2012 07:11 swinging_elvis
Jagd ist Advent - wusste auch der große Gagern schon... Schön zu lesen, dass das Jäger auch heute noch erleben... Gruß, el
21.12.2012 08:13 MG71
Voll verpatzt
21.12.2012 12:39 sau_hund
Schön geschrieben, doch dazu eine blöde Frage: darf man Rotwild bei Nacht bejagen?
23.12.2012 14:23 Biobauer
bei mir wars die tage ein klappern am lauf .

passiert ...........
26.12.2012 15:01 Inna
29.12.2012 12:10 Honza
sau_hund schrieb:
Schön geschrieben, doch dazu eine blöde Frage: darf man Rotwild bei Nacht bejagen?


Je nach LJagdG ja, zumind. Kahlwild und Kälber. Manchmal generell, manchmal mit Ausnahmegenehmigung.

Sonst: Super beschrieben die Stimmung.
29.12.2012 18:14 Dorschkoenig
Servus,
da bin ich ja froh, dass nicht nur mir die Kannen, Gläser , Wasserflaschen, usw. usf. umkippen:)
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