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Aus Jungaltjägers Jagdtagen

Jäger erzählen nur wahre Geschichten (18 Einträge)

554 mal angesehen
18.11.2012, 16.31 Uhr

Novembernebel

Novembertag, graue Suppe am Himmel, graue Suppe am Boden, nasse Nebel überall. Zwar reicht das Auge noch etwa 200m weit, aber alle Konturen weichen sich im Einheitsgrau auf. Ich gehe mit Nora, einer hübschen Labradormix Hündin meine übliche Morgenrunde in dem der Stadtrandsiedlung angrenzenden Waldstück. Wie immer fährte ich das hier einstehende Rehwild, seltener mal ein Stück Schwarzwild. Hier wird sehr selten gejagt, wohl auch wegen der unzähligen Jogger, Radfahrer und Spaziergänger wegen, obwohl an der Feldkante hin und wieder Ansitzleitern zu finden sind. Die Novemberdepression schleicht sich in mich und so trotte ich Trübsal blasend dem Hund hinterher, den sich meine Lebensgefährtin aus dem Tierheim holte als ich noch nicht daran dachte nach langen Jahren Pause wieder die Jagd zu beginnen. Letzte Woche war ich zu zwei Drückjagden, ebenfalls im Novembergrau aber eben nicht so nebelig und nass. Das hing in mir noch nach. Am ersten Tag konnte ich auf einem Rückwechsel sitzend die Autos auf der nahe hinter mir liegenden Straße zählen, ohne dass mich auch nur ein Stück Wild dabei störte. Den zweiten Tag holte ich, ebenfalls auf einem Fernwechsel, schon früh meinen Thermos raus und spielte „Cafe Wadlblick“ ohne dass ich meinen Repetierer auch nur einmal zur Hand nehmen musste.
Da, ein Schuss, zwei folgten gleich danach und etwas später weitere. Drückjagd, drüben, hinter der Bahn und der dazu parallelen Bundesstraße. Nochmals: rums, rums. Sicher werden auch da ein paar Jäger im Nassen sitzen und sich fragen, weshalb sie heute Morgen aufgestanden sind, denke ich mitleidig. Der Nebel wird hier am Bahndammgraben etwas dichter. Plötzlich Poltern und Brechen und eine Rotte Sauen kommt hoch flüchtig über die Bahn um in der dem Stangeholz folgenden Fichtendickung krachend zu verschwinden. Nora reißt an der Rollleine und nur ein Ruck hindert sie dem Schweinezug durch den Nebel zu folgen. Ich stehe wie von Blitz getroffen und weiß noch nicht so richtig was das war, nimmt mir die tropfenbelaufene Brille doch zusätzlich die Sicht.
„Siehste,…..Rückwechsel,“ denke ich. Es scheint doch was dran zu sein, dass die Rückwechselstände nicht die schlechtesten sind. „ Aber warum kommt dann bei mir immer nichts ????“
Dann ein polterndes Geräusch, Brechen und auf dem Breiten Fahrweg der längs der Bahn zum Maisacker führt hebt sich ein großer schwarzer Fleck ab. Ich trau meinen Augen nicht. Ein kapitaler Keiler steht breit im Dunst, seine Waffen sind deutlich zu erkennen. Nora und ich stehen wie versteinert, fünfzig Meter vor uns der Urian. Er sichert, hat uns aber nicht mitbekommen und dann verschwindet er, wie er gekommen ist, brechend im Nebel zwischen den Altholzstämmen.....
Der Sandweg zeigt mir die Färte, kein Traum, kein Gespenst, ein Keiler.

Lange werde ich den Gedanken nicht los: Ich meine dass sein Gebrech zu einem hämischen Grinsen verzogen war. Wenn es denn so war, er hätte ja sooooo Recht gehabt.
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Jungaltjaeger

Jungaltjaeger

Alter: 74 Jahre,
aus der Prignitz

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Kommentare

18.11.2012 19:02 Rapsjaeger
Die eigentlich streckensichersten Begegnungen habe ich grundsätzlich nicht bei der Jagd...

Du bist nicht allein...
18.11.2012 22:00 Kija
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