Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Jagderlebnisse

(1 Eintrag)

Dückjagdstrecke Tag 2
760 mal angesehen
11.11.2012, 14.17 Uhr

Wenn das Laub fällt und die orangfarbenen Jacken leuchten

Es war soweit der sehnsüchtig erwartete Urlaub konnte endlich genommen werden und so hatte ich die Möglichkeit letzte Woche 3 Tage Drückjagd als Hundeführerin zu erleben.

1 Tag:

Pünktlich um 6:00 Uhr früh klingelte mein Wecker. Alle benötigten Sachen wurden bereits am Vorabend im Auto verstaut, so fehlten nur noch meine Hündin, meine Waffe und ich selbst.
Als ich die Tür zum Jagdzimmer öffnete wo auch meine beiden Hundedamen Ihren Schlafplatz haben begrüßte mich die ältere stürmisch und rannte gleich zur Tür damit ich sie auch ja nicht vergesse. Die 6 Monate alte Kopov-Hündin öffnete legendlich Ihr eines Auge, schaute mich irritierend an und schlief weiter.
Am Treffpunkt angekommen begrüßten meine Augen ein wahres Meer aus orangen Jacken. Nachdem man sich überall vorgestellt hatte und auch ein paar bekannte Gesichter darunter getroffen hatte, ging es mit einem warmen Getränk in der Hand ans Feuer. Nach der Ansprache begaben sich die Schützen auf den Weg zu Ihren Wagen und für uns Treiber blieb noch ein wenig Zeit bevor es auch für uns hieß „ Die Jagd beginnt“.
Das Wetter spielte uns nicht ganz in die Karten an diesem Tag. Immer wieder gab es vereinzelte Regenschauer und für den Norden typisch wehte auch eine steife Brise. Während des Treibens kamen meiner Treiberwehr immer wieder Damwild und Sauen in Anblick und auch die um uns herum fallenden Schüssen steigerten die Stimmung. Am Ende einer Dickung stellten die Hunde dann einen starken Überläufer, der mit seinem Haupt immer zu den Hunden ausgerichtet sich Rückwärts einen kleinen Hang hinauf schob. Als er seine Chance sah startete erin voller Geschwindigkeit gefolgt von 3 Hunden in Richtung der Grenze durch und schaffte es unverletzt sich dort wohl wieder einzuschieben. Kurz vor Ende des Treibens stellte meine Hündin dann eine Bache und 3 Frischlinge in einem kleinen Schilfgebiet. Die Bache wechselte sofort aus nur die 3 Frischlingen haarten in Ihrem Versteck aus. 2 Frischlingen flohen dann aufgemacht von den Treiben in Richtung der Schützen und kurz darauf folgten dann Schüsse. Doch meine Hündin stand weiter vor einem völlig verwachsenen Gestrüpp und stellte dort den 3ten Frischling der daraufhin durch einen Hundeführer gestreckt werden konnte.
Am Ende des Tages waren dann sowohl Schützen als auch Treiber zufrieden, denn es lagen 9 Stücken Damwild, 49 Stücken Schwarzwild, 15 Stücken Rehwild und 2 Füchse auf der Strecke

2 Tag:

An diesem Morgen war das Aufstehen nicht ganz so einfach wie am ersten Tag. Doch etwas erschöpft vom ersten Tag stolperte ich in die Küche um mir einen Kaffee zu machen. Zum Frühstücken war keine Zeit mehr also musste ein Kinderschokoriegel den Zuckerspiegel kurzfristig hochtreiben.
Am heutigen Tag war die größte der 3 Jagden angesetzt. Viele Hunde und viele Treiber waren am Sammelplatz um ein nicht grade kleines Gebiet zu beunruhigen. Und von Anfang an war das ein Tag wie ich ihn noch nie erlebt habe. In der ersten Dickung machten die Hunde schon mehrere Sauen und auch Rotwild hoch und sofort vielen die ersten Schüsse. Eine Bache mit 2 Frischlingen gefolgt von einem Hund flogen geradezu an uns vorbei und plötzlich versuchte ein Keiler auf 10 Meter an mir vorbei zu wechseln in der Hoffnung ich würde ihn nicht bemerken. Leider kam auch schnell die Meldung dass der erste Hund an diesem Tag von einem anderen Keiler trotz Weste schwer geschlagen wurde. Nach 1 Stunde folgte dann aber die Meldung, dass der Hund die OP gut überstanden hätte und auch am gleichen Tag noch nach Hause könnte. Egal in welchen Teil wir uns im Treiben befanden, von überall waren Standlaut der Hunde und Schüsse zu vernehmen. Als wir dann in einem Gebiet mit vielen umgefallenen Bäumen unterwegs waren stellten 6 Hunde einen Frischling genau hinter mir. Angekommen erwartete mich ein Knäul aus Hunden und einem klagenden Frischling von dem eigentlich nur das Hinterteil wirklich zu erkennen war. Ein Hundeführer eilte mir zu Hilfe und indem ich den Frischling an den Hinterläufen packte und so weit wie es ging unter seinem Versteck rauszog, konnte der Hundeführer dem Frischling endlich abfange. Mein absolutes Highlight an diesem Tag war aber als wir den Aufbruch Platz erreichten und plötzlich eine kleine Dame vor mir stand und freundlich fragte: Ich habe dich gestern Aufbrechen sehen würdest du mir das zeigen? Es handelte sich hier um die 13 Jährige Tochter des Jagdherren die fleißig mit durchgegangen ist und auch die geschlagenen Hunde mitversorgt hatte. Kaum hatte ich das Wort Ja ausgesprochen ging es auch schon los. 6 Frischlinge haben wir beide an diesem Abend aufgebrochen undes waren weder Berührungsängste noch Eckel von Ihrer Seite vorhanden. Zusammen legten wir dann unsere versorgten Stücke auf den Streckenplatz wo am Ende 24 Stücken Rotwild, 75 Sauen, 11 Stücken Rehwild und 7 Füchse lagen.

3 Tag:

6:00 am Morgen. Die motivierter von uns beiden war eindeutig meine Hündin an diesem Morgen. Aber am Treffpunkt angekommen verschwandt die Müdigkeit und der Muskelkater schlagartig. In den letzten 2 Tagen habe ich viele neue Gesichter kennengelernt und auch viele neue Freundschaften geschlossen. Da die Strecken der letzten 2 Tage viel mehr als nur zufriedenstellend waren, wurde vorsichtig spekuliert was der heutige Tag so bringen sollte. Die Hunde mobilisierten Ihre letzten Kräfte und das Treiben begann. Schnell vielen wieder die ersten Schüsse und auch schnell hörte ich den Standlaut meiner Hündin, natürlich am anderen Ende der Treiberwehr. An meiner Seite ein Herr mit 2 Bracken und keiner Pfeife zum Rufen sondern einem Muschelhorn. Am Anfang war die Begeisterung in der Gruppe groß weil es doch mal was ganz anderes war. Immer wieder vernahm ich den Standlaut meiner Hündin doch immer auf der anderen Seite der Treiberwehr. Irgendwann war meine Neugier dann so groß das ich kurzerhand meinem Begleiter sein Funkgerät abschwatzte und einen befreundeten Hundeführer anfunkte. Und tatsächlich zurück kam:“ Deine Hündin ist hier und hat schon 3 kranke Sauen gestellt“. Als wir Richtung Jungwuchs marschierten wechselten vor uns zwei starke Kronenhirsche aus dem Bestand. Alle Treiber verharrten und genossen den Anblick wie die zwei Hirsche im langsamen Troll an der kompletten Treiberwehr vorbeizogen und immer wieder verharrten. So wurde auch der letzte Tag wieder zu einem tollen Erlebnis. Am Aufbruch Platz erwartete mich dann wieder die Tochter des Jagdherrn und hatte auch schon den ersten Frischling neben sich liegen. 3 Stücken Rotwild, ca. 50 Sauen, 8 Stücken Rehwild und 6 Füchse . Nach diesen 3 tollen Tagen wurden dann im Laufe des Abends noch kräftig gefeiert, weil wann erlebt man schon mal drei Jagden mit so einer tollen Stecke und so tollen Menschen.

Waidmannsheil
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

LauraKatharina

LauraKatharina

Alter: 25 Jahre,
aus Lübeck
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

11.11.2012 15:51 Jaegerbursch
Waidmannsheil, das kann schon ziemlich anstrengend sein, drei Tage am Stück zu jagen - aber das macht doch auch Spaß ...

Die Hunde würden aller Wahrscheinlichkeit auch ohne dich jagen, wenn Frauchen mal keine Lust zur Jagd hat - da bin ich mir sicher
11.11.2012 15:52 LauraKatharina
Jaegerbursch schrieb:
Och die Hunde würden auch ohne dich jagen - da bin ich mir sicher


Solange die noch nicht selbst Autofahren können sind sie noch auf mich angewiesen
11.11.2012 15:54 Jaegerbursch
LauraKatharina schrieb:
Solange die noch nicht selbst Autofahren können sind sie noch auf mich angewiesen


Och wenn sie wissen wo sie hinlaufen müssen ...

Lies mal den alten R. Friess bezüglich der Marschleistung der Hunde ... gut da ist sicherlich das ein oder andere Jägerlatein dabei
11.11.2012 19:44 Abendland
WMH

Um die Jugend war mir noch nie bange - schön, dass es ambitionierte junge Damen gibt, die manch einem jungen männl. Dachs was lehren können.
11.11.2012 20:21 jana91
Sag mal wie lange hat es eigentlich gedauert jedem Schützen seinen Bruch zu überreichen?
12.11.2012 08:49 swinging_elvis
Na das klingt nach Arbeit... Aber auch reichlich Strecke! Waidmannsheil zu solchem Erleben! Wie viele Schützen waren da? Elvis
12.11.2012 13:53 Rapsjaeger
Weidmanns Heil zu den erfolgreichen Jagdtagen - aber irgendwie artet das ja fast in Arbeit aus...
12.11.2012 15:25 swinging_elvis
Na das klingt nach Arbeit... Aber auch reichlich Strecke! Waidmannsheil zu solchem Erleben! Wie viele Schützen waren da? Elvis
12.11.2012 17:00 LauraKatharina
jana91 schrieb:
Sag mal wie lange hat es eigentlich gedauert jedem Schützen seinen Bruch zu überreichen?


Ja Strecke verblasen und Brüche verteilen hat doch ein wenig Zeit in Anspruch genommen :D
12.11.2012 17:02 LauraKatharina
Rapsjaeger schrieb:
Weidmanns Heil zu den erfolgreichen Jagdtagen - aber irgendwie artet das ja fast in Arbeit aus...


Aber wenn dann ist das ganz tolle Arbeit :P Nein natürlich war es anstrengend aber so ne Jagden sind ja auch nicht der Alltag =)
12.11.2012 17:03 LauraKatharina
swinging_elvis schrieb:
Na das klingt nach Arbeit... Aber auch reichlich Strecke! Waidmannsheil zu solchem Erleben! Wie viele Schützen waren da? Elvis


Ja diese Streckenanzahl war auch für mich neu. Kann es nicht ganz genau sagen aber an jedem Tag waren schätz ich zwischen 35-45 Schützen anwesend.
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang