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Die Berge, sie haben mich geru...

Meine erste Gams in Südtirol (1 Eintrag)

Meine erste Gams Ich und der Manni
541 mal angesehen
19.10.2012, 12.37 Uhr

Gamsjagern

Lange musste ich auf die erste Oktoberwoche warten, nicht das ich mich auf meinen 24. Geburtstag gefreut habe – sondern endlich in die Berge zur Jagd zu fahren und eine andere Jagdform kennenzulernen.

Ein Blog hierzu:
[jagderleben.landlive.de]

Doch alles zu seiner Zeit. Vor einem Jahr habe ich mich auf die Suche gemacht nach einer privaten Jagdmöglichkeit bzw. einem Abschuss für eine Gams. Es sollte kein Bock sein, sondern für mich war das Erlebnis wichtig und generell in den Bergen zu jagen. Schließlich kann auch ein Erlebnis eine Trophäe sein an das man sich erinnert wenn man an die Wand blickt. In einem Forum habe ich einen User angeschrieben, der Bilder vom Bergen gepostet hat, ob er jemanden kenne wo man auf Gams jagen kann. Tatsächlich hatte er selber die Möglichkeit in seinem Gemeinschaftlichen Jagdbezirk Gäste zu führen. So kamen wir ins Gespräch und schrieben einige Mails hin und her. Ich hatte so einige Fragen die geklärt werden mussten, bei jeder E-Mail wurde die Vorfreude etwas größer.

Da ich nicht alleine fahren wollte, habe ich in meinem Bekanntenkreis etwas herumgefragt ob noch einer Interesse hatte – leider kam keine präzise Antwort, sodass ich vorerst alleine die Berge erklimmen musste. Mitte des Jahres lernte mein bester Kollege eine neue Freundin kennen, dessen Vater auch Jäger ist. Da mein Kollege etwas gestresst durch den Job ist, lange Arbeitszeiten und Druck seitens der Führung kam mir zuerst Scherzhaft in den Sinn Ihn zu fragen ob er nicht mitkommen will. Er ist kein Jäger, aber isst gerne und ist dem ganzen nicht abgeneigt. Seine Freundin hielt das auch für eine gute Idee und so habe ich Ihn gefragt. Er war sehr angetan von der Idee und hat sofort Urlaub genommen für die Zeit. Die erste Oktoberwoche 2012, ich wollte einmal nicht zuhause sein – keine Anrufe, keine SMS und auch kein Internet.

In der Zwischenzeit habe ich eine 300m Bahn besucht und war schon beeindruckt von der Entfernung, es ist schon echt sehr wichtig eine gute Auflage zu haben und sich absolut vor Augen zu halten, dass es halt nicht mehr 100m sind sondern nun das 3 fache. Wackeln oder Mucken kann dort schon mal schnell ein paar cm sein. Am Ende des Tages bin ich mit einem etwas sicheren Gefühl nach Hause gefahren.

Zwei Wochen bevor es in die Berge ging habe ich noch meinen Jagdführer ein paar wichtige Dinge gefragt zum Ablauf wie auch zur Ausrüstung, denn auf 2000m Höhe sollte man die Addiletten und die Tennissocken zuhause lassen. Auch wollte ich gerne eine Waffe von dort nehmen, da die Jagdführer total fit in Sachen Ballistik sind und Ihre Waffe kennen. Dies klappte auch nur habe ich etwas geschluckt, da ich die Wahl hatte zwischen 2 nicht alltäglichen Kalibern in meiner Heimat „Willst du eine mit einer 7mm Rem. Mag. oder eine .300 Wby. Mag. schießen, die Wby ist etwas gewöhnungsbedürftig“ … nun ja was soll ich sagen ich habe mich für die 7mm Rem. Mag. entschieden und war auch im Nachhinein sehr „glücklich“ damit. Handschuhe und Mütze kamen in den Rucksack – wie auch Kleidung im Zwiebelprinzip und ein paar Bonbons.

Am Tag vorher hab ich mich mit meinem Kollegen und den beiden Alpha Weibchen noch zu einem Essen verabredet wo wir kurz noch die wichtigsten Dinge besprochen haben. Leider kam an diesem Tag auch noch eine Mail, dass das Wetter echt schlecht ist und wir auf jeden Fall Regensachen mitnehmen sollten. Die Gams stehen auch bedingt durch das warme Wetter von 15°C – 20°C sehr weit oben „wenn Ihr gut zu Fuß seid und keine Höhenangst habt, haben wir aber gute Chancen“. Das sollte kein Problem sein, ich als Junge vom Land war laufen gewöhnt, aber ich wusste nicht wie so der Unterschied zwischen Schlackeberge von 150m ist, im Vergleich zu Bergen von 1500m – 2500m und lies mich daher von meiner Kondition überraschen.

Morgens 9 Uhr in Deutschland, in einem kleinen Dorf wollten wir 2 Flachlandtiroler also aufbrechen in Richtung Südtirol. Losgefahren sind wir bei schönstem Wetter (leider haben wir vergessen, das gute Wetter an die Anhängerkupplung zu machen). Kilometer um Kilometer sind wir gefahren, es waren ja gute 900km bis nach Südtirol. So viel gelacht habe ich selten bei einer Autofahrt, wie auch ein paar Gespräche unter 4 Augen geführt – warum man eine ganze Ananas isst oder auch im 1 Gang bei 6000 Touren durch die Innenstadt fährt. Ab der Grenze wurde das Handy für 4 Tage in den Flugzeugmodus versetzt und durfte Urlaub machen, man gewöhnt sich dran nach ein paar Stunden. Schließlich kann man sich auch noch Unterhalten. Das Wetter hat sich ab der Grenze von Österreich etwas geändert, es kam ein bisschen Regen und auch die Wolken zogen sich zu. Dort haben wir auch schon die ersten Fahrkünste von Italienern gesehen, überholen in Serpentinen an durchgezogenen Linien war da das Geringste – andere Länder – andere Sitten.

Als wir in Südtirol angekommen sind waren die Berge Wolkenverhangen, etwas Regen aber für mich kein Grund den Kopf in die Erde zu stecken. Was bringt es auch schlechte Laune deswegen zu haben „Geduld ist die Tugend des Jägers“. Wir wurden sehr freundlich von unserem Führer dem Manni begrüßt. Als kleine Aufmerksamkeit habe ich Fleisch vom Schwarzwild, Kaninchen und Schleppwild von zuhause mitgebracht. Nachdem wir die schöne FeWo bezogen hatten die echt sehr gut gepflegt war ging es zu einem kleinen realen Kennenlernen. Er hat uns die Möglichkeiten erzählt die wir wahrnehmen können, Revierbeschaffenheit und den Ablauf am morgigen Tag. Leider auch die Sache mit dem „heiter bis wolkig“. Aber das Wetter in den Bergen ändert sich ja schlagartig. Dann ging es auch schon ab ins Bett, wer hoch hinaus will muss zeitig aufstehen.

1 Tag Jagd

Früh morgens um 5 Uhr saßen wir am Tisch, gespannt auf das was kommt. Leckeres Brot haben wir gefuttert und auch alsbald ein Lunchpaket bekommen. Die Gastfreundlichkeit war mehr als gut über die Tage als wir da waren. Wir haben dann den 2ten Gamsführer Otto abgeholt – es ist dort Pflicht auf Gams nur mit erfahrenen Führern loszugehen. Otto machte auch kein gutes Gesicht bei der Frage, was er zum Wetter meint. Die beiden haben erst einmal eine kurze Lagebesprechung gemacht und dann ihren Plan vorgelegt. Sie wollten zuerst auf ca. 1500m hoch, in der Hoffnung der Nebel wäre dort nicht so wie unten bzw. würde sich schnell verziehen. Oben angekommen standen wir in einer Nebelsuppe, die dicker hätte nicht sein können. Ich habe auch schnell eingesehen, dass es wenig Sinn macht, denn wenn man nur 20m weit schauen kann bringt es einfach nichts. Also wieder heim und 4 Stunden später wieder hoch in der Hoffnung der Nebel verzieht sich. Während wir am Tisch in der FeWo saßen blickte ich immer wieder hinaus um zu schauen was denn der Nebel macht, aber irgendwie bewegt sich so Nebel sehr langsam – vor allem auch wenn kein Wind ist.

Naja um 10 ging es wieder ins Auto hoch auf die selbe Stelle, jetzt wo es Tag war ging es einigermaßen. Wir haben eine Wand angelaufen wo Otto in der vergangenen Zeit sehr oft einen Sprung Gamswild gesehen hat wo auch ein mir freier Jahrling dabei war – denn auf den sollte es gehen. Also haben wir uns auf dem gegenüberliegenden Hang hingesetzt und gewartet. Ab da sah ich, dass es halt keine Kirrung von 200qm ist auf die man schaut – sondern auf ein paar Hektar. Die beiden packten Ihre Gläser aus und finden an die Landschaft abzuglasen, man hätte meinen können sie bekommen Augenringe vom Glas derart viel haben sie geschaut – ich hab es auch mal versucht aber ich musste feststellen, es ist nicht einfach so eine Gams in der Landschaft zu suchen. Nach 4 Stunden zeigte sich aber auch noch kein Rudel und keine einzige Gams. Otto und Manni fragten schon immer ob ich in der letzten Zeit lieb war oder irgendwas verbrochen hatte – weil es absolut unnormal sei gar nichts zu sehen. Kopfschütteln mit einem Lächeln sah man in Ihren Gesichtern. Auch beim Anstieg weiter in Richtung Berg um zu schauen ob sich da ein bekannter Bock zeigt brachte kein Ergebnis, sodass die beiden festgelegt hatten an eine andere Stelle zu fahren. Selbst beim Autofahren schaute einer der beiden mit dem Glas aus dem Auto und hat sogar noch eine gesehen – beim anhalten und ansprechen mit dem Spektiv stelle sich aber leider heraus, dass es eine Gais war und somit für mich das falsche Stück. Aber ich hatte meine erste Gams gesehen, es gibt sie also wirklich. Nun wollten wir auf die andere Seite des großen Tals, in ein Skigebiet an dessen Hängen auch Gamswild steht. Aufgrund des Wetters war dort wenig Betrieb, bis auf die Kühe. „Ich will ein Bild machen mit einer Kuh die eine Glocke um den Hals hat“, kam es von meinem Kollegen – also zack aus dem Auto Bild gemacht gefreut und weiter nach oben ging es. Wie sollte es auch anders sein, aber wir hatten doch tatsächlich …. Richtig auch NEBEL. Aber es gab auch einen Zirbenschnaps vom Skihüttenbetreiber. Ein bisschen Smalltalk war immer gut und auch interessant, da wir auch uns auch ein bisschen für die Kultur dort unten und das Leben interessiert haben. Wie aus dem nichts zog der Nebel für gefühlte 10 Sekunden von der Wand weg und sofort packten die beiden die Gläser aus und schauten – ich versuchte derweil auch mein Glück. Auch mein Kollege hatte die Spannung am Morgen auch etwas gepackt und wollte immer öfter mein Glas haben zum schauen. Nach 1 Stunde an der Hütte hatte Otto oben in der Wand Gamswild gesehen, einen Bock und ein weiteres Stück das hätte passen können. Aber ein Freund kam wieder, er hieß mit Vornamen NEBEL und war uns schon gut bekannt. Doch wir gingen hinauf auf 2200m Höhe, in der Hoffnung er würde sich für kurzen Ansprech Augenblick verziehen. Auf dem Weg nach oben fragte uns Manni „wisst Ihr eigentlich, dass man nur aus den Blüten den gelben Enzian Schnaps macht“, von uns beiden kam nur eine Antwort „man kann Enzian trinken, wir singen normal immer nur blau blau blüht …“ und schon wieder war die Stimmung besser denn je. Was soll man auch wegen dem Wetter Trübsal blasen.

Oben angekommen kam die Anweisung sich nun still zu verhalten, die Gams hat alle Sinne sehr gut ausgeprägt – sehen wie ein Adler, hören wie eine Eule und laufen wie fast kein anderes Wild. Also ging es im geduckten Gänsemarsch über Findlinge zur Kante wo wir auf die Wand blicken konnten (konnten wenn ER mal nicht da war). Nach der ersten Lageeinschätzung ging es im Schutz des Nebels weiter, wo wir dann auf einem Stein Position bezogen haben. Nach 2 Stunden klarte der Nebel wie aus dem Nichts auf, die Berge zeigten ihre schöne Seite – schroffer Fels und ein klarer See inmitten von Südtirol. Doch wo waren unsere Gams hin, sie waren weg – nun hatten sie dazu auch genug Zeit. Wer weiß, eventuell saßen sie 20m hinter uns und machten sich über uns lustig. Inzwischen hatten wir 18 Uhr und es war langsam etwas spät, also ging es ab ins Tal Otto webringen und dann zum Essen zur Familie von Manni. Wir wurden eingeladen zum Abendessen, die ganze Familie saß mit am Tisch und es gab Gams. Ich war sehr positiv überrascht, vor allem auch vor der 10 Jahre alten Gamsgais, die in keinster Weise zäh war sondern voll und ganz gemundet hat. Hat halt auch Vorteile eine Frau zu haben die Köchin ist. Abend ging es noch ins größere Dorf zu einem Ausklang, die Tochter musste zum Jagdkurs da sind wir mit um ein bisschen Small Talk zu halten. Was auch mal nett ist und war. Abend waren wir dann doch sehr sehr müde und haben um 22 Uhr die Augen geschlossen – ich war müde aber doch froh und um einige Erfahrungen reicher, man lernt nie aus. Heute war nichts mit Schäfchen zählen sondern Gams zählen die durch die Täler springen .

2 Tag Jagd und Geburtstag

Ein Geburtstag, er hätte nicht schöner sein können – bis zu dieser Aussage von mir dauerte es allerdings bis zum Abend.

Als meine Augen geöffnet, um 5 Uhr morgens zum Fenster blickten sah es schon etwas besser aus mit dem Wetter, dachte ich mir. Doch wer 45 Jahre hier wohnt wird mehr dazu sagen können. Also auf auf zur Jagd und dasselbe wie gestern Frühstück, Lunchpaket und den Otto abgeholt – der nun eine kleine Hoffnung hatte mit dem Wetter. Der Nebel war nicht mehr so dick und auch nicht mehr so viel wie am Vortag. Nun wollten wir hoch hinaus und es ging auf 2500m hoch auf einen Kamm wo wir in ein Tal und mehrere Bergrücken schauen konnten. Auf dem Weg dorthin flog noch ein Birkhahn ab. Immer näher angekommen an die Stelle (es war noch dunkel, aber die Sonne kämpfte sich langsam aus dem Schlaf) sollten wir leiser sein und ruhig verhalten. Die Aussicht von oben war Atemberaubend, dort habe ich mich ein wenig in die Bergjagd verliebt. An Stellen zu sein weitab jeglicher Wege Städten und der modernen Zivilisation. Otto hatte auch schon Gamswild erspäht, nun mussten wir wieder warten ob es auch ein Rudel dabei gab wo ein passender Jahrling war. Es war auch mal nett mit anzuschauen spielende Kitze, die wie Pflummis über die Abhänge sind – ohne Rücksicht auf Verluste. 2 Gamsböcke rannten 50m an uns runter. Nach 2 Stunden zeigte sich auf einem Gipfel 500m von uns weg ein Jahrling, leider in einer Position der einen langen Fußmarsch über Felsen gebraucht hätte, sodass sich die beiden dagegen entschieden haben. Sie haben überlegt was nun am besten wäre. Otto meinte auch, dass es zum Nachmittag gutes Wetter geben wird. Wir wollten nochmal ins Tal wo wir gestern zuerst waren und schon am Anfang vom Tal sahen wir den ersten Sprung von 4 Stück aber wie sollte es sein, wieder kein Jahrling. „Du musst doch irgendwas gemacht haben, das kann doch nicht sein das wir so wenig sehen das ist das erste mal für mich“ kam es von Otto. Von mir nur ein Schulterzucken und ein kleines Lächeln. Weiter reingelaufen im Tal stand noch mehr Gamswild, gestern nichts gewesen und heute dagegen schon 10 Stücke. Leider nichts passendes, aber hier hat man auch mal gesehen wo das Gamswild überall laufen kann, auch eine alte Gamsgais war dabei. Hohe Krucken und ein wachsames Haupt, die im Schutz der Zirben stand. Also auch hier etwas gewartet bis es dann zum Mittag ging. Nachmittags wollten wir noch einmal nach den 2 Stücken am anderen Berg schauen. Um 15 Uhr ging es dann wieder hoch. Da noch sehr viel Betrieb war ging es zuerst auf eine Hütte von aus wir die Wand sehen konnten. Auch meinen Humor hatte ich bis dahin nicht verloren und so lachten Otto und Manni über meine Witze und Sprüche die ich so brachte, von winkenden Gämsen auf Skiern die an uns vorbeifahren etc..

Gegen 16 Uhr wurde es weniger an Wanderern und die beiden erhöhten ihre Frequenz die Wand abzuglasen bis auch dann die erste Gams austrat, aber beim ansprechen per Spektiv wieder ein Bock. Auch nach einer Stunde trat nichts aus, sodass wir zu einer erhöhten Position gefahren sind von der wir weiter hoch schauen konnten, auch um den See herum. Inzwischen schrieben wir eine Uhrzeit von 17.30 Uhr – doch man sollte alles positiv sehen schließlich sind es ja noch 1,5 Stunden bis man nichts mehr sieht. Ich habe mir auch gedacht, wenn es nicht klappen sollte komm ich halt im nächsten Jahr wieder – ich habe nette Leute kennengelernt, viel gelernt und eine schöne aktive Pirsch gehabt.

Aber es kam noch, das aaaaber … das aber ich sehe noch eine Gams die bei der anderen steht. „Manni sagte, sie könnten noch nicht genau ansprechen, weil sie in den Zirben steht“, ich sollte noch eben zum See gehen und ein Foto machen, bis dahin wüssten sie mir. Der Selbstauslöser war grade vorbereitet und hatte ausgelöst als ein Pfiff kam. Mein Herzschlag erhöhte sich um das doppelte, als er vom klettern eh schon war. Ein Lächeln kam auf mein Gesicht und es begann der Hürdenlauf über die Felsen zum Auto. Kurze Ansprache wie es ablaufen sollte und auch mein Kollege war gespannt – er wurde auf die Kamera eingewiesen Bilder Bilder und nochmal Bilder zu machen. Unten angekommen sind wir aus dem Auto raus und haben das K95 auf einem Stein hingelegt – ich lag halb auf dem Stein und stand auf dem Boden. Etwas unbequem aber es passte. Es kamen die Stunden, ja es kam mir wie Stunden vor bis die Gams endlich austrat. Ich sollte Blatt anhalten, es aber auch sein kann, dass er umschwenkt auf Hochblatt je nachdem wo sie rauskam. „Hochblatt …“ hieß es aus seinem Mund und sie stand da. Entfernung wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht aber die Gams war sehr klein. Ich musste mich erstmal über die Atmung etwas runter regeln. Es war der Moment gekommen als der Finger den Abzug leicht durchzog und das Nosler Accubond sich auf den Weg machte und das Ziel fand. Doch ich sah sie nicht mehr, bei einem Blick zum Manni sagte er, dass es gepasst hat und sie liegt. Ich war überglücklich und fragte nach der Entfernung – joar es waren 290m im Winkel von 40° nach oben ... mir kam es nicht so weit vor aber okay. Der Entfernungsmesser wird es besser wissen. Also ging es auf mit meinem Kollegen die Gams holen, getrieben vom Adrenalin kann man schon sehr schnell den Berg hoch, er musste nach Luft schnappen und kam etwas hinterher. Dann stand ich vor meiner ersten Gams und war glücklich über mein Geburtstagsgeschenk. Als ich unten war hatte ich Blut auf der Hand, „Manni guck mal an seine Stirn … hahahah“, da war er der erste „Magnum Kiss“ es wird eine schöne Erinnerung an der Stirn bleiben. Bilder unten gemacht, dann eben versorgt und ab zur FeWo. Wir hatten noch einen tollen Abend, ich dankte Otto und wünschte Ihm auch noch Waidmannsheil, denn Ihre Zeit kam erst noch –
die Gamsbrunft und der Schnee. Otto hatte Recht, es war ein wunderbarer Nachmittag.

Am nächsten Tag ging es wieder heim, mit tollen Erfahrungen, neuen Bekannten und der Hoffnung im nächsten Jahr wieder hinzufahren. Es ist eine Klasse aktive Jagd in den Bergen. Das abglasen, bis hin zur Anstrengung. Leider immer ein weiter Weg, der sich aber lohnt. Meinem Kollegen hat es sehr gut gefallen, er freute sich mit mir und wer weiß. Eventuell wird er auch vom Sammler zum Jäger, es gibt auch anderes als immer auf dem Hochsitz auf eine Kirrung zu starren – was bei Schnee auch mal toll ist. Alles hat so geklappt wie ich es mir gedacht bzw. gewünscht habe. Die Gams hat noch 2 Tage zuhause in der Kühlung verbracht bis ich sie zerwirkt habe und mich auf den Braten freue.
Auch wenn es nur ein Jahrling ist, er wird neben das Trägerpräparat des Frischling kommen. Es hängen dann halt keine 2000€ an der Wand, sondern eine tolle Erinnerung an meinen 24. Geburtstag.
Ich kann es jedem raten, diese Jagd einmal auszuprobieren soweit einem das möglich ist 
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Kommentare

20.10.2012 10:28 fj
waidmannsheil! hat mir gut gefallen, deine erzählung...... und um das erlebnis beneide ich dich fast ein wenig.....

gruss

fj
21.10.2012 00:28 Stalker
Ja so kann es gehen, kaum hat man das echte Jagern kennen gelernt, ist man auch schon infiziert und will mehr.

Waidmannsheil - weiter so.
22.10.2012 10:32 erdbeerfalke
Weidmannsheil! Ist schon ein Erlebis die Bergjagd. Meine erste Gams konnte ich im vergangenen Jahe auch bei einem "Otto" zur Strecke bringen.

Weidmannsheil fürs nächste mal.
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