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Aus Jungaltjägers Jagdtagen

Jäger erzählen nur wahre Geschichten (18 Einträge)

660 mal angesehen
04.10.2012, 12.02 Uhr

Maisjagt, immer spannend

Die Sonne meint es noch gut an diesem Spätsommerabend. Ich sitze am Mais, der , begrenzt durch drei Landstraßen und ein kleines Waldstück, still übermannshoch in der Abendsonne steht. Schussschneisen sind leider Fehlanzeige, da Wildschaden eher in Kauf genommen wird als eine „masselose“ Anlieferung zur Biogasanlage. So bin ich darauf angewiesen, dass im Sichtbereich des Feldrains hier oder da mal ein Schwarzkittel das Gebrech heraussteckt oder gar zu nahe gelegenen Graben wechselt um ein erfrischendes Schlammbad zu nehmen. Vor einigen Tagen ist dies einem Überläuferkeiler zum Schicksal geworden als ihn meine Kugel erreichte.
Heute aber Ruhe. Blutrot senkt sich die Sonne über die Linden, die als Alle die Straße säumen, durch wuchert durch allerlei Buschzeug, das mich veranlasste hier und da einen Pirschsteig zur Ackerkante freizuschneiden um wenigstens tief am Boden den Feldrand einzusehen.
Es dämmert und langsam schiebt sich hinter mir dunkelgelb der Vollmond über den Horizont. Dir Nacht wird wird und sternenklar sein und so wird die trübe Sommerfunzel gerade so ausreichend Mondlicht auf den Acker schicken, dass Sauen sicher anzusprechen sind.
Die Vögel stellen langsam ihr Gezwitscher ein aber vom nahen Dorf her tönen Fetzen von Tanzmusik herüber. Irgendetwas wird auf den Dörfern herum in dieser Zeit immer gefeiert, vom einfachen unbenannten Dorffest bis zu einer Königin für mehr oder minderBerühmtes.
Es wird dunkler aber das Doppelglas hilft mir beim „Ableuchten“ des Schlages.
Da war doch was, nochmal hinschauen, ja, da bewegt sich der Mais. Nochmal hingeschaut,….ja, Bewegung. Eine Rotte ist es nicht, dazu ist der Bereich zu klein. ---- „Der Keiler,“ denke ich. Schon öfter wurde er gesehen, aber nie zur Strecke gebracht und in der Jägerschaft ringsum geistert der Superkeiler über alle Stammtische.
„ Wenn er dort ist wechselt er bestimmt über die Straße in den angrenzenden dichten Bestand, „ überlege ich. Also abbaumen und angehen aber es wird nicht leicht werden. Erst nach links 200m am Acker entlang und dann nach rechts nochmal knapp 400m die Straße längs bis zu einer Leiter, die knapp 50 m von der Stelle entfernt steht. Wenn er nicht aus dem Mais kommt kann ich von dort aus vielleicht hineinsehen.
Also pirsche ich los. Es wird dunkler und eine kleine Wolke schiebt sich über den Mond. Auf der Teerstraße ist es nun dunkel wie im ………… „ Sch……“ das auch noch fluche ich in mich hinein und der frisch gestreute Split mit seinem leichten Knirschen unter den Stiefeln macht mich auch nicht gerade glücklicher.
„Langsam, ganz langsam, der Mond kommt wieder….“ Rede ich mit zu und rechne mir aus, dass ich den Keiler nur sehr spät beschießen kann, wenn er kurz vor dem Bestand am Einwechseln ist. Ein Schuss parallel die Straße entlang wird mir zu gefährlich. Langsam nähere ich mich besagter Leiter und vernehme deutlich das Rascheln im Mais. „Noch ist er da, langsam“ Der Pirschsteig zur Leiter ist gleich erreicht. Plötzlich Ruhe. „Hat er mich mit ?, Hab ich nicht Blasen gehört?“ Ich verhoffe ebenfalls. Da, wieder rascheln. Langsam schiebe ich mich näher, aber der Mond versteckt sich erneut. Fast übervorsichtig, noch ein paar Zweige sachte beiseite schiebend, schleiche ich mich durch die Büsche zur Leiter. Wieder Rascheln. „Doch ne Rotte“ denke ich und da sehe ich sie………..
2 Fahrräder am Fuße der Leiter, eines für Damen, eines für Herren.
„ Schöner Abend, denke ich“ und ich erinnere mich“ im Mais war ich in meiner Jugend nie, wer tut denn so etwas?????.“ Den ganzen Rückweg, wieder die Tanzmusik im Ohr, komme ich nicht darüber hinweg, „ im Mais????? Nein das hast du früher nie gemacht, wenn du vom Schwoof gekommen bist.“


p.s. In meiner Heimat gab es überwiegend Getreidefelder.


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Jungaltjaeger

Jungaltjaeger

Alter: 73 Jahre,
aus der Prignitz
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Kommentare

04.10.2012 12:21 Hirschmann


Deutschland heute ist bekloppt,
da wird sogar im Mais ge...



Danke für die köstlich amüsante Geschichte!
04.10.2012 17:13 Hunter123
Hätte mich schon interessiert, wie schwer der keiler gewesen wäre..:D
naja. Es war spannend..;)
wmh Hunter123
04.10.2012 17:34 esau
Getreidefeld ist aber auch nicht immer das Wahre.
Ich zog mich,frisch verliebt,mit meiner ehemaligen Verlobten ,in ein Solches zurück.
Wir hatten aber nicht an den Agrarflieger gedacht, der uns Dünger auf den Allerwertesten pflasterte (hat was von Schrotschuss ).
Wir schützten uns dann mit der mitgeführten Decke.
Wir sind nun lange verheiratet und haben zwei Kinder,wovon eines bald ähnlichen "Unsinn" machen könnte.
05.10.2012 07:36 kirrdoedel
Hirschmann schrieb:


Deutschland heute ist bekloppt,
da wird sogar im Mais ge...



Danke für die köstlich amüsante Geschichte!

Dem kann ich mich nur anschließen ...

Ich hatte kürzlich Bilder auf der Cam., wo sich 2 direkt im Matschloch auf der Kirrung vergnügten ... ... na ja - so ne Fango-Packung soll ja gesund sein ...
05.10.2012 07:47 Hirschmann
Der Begriff "Popcorn" bekommt durch die Story eine ganz andere Dimension
05.10.2012 08:10 kirrdoedel
Hirschmann schrieb:
Der Begriff "Popcorn" bekommt durch die Story eine ganz andere Dimension

... ich hätte ja auch schreiben können:
da stocherten 2 im Matsch ...
05.10.2012 21:15 PPJaeger
Herrlich,
Jagd vermittelt immer wieder neue Erkenntnisse doch ich denke da war es in den Rheinwiesen um einiges bequemer
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