Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
1. Rothirsch
1107 mal angesehen
03.09.2012, 22.40 Uhr

Die etwas andere Entenjagd

Seit gut einer Woche stand fest, dass am Samstag, den 1.9 ab Nachmittag eine kleine Entenjagd stattfinden sollte, die nach dem Abendessen mit dem viel versprechenden und aufregenden Einfall am Abend enden sollte .“Endlich wieder Entenjagd!“, dachte ich mir und freute mich schon die ganze Woche darauf, vielleicht wieder ein par von dem begehrten Federwild strecken zu dürfen.

So war der Plan und wir fuhren nun gegen 16 Uhr am Samstag gut gelaunt ins 10 km entfernte Nachbardorf.
Nach kurzer Begrüßung und Plausch mit dem Pächter ging es dann Richtung Wald, Wasser und Schilf. Ein Zusammenspiel, was ein passioniertes Jägerherz doch gleich höher schlagen lässt.
Nach kurzer Fahrt auf Feld- und Waldweg erreichten wir unseren Treffpunkt und meine Augen erfreuten sich am Anblick eines größeren Teiches, umgeben von viel Schilf und sich dahinter angrenzendem Wald. In mitten des Teiches befanden sich drei kleinere Inseln, auf den ein par Bäume gewachsen sind, umgeben von einem schmalen Schilfgürtel.
Unser Treffpunkt war direkt an der Fischgrube, wo sich auch ein kleines Häuschen befand, welches bestimmt schon den einen oder anderen Jägerabend ausgiebig schildern könnte.
Die ersten Enten wurden auch schon ausgemacht und sie schnatterten laut vor sich hin, was schon auf eine erfolgreiche Entenjagd schließen ließe.
Jetzt galt es aber erstmal einen Plan zu schmieden mit all den Beteiligten.
Um mich rum standen der Pächter, ein guter Jagdfreund mit Frau, den beiden Kindern und sein noch junger, gut ausgebildeter DD-Rüde, ein Jagdhelfer und natürlich mein kleiner Bruder, in dem schon mit fast 9 Jahren ein passioniertes Jägerherz schlägt.
Da standen wir also zusammen und vernahmen die Worte des Pächters.
Bevor es den Enten an den Kragen gehen sollte, wollte er kurz noch mal den Jagdhelfer über die Inseln gehen lassen, da er dort Sauen vermutete oder eventuell sogar Rotwild, welches sich gern dahin zurückzieht.
Rotwild war alles gesetzlich freie Wild zum Abschuss freigegeben und nach dieser Ansprache hatte ich doch etwas Bluthochdruck.
Rotwild…..Rotwild schoss es mir durch den Kopf, noch nie habe ich wirklich Rotwild in Anblick gehabt. So war es doch gut, dass ich noch die Brenneke eingepackt habe. Kurze Augenblicke später jedoch sammelte ich mich wieder und verdrang den Gedanken Sauen bzw. Rotwild überhaupt in Anblick zu bekommen. Was soll auf den drei kleinen Inseln schon sein…
Nach kurzer Besprechung der Anstellung um den Teich ging es dann los. Der Pächter fuhr mit den Kindern an der Schilfkante Richtung Inseln mit einem kleinen Boot.
Zu 3. fuhren wir mit dem Auto ein Stück zurück und verteilten uns um das Schilf herum an die bekannten Wechsel.
Auf dem Weg dahin, passierten wir einen kleinen Teich mit mehr Schilf als Wasser und sahen mindestens 20 Enten nur auf der Wasserfläche.
Hier können wir wohl in 30 Minuten gleich anfangen, philosophierten wir so vor uns hin.
Zunächst jedoch wurde mir eine kleine Halbinsel zugewiesen, die durch einen Graben vom Damm abgetrennt war. Er war nur mit der Gummihose bezwingbar und ich trottete durch den Graben in Richtung Spitze der Halbinsel.
Da stand ich also mit perfekten und doch etwas verdeckten Blick auf die vor mir liegenden drei Inseln und harrte der Dinge, die da auf mich zukommen würden.
Doch jetzt galt es erstmal die Wathose auf halbe Höhe runter zulassen, damit ich nach dem Marsch mit meiner Jagdhose unter der Wathose etwas ausdunsten konnte, was dann doch sehr erleichternd war.
Die Lage war ausgemacht, Jacke mit Patronengürtel abgelegt und nun wurde erstmal der Wind geprüft!
Er passt natürlich und im gleichen Moment sah ich den Jagdhelfer die erste Insel erreichen.
Immer wieder spiele ich mit dem Gedanken gleich auf größeres Wild zu treffen, doch anstatt mich dieser Illusion hinzugeben beobachtete ich lieber den Jagdhelfer, wie er schwitzend über die Inseln kroch.
Als er in Richtung dritte Insel stapfte vernahm ich auf dieser jedoch eine Bewegung!
Was war das??????
Ich traute meinen Augen nicht und wie in Trance verfallen, sprach ich einen Rothirsch an.
Ja ein Rothirsch, ich konnte es gar nicht glauben, was für ein Bursche dachte ich mir und im gleichen Moment erfasste den Hirsch die Scheu vor dem Mensch und er eilte zur Flucht.
Wie zur Salzsäule erstarrt realisierte ich nach tiefem Schlucken, wie der Hirsch seine Fluchtfährte in meine Richtung setzte. Der faszinierende, beeindruckende Moment entwickelte sich aber schnell in eine ernste Lage und der Jäger wollte Beute machen. Noch während dieses Gedankens rannte ich los, da der Hirsch 100 m weiter Richtung Graben wechselte. Die Gummihose halb verlierend und vorwärts stolpernd mit der Flinte doch sicher in der Hand kam ich zum stehen und erwartete das beeindruckende Tier.
Er kam in weiten Fluchten durch den Teich gewechselt und das hüfthohe Wasser schien ihn nicht annähernd daran zu hindern.
Das Schilf 10 Meter vor mir prasselte und ich bekam den Eissprossenzehner in seiner vollen Pracht in Anblick.
Dieser vernahm mich jedoch, dreht schräg ab in Richtung Wald und wollte die nächste Schilfkaupe annehmen.
Wie automatisch den Hirsch über die Schiene erfasst, ließ ich fliegen und die Brenneke erfasste ihr Ziel hoch am Träger.
Das majestätische Stück Rotwild riss es im Feuer von den Läufen und es verendete noch fast am Anschuss mit einem kurzen Schlägeln.
Ich rief nur laut:“ Ich hab ihn, ich habe ihn!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ und ein lautes Waidmannsheil hallte über das Schilf von meinem Jagdfreund!
Ich war fassungslos und konnte es nicht glauben.
Adrenalin durchschoss meinen Körper und mir blieb der Atem stehen.
Noch heute fehlen mir die Worte, wie ich dieses Gefühl auch nur annähernd beschreiben könnte, keine Worte können diese Verfassung annähernd gut beschreiben.
Am bereits verendeten Stück angekommen, riss es auch mich von den Läufen und ich kniete vor meinem ersten Rothirsch.
Vor mir beobachtete ich, mit vollstem Respekt vor dieser Kreatur, wie das letzte Fünkchen Leben den massigen Wildkörper verließ.
Ja ich glaube in diesem Augenblick habe ich gespürt, wie Diana ganz nah bei mir war.
Ich gebe zu, ich hab kurz an der Realität gezweifelt, doch als mir der Jagdhelfer auf die Schulter klopfte und mir ein Waidmannsheil aussprach, war ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt und ja, der Hirsch lag immer noch an Ort und Stelle und zerplatzte nicht vor mir in einer Seifenblase.
Was für ein Anblick und mein Herz hörte gar nicht auf gegen meine Rippen zu hämmern.
Es war, als ob die Zeit stehen geblieben sei und meine vollste Aufmerksamkeit galt dem Hirsch.
Meine Umwelt nahm ich nur bedingt war und der Tunnelblick galt meiner Beute.
War das der schönste Augenblick meines 2,5 jährigen Jungjägerdaseins ?!
Vielleicht war er das ja, doch auf jeden Fall einer der schönsten und aufregendsten Momente überhaupt in meinem Leben.
So, genug der Gefühlsduselei…. Jetzt galt es den Hirsch zu bergen, was sich als eine kleine Herausforderung herausstellte aufgrund der beachtlichen Masse.
Der Pächter kam mit dem Boot durch das Schilf gefahren und landete unmittelbar vor dem Hirsch am Ufer der Halbinsel.
Auch er wünschte mir freudestrahlend ein Waidmannsheil.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Aufbrechen aufgrund der recht ungewohnten Größe dieses Tieres für mich, war die rote Arbeit jedoch zügig beendet.
Aus rund 200 Kg Lebendgewicht wurden so 162 kg Wildbretgewicht, was die Angelegenheit etwas vereinfachte.
Unser Kollos wurde also aufgeladen und in Richtung Fischgrube auf dem Wasser geborgen.
Was für ein Bild das wohl vom Ufer gewesen sein muss.
Diese Szene könnte auch ein Ausschnitt eines Jagdfilms sein, welcher in Ungarn oder Polen gedreht wurde, doch das war mein ganz persönlicher Film, eine wahnsinnig beeindruckende und atemberaubende Szene aus meinem ganz persönlichen Jägerleben.
Am Fischerhäuschen angekommen wurde mein Feisthirsch von allen beäugt und mir gönnend zugesprochen.
Von allen erhielt ich mehrmals ein kräftiges Waidmannsheil und von mein Bruder wurde ich gar nicht mehr los gelassen, so sehr hing er mir um den Hals und auch er wünschte mir stolz ein kräftiges Waidmannsheil.
Jetzt folgte dass übliche Prozedere eines solchen einmaligen Ereignisses.
Die Kolonne machte sich auf den Heimweg und es wurde auf mein ganz besonderes Waidmannsheil angestoßen und ein Horrido angestimmt.
Erste Altersschätzungen wurden gemacht und wir einigten uns dann im Laufe des Abends auf 7-8 Jahre.
Nach anschließendem Abendbrot ging es dann zum altbekannten Tottrinken über, was sich bis in die späten Abendstunden hinzog und ein Abend eigentlich nicht annähernd ausreichend ist für solch ein beeindruckendes Lebewesen.
Was für ein Erlebnis und noch heute gehen mir die Bilder des Erlebten durch den Kopf und ich sehe noch jetzt den Hirsch über das Wasser stolz flüchten und ihn dann wenige Meter vor mir gestreckt liegen.
Auch in Zukunft werde ich noch gern die Augen schließen und mein Erlebtes revue passieren lassen.

Ein Horrido, ein Horrido, ein Waidmannsheil!!!
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

Mannlicher90

Mannlicher90

Alter: 27 Jahre,
aus dem Wald
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

03.09.2012 22:40 Mannlicher90
Bilder folgen!
04.09.2012 01:50 kopovx2
Waidmannsheil
04.09.2012 06:40 WiednerDerSteirer

...kräftiges WH ... wunderbare Geschichte.... das ist jagen ... wo vieles ganz unerwartet geschiet!
04.09.2012 07:29 Krico700
Weidmannsheil zum Hirsch...was für ein Erlebnis...Horrido......
04.09.2012 11:28 Rapsjaeger
Weidmanns Heil zum Hirsch!

Rapsjaeger
04.09.2012 18:31 Remmi
Waidmannsheil
da hast du die Gunst Dianas aber gut genutzt
04.09.2012 19:10 ueberlaeufer87
Dickes wmh! Ich hoffe wir bekommen noch ein Bild :)
04.09.2012 19:39 Waldemse
Schöne Geschichte und für Deinen ersten Hirsch ein 3faches Horrido und Waidmannsheil.
Waldemse
04.09.2012 21:30 Jagdperle
Weidmannsheil zu Deinen 1. Hirschen, den vergisste Dein Lebenlang nicht.
Und die Geschichte ist echt toll geschrieben.
Wachtelheil
Jagdperle
04.09.2012 21:49 Tommy111
ja so ein Entenhirsch is schon was tolles

WMH
04.09.2012 22:11 Shadowsniper
Waidmannsheil
05.09.2012 00:00 tirolerfan
Horrido und Waidmannsheil
05.09.2012 07:13 pfeiffer
Ein kräftiges Weidmannsheil aus Österreich!!! Freut mich echt das es immer wieder auch noch Jäger gibt die die Jagd noch so erleben und geniesen können. DAS ist Jagd und nicht Beute machen und den Schädling reduzieren! Weiter so !!!
05.09.2012 11:34 Hirschmann
Ein kräftiges "Weidmannsheil"!
"Dicke Enten" habt ihr da in Bautzen! Unsere paar "Federviecher" lassen wir lieber leben und gehen auf den "Hirschstrich"
05.09.2012 17:09 Luis00
Weidmannsheil zu deinen 1 Hirsch.
Und super geschrieben.

Wmh.
06.09.2012 08:42 Sauhund
Auch von mir Waidmannsheil!
Und auch Gratulation zu der echt gute geschrieben Geschichte ist gut zu lesen und man hat das Gefühl dabei zu sein
06.09.2012 11:34 Dorschkoenig
WMH
07.09.2012 15:57 trallalla
ein fettes Waidmannsheil!!!!
toll und lebhaft geschrieben, ein Ereignis was Du nie vergessen wirst!!!
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang