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Neugierig

(1 Eintrag)

~60 Kg
637 mal angesehen
15.08.2012, 19.58 Uhr

Neugierig

Fr. 27.072012

Es ist endlich Hochsommer, der Raps reif und fertig zur Ernte. Am Maisschlag bieten sich nun ganz andere Möglichkeiten der Schwarzwildbejagung, wenn zumindest eine Maiskante frei sichtbar ist. Ich sollte mich an diesen Abend weit weg von dem eigentlichen Schauplatz ansetzen, um die Schweine beim nächtlichen Zug über den frisch abgeernteten Rapsschlag vor ihren Wechsel in den schützenden Wald abzufangen. Widerwillig sagte ich zu und bestieg eine Kanzel, die 400 Meter vom eigentlichen Mais entfernt stand. Ich öffnete die Tür und vernahm ein mehrfaches „Brummmmm“. Autsch!!! Schon hatte mich die erste erwischt. Ich raste die Kanzel herunter, musste aufpassen nicht zu fallen. Unten angekommen zückte ich gleich mein Handy: „Da ist ein Wespennest im Hochstand! Kann ich mich nicht einfach unmittelbar hinter der Straße an den Schlag setzen?“ Ich dürfte, holte schnell Stuhl und Schießstock und saß eine halbe Stunde später direkt am Schlag, also genau dort, wo ich hinwollte :). Ich saß vielleicht eine halbe Stunde, als 6 Meter vor mir ein Waschbär aus den Mais trat und sich auf seine Hinterläufe stellte. Um ihn herum wuselten zwei Welpen. Alle drei kamen auf mich zu ohne halt zu machen. Auf einmal saßen sie unter meinen Stuhl und ich fragte mich was das soll. Die Fähe verließ als erste wieder den neugierigen Ort, ihre Jungen folgten mit einiger Verspätung. Ich saß lange an. Erst als der Halbmond schon wieder verschwunden war, kamen die schwarzen Klumpen auf den Acker. Sie waren nur noch mit ganz viel Konzentration auszumachen. Es muss um 23.50 Uhr gewesen sein. Anpirschen war unmöglich, da die Rapsstoppeln unüberhörbare Hindernisse darstellten. Um 00.30 verließ ich den Schlag, mit der Absicht am nächsten Abend wieder zu kommen.

Sa. 28.07.2012

Diesmal bezog ich meinen Stand ca. 100 Meter weiter in der Feldmitte und setzte mich direkt an die Kante um optimal geschützt zu sein. Neben einer Ricke mit Kitzen beobachtete ich einen paarungswilligen Bock. Ich sicherte verstärkt die längere Maiskante zu meiner linken ab und vergaß komplett die restlichen 100 Meter zur Straße. Auf einmal vernahm ich ein Schnaufen und genau in diesen Bereich stand 40 Meter entfernt eine gröbere Sau (22.45 Uhr). Ich glaste sie ab, um mich über ihre Größe zu vergewissern, nutze die Zeit aber nicht um meine Waffe auf die rechte Seite zu bewegen. Überläufer oder 2-Jährig war meine Annahme. Sie zog auf mich zu und äugte stetig in meine Richtung, keine Chance meine Waffe in den Anschlag zu bringen. Sie machte einen Bogen um mich. Auf einmal ein „Wuff“ wenige Meter hinter mir im Mais. Die Sau verstand, augenblicklich stürmte sie zurück in den grünen Dschungel. Betrübt zog ich von dannen, nicht ohne bereits einen dritten Versuch am folgenden Abend zu planen.

So. 29.07.2012

Den ganzen Tag war ich schon am grübeln, wo ich mich nun ansetzen sollte. Wieder direkt an die Straße oder noch weiter in die Mitte der Feldes? Die Frage sollte sich später in Luft auflösen. Eine andere Frage die mich quälte war, wann es denn rausgehen sollte. Es hatte am morgen 25 Liter geregnet, war diesig und kühler als die Tage zuvor. Ich entschied mich wieder gegen 21.00 Uhr anzusitzen. Diesmal benutzte ich zu Fuß die Bundesstraße um zum Mais zu gelangen. Als ich gegen 21.20 näher kam, sah ich die Schweine bereits aus den Mais wechselten, ca. 70 Meter von der Straße entfernt. Ich ging ein Stück den Straßendamm hinunter. Sicher geschützt durch genügend Astwerk konnte ich beobachten wie Frischlinge und gröbere Sauen weiter aufs Feld zogen. Während ich mich einrichtete vernahm ich mehrmals Knackgeräusche aus dem Mais. Als ich eine sichere Schussposition bezogen hatte, war die Rotte schon zu weit entfernt und hinter einer Bodenwelle teilweise verdeckt. Nun war guter Rat teuer. Sollte ich noch ein Stück die Straße entlang Richtung Rotte um die Distanz zu verringern, oder lieber noch auf das warten, was da im Mais steckte? Ich wartete.... Und die Rechnung ging auf: nur vielleicht 5 Minuten später sah ich ein größeres Schwein einzeln auf die Rapsstoppeln ziehen. Diesmal riskierte ich nur einen kurzen Blick durchs Glas, nahm die Waffe und legte sie auf den Schießstock. Ich zog mit und kam ins Grübeln. Vielleicht doch Führend? Vielleicht doch ein bisschen zu groß? Es ist einzeln und mittel groß, redete ich mir ein. Also warte ich, bis die Sau zum Stehen kam. Einen Moment später erfasste die Kugel die Sau. Sie fiel in sich zusammen und fing an zu klagen. Ich machte mich auf die Beine, rannte hin und fing sie mit dem Messer ab, um den Sterbevorgang zu beschleunigen. Ich hatte eine mehrjährige Bache gestreckt. Als mein Jagdherr eintraf war seine erste Äußerung „Puh, janz schöner Brocken“. Er schaute sich die Spinne an. Das Schwein war nicht führend. Auch erklärte er mir, dass führende Schweine immer noch Schwarz wären, unführende Bachen ihren Fellwechsel schon längs vollzogen hätten und wie diese silbrig erscheinen. Nach einem kräftigen Weidmanns Heil beendeten wir die rote Arbeit.
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singlemalt

singlemalt

Alter: 32 Jahre,
aus Potsdam
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Kommentare

15.08.2012 20:09 BigAnimalCinema
Waidmannsheil zur Sau
Die eine Zeile hatte mich etwas verwundert 2 jährig oder Überläufer?? Eine 2 jährige Sau ist ein Überläufer.
Wenn man sich nicht sicher ist lieber einmal den Finger gerade lassen !!!!!
Zur Weisheit vom Jagherrn kann ich nur schmunzeln
Jeden Abend Sauen die Waschbären unterm Stuhl mensch noch mal bei euch ist was los und ich sitz mir 50-60 Stunden den Arsch platt bis ich eine in Anblick hab
15.08.2012 20:38 singlemalt
BigAnimalCinema schrieb:
Waidmannsheil zur Sau
Die eine Zeile hatte mich etwas verwundert 2 jährig oder Überläufer?? Eine 2 jährige Sau ist ein Überläufer.
Wenn man sich nicht sicher ist lieber einmal den Finger gerade lassen !!!!!
Zur Weisheit vom Jagherrn kann ich nur schmunzeln
Jeden Abend Sauen die Waschbären unterm Stuhl mensch noch mal bei euch ist was los und ich sitz mir 50-60 Stunden den Arsch platt bis ich eine in Anblick hab

Waidmannsdank
Hast recht, 2 jährig ist noch ein Überläufer. Meinte eigentlich, ob sie vielleicht schon im 3 Lebensjahr war. Ich bin auch der Auffassung nicht nur Frischlinge zu strecken, auch wenn diese sich wesentlich besser vermarkten lassen. Zum Anblick: der Maisschlag ist der einzige in der unmittelbaren Umgebung und von Wald umgeben.
16.08.2012 07:55 Krico700
WMH zu Sau...schöne Geschichte.....
16.08.2012 14:55 swinging_elvis
Waidmannsheil zur Sau. Ist oft nicht einfach mit dem Ansprechen, gerade in der Nacht.
Mach ma aus dem Junggel ein Dschungel
Roq, el
19.08.2012 20:26 niko140292
schöne geschichte!, wmh !
27.08.2012 21:26 singlemalt
@Kiro700: wmd!
@ swinging_elvis
done, wmd! danke für dein gutes Auge :). mit dem ansprechen breuch ich einfach noch mehr übung.
@niko140292: ein großes wmd!!
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