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Rotwildbrunft in Ungarn

Ein von mir gestreckter Durchforstungshi (1 Eintrag)

So fand ich ihn.....
840 mal angesehen
21.06.2012, 16.12 Uhr

Rotwildbrunft in Ungarn

Ich habe im Auftrag eines großen Jagdreisebüro's mehrere Jagdgruppen nach Ungarn auf den Brunfthirsch geführt. 2006 habe ich dem Druck einiger Freund und Bekannte nachgegeben und meine eigene kleine Jagdreise organisiert und durchgeführt. Wenn man mit Freunden jagt ist das noch etwas anderes als wenn man wildfremde Jäger zum Erfolg verhelfen will.
Zu unterschiedlich sind die Persönlichkeiten, die jagdlichen Kenntnisse und Erfahrungen, Erwartungshaltungen und auch Möglichkeiten. Da die Jagdreisen immer ja zeitlich begrenzt sind und die Brunft von vielen Faktoren
abhängt, von den Revieren und besonderen Gegebenheiten mal ganz abgesehen, stand ich immer unter einen besonderen Druck. Den wollte ich dieses Mal absolut nicht aufbauen und eine beschauliche Woche genießen.
Geholfen hat mir immer mein Hirschruf und die Fähigkeit den Brunfthirsch zu beeindrucken. Nur in einem einzigen Fall fuhr mit mir ein Jäger als "Schneider" nachhause. Aber dies hatte einen besonderen Grund.Über den gesamten Verlauf der Jagdreise möchte ich nicht schreiben, weil die Erlebnisse und Eindrücke den Rahmen sprengen würden.
Die Namen der folgenden Personen sind frei erfunden.
Die Reise führte uns ins Bakony'-Gebirge. Leider kam ich mit der Gruppe nicht in die wunderbaren Reviere an der Zala', weil man dort nur starke Hirsche um die 10,0 Kg verkaufen wollte. Unser Revier war ein Genossenschaftsrevier von 10.000 ha Größe und es sollten genügend Hirsche von 6 - 10,00 Kg vorhanden sein.
Am ersten Abend saß ich mit meinem jungen Jagdführer auf einer sanften Anhöhe . Hinter mir ein Eichenbestand und vor mir ein Luzerneschlag.
Bald meldeten 3 unterschiedliche Hirsche im Wald, die ich aber nicht bewegen konnte näher zu kommen.Irgendwann kam ein Schäfer mit seiner Herde über die Luzerne und die Jagd war für diesen Abend vorbei.
In der Pension war eine bedrückende Stimmung unter den Freunden.
Karl hatte einen Hirsch beschossen, der auch schweißte. Der Präsident, in Ungarn nennt sich jeder Vorsitzende so, lamentierte herum und schimpfte auf das Kaliber 308 win., welches Karl schoss. Ich bestand darauf, dass am nächsten Morgen mit einem leistungsgeprüften Schweißhund nachgesucht wird. Uwe, der Jungjäger, hatte auf einen Hirsch, welcher nahe unter ihm am Hang vorzog, nicht geschossen.Er hatte von mir gehört, dass mich mein früherer Oberförster in jungen Jahren einmal mit den Worten angemahnt hatte: "In Deutschland schießt man den Hirsch aufs Blatt" und sich mit diesen Worten gegenüber dem Jagdführer geäußert.
Am kommenden Morgen wurde Karl's Hirsch - ein zurück gesetzter Zehner -von dem Schweißhund gefunden. Ich saß mit meinem Jagdführer in einem kleinen Seitental und ringsherum meldeten Hirsche. In Anblick bekam ich aber lediglich einen geringen Achter, den ich pardonierte. Meine Freunde hatten zwar alle Rotwild gesehen, kamen aber nicht zum Schuss. Abends überaschte mich mein Jagdführer mit einer auf dem Luzernefeld umgestellten Kanzel. Kaum hatten wir diese bezogen meldete auch schon ein Hirsch. Er schrie immer 4 mal in einer bestimmten Folge. Bald hatte ich mich auf ihn eingestimmt und wir unterhielten uns prächtig, auch nachdem
mehrere Schüsse im Revier fielen. Das stimmte mich froh, denn die Erwartungshaltung der Jagdkameraden war hoch. Mein Hirsch zog näher und näher. Mehrfach konnte ich den Sprengruf hören. Er hatte also Tiere bei sich und wurde von Nebenbuhlern bedrängt. Beim Hirscherufen besteht das große Geheimnis immer darin, dass man sich in die Situation des Hirsches,
in der er sich befindet, hinein denken muß oder sollte. Ich immitierte zornig
einen etwa gleichaltrigen Hirsch und antwortete ihm in gleicher Reihenfolge.
Was für ein Szenario? Plötzlich stand ein Alttier auf der Luzerne dem deutlich der Vorderlauf unter dem Rumpf zerschossen war. Es war immer noch flott auf den Läufen obwowohl der Lauf sichtbar schlenkerte. Eine schwere Verletzung und ich griff zu meiner Büchse. Doch der Jagdführer drückte deren Lauf wieder nach unten. Seine Worte waren:"Später".
Mir blieb keine Zeit zu Diskussionen denn als nächstes zog ein Kalb, dicht gefolgt von einem Schmaltier, welches den Wedel wagerecht hielt, aus dem Bestand. In ihm krachte es mehrfach und ich konnte den Hirsch erkennen, welcher ein brunftiges Tier vor sich her trieb. Ansprechen fiel leicht. Dieser Hirsch paßte. Ein kurzer Blick zum Jagdführer. Er nickte und ich machte mich schußfertig. Der Hirsch trieb sein kleines Rudel auf dem Acker zusammen und schrie seinen Kampfruf in den lauen Abend. Genau in dieses Bühnenbild fiel mein Schuß. Der Hirsch zeichnete mit einem Aufbäumen und fegte über den Acker in einen Rubinienbestand. Deutlich war sein Zusammenbrechen zu hören. Eines der Tiere schreckte laut und anhaltend.
Ja ... und so fand ich ihn. Nichts Besonderes - eben ein Durchforstungshirsch vom 8.ten oder 9.ten Kopf, der sich immer so durch gemogelt hatte. Meine Freude war groß. In der Unterkunft warteten die Freunde und empfingen mich mit viel "Weidmannsheil". Leider war keiner von ihnen zum Schuß gekommen. Das stimmte mich nachdenklich, zu mal ich mir ernsthaft vorgenommen hatte, den Jagdkameraden den Vortritt zu lassen.
Der nächste Tag war eine einzige Katastrophe.Wir hatten mittags 30 Grad Celcius und die Hirsche verschwiegen. Die Brunft war eingestellt.
Meine Jagdkameraden waren entäuscht und wollten nachhause fahren. Da mußte ich entgegenwirken und mir etwas einfallen lassen.
Also rief ich meinen Spezi Attila in Budapest an. Er wußte sofort was ich wollte. Umziehen! In ein anderes Revier in welchem die Brunft noch im Gange ist. Attila hatte so ein Revier und ganz in der Nähe - aber dieses wollte ich mir vorher ansehen. Mittags traf ich mich mit dem zuständigen Oberjäger. Das war der Peter, ein symphatischer Deutsch-Ungar. Auf seinem Gehöft sprangen mir zwei Hannoversche Schweißhunde entgegen und im Haus konnte ich mich anhand der vielen Rotwildtrophäen und gesammelten Abwurfstangen von der Qualität des Rotwildes im Revier überzeugen. Trotz der Mittagshitze konnte ich im Revier Brunftrufe der Hirsche hören, sah einen Hirsch in einem Wasserloch sitzen und einige herumziehende geringe Hirsche und Fährten über Fährten. Hier mußte die Hauptbrunft voll im Gange sein. Das Revier, ein ehemaliger russischer
IÜP, überzeugte mich sehr. Längst war es umgestaltet. Auf den ehemaligen Schießbahnen waren Wildäcker und Wiesen angelegt, der Beton wurde entsorgt und in den ehemaligen Baugruben stand Wasser.
Wasser ist bei der Brunft sehr wichtig. Dies braucht der Hirsch um seine heißen Flanken zu kühlen. In der Pension weckte ich meine Kameraden vom Mittagsschlaf auf und motivierte sie zu neuen Taten.
Also: Kaffeetrinken und Fertigmachen! Zeitig waren wir bei Peter und seiner Mannschaft. Karle trat vorsichtig an mich heran und bekundete sein Wunsch einen weiteren Hirsch erlegen zu wollen. Ich war nur mit dem Fernglas, Fotoapperat und dem Ruf bewaffnet. Uwe, unser Jüngster im Bunde, bat um meine Begleitung. Wir fuhren mit Peter und besetzten eine Kanzel am Rande einer ehemaligen Schießbahn. Mehrfach wechselte Kahlwild und auch einige geringe Hirsche über das Grasland. Rechts und links konnten wir Hirsche rufen hören. Peter zeigte auf meinen Ruf. Ich hatte wohl die richtige
Herausforderung in den Abendhimmel gesetzt, denn alsbald trat ein etwas kurzstangiger aber sehr knuffiger Eissprossenzehner aus den Kiefernkusseln und suchte mich, seinen Widersacher. Sauber trug ihm Uwe seine Kugel aufs Blatt an. Nach dem Schuß überkam ihn das Hirschfieber und er hatte Probleme seine Waffe zu entladen. Nie darf man sich über so etwas lustig machen. Der eine kennt so etwas und der andere nicht. Ich kenne Jäger, die den Hirsch ohne jede Regung auf die Decke legen und anderen schnürt die Erregung die Kehle zu, wenn beim abendlichen Paß einen einsamer Waldhase anwechselt. Der Berliner Junge hatte seinen ersten Rothirsch zur Strecke gebracht und ich hielt Peter am Ärmel zurück und forderte Uwe auf als Erster an sein Stück heranzutreten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass
so etwas hilft einen Eindruck zu verinnerlichen. Totenwacht muß auch nicht über Stunden gehen. Dabei teilte mir der Uwe damals mit, daß die halbe Verwandtschaft zusammen gelegt und ihm diese Reise und den Abschuß ermöglicht hatte. Die Trophäe erhielt später in seiner Wohnung einen Ehrenplatz.
Auch Robert konnte an diesem Abend einen sehr langstangigen Kronenzwölfer erlegen. Der mit einem Geweihgewicht von 7,00 Kg noch in die Bronze kam. Robert führte damals seine wunderbare, kurze Merkel - DB im Kal. 8 X 57 IRS und hatte Zweifel dass er mit ihr auf die doch großen Entfernungen überhaupt treffen würde. Es war ebenfalls sein erster Hirsch, den er auf etwa 150 - 180 m eine saubere Kugel antragen konnte.
Am nächsten Morgen fuhr ich mit Helmut, dem Künstler, Estheten und routinierten Jägersmann. Es war nicht unsere erste gemeinsame Reise.
Auf unserer Letzten hatte er gleich zwei Hirsche gestreckt, die aber beide nicht seinen Vorstellungen entsprachen. Wollte er doch eine sehr ebenmäßige Trophäe, mit langer voller Krone und kräftigen Aug - und Mittelsprossen erbeuten. So ein Hirsch wird den einen förmlich in den Schoß geworfen und der andere findet ihn nicht. Helmut hatte aber auch nicht das erforderliche Quentchen Geduld. Wir stiegen aus dem Auto und pirschten auf eine Freifläche zu auf der ich zwei Stimmen hörte. Vornweg
ging Peter, welcher ein Dreibein trug. Dann Helmut und ich folgte als Letzter. Es waren zwei Parallelhirsche, welche in Distanz, fortwährend rufend
hin und her zogen. Solche Hirsche kennen sich meist, sind oft in der Feistzeit in einem Rudel gezogen und haben ihre Kräfte längst erprobt und abgeschätzt. Mit meinem Doppelglas konnte ich die Geweihe der beiden Hirsche nicht zweifelsfrei bewerten. Gemessen betrug die Entfernung 330m.
Ein Angehen der Hirsche, die ständig in Bewegung waren, schien nur schwer möglich. Peter brachte das Dreibein in Position. Helmut packte als Auflage sein Strumpfkneuel darauf und legte seine R93 im Kal. 300 win.-mag. ein. Ich kniete einige Meter dahinter und hatte die Hirsche im Glas. Wir hatten noch jede Menge Zeit und der Wind stimmte. Abwarten! Dachte ich. Doch Helmut - nicht.
Während ich die Hirsche versuchte zu studieren, knallten kurz hintereinander
2 Schüsse aus Helmuts Büchse - und beide Hirsche lagen. Wahnsinn - und dass auf diese Entfernung! In mir sträubte sich alles und es kam keine Freude auf. Ich konnte dem Helmut an diesem Morgen absolut kein aufrichtiges Weidmannsheil wünschen und bin nie wieder mit ihm gemeinsam gefahren.
Am späten Nachmittag fogte ich Peter und Karl ins Revier.(Fortsetzung folgt)
Karl war ganz aufgeregt und glaubte nicht mehr an einen Jagderfolg. Unterwegs sahen wir mehrfach Kahlwild und auch einige jüngere Hirsche, die unseren Weg kreuzten. Peter führte uns zu einem kapitalen Hochsitz. Ich baumte als erster auf und nahm im Hintergrund Platz. Peter und Karl saßen vor mir. Wir hatten noch garnicht so richtig unsere Sachen verstaut, da zog hinter uns ein wirklich guter Keiler am Hochsitz vorbei. Doch Peter winkte ab. Vor uns befand sich eine eine größere Wildwiese.Links stand ein Hirsch mit seinen 3 Tieren und in der Mitte zogen zwei Hirsche parallel, ständig schreiend. Mehrere unsichtbare Hirsche beteiligten sich am Brunftkonzert. Darunter war eine sehr heftige, grobe Stmme. Peter schob mich nach vorn und erst jetzt konnte in der rechten Ecke der Wiese den Hirsch mit seinem Harem sehen. Das Rudel, welches teils lag und andere Stücke standen, schätzte ich auf eine Kopfzahl von etwa 35 - 40 Tiere und Kälber. Der Hirsch tobte, nein er raste förmlich und stürmte wie ein Schäferhund um seine Herde. Ständig wurde er von Beihirschen bedrängt. Ein Hirsch trieb tatsächlich ein Tier aus dem Rudel und versuchte es abseits zu beschlagen. Der Platzhirsch war damit absolut nicht einverstanden und fegte den Nebenbuhler, mit gesenkten Geweih, einfach ins Gras. Der so Behandelte sprang mit krummen Rücken in den Robinienwald. Aber auch das Tier erhielt einen heftigen Hieb mit dem Geweih auf den Ziehmer, den ich nicht hätte erhalten wollen, und wurde von dem Hirsch zurück ins Rudel
getrieben. Ja, Liebe tut weh.Doch was für ein Hirsch? Es war ein Riese von Gestalt mit einem gewaltigen Geweih. Immer wieder dieser Karpateneinschlag beim ungarischen Rothirsch. Auch wenn er nicht ganz so wild aussah wie unsere Hirsche, weil ihm die Brunftmähne fehlte, war ich beeindruckt. Auf jedem Fall hatte ich noch nie so einen hochkapitalen Hirsch in Anblick gehabt. Er hatte ein Geweih auf dem die langen weißen Enden wie die Kerzen eines Christbaum standen und die Länge der Stangen reichte beim Röhren dem Hirsch bis auf die Keulen.
Die Endenzahl konnte ich nicht nur abschätzen - aber 24-ender war er ganz gewiß. Das Geweihgewicht ist ja immer abhängig von der Knochenmasse und wird durch die Zelldichte bestimmt. Doch dass dies ein Hochkapitaler ist, erkannte ich sofort. Damals schätzte ich ihn auf über 12,0 Kg- Geweihgewicht.
Was für ein grandioses Naturschauspiel durften wir erleben? Bisher einmalig in meinem durchaus bewegten Jägerleben, in dem Rotwild immer eine besondere Rolle gespielt hatte. Karl war ganz blaß und still. Doch es sollte gehandelt werden. Peter beließ mich auf der Kanzel als stiller Beobachter. Mein Ruf war ja in dieser Situation nicht gefragt. Mit Karl pirschte er im weiten Bogen, gedeckt durch den Bestand, das große Rudel an. Ich hatte weiter meine Freude und Spannung mit dem sich ständig veränderten Brunftgeschehen. So sah also hier die wirkliche Hauptbrunft aus. Ein Wahnsinn und ich war glücklich diese Situation genießen zu dürfen.
Irgendwann sah ich Peter und Karl an einigen starken Erlen stehen und dachte mir, dass es bald knallen wird, denn sie waren auf gute Schußentfernung heran gekommen. Ich konzentrierte mich auf die vielen Hirsche, die dass Brunftrudel umkreisten, insbesondere auf die beiden Parallel-hirsche, die ich für jagdbar hielt. Das Karl auf den Hochkapitalen jagen würde, kam mir überhaupt nicht in den Sinn. Das war ein Hirsch, der nach der ungarischen Bewertungs- und Preisliste, jenseits der 10.000 € - Marke lag. Endlich knallte der Schuß. Ich versuchte zu erkennen welchem Hirsch er gegolten hatte bzw. welcher getroffen wurde und sich bald niedertuen würde. Das Brunftrudel wurde auf einen Ruck hoch und wurde
von dem Platzhirsch auf die andere Wiesenseite getrieben und verhoffte dort. Die beiden Parallelhirsche hatten sich schon wieder beruhigt und zogen an der Waldkante entlang. Alles andere Wild verließ die Waldwiese.
Ich wartete immer noch auf einen zweiten Schuß - doch Peter und Karl kamen bereits direkt auf mich zu. Was war passiert? Sollte Karl den Hochkapitalen angeflickt haben? Dann würden wir Ärger bekommen und Karl eine saftige Gebühr zahlen müssen, wenn er mit Hund nicht zur Strecke kommen würde. (Fortsetzung folgt)
Karl hatte sich tatsächlich an den Kapitalhirsch heran gewagt. Als Peter ihn freigab, nahm er seine Büchse von der Schulter, entsicherte sie und jagte den Schuß in den Himmel. Er war tatsächlich während der gesamten Jagd
ständig mit eingestochenen Schloß und gesicherter Büchse unter uns gewesen. Ich hatte Karl während einer Drückjagd kennen und auch als Mensch schätzen gelernt. Umso nachdenklicher war ich, weil er ein studierter Techniker ist, der sich eigentlich in die Funktionsweise seiner Büchse hinein denken können müßte. Vor der Unterkunft sagte Peter:"Morgen früh um 4.30 Uhr". Karl war überrascht, weil er glaubte dass die Jagd für ihn beendet sei. In der Unterkunft meldete sich Attila telefonisch und forderte mich den Mann aus dem rennen zu nehmen.
Doch das wollte ich Peter überlassen. Am nächsten Morgen legte mich Peter im Auto ab und pirschte mit Karl einem rufenden Hirsch entgegen.
Ich konnte einige gute Aufnahmen von vorbeiziehenden Kahlwild und einer Sau machen. Dann hörte ich 3 Schüsse in schneller Folge. Bald darauf kam Peter und strahlte übers ganze Gesicht. "Hirsch tot". Karl hatte einen sehr langstangigen Eissprossenzahner erlegt und ließ sich von mir in verschiedenen Posen ablichten. Auf der Heimfahrt sahen wir ein sehr endenreiches Geweih und später den dazugehörigen Hirsch in einem Wasserloch liegen. Er war völlig aggekämpft und hielt den Wagen aus.
In der Pension wurde Karl mit einem großen Hallo empfangen.
Nach dem Mittagessen wollten wir abreisen. Einer war bisher ohne Jagderfolg geblieben. Josef - der Oesterreicher. Wir kannten uns bisher nur telefonisch, hatten aber auf der Reise doch sehr zueinander gefunden.
Josef unterschied sich von uns durch seine militärische Bekleidung und seiner Büchse. Er führte damals eine Kepplinger Jägerbüchse im Kal. 378 WB mit einer gewaltigen Mündungsbremse und einem Zielfernrohr "mit vielen Strichen und Punkten" im Absehen. Nach seinen Angaben würde er damit bis 600m treffsicher schießen. Ich sagte ihm damals, dass diese Waffe für unsere kanzeln und die Nachtjagd völlig unbrauchbar sei. Aber beindruckt hat sie mich doch.
Nach dem der Hirsch in der Kühlung hing, fuhr Peter mit Josef nochmals ins Revier und es gelang dem Hirsch im Wasserloch eine gerechte Kugel anzutragen. So kam Josef noch ganz zum Schluß der Reise zu dem stärksten Hirsch der Gruppe. Es war ein Achtzehnender mit 9,0 Kg- Geweihgewicht, der bei der Bewertung eine Goldene bekam.
Der Papierkram war bald erledigt und wir befanden uns auf der Heimfahrt.
Uwe war begeistert und riss sich formlich um den Fahrerposten. Müde aber
aufgeregt ging alles nur um die Jagderlebnisse. Karl sagte mir, dass er sich umgehend eine andere Büchse zulegen wollte und im nächsten Jahr wollte er gern wieder mit dabei sein. Auch Helmut stimmte in dieses Lied ein. So einen Hirsch Josef seiner würde seinen Vorstellungen entsprechen.
Es war absolut keine leichte Tour, wie ich sie mir gewünscht hatte, aber ich denke gern an sie zurück.
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Gangloff

Gangloff

Alter: 70 Jahre,
aus Oranienburg
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Kommentare

21.06.2012 19:23 BigAnimalCinema
Super geschrieben
Freue mich auf die fortsetzung
Waidmannsheil zum Hirschen (Auch wenn es schon einige Zeit her ist)
Gruß
22.06.2012 11:16 zerberus
BigAnimalCinema schrieb:
Super geschrieben
Freue mich auf die fortsetzung
Waidmannsheil zum Hirschen (Auch wenn es schon einige Zeit her ist)
Gruß


ja ich mich auch, hilfreich wäre es aber bei den fortsetzungen einen absatz einzufügen. würde das weiterlesen erleichtern. danke!
23.06.2012 18:18 NOL
Hieß das Ausweichrevier " Alsopere" bei Zirz gelegen?
Schöne Gschicht !
24.06.2012 10:29 Gangloff
NOL schrieb:
Hieß das Ausweichrevier " Alsopere" bei Zirz gelegen?
Schöne Gschicht !

Nein.
29.06.2012 01:02 xFrischlingx
Hallo, was ist aus dem Alttier geworden?
29.06.2012 09:26 Gangloff
xFrischlingx schrieb:
Hallo, was ist aus dem Alttier geworden?


Das kann ich nicht sagen. So lange ich in dem Revier war, kam es nicht zur Strecke.
Ich weiß woran Du denkst, doch während der Brunft sollen starke Hirsche verkauft werden.
Ich hätte an diesem Abend auf meinen Hirsch verzichtet und dem Tier die Kugel angetragen.
Ist aber bei uns genauso - wenn es dem Brunfthirsch gilt, wird kein anderes Wild gejagt.
08.07.2012 12:54 xFrischlingx
Gangloff schrieb:
Das kann ich nicht sagen. So lange ich in dem Revier war, kam es nicht zur Strecke.
Ich weiß woran Du denkst, doch während der Brunft sollen starke Hirsche verkauft werden.
Ich hätte an diesem Abend auf meinen Hirsch verzichtet und dem Tier die Kugel angetragen.
Ist aber bei uns genauso - wenn es dem Brunfthirsch gilt, wird kein anderes Wild gejagt.


Ich möchte dir nicht zu nahe treten, ABER!!!.

Ich kann es nicht nachvollziehen das du einem Jäger der 2 Hirsche auf über 300 m erlegt kein aufrichtiges Waidmannsheil wünschen kannst, gleichzeitig ein schwer krankes Tier ziehen lässt.

Meiner Ansicht nach hat ein krankes Stück immer den Vorzug, egal welcher Hirsch dahinter steht oder zieht, egal was der Revierbesitzer sagt oder vorgibt, siehst du das anders?

Ich hätte da eher ein Problem, dir ein aufrichtiges Waidmannsheil zu wünschen.

Es kann nicht sein das die Trophäen Jagd über die Waidgerechtigkeit gestellt wird, falls ich da etwas übersehen habe oder etwas falsch sehe bitte ich um Erklärung.
08.07.2012 16:58 Gangloff
xFrischlingx schrieb:
Ich möchte dir nicht zu nahe treten, ABER!!!.

Ich kann es nicht nachvollziehen das du einem Jäger der 2 Hirsche auf über 300 m erlegt kein aufrichtiges Waidmannsheil wünschen kannst, gleichzeitig ein schwer krankes Tier ziehen lässt.

Meiner Ansicht nach hat ein krankes Stück immer den Vorzug, egal welcher Hirsch dahinter steht oder zieht, egal was der Revierbesitzer sagt oder vorgibt, siehst du das anders?

Ich hätte da eher ein Problem, dir ein aufrichtiges Waidmannsheil zu wünschen.

Es kann nicht sein das die Trophäen Jagd über die Waidgerechtigkeit gestellt wird, falls ich da etwas übersehen habe oder etwas falsch sehe bitte ich um Erklärung.



Nun wei ss ich nicht ob Du schon im Ausland gejagt hast bzw. wie Du zu den Weisungen
des Jagdführers stehen würdest.
Wenn der Jagdführer ein Stück nicht zur Erlegung frei gibt, kann ich mir zwar meinen Teil denken und meine weidmännischen Grundsätze überprüfen aber wenn ich in dem Revier weiter jagen möchte, muß ich mich wohl oder übel an seine Weisungen halten.
Nun bin ich wirklich kein heuriger Hase mehr und würde bei mir zuhause keine Diskussionen über die Weidgerechtigkeit auf dem Hochsitz dulden. Genauso habe ich mich damals verhalten.
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