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erster Bock 2012

(1 Eintrag)

erster Bock 2012 erster Bock 2012
569 mal angesehen
08.05.2012, 22.55 Uhr

erster Bock 2012

Endlich war es soweit. Mai 2012. Schon im März wurden sämtliche Salzlecken beschickt und Hochsitze kontrolliert.
Für meinen ersten Ansitz im neuen Jagdjahr wählte ich eine Kanzel, an der ich schon in den letzten Jahren einen älteren Bock vermutet habe.
Unser Revier ist ein reines Waldrevier mit sehr vielen Verjüngungsungsflächen von Lothar und Wiebke. Das Rehwild fühlt sich auf diesen Flächen sehr wohl, ist dadurch aber auch schwer zu bejagen. Wir jagen in etwa 1000 m Höhe in einem Mittelgebirgsrevier aus Bergmischwald (viel Tanne, Buche und Fichte).
Das Rehwild wird bei uns nicht konservativ bejagt, heißt nicht nach Hegerichtliníe. Es darf jeder Bock zur Jagdzeit gestreckt werden ob in Bast oder ohne (dies kann man an anderer Stelle gern diskutieren, selber bin ich jagdlich konservativ erzogen worden...)
Am ersten Mai saß ich bereits 5.00 Uhr auf der besagten Kanzel. Der Tag ließ sich Zeit. Es dauerte lang, bis etwas von Schußlicht zu erahnen war. Gegen 6.20 Uhr die erste Schnepfe, puitzend zog sie ihre Runde. Um 6.30 Uhr ein Geräusch hinter mir. Es klang wie plätzen und fegen. Bock. Doch leider nichts zu sehen. Ich verrenkte mir den Hals um auch nur das geringste nicht zu verpassen. Nichts. Meine Sinne beruhigten sich. Ich ließ meine Blicke wieder im Kreise wandern und nahm 6.45 Uhr im linken Gesichtsfeld eine Bewegung war. Keine dreißig Schritt unter der Kanzel stand wie hingezaubert ein Reh. Eine Bewegung meinerseits muß das Stück mitbekommen haben, denn es sicherte unentwegt in meine Richtung. Alle Muskeln des Stückes schienen angespannt und zum abspringen bereit. Meine Hand griff langsam zum Repetierer, obwohl ich aufgrund des Dämmer- Lichtes, mir noch nicht im Klaren war ob Bock oder Geiß dort stehen.
Da das Stück weiterhin sicherte, traute ich mir keine Bewegung zu. Das Stück wurde aber dann langsam nervös und trollte nach rechts. Es verschwand in einem Verjüngungskegel zwischen zwei Schneisen. Diesen Moment nutzte ich um die Waffe in Anschlag zu bringen. Keine zwei Sekunden später erschien das Stück auf der zweiten Schneise. Ich erkannte nur kurz im Zielfernrohr weiße Enden über den Lauschern und verfolgte das Stück. Der Bock zog weiter in Richtung Waldkante und verhoffte kurz vor dieser um erneut zu mir zu sichern. Ich zögerte keinen Moment und kam etwas hoch auf das Stück ab. Im Knall brach der Bock zusammen. Repetieren und auf dem Stück bleiben geschahen sofort. Trotz des hohen Schusses verendete der Bock sofort (Rückgrat durchschossen ).
Mein ganzer Körper wurde plötzlich vom Jagdfieber heimgesucht und durchgerüttelt. Ich brauchte Minuten um mich zu beruhigen. Trotz der Neugier nach der Stärke des Bockes, hielt ich es noch eineinhalb Stunden auf der Kanzel aus. Es hätte ja noch was kommen können. Man soll auch die Chancen nutzen. Weniger Beunruhigung aber dafür straff jagen halte ich für sinnvoller als morgens und abends im Revier rumzurennen!!
Obwohl ich im Flachland schon bessere Böcke gestreckt habe, ist dieser 3-4 jährige aufgrund seiner Heimlichkeit und Schläue mein Schwersterjagter!!!

Weidmannsheil
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Cervus30

Cervus30

Alter: 40 Jahre,
aus Hinterm Wald

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Kommentare

09.05.2012 07:06 swinging_elvis
Waidmannsheil. Na sooo schwer war es doch nicht gleich am ersten Mai, oder? Gruß, el
09.05.2012 16:28 Munsterlaender
Schöne Geschichte!
WmH und viele weitere Böcke!
09.05.2012 18:12 fjaellraeven91
Erstmal Waidmannsheil ! Aber warum schießt du auf einen Bock wo du dir nicht mal sicher bist was er überhaupt drauf hat bzw wie alt er ist...! Und der Bock ist niemals 3-4 jahre...der ist noch Kritzegrau in der Decke das heißt 5+!

trotzdem waidmannsheil !
10.05.2012 01:06 knopfer
[quote]fjaellraeven91 schrieb:

Na, warum denn gleich so draufhauen, Kollege?
Ich jage auch in reinem Waldrevier, da ist keine Gelegenheit, wirklich selektiv zu jagen, zumal ich den Grund dafür auch nicht so wirklich nachvollziehen kann, denn für mich ist Trophäe erstmal zweitrangig, Abschuß muß erfüllt sein und einen Bock sehe ich in unserem Revier nur einmal.. Bei ihm wird es nicht anders sein..
Daher WH dem Erleger!
Knopfer
10.05.2012 21:00 Cervus30
fjaellraeven91 schrieb:
Erstmal Waidmannsheil ! Aber warum schießt du auf einen Bock wo du dir nicht mal sicher bist was er überhaupt drauf hat bzw wie alt er ist...! Und der Bock ist niemals 3-4 jahre...der ist noch Kritzegrau in der Decke das heißt 5+!

trotzdem waidmannsheil !


Wie Knopfer schon sehr richtig anmerkt, diesen Bock siehst Du einmal, dann nie wieder. Wir jagen wie gesagt auf 1000 m Höhe. Vor 1,5 Wochen hatte es nachts noch Frost. Das Rehwild verfärbt sehr spät bei uns. Nach Zahnabschliif und Merkmalen des Gehörns und Schädels schätze ich den Bock auf max. Vier Jahre. Die hinteren Molaren waren noch spitz, die Kunden nicht sehr eng, eher offen und die Stirnnaht angehend verwachsen.
In meiner Heimat, Sachsen Anhalt, schaue ich mir die Böcke selbstverständlich genauer an bevor ich das Fingerchen krumm mache. Hier im Süden bist Du froh, wenn Du ein jagdbares Stück, aufgrund der Bestandesstrukturen vor die Büchse bekommst.
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