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jaegermeister

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19.10.2007, 11.02 Uhr

Eine alte Erzählung

Der Eichen Keiler
Nach dem nächtlichen Ansitz an einer normalerweise oft heimgesuchten Kirrung von Sauen entschloss ich mich noch einen Pirschgang zu unternehmen. Allein vom Weg von der Kirrung zum Auto hörte ich noch oft das Abspringen von Sauen und anderem Wild. Mit dem Auto fuhr ich dann an eine lange Wiese auf der im Sommer die Kühe weiden und auf der ich hoffnungsvoll auf ein Aufeinander treffen zwischen Wildschwein und Jäger hoffte. Also ging ich los und pirschte auf der Wiese. Nach einigen Metern nahm ich das Fernglas zur Hand und glaste die Wiese nach Wild ab. Bei erstem Blick konnte ich kein Wild erspähen. Als ich dann weiter entlang der Wiesenkante pirschte und um eine leichte kurve kam hatte ich freien Blick auf einen einzelne Eiche die mitten auf der Wiese stand. Wieder nahm ich mein Fernglas zur Hand und sah unter der Eiche ein einzelnes Stück Schwarzwild, jedoch war aus dieser Entfernung nicht an Schießen zu denken, also musste ich weiter an das Stück heran pirschen. Als ich an der Kante des Waldvorsprungs ankam stand das Stück immer noch unverändert unter der Eiche und beschäftigte sich mit den Eicheln. Immer noch war aus dieser Entfernung nicht an Schießen zu denken also musste ich auf die nahe stehende Kanzel gehen und von dort aus versuchen ob es gehen würde. Leichter gesagt als getan, denn die Kanzel steht mitten an einem Graben der parallel zu mir verläuft, wenn ich nun zur Kanzel gehen würde, würde mich die Sau sofort Witterung bekommen. Trotz des Hintergedankens, dass die Sau abspringen könnte trat ich den Versuch an und pirschte auf allen vieren quer durch die Wiese zu der Kanzel. Inzwischen war es schon viertel nach 2 und ich war fast an der Kanzel angekommen. Als ich die Kanzel leise bestieg versicherte ich mich erneut ob das Schwein noch an der Eichel äsen würde, zu meinem Glück stand es unverändert dort und hatte also nicht meine Pirschaktion bemerkt. Auf der Kanzel angekommen schaute ich zunächst durch mein Fernglas und sah erst jetzt, dass es sich bei der Sau nicht wie von mir zuerst eingeschätzt um eine Überläufer sondern um einen Starken Keiler handelt. Der Keiler war indessen unter der Eiche hervorgekommen und rund 20 m in meine Richtung gezogen. Kurzerhand nah ich meine Blaser und legte an einem Fenster an. Als der Keiler quer zu mir stand schoss ich auf das Blatt des Keilers. Dieser viel allerdings nicht im Knall sondern zog ohne ein mucken in schnellem Trapp in den Bestand zurück. Nun kamen bei mir die üblichen Gedanken auf, habe ich etwa vorbeigeschossen? War das alles nur ein Traum? Nach einigen weiteren Überlegungen ging ich mit meiner Taschenlampe bewaffnet zu der vermeidlichen Anschussstelle. Hier fand ich wenige tropfen Schweiß die in Richtung des angrenzendem Wald führten. Kurz entschlossen und ohne über die Gefahren einer Nächtlichen Nachsuche nachzudenken folgte ich der Schweißspur. Nach einigen Metern im Dickicht verlor ich allerdings die Spur und ging niedergeschlagen zurück zum Auto. Am nächsten morgen wollte ich mit einem guten Freund der einen Schweißhund besaß die Spur weiter verflogen.
Am nächsten morgen trafen wir uns gegen 8 Uhr auf der langen Wiese. Nachdem ich ihm mein nächtliches Erlebnis nahe gelegt hatte begannen wir mit der Nachsuche, sein Hund mit dem Namen Timmy machte einen guten Job und fand die Schweißspur, die ich in der Nacht zuvor verloren hatte, nach wenigen Minuten wieder. Er führte uns an mehreren Wundbetten vorbei und letztendlich zu dem erlegten Keiler, der in einem ausgetrocknetem Graben sein Ende fand. Nachdem ich den Keiler überglücklich ordnungsgemäß Aufgebrochen hatte bekam der Hund ein Leckerlie und ich und mein Jagdfreund hatten endlich Zeit den Starken Keiler zu betrachteten. Wie ich nachher sah hatte ich den Keiler an der Unterseite des Wildkörpers getroffen. Trotz dieser Verletzung war er noch gute 7 Km marschiert.
Der Keiler wog aufgebrochen 95 Kg und hatte eine Waffenlänge von 23,5 bzw. 24 cm. Dieses war der bisher stärkste Keiler, der in diesem Revier gefallen ist. Sein Alter lag bei ungefähr 6 Jahren.
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