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Eine alte Bekannte

(1 Eintrag)

722 mal angesehen
26.02.2012, 10.37 Uhr

Eine alte Bekannte

Schon lange ging ich mit dem Gedanken schwanger, in meinem Jagdgebiet eine Kirrung zu installieren. Generalstabsmäßig ging ich an die Umsetzung meines Planes. Auf einer Karte verzeichnete ich alle in Frage kommenden Plätze und wollte von Süden beginnend mich Richtung Norden vorarbeiten.

Angefangen habe ich an meiner Kahlschlgsleiter. Eine super Stelle schon aus DDR-Zeiten. Hier schoß ich meine erste Schecke und ließ im besten Mondlicht einen jungen Keiler auf 30 m an mir vorüber ziehen. (Da konnte ich mir was anhören.)
Später dann habe ich diese Stelle aufgegeben, da ich immer das Gefühl hatte die angrenzenden Pächter waren nicht so recht begeistert davon!

Nach Buchenbock und der Kanzel am großen Wildacker folgte der Fichtenbock. Wie oft habe ich es hier probiert, aber nie Erfolg gehabt. Im Winter bei Schnee, als ich mit meinem Micra nur mit größter Not einer Schneewehe entkommen bin, habe ich auch entdeckt warum. Denn diese Stelle wurde regelmäßig von einem Fahrradfahrer kontrolliert.

Also weiter im Plan zur Bundeswehrkanzel. Hier war ich anfangs sehr optimistisch. Als aber der Förster mich mit Einzäunungen einkreiste, verwarf ich auch diese Stelle.

Zu guterletzt hatte ich noch meine Geheimecke im Kopf. Ich wußte dass hier gern die Schweine schlafen. Auch deshalb weil meine damalige Hündin Anna auf Grund meiner Trottlichkeit schlechte Bekanntschaft mit einem Borsti gemacht hat.

Nach mehrmaligen Wochenendortsterminen stand die genaue Lage, Windrichtung, Anmarschweg fest. Nun mußte ich noch testen, wo genau ich eine jagdliche Einrichtung plaziere und wie die Helligkeitsverhältnisse sind. Anfangs auf einem Jagdstuhl später auf einer Kanzel von meinem Jagdfreund P., welche ich als Geburtsttagsgeschenk bekam.

Ich war begeistert! So kam es, dass ich im Herbst an meiner Kirrung Besuch bekam. Regelmäßig war der ausgelegte Mais verschwunden. Nach einigen Ansitzen sah ich den Übeltäter. Eine einzelne Sau besuchte die Kirrung. Mal kam sie aus Brandenburg und manchmal hatte sie im bürstendichten Aufwuchs eines Borkenkäferloches geschlafen.

Aber immer war sie sehr vorsichtig, allein und nie richtig anzusprechen. Regelmäßig war sie da und ich überlegte manchen Abend, wer mich da besuchte. Mittlerweile war sie in Gedanken schon meine Bekannte.

So verging einige Zeit, die Frischzeit war angebrochen und ich wollte mal abwarten. Denn mittlerweile war ich mir ziemlich sicher ein weibliches Stück mußte es sein.

Wieder saß ich in meiner Sauenkanzel. Gemeinsam mit ein paar Jagdfreunden hatten wir verabredet, dass heute länger gesessen wird und Beute gebraucht wird. Und wer wechselt an meine Kirrung? Natürlich meine alte Bekannte. Zu einer Zeit da der Mond blekend am Himmel stand und es für die Schweine eigentlich viel zu hell war.

Was macht sie? Sie steht mitten auf der Kirrstelle und lässt sich völlig vertraut den Mais schmecken. Von allen Seiten konnte ich sie betrachten. Und nun stand fest, es ist ein Überläufer ohne Frischlinge. Der Entschluß war gefasst, heute will ich Beute machen. Die 8x57 brachte ihr einen schnellen und sicheren Tod.

Gemeinsam mit meinen Jagdfreunden haben wir sie geborgen und hinterher ausgiebig darüber geklönt und gelacht. Das ist die Art Jagd die ich liebe und lebe!

Das Erlebnis zählt und das Leben ist eine Abfolge von Ereignissen an deren Ende unausweichlich immer der Tod steht.








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absalom47

absalom47

Alter: 55 Jahre,
aus Frankenhain
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Kommentare

27.02.2012 07:48 platzi
Weidmannsheil!


Diether
27.02.2012 09:34 Blackforesthunter1985
Sehr schön! Es gibt doch noch Jäger die nicht sofort alles Totschießen was sich blicken lässt. Wobei das strecken eines so "alten bekannten" doch ein bischen weh tut.
27.02.2012 09:49 swinging_elvis
Schönes Erleben und eine erarbeiteter Erfolg. Kann es Größeres geben?
Ich jagde auch an solchen Kirrungen, wo sich ein paar Mädels in der Nähe eingeschoben hatten... Keine einfache Jagd. Gruß, el
28.02.2012 18:42 Dankwart
Waidmannsheil absalom47,

eine wunderbare Geschichte, vielen Dank und ausserdem ziehe ich den Hut sher gerne vor einem Jäger, der nicht sofort an Wildschadenkasse oder Bevölkerungsbefriedigung (der Gärten wegen) denkt.
Habe die Ehre und
Waidmannsheil
Dankwart
04.03.2012 18:34 Sauerlandjaeger93
Waidmannsheil zur Sau.

lg Sauerlandjaeger93
12.03.2012 15:16 elchbolle
gefällt mir sehr gut,

es scheint noch Jäger zu geben welche nicht alles schiessen was sie auf den ersten Ansitz sehen!
Ein Jäger sagte zu mir, das er alles was kommt schießt. Diese Jäger sind gefährlich und neidisch!!!
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