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Diese Frage kennt wohl jeder.....

Endlich lag ca 1 Woche etwas Schnee und (1 Eintrag)

802 mal angesehen
07.02.2012, 17.17 Uhr

..wie und was hab ich da fabriziert...

Endlich lag ca 1 Woche etwas Schnee und ich hatte seit drei Tagen einen einzelnen Überlaüfer an der Kirrung gespürt.
Trotz Minusgrade im Zeistelligen gings um 19 Uhr auf die offene Knüppelkanzel. Wind und Licht passen.
Ich glaube ich hatte alles am Leib, was grün war und zu Wärmen versprach.
Wie ein Pombär saß ich nun dort und harrte der Dinge.
Einige Stück Rehwild, ein flotter Fuchs sowie ein Alttier mit Kalb vertrieben mir die Zeit.
Bis Mitternacht wollte ich sitzen bleiben, und somit machte ich mir meine letzte Zigarette an, bevor ich abbaumen wollte.
Plötzlich sprang sämtliches Wild ab und trotz des plätschernden Baches unter der Kanzel, hörte ich Wild anwechseln.
Da kam von links eine einzelne Sau den Waldrand längs zügig hoch gewechselt. Es ging alles, wie im üblichen Ablauf, Glas gegen Waffe getauscht, Waffe auf die weiche Auflage, rechter Ellenbogen auf die Schießlatte, entsichern, stechen und die Sau ins Glas nehmen. Leuchtabsehen brauchte ich bei dem Licht nicht, denn das Absehen 88 fand auch so das Blatt. Nun hielt die Sau nicht inne, ging über die Kirrung weg und und wollte in eine Feldhecke ziehen. Also mitfahren, kurz vor Blatt anhalten und die Kugel ging raus. Irgendwas stimmte aber in der Schußabgabe für mich nicht. Rein gefühlsmäßig..die Sau hatte sich irgendwie unvermutet im Schuß gedreht, genau im Moment, als die Kugel rausging.
Der Bruchteil dieser Sekunde wird wohl auf ca 100 Meter nix gemacht haben..denk ich so bei mir und suche mit dem Zielfernrohr den Anschuß ab, ohne den erhofften schwarzen Klumpen im Schnee zu finden. Eine Todesflucht habe ich auch nicht hören können..komisch.

Zigarette an..Geduld beweisen und nach 15 Minuten zum Anschuß. Nix zu finden..werder Schweiß noch Borsten und in dem Gewirr von Fährten konnte ich auch keine Eingriffe ausmachen.
Also stand für morgens die Kontrolle an.

Die unruhige Nacht wurde früh beendet, Ausrüstung gepackt, Kumpel angerufen und Hunde ins Auto. Im Revier noch etwas gewartet, bis das Licht richtig gut war und wir gingen zum Anschuß, erstmal ohne Hunde. Wir suchten jeden Quadratzentimeter ab, langsam bekam ich das Gefühl gefehlt zu haben, als ich ein kleines Stück Knorpel und ein Tropfen Schweiß fand. Ach du Schei…..

Die Sau war in den Nationalpark geflüchtet und somit das erforderliche Telefonat mit dem Leiter, wie gewohnt meiner Nachsuche zustimmte. Hund ansetzen und los gings. Er nahm die Fährte direkt an, lag gut im Riemen und nach ca 200 Metern der erste folgende Schweiß, an einem quer liegenden Fichtenstamm. Die Sau blieb auf dem Wechsel, der durch den Betrieb darazf fast schneefrei war, und nur ab und zu verwies mir der Hund kleinste Mengen Schweiß.
Jetzt waren wir schon gut über 1000 Meter unterwegs, noch kein Wundbett und die Fährte ging in Richtung eines Schlages, der durch Sturm und nicht Aufarbeitung quasi einem Dschungel gleichte.
Vor dem Schlag das letzte bisschen Schweiß (verbrochen) und ich brach die Suche ab. Denn die Absprache mit dem Leiter Nationalpark beruhte auf Vertrauen, dass wenn es schwierig würde, er dabei sein wolle bzw sein bestätigter Kollege die Suche übernehmen würde.
Da er selber keine Zeit hat, kam sein Kollege mit seinem HS.

Er setzte den Hund beim letzten verbrochenen Schweiß an und es ging in den Schlag hinein. Wir waren zu dritt. Auf einmal verließ der Hund nach ca 500 Metern den Wechsel, machte einen 90 Grad Schwenk, nach 20 Meter noch einen und gab Laut und wurde grellig. Der Führer schnallte ihn direkt und die Hatz ging ca 20 Meter hinter unseren Hacken los. Die Sau hatte den berüchtigten Bogen gelaufen und uns auf ca 10 Meter an sich passieren lassen. Wäre der Hund nicht direkt dran gewesen, dann hätte sie uns eventuell von hinten einen Besuch abgestattet…

Die Hatz ging bergab, nach 30 Sekunden Ruhe.. dann nach 2-3 Minuten Laut im Gegenhang, ca Luftlinie 400 Meter, aber zu laufen wesentlich mehr. Auf dem Weg zum Laut plötzlich Ruhe. Wir bleiben stehen und hören absolut nichts mehr..5-10-15 Minuten.

Somit Konsens.. Nachsuche vorerst beendet und Hund suchen .. 3 Mann schwärmen aus und die Hügelkette taktisch aufgeteilt zum Absuchen und nach ca 2 Stunden kam der Hund zurück. Er hat die Sau nicht binden können.

Der Führer und wir waren happy, dass ihm nichts passiert war. Ich lud die Jungs dann noch zum Frühstück in einem nahe gelegenen Lokal ein und dabei wurde gefachsimpelt, was ich da wohl angestellt haben kann und mein schlechtes Gewissen wurde dadurch nicht grad besser.

In der Nächsten Mondphase, ich hatte gar nicht mehr an den Vorfall gedacht, streckte ich an genau dieser Stelle einen Überläuferkeiler und beim Versorgen im Schlachtraum stellte ich fest, dass an seinem rechten Hinterlauf die Hälfte vom Geäfter fehlte und die Verletzung noch nicht so alt war ( war das mein Schuß ? der war ja meilenweit davon weg, wo ich ihn plzieren wollte ), außerdem hatte er einen Schmiss im Teller ( obs der Hund war ? )

Die Fragen an sich werden immer offen bleiben, und ich weiß heut noch nicht, was ich da beim Schuß angestellt habe.




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cooper

cooper

Alter: 54 Jahre,
aus nordeifel
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Kommentare

07.02.2012 17:31 IGOR82
Passiert ist passiert. Gut das du sie noch erlegen konntest. WMH!!!
07.02.2012 21:15 Lakai
Waidmannsheil,
zur Sau, zur Geschichte und zur Ehrlichkeit!
08.02.2012 09:27 Lippi
sowas passiert halt auf der Jagd und nicht auf dem Sofa ^^

WMH
08.02.2012 11:23 Mannlicher90
Das ist Jagd!
Aufregend geschrieben!
Waidmansheil!
08.02.2012 14:23 McAlly
Wer frei von Fehlern ist soll der ersten Stein werfen.

Waidmannsheil
08.02.2012 21:00 niko140292
Sehr spannend zu lesen !! Meinen ersten Keiler musste ich auch so schießen, er zog schräg von mir weg und wollte einfach nicht verhoffen aber das waren >50m. Zum glück ging es gut, er lag im Knall [jagderleben.landlive.de] WMH!
09.02.2012 13:30 Hirschmann
Danke für die Story und WMH zum dann Hegeabschuß!

Ich kann´s mir nicht verkneifen:

niko140292 schrieb:
(...) Meinen ersten Keiler musste ich auch so schießen (...)


Seit wann "müssen" wir Stücken so erlegen(, sieht man mal von kranken Stücken ab)? "Müssen" ist auf Jagd immer schlecht... Meine Meinung!

Gruß
HM


09.02.2012 17:41 niko140292
Hirschmann schrieb:
Danke für die Story und WMH zum dann Hegeabschuß!

Ich kann´s mir nicht verkneifen:

Seit wann "müssen" wir Stücken so erlegen(, sieht man mal von kranken Stücken ab)? "Müssen" ist auf Jagd immer schlecht... Meine Meinung!

Gruß
HM




Hätt ichs nicht gemacht, hätte ich ihn nicht das war meine Entscheidung, alles hat gepasst, deswegen das müssen.(sonst hätt ich ihn nicht) ist anders gemeint , das falsche Wort auf der Jagd, das stimmt!
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