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Vorderlauf mit alter Schussverletzung Vorderlauf mit alter Schussverletzung
1015 mal angesehen
06.02.2012, 15.32 Uhr

KALT und erfolgreich

Gestern Abend war sie wieder da, die Sehnsucht nach draußen, nach dem Erleben der hellen Winternächte die Alles offenbaren was sonst im Schutz der Dunkelheit dem Auge verborgen bleibt.
Ein Blick auf das Thermometer zeigt – 12°, es wird langsam wärmer gestern waren es noch –16°.........
Also wurde wie jeden Abend Schicht um Schicht warme Kleidung übergezogen, die Blaser BBF und das Zeiss Glas verstaut und ab ging es um 19 Uhr Richtung Kanzel 1.

Drei Seiten Wald, teilweise große Dickungen und vor der Kanzel ein Acker mit den Maisresten versprachen Anblick.
Die Fährten hatten schon Tage vorher auch die Anwesenheit von Schwarzwild verraten.

Kaum war meine Frau mit dem Geländediesel verschwunden kam schon das erste Stück Rehwild in Anblick und bald gesellten sich noch sechs oder sieben Stücke dazu, auch fünf Hasen sorgten für Kurzweile. Trotz der Kälte waren bei den Langohren schon die Frühlingsgefühle eingekehrt.

Da meine Uhr schon vor ein paar Tagen wegen Frostschaden ihren Dienst quittiert hatte saß ich zeitlos vor der großen Bühne und freute mich an dem Anblick. Auch Meister Reineke schickte sein heißeres Bellen in den frostigen Nachthimmel blieb jedoch unsichtbar.

Die Kälte fand natürlich langsam wieder den Weg durch die Schuhe und Kleidung um dem ausharrenden Waidmann das Leben schwer zu machen. Plötzlich schreckte ein Reh links im Wald und nun kam plötzlich Bewegung in die Szene, das Rehwild verschwand innerhalb von Minuten auch das Langohrenvolk war stark beunruhigt.
Es verging bestimmt noch eine viertel Stunde als wie aus dem Nichts ein schwarzer Körper am Dickungsrand stand.
Da es taghell war kein Problem beim Ansprechen: Figur, Farbe und Pürzelquaste sprachen für einen jungen Keiler also blieb die Waffe stehen.
Es war faszinierend dieses herrliche Wild zu beobachten, Wut stieg in mir hoch wenn ich daran dachte wie mit diesen Kreaturen teilweise umgegangen wird.
Er stand nun schon eine ganze Zeit unschlüssig, wahrscheinlich war es ihm einfach zu hell um auf die offene Fläche zu ziehen. Dann hatte der Hunger die Oberhand gewonnen und langsam zog er auf den Acker.
Doch was war das? Mit bloßem Auge konnte ich sehen das etwas am Bewegungsablauf nicht stimmte. Wieder stand das Stück unschlüssig und durch das Fernglas stellte ich fest das ein Vorderlauf fehlte.
Jetzt galt es die Waffe geräuschlos in Anschlag zu bringen und diesen Hegeabschuß zu tätigen. Das Leuchtabsehen stand auf dem Blatt und die 7 x 57 verließ den Lauf Richtung kranker Keiler. Deutlicher Kugelschlag verriet den Treffer, doch die Sau verschwand ohne zu zeichnen in der angrenzenden Dickung. Kein Grund zur Beunruhigung dachte ich, wie oft war das schon geschehen und nach kurzer Strecke lag dann das Stück mausetot.........
Nach geraumer Zeit ging es zum Anschuß, die Stelle wußte ich genau und so fand ich nach kurzer Suche drei Tröpfchen Schweiß und einige Borsten das war alles, die Fluchtfährte konnte ich nur ungefähr kontrollieren, zu viele Fährten waren im Schnee, doch kein weiterer Schweiß war zu finden.

Also meine Frau angerufen: bitte abholen, es gibt eine Nachsuche.......
Daheim angekommen es war kurz vor Mitternacht, das Thermometer zeigte nun –17°, das wird nicht einfach für die Hundenase!

Vier Schichten Kleidung abgeworfen, Ansitzoverall gegen Nachsuchenhose und dornenfeste Jacke, BBF gegen Nachsuchen-Repetierer getauscht, zusätzlich den Saufänger an den Gürtel. Der ADBr – Rüde wußte längst um was es ging und konnte es im Gegensatz zu mir kaum erwarten bis der Einsatz begann.
Vom Anschuß weg lag der Hund stramm im Riemen, es ging sofort in die Brombeeren und im scharfen Winkel nach links. Nach 50 Metern ohne auch nur einen Tropfen Schweiß im Schnee und Lampenschein gefunden zu haben kamen mir erste Bedenken.........
Doch da wurde der Schweißriemen schlaff und der Rüde fiel Laut gebend und knurrend über die längst verendete Sau her. Braver Hund!
Da lag er nun mit sauberem Blattschuß und hier war überall Schweiß verspritzt.

Die Bergung war mit Hilfe meiner Frau, die wie immer bei Nachsuchen im Schlepptau war, bald geschafft und auch das Versorgen des Keilers ging bei der Kälte flott von der Hand.
Nicht nur der Lauf war betroffen, auch am Brustkern war deutlich die Wirkung des Geschosses sichtbar.

Anschließend bei dem obligatorischen kalten Weißbier kehrte nach der Wärme im Körper auch im Kopf eine innere Zufriedenheit ein.

Das ist erlebte Jagd!
offline

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sau_hund

sau_hund

Alter: 62 Jahre,
aus BAYERN
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Kommentare

06.02.2012 15:39 djtdingo
Wmh zum Hegeabschuss! Gut das du das Stück erlösen konntest!
06.02.2012 17:13 jagafranzl
Wmh
06.02.2012 18:15 Schweineschreck
Schön geschrieben Waidmannsheil zum Hegeabschuß
06.02.2012 20:21 niko140292
war sehr spannend zu lesen, super und wmh zum erlösen !
06.02.2012 20:21 niko140292
war aber eine alte schussverletzung oder?
06.02.2012 21:41 Sauenschubser
Waidmannsheil zum Hegeabschuss!
07.02.2012 05:27 Nimrod83
Waidmannsheil
07.02.2012 11:32 sau_hund
niko140292 schrieb:
war aber eine alte schussverletzung oder?

ja komplett verheilt
08.02.2012 18:22 Austriangun
Lieber sau_hund, du schreibst Deine Geschichten so realitätsnahe, dass ich mir die Kanzel fast bildlich vorstellen kann

....Weiterhin viel Anblick und Waidmannsheil Dir und Deiner Frau!!!
10.02.2012 05:38 swinging_elvis
Waidmannsheil zu Sau und Frau
10.02.2012 10:23 sau_hund
Waidmannsdank an Alle!
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